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24.11.2011: Kringels Rote Liste 3 - APS-Kameras und -Filme

So manche im Grunde nützliche Technik kommt leider zur Unzeit und kann sich deshalb nicht durchsetzen. So ist es auch dem Advanced Photo System (APS) ergangen. Als dieses System Ende der Neunzigerjahre eingeführt wurde, waren Kameras mit Kleinbildfilmen am weitesten verbreitet. APS-Kameras und -Filme hätten die Fototechnik modernisieren sollen und brachten auch wirklich einige Verbesserungen, waren aber gegen die wenig später aufkommenden und schnell immer günstiger werdenden Digitalkameras chancenlos. Heute findet man kaum noch APS-Kameras, auch Filmmaterial ist Mangelware - und verdammt teuer. Somit gehört beides auf Kringels Rote Liste!

Die APS-Kamera Canon EOS IX-7 war im Jahre 2000 meine erste Spiegelreflex-Kamera, und ich war sofort von der neuen Technik begeistert.



Canon EOS IX-7


APS-Kameras waren kompakter und leichter als Kleinbildkameras, vor allem aber waren sie einfacher zu bedienen. Man musste sich nicht mehr mit dem umständlichen Einfädeln des Films herumschlagen. Einfach die Kassette einlegen - fertig. Die Kamera führte den Film selbsttätig in die Mechanik hinein. War er fertig belichtet, wurde er wie beim normalen Kleinbildfilm zurückgespult und blieb dann in der geschlossenen Kassette. Gut - das war jetzt nicht gerade revolutionär, ähnliche Systeme hatte es vorher schon gegeben. Von Kodak gab es z.B. das Instamatic-System. Aber die APS-Filme waren erheblich handlicher als die Instamatic-Kassetten.



APS-Filme


Der größte Vorteil der APS-Filme bestand darin, dass man auch teilbelichtete Kassetten herausnehmen und wieder einsetzen konnte. Die Kamera "merkte" sich die Stelle, bis zu der man den Film belichtet hatte - man konnte die Kassette also einfach wieder einlegen, der Film wurde dann automatisch bis zu der richtigen Stelle vorgespult. So war es kein Problem mehr, schnell zwischen Farb- und Schwarzweißfilm oder zwischen Filmen mit unterschiedlichen ISO-Werten zu wechseln.

Außerdem konnte man das Format bei jedem einzelnen Bild individuell einstellen. Man hatte die Wahl zwischen dem klassischen Kleinbild-Format, dem "High-Definition-Format" mit einem Seitenverhältnis von 16:9, sowie dem "Panorama-Format". Letzteres war nichts anderes als eine Ausschnittsvergrößerung, die Abzüge wurden mit dem Seitenverhältnis 3:1 gedruckt.

Auf APS-Filmen wurden zahlreiche Informationen gespeichert, die auf die Bildrückseite gedruckt werden konnten. Wenn man Abzüge bestellte, wurde immer ein "Index-Print" mitgeliefert. Das war ein Blatt mit kleinen Vorschaubildern.

Natürlich wurden für die kleinen Filmkassetten wiederum besondere Aufbewahrungssysteme benötigt, wenn man sie nicht lose herumliegen lassen wollte. Es gab aufklappbare Boxen, die ähnlich gestaltet waren wie Videocassettenhüllen. Darin konnte man die Filme schön übersichtlich einsortieren.

Über all das kann man im Zeitalter der digitalen Fotografie natürlich nur noch lachen, aber damals fand ich die APS-Komfortfunktionen wirklich toll.



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