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22.06.2011 - 06.07.2011: Kos

Seit 20 Jahren machen wir Urlaub in Griechenland. Trotzdem gehen uns nie die Ziele aus. Die Insel Kos, ausgesprochen mit kurzem "o" und scharfem "s", haben wir jetzt zum ersten Mal besucht. Man könnte sie als perfekte Anfängerinsel bezeichnen, denn sie hat einen eigenen internationalen Flughafen und eine sehr gut ausgebaute touristische Infrastruktur, ohne jedoch so extrem auf Urlauber eingestellt zu sein wie z.B. Mykonos. Dummerweise kann der relativ kleine Flughafen in Stoßzeiten nicht alle Reisenden aufnehmen, und so kann es geschehen, dass man draußen warten muss, bis ein Schalter geöffnet wird.

Kos bietet viele Sehenswürdigkeiten und eignet sich prima als Ausgangspunkt für Ausflüge zu anderen Dodekanes-Inseln oder in die Türkei. An dieser Stelle gleich eine kleine Warnung: Die Reiseveranstalter bieten Tagesausflüge nach Bodrum (Türkei) an. Das ist zwar ein wirklich lohnendes Ziel, aber ihr solltet diesen Ausflug lieber auf eigene Faust unternehmen, denn die organisierte Tour hat den "Charme" einer Butterfahrt. Man wird nach kurzer Begrüßung durch örtliche Fremdenführer in großen Gruppen zu einem Hügel gekarrt, von dem aus man die Bucht fotografieren kann. Nach wenigen Minuten geht's weiter zu den Überresten eines antiken Stadttores, dort wird ein zweiter kurzer Fotostopp eingelegt. Beim Mausoleum, einem der sieben Weltwunder der Antike, hält der Bus gar nicht erst an, man bekommt es nicht zu sehen. Dann wird man bei einem großen Gebäudekomplex abgeladen, in dem Schmuck, Teppiche und diverser anderer Kram zum Verkauf angeboten wird. Man wird eine Viertelstunde lang zugetextet, dann "darf" man einkaufen. Das muss wirklich nicht sein, zumal danach nicht mehr genug Zeit bleibt, um sich ein wenig in Bodrum umzusehen und das riesige Kastell St. Peter zu besichtigen, in dem unzählige Fundstücke aus allen möglichen Epochen ausgestellt werden. Allein das Kastell wäre schon den Ausflug nach Bodrum wert.



Kos


(Bild 1: Blick über Bodrum, rechts erkennt man das Kastell)


Aber zurück zu Kos, der Heimat des Hippokrates! Dieser berühmte Arzt der Antike wurde hier geboren, und das Asklepieion, die bedeutendste Ausgrabungsstätte der Insel, war ein weithin bekanntes Heiligtum und Krankenhaus. Auch in Kos-Stadt gibt es viele antike Stätten sowie ein Kastell der Johanniter-Ritter zu besichtigen. In den kleinen Gassen von Kos-Stadt kann man shoppen oder sich in einer der vielen Kneipen entspannen. An der Nordküste von Kos kann man selbst im Sommer noch Flamingos in einem großen Salzsee beobachten. Im Dikeos-Gebirge findet man ursprünglich gebliebene Bergdörfer wie z.B. das malerische Zia. Wenn man genug vom Sightseeing hat, kann man sowohl an der Nord- als auch an der Südküste im kristallklaren Wasser baden, teils noch relativ einsame Strände sind mehr als genug vorhanden.

In unmittelbarer Nachbarschaft von Kos liegt die Vulkaninsel Nissiros. Die ganze Insel ist praktisch ein einziger Vulkan! Im Inselinneren kann man in einen Sekundärkrater hinabsteigen, in dem es nach Schwefel riecht und an dessen Grund es in zahlreichen Löchern blubbert. Ein wirklich beeindruckender Anblick! Ein Tagesausflug dorthin lohnt sich definitiv.



Kos


(Bild 2: Die Kraterlandschaft von Nissiros)


Unser Urlaubsdomizil war der kleine Ort Mastihari an der Nordküste, und dort das Hotel Mastihari Bay. Der Ort war gut gewählt, denn es ist alles da, was man braucht, aber das Dorf ist noch nicht durch und durch touristisch. Man bekommt schon noch ein bisschen was vom dörflichen Alltag mit. Ein langgezogener breiter Sandstrand ist vorhanden, und am Ufer reiht sich ein gutes Restaurant ans nächste. Mit dem Bus kommt man in zwanzig Minuten nach Kos-Stadt, Fähren und Schnellboote zur Schwammtaucherinsel Kalymnos (auch ein nettes Ausflugsziel) legen in Mastihari ab. Allerdings war es hier an einigen Tagen ziemlich windig - das soll an der Südküste besser sein.

Abgesehen von der etwas lästigen Animation am Pool, die zum Glück immer spätestens um 23:00 Uhr zu Ende war, gibt es auch am Hotel nichts auszusetzen. Es besteht aus einem Haupthaus mit dem Speisesaal usw. sowie mehreren kleineren Gebäuden mit den Zimmern und Appartements. Die Anlage ist einem griechischen Dorf nachempfunden und wurde verschwenderisch begrünt. All die Blumen und Pflanzen müssen natürlich ständig bewässert werden - sieht zwar schön aus, ist in meinen Augen aber reine Verschwendung.



Kos


(Bild 3: Ein kleiner Teil der Hotelanlage)


Unser Superior-Zimmer hatte einen phantastischen Meerblick und war zwar einfacher eingerichtet, als es die vier Sterne hätten vermuten lassen, es war aber durchaus in Ordnung. Man muss sagen, dass eine Grundrenovierung dem Hotel gut tun würde, insgesamt kann man jedoch zufrieden sein. Das gilt auch für das Essen, allerdings kann ich nur das Frühstücksbüffet beurteilen, denn das Abendessen haben wir, obwohl wir Halbpension gebucht hatten (geht nicht anders), nie in Anspruch genommen. Warum in einem Speisesaal voller Touristen essen, wenn man es viel gemütlicher in einer Taverne am Strand haben kann?

Von der Krise, in der Griechenland derzeit steckt, haben wir übrigens nichts bemerkt - Athen ist weit weg, und der Rest von Griechenland ist, wie auch die Griechen selbst sagen, eine völlig andere Welt als die Hauptstadt. Die Preise waren nicht höher als sonst (OK, das Benzin kostete 1,70 Euro), tatsächlich war das Preis-Leistungs-Verhältnis besonders in den Restaurants besser als je zuvor. Selbst den unzähligen Katzen, die in Mastihari umherstreunten, ging es offensichtlich gut. Fast alle wirkten wohlgenährt und gesund - das ist in Griechenland nicht selbstverständlich...

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