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27.01.2011: Sting - "Symphonicities" (CD) und "Live in Berlin" (CD und DVD)

Man kann geteilter Meinung sein über Stings Qualitäten als Sänger, Songschreiber und Musiker, man kann seine neueren Titel - insbesondere im Vergleich mit seinen Zeiten als Frontmann von "The Police" - für blutleer, prätentiös und langweilig halten, man kann sich ärgern, wenn eine seiner CDs mal wieder Country-Songs enthält. Aber eins kann man ihm nicht vorwerfen: Mangelnde Experimentierfreude. Welches musikalische Feld hat er eigentlich noch nicht beackert? Punk, Reggae und Ska in der Ära von "The Police", Jazz in seinen ersten Solo-Alben, in jüngerer Zeit Lautenmusik des Komponisten John Dowland aus der Zeit der Renaissance (CD: "Songs from the Labyrinth") oder gar Weihnachtslieder (wenn auch keine kitschigen - CD: "If on a Winter's Night") gehören zu seinem Repertoire.



Symphonicities


Jetzt hat er sich mit den erstklassigen Musikern des Royal Philharmonic Orchestra zusammengetan, um zahlreiche Titel von "The Police" und Solo-Stücke neu einzuspielen - im Klassik-Gewand und mit orchestraler Begleitung. Zusammen mit dem Orchester sowie Branford Marsalis und der Backgroundsängerin Jo Lawry ist er auch auf Tournee gegangen. Das Ergebnis sind zwei CDs: "Symphonicities" und "Live in Berlin". Erstere enthält Studioversionen der Titel, letztere umfasst Live-Mitschnitte eines Konzerts vom 21.09.2010 in Berlin. Löblich dabei ist zwar, dass sich die Titel bis auf zwei Ausnahmen in den beiden CDs nicht überschneiden, allerdings wurden nicht alle Titel auf CD gepresst, die im Konzert gespielt wurden. Das komplette, weit mehr als zweistündige Konzert befindet sich auf einer DVD, die der CD "Live in Berlin" beiliegt.



Sting live in Berlin


Die CDs sind nicht nur für Sting-Fans empfehlenswert, denn Sting beschränkt sich nicht darauf, einfach nochmal seine Songs abzunudeln - diesmal halt mit Geigen im Hintergrund oder so. Stattdessen hat er versucht, alle Titel neu zu arrangieren und eine Einheit aus Pop/Rock und Klassik zu erreichen. Das ist ihm in den meisten Fällen gut gelungen, und so darf man sich über ein ganz neues Hörerlebnis freuen. Selbst wenn man die alten Hits wie "Roxanne", "Every little Thing she does is Magic", "Englishman in New York" usw. schon in- und auswendig kennt, so kann man ihnen doch noch bisher nicht gekannte Aspekte abgewinnen. Man bekommt also nicht etwa den x-ten Aufguss von Liedern vorgesetzt, an denen man sich längst sattgehört hat, sondern im Grunde ganz neue Titel. Fans von "The Police" müssen sich allerdings darüber im Klaren sein, dass einiges an Tempo aus den alten Titeln herausgenommen wurde. Die alte Dynamik wird hier nie erreicht, aber das liegt in der Natur der Sache.

Durch die Konzert-DVD wird die Live-Atmosphäre sehr gut vermittelt. Sting erzählt immer mal wieder ein bisschen was über das nächste Stück oder gibt Anekdoten zum Besten. Die DVD enthält außerdem ein kurzes Interview mit Sting, in dem er erläutert, wie die Zusammenarbeit mit dem Orchester funktioniert hat. Auch Branford Marsalis kommt dabei zu Wort. Die DVD ist NTSC-codiert, aber meine PS3 hatte damit kein Problem.



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