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06.01.2011: Kringels Rote Liste 1 - Big Jim

Manchmal fallen mir Sachen in die Hände, an die ich jahre- oder jahrzehntelang nicht mehr gedacht habe, die mir früher mal aber sehr wichtig gewesen sind. So ist es mir neulich mit Big Jim ergangen. Diese Actionfigur war für uns, die Kinder der Siebziger- und Achtzigerjahre (jedenfalls für die Jungs), einfach das Größte. Um Big Jim herum hat sich damals eine ganze Produktserie mit anderen Figuren und tonnenweise Zubehör entwickelt. Die Produktion dieses Zeugs wurde irgendwann Mitte der Achtziger eingestellt, denn die Figuren der Masters of the Universe - Reihe hatten Big Jim den Rang abgelaufen. Somit gehört Big Jim zu jenen gefährdeten oder schon "ausgestorbenen" Schätzen der Vergangenheit, denen ich jetzt eine eigene Rote Liste widme.

Mein letzter Big Jim ist unerwarteter Weise vor ein paar Tagen wieder aufgetaucht, komplett mit einigen Ausrüstungsgegenständen:



Big Jim


(Bild 1: Big Jim mit Overall, Pistolengurt samt Knarre, Stiefeln und Fliegerjacke)


Der Bart ist nicht original - den habe ich selbst aufgemalt. Die rechte Hand war mal abgerissen. Man sieht, wie ich das damals geflickt habe: Mit schwarzem Isolierband. Alle Gelenke sind beweglich, und durch Betätigen einer Schaltfläche auf dem Rücken kann Big Jim mit dem rechen Arm einen Karatehieb vollführen.



Big Jim


(Bild 2: Rückansicht mit Schaltfläche für die Armbewegung)


Die knapp 25 cm hohe Figur besteht aus Plastik, die Arme sind aber aus Gummi und enthalten eine Art Endoskelett. Ich fand das schon immer besonders cool, denn das wirkt natürlicher als Hartplastik. Außerdem kann man Big Jims Muskeln durch Beugen des Arms anschwellen lassen:



Big Jim


(Bild 3: Bizeps!)


Es handelt sich übrigens um das neuere Modell mit elastischen Greifhänden, das laut Wikipedia seit 1978 erhältlich war. Der ursprüngliche Big Jim hatte unflexible Hände mit ausgestreckten Fingern.



Big Jim


(Bild 4: Greifhand, auch schon ganz schön lädiert)


Der letzte "Überlebende" muss meine zweite oder dritte Figur der Produktreihe gewesen sein, denn ich weiß genau, dass ich einen noch älteren Big Jim und dessen Freund Big Jeff damals im Garten beerdigt habe - durch allzu gefährliche Abenteuer und andere Ereignisse waren die beiden irgendwann irreparabel beschädigt. Big Jim vom Balkon dramatisch in den Tod stürzen zu lassen war eine meiner Lieblingsbeschäftigungen… Leider war ich nie im Besitz so cooler Figuren wie Dr. Steel (Glatze, riesige Tätowierung und stählerne Hand), Zorak (Kapuze und im Dunkeln leuchtender Totenschädel) oder Captain Flint (der war dem damals sehr beliebten Filmhelden Sandokan nachgebildet). Das fanden meine Eltern wohl zu gruselig oder zu unchristlich.

Aber an Zubehör mangelte es nicht! Es gab unglaublich viele Sortimente detailreich gearbeiteter Ausrüstungsgegenstände zu den verschiedensten Themen. Ich hatte diverse Kleidungs-Sets (genial: die Tiefseetaucher-Ausrüstung!), den Dschungel-Jeep, das Piratenboot, das Sumpfboot mit beweglichem Alligator, den Adler mit Gummischwingen, den Gorilla mit Fangnetz-Wurfvorrichtung und vieles mehr. Ein Exemplar des Konkurrenzprodukts (Action Team bzw. Action Man - mit "echtem" Haar und Gesichtsnarbe) durfte auch nicht fehlen. Davon kann ich aber leider kein Foto mehr präsentieren, denn auch dieser Bursche wurde entweder irgendwann beerdigt oder ist sonst wo verschollen.

Am tollsten war aber ein Zubehörteil, das es nicht zu kaufen gab: Ein Helikopter. Das heißt, zu kaufen gab’s so etwas zwar durchaus, aber das war vermutlich zu teuer. Deshalb hat mein Vater einen Hubschrauber aus einer Spülmittelflasche gebastelt. Ein echtes Meisterwerk mit allen Details und einer richtigen Sitzbank im Cockpit, für die er eigens Holzbrettchen angefertigt und mit Kunstleder bezogen hat. Dieser Hubschrauber existiert leider schon längst nicht mehr.

Big Jim hat jetzt aber einen Ehrenplatz zwischen meinem übrigen Krimskrams erhalten.



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