Zur Archiv-Startseite
Zur Übersicht der Kommentare


07.12.2010: Gesindel Teil 7 - Todeswunsch auf zwei Rädern

Wieder mal "aus gegebenem Anlass":

Die allermeisten motorisierten und nicht motorisierten Zweiradfahrer sind bestimmt ganz verantwortungsbewusste Menschen, die sich immer an die Verkehrsregeln halten. Es ist nur seltsam, dass ich nie denen, sondern immer nur den Selbstmordkandidaten begegne, die weder begreifen, dass sie auch als Zweiradfahrer am Straßenverkehr teilnehmen, noch in der Lage sind, ihre Umwelt richtig wahrzunehmen, weil sie sich per MP3-Player mit Musik volldröhnen. Ich weiß gar nicht, wie oft ich in letzter Zeit schon beinahe Unfallzeuge geworden wäre, weil sich ein Motorrad im Stau mit einem Affenzahn in der Mitte zwischen den beiden Fahrbahnen durchquetschen wollte - ohne Rücksicht auf Verluste oder auf Autos, die die Spur wechselten...

Gerade jetzt, in der dunklen Jahreszeit (apropos: wer hat eigentlich dieses Scheißwetter bestellt?), kann man als Autofahrer ganz schnell eine neue Kühlerfigur haben, weil man wieder mal einen Fahrradfahrer übersehen hat. Nicht etwa aus Unachtsamkeit, sondern weil viele Drahteseltreter aus mir unerfindlichen Gründen hartnäckig ohne Licht fahren. Warum nur? Ich verstehe es nicht. Gilt mit-Licht-fahren bei Bikern als uncool? Oder haben die Leute doch einen Todeswunsch? Wenn sie denn wenigstens selbst aufpassen würden - aber nein: Immer schön drauflosfahren und alles ignorieren, was um einen herum vorgeht scheint die Devise zu sein. Wozu den Radweg benutzen? Mitten auf der Straße hat man doch viel mehr Platz. Rote Ampeln scheinen für Radfahrer grundsätzlich ebenso wenig zu gelten wie Einbahnstraßen, Vorfahrtsschilder oder andere Verkehrsregeln. Ich könnte ausflippen, wenn so ein unbeleuchteter (unterbelichteter?) Möchtegern-Radsportler aus einer Seitengasse herausgeschossen kommt, ohne nach rechts oder links zu gucken, um knapp vor meinen nach der Vollbremsung qualmenden Reifen die Straße zu queren. Wenn’s nicht so schade um den Lack wäre, würde man da manchmal lieber Gas geben als bremsen...

Kann es daran liegen, dass die Radfahrer keinen Führerschein und somit keine Ahnung haben, was sie den Autofahrern eigentlich antun? Ist es also reine Dummheit? Oder doch die auch sonst allgemein übliche Gedankenlosigkeit, gepaart mit Dreistigkeit? Vermutlich sehen sich viele Biker selbst als Outlaws, die nur ihren eigenen (sprich: gar keinen) Regeln folgen. Dass sie damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere in Gefahr bringen, scheint sie nicht zu interessieren. Hauptsache, das Outfit ist cool.



Zur Archiv-Startseite
Zur Übersicht der Kommentare