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24.10.2010: Spaß mit der Deutschen Bahn Teil 19

Heute war's mal wieder soweit: Musste mich derart über die Deutsche Bahn bzw. ihre Bediensteten ärgern, dass es mir einen Kommentar wert ist. Wie üblich wollte ich in Dortmund umsteigen, wie üblich hatte mein Zug Verspätung. Zwar nur wenige Minuten, aber das hat nichts zu bedeuten. Tatsächlich wurde kurz vor Dortmund durchgesagt, mein Anschluss könne leider nicht warten. Dass die Züge nicht mal fünf Minuten aufeinander warten, ist keine Besonderheit. Also richtete ich mich darauf ein, bis zur Endstation (Köln) mitfahren und dann dort nach irgendeiner anderen Verbindung Ausschau halten zu müssen. Das ist nichts besonderes, das kenne ich schon. Ist ärgerlich, aber kein Grund zur Aufregung.

In Dortmund blieb mein Zug allerdings erst mal stehen. Irgendeine Durchsage kam nicht. Irgendwann blickte ich auf und sah auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig einen Intercity-Zug stehen. Ein Blick auf die zum Glück gerade noch sichtbare Anzeigetafel bestätigte meinen Verdacht: Das war mein Anschluss! Von wegen "kann leider nicht warten": Der war gerade erst gekommen, und offensichtlich hatte der Zug, in dem ich gerade saß, auf Anschlussreisende aus diesem Zug gewartet!

Natürlich sprang ich wie von der Tarantel gestochen auf, raffte hastig meine Sachen zusammen und wollte aussteigen. Das gestaltete sich aber schwierig, denn die Leute waren schon dabei einzusteigen. Bis ich mich an denen vorbeigedrängelt hatte (ich weiß gar nicht, wie viele Tollschocks ich da wohl ausgeteilt haben mag), gingen bei meinem Anschluss die Türen zu und der Zug fuhr ab. Jetzt musste ich zusehen, dass ich wieder in den anderen Zug reinkam, bevor der auch noch abfuhr! Ich war so geladen, dass ich den Zugchef anraunzte, was ich sonst nie mache. Auf meine Frage, warum er es nicht für nötig gehalten habe, den doch noch erreichbaren Anschluss vielleicht mal durchzusagen, hatte er nur ein Schulterzucken übrig.

Das ist es, was ich an der Bahn hasse nicht so sehr die unvermeidlichen Verspätungen, sondern die "Scheißegal"-Stimmung, die bei manchen Bahn-Mitarbeitern nur allzu oft herrscht. Die Fußballergebnisse durchgeben, die Happy Hour im Bordbistro anpreisen oder ansagen, auf welcher Seite der Ausstieg ist, das kriegen sie gerade noch hin. Aber mal eine Mikrosekunde lang mitdenken und sich um die eigentlichen Interessen der Fahrgäste kümmern, die darin bestehen, in einer halbwegs vernünftigen Zeit am Ziel anzukommen? Das scheint immer noch zu viel verlangt zu sein.

Jetzt wollen sie auch noch streiken. Böse Zungen könnten behaupten, dass man keinen Unterschied zu vorher wird feststellen können...



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