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06.09.2010 - 10.09.2010: Wien

Warum eigentlich Wien? Ehrlich gesagt: Für den Herbsturlaub galten ganz einfache Auswahlkriterien: Es sollte eigentlich nur eine Stadt sein, die man noch relativ bequem mit der Bahn erreichen kann (hatten keine Lust auf eine weitere Flugreise), und die wir noch nicht kannten. Da fiel die Wahl recht schnell auf Wien, denn dorthin kommt man von Mainz aus in etwas weniger als acht Stunden per Direktverbindung. Es stellte sich aber schnell heraus, dass Wien nicht nur wegen der guten Erreichbarkeit eine hervorragende Wahl war, denn die Stadt hat viel mehr zu bieten als nur Schmäh, Mozartkugeln und Walzer. So viel, dass die drei Tage (An- und Abreise nicht gerechnet), die wir zur Verfügung hatten, bei weitem nicht ausreichten. Im Grunde war das jetzt nur wenig mehr als eine erste grobe Orientierung! Ich muss außerdem zu meiner Schande gestehen, dass ich es nicht geschafft habe, wenigstens einmal in eins der traditionellen Kaffeehäuser zu gehen. Wir werden Wien aber sehr gern bald einen weiteren Besuch abstatten und alles nachholen. Vielleicht wieder im selben Hotel, dem NH Belvedere in der Nähe des gleichnamigen Schlosses:



Wien


Das Hotel liegt so zentral, dass man problemlos zu Fuß bis zum Kern der Altstadt kommt, ist aber angenehm ruhig und bietet den ganz guten Qualitätsstandard, den ich von Hotels dieser Kette inzwischen gewohnt bin. Merkwürdig nur, dass man das Wasser manchmal fünf Minuten lang laufen lassen muss, bis es heiß wird... Die nächste Straßenbahnstation ist nur wenige Meter entfernt, und die öffentlichen Verkehrsmittel nutzten wir bald ziemlich oft, denn man sollte die Entfernungen in Wien nicht unterschätzen. Deshalb empfiehlt sich der Erwerb einer mehrere Tage gültigen Karte für alle Bahnen und Busse. Die Karte gibt es z.B. in einer 72-Stunden-Version, zu der ein Couponheft mit zahlreiche Vergünstigungen für Museen, Restaurants usw. gehört. Diese "Wien-Card" kostet zwar 18,50 EUR pro Person, aber sie amortisiert sich schnell, wenn man nicht mehrere Schuhsohlen verschleißen oder dauernd mit dem Taxi fahren will.

In Wien kann man wirklich enorm viel unternehmen. Selbst wenn man nur eine Sehenswürdigkeit nach der anderen abklappert, ohne das Innere zu betreten, ist man schon mindestens einen Tag lang beschäftigt. Da wären das bereits erwähnte Schloss Belvedere, die Hofburg (mit Schmetterlingshaus), das Schloss Schönbrunn (mit Tiergarten), der Stephansdom und die vielen anderen beeindruckenden, prächtigen Bauwerke aus den Glanzzeiten der Kaiser, Könige und Erzherzoge, der Donauturm, der ganzjährig und ganztägig geöffnete Riesen-Rummelplatz im Pratergelände, das Hundertwasserhaus, die vielen Parks und Gärten, unzählige Museen und Ausstellungen, Theater, Musikveranstaltungen... Allein für den sehr schön angelegten Tiergarten, den ältesten Zoo der Welt, sollte man sich einen ganzen Tag Zeit nehmen. Den Pandas, die in diesem Jahr übrigens Nachwuchs bekommen haben, und den Koalas könnte ich stundenlang zusehen:



Wien


Vom "morbiden Charme", den Reiseführer der Stadt gern andichten, habe ich nicht viel bemerkt. Mir scheint zwar, dass man in Wien durchaus stolz auf die große Vergangenheit ist und Wert auf Tradition legt (vom Kommerz des Massentourismus ganz zu schweigen), aber sollte ich erwartet haben, Urlaub in einem irgendwie verschroben-verschlafenen Städtchen zu machen, dann wurde ich eines Besseren belehrt. Wien ist eine moderne, lebendige Weltstadt, in der man sich wirklich wohl fühlen kann. Wenn man sich erstmal an die etwas merkwürdige Sprache gewöhnt hat.



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