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05.08.2010: Ist Einsamkeit tödlich?

Amerikanische Seelenklempner wollen neulich anhand einer Studie herausgefunden haben, dass Misanthropen wie ich deutlich früher sterben als Leute mit möglichst großem Freundeskreis. Ist Einsamkeit also tödlich? Für mich trifft eher das Gegenteil zu: "Hell is other People". Wie Sartre das wirklich gemeint hat, weiß ich zwar nicht, aber wenn ich mal wieder stundenlang mit den unmöglichsten Leuten in einem IC eingesperrt war, dann habe ich meine eigene Definition für dieses Bonmot. Wenn man gern mal in angenehmer Gesellschaft ist (also hauptsächlich mit sich selbst allein), gilt man schnell als schwieriger Zeitgenosse. Das geht mir oft so, zumindest bei Leuten, die mich nicht genauer kennen. Ich kann allerdings sehr gut mit meinem Einzelgänger-Image leben. Schließlich sorgt es dafür, dass man mich weitgehend in Ruhe lässt.

Dabei kann man wunderbar mit mir auskommen. Man sollte mir nur nicht auf die Nerven gehen, vor allem nicht vor Mittag. Solange man mir nicht dumm kommt oder versucht, mich zu verarschen, ist alles in bester Ordnung. Wer diese einfachen Regeln beachtet, wird keine Probleme mit mir haben. Oder wenigstens nicht mehr Probleme als mit irgendwem sonst. Wer es drauf ankommen lassen möchte, darf immerhin erwarten, ehrliche Reaktionen von mir zu erhalten...

Allein sein ist nicht dasselbe wie einsam sein. Natürlich soll man sich nicht selbst in die soziale Isolation treiben. Jeder braucht das Gefühl, irgendwie integriert zu sein, dazuzugehören, gebraucht zu werden und so weiter. Aber lasst euch nicht einreden, ihr müsstet mit jedem unerträglichen Vollidioten in eurer Umgebung supergut auskommen. Es gibt andere Studien, die angeblich belegen, dass erzwungene Dauerfreundlichkeit ebenfalls schädlich ist. Ehrlichkeit ist mir jedenfalls lieber als verlogene Anbiederei.



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