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20.08.2009: Gamescom in Köln

Als alter Gamer wollte ich schon immer mal dabei sein, wenn Entwickler und Publisher ihre Produkte präsentieren und erstmals spielbare Demos neuer Games zur Verfügung stellen. Wäre auch gern zur Games Convention gefahren, doch Leipzig, der bisherige Veranstaltungsort, ist zwar eine wirklich schöne Stadt, aber leider zu weit weg für einen "Tagesausflug". Da kam es mir sehr gelegen, dass Deutschlands einzige große Messe für Computer- und Videospiele nach Köln umgezogen ist. Also: Nichts wie hin!

Vor den Messehallen wurden farbige Armbändchen verteilt, denn man darf natürlich nicht zulassen, dass die Kids irgendetwas zu sehen kriegen, was ihre geistig-moralische Entwicklung schädigen könnte. Oder anders gesagt: Als Veranstalter muss man der Öffentlichkeit versichern können, dass man Wert auf Jugendschutz legt. Sonst könnte ja jemand auf die Idee kommen, diese nette Veranstaltung, auf der schließlich auch ganz böse Spiele gezeigt werden, einfach zu verbieten. Daher waren die Ausstellerbereiche je nach Altersfreigabe der dort vorgestellten Games nur für Leute des entsprechenden Alters zugänglich und dafür brauchte man diese bunten Armbändchen. Gut, ich weiß selbst, dass ich nicht wie 16 aussehe, aber die junge Dame, bei der ich um mein rotes 18er-Bändchen bat, hätte mir nicht gar so deutlich sagen müssen, dass ich das nicht brauche! Durch solche Bemerkungen könnte schließlich meine emotionale Entwicklung beeinträchtigt werden! Letztlich kriegte ich mein Bändchen doch noch.

Dann endlich durfte man rein. Das ging zum Glück recht zügig. Ein wahres Wunderland tat sich auf! Alles so schön bunt hier! Einige Dutzend große Ausstellungsbereiche, die meisten recht aufwändig und/oder phantasievoll gestaltet. Fast jeder mit eigenen Bühnen, auf denen im Verlauf des Tages verschiedene Präsentationen stattfanden, außerdem unzählige PCs und Konsolen, an denen man sich austoben konnte. In einer Halle fanden auch E-Sports-Veranstaltungen statt, aber Multiplayer-Games sind nicht so mein Ding. Ich wanderte also ein bisschen herum, zockte das eine oder andere Game, auf dessen Erscheinen ich mich jetzt noch mehr freue, und ließ mir die Ohren von mannigfaltigem Lärm volldröhnen, während es immer voller wurde und sich in den Hallen allmählich ein Miasma aus Schweiß, Essensdämpfen und dem typischen Geruch erhitzter Hardware ausbreitete. So richtig klimatisiert waren die Hallen wohl nicht, oder die Anlagen haben heute, am heißesten Tag des Jahres, einfach versagt.

Ich musste lange in endlosen Schlangen anstehen und hatte ausreichend Gelegenheit, um festzustellen, dass Gamer mindestens genauso lustige Nerds sind wie SF-Fans (ich erinnere mich mit wohligem Gruseln an den Perry Rhodan Weltcon 1999 in Mainz), einige waren sogar als Figuren aus Spielen verkleidet. Außerdem begegnete ich zahlreichen Messe-Babes. Leider waren nicht alle so interessant gekleidet wie diese Kollegin:


Gamescom


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