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24.06.2009 08.07.2009: Naxos und Santorini

Die Kykladen, eine Gruppe relativ kleiner Inseln in der Ägäis, eignen sich aufgrund der geringen Entfernungen zwischen ihnen sehr gut fürs "Inselspringen". Im Jahre 1992 haben wir das schon einmal gemacht, damals noch mit Rucksack und Übernachtungen auf Campingplätzen. So konnten wir mehrere Inseln in kurzer Zeit besuchen. Diesmal musste es etwas mehr Komfort sein... Der Flug ging nach Santorini, aber dort blieben wir nicht, sondern fuhren am gleichen Tag weiter per Fähre nach Naxos (das dauert ca. 2 Stunden) und quartierten uns dort im bereits gebuchten Hotel Naxos Resort ein, wo wir eine Woche blieben. Das Hotel war eine gute Wahl, denn es liegt zwar direkt an einem gar nicht so üblen Strand, aber auch in unmittelbarer Nähe zu Naxos-Stadt. Man hat Tavernen, Läden und alle touristischen Einrichtungen quasi um die Ecke, ohne irgendwelche Lärmbelästigungen erdulden zu müssen. Das Hotel selbst ist ebenfalls sehr nett, eine kleine Anlage aus maximal zweistöckigen Einzelgebäuden mit viel Grün. Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass sich das Hotelpersonal sehr um guten Service, Freundlichkeit und Sauberkeit bemüht. Das Frühstück ist zwar nicht sehr üppig, aber verhungern muss man auch nicht. Jedenfalls kann man sich in diesem Hotel sehr wohl fühlen. Das Bild unten zeigt einen Innenhof der Anlage.


Naxos


Naxos wäre für Griechenland-Anfänger gar keine schlechte Wahl wenn die Insel denn direkt angeflogen werden würde. Das ist derzeit nicht der Fall, d.h. man muss immer zuerst anderswo landen und dann mit der Fähre übersetzen oder in einen innergriechischen Flug umsteigen. Naxos ist die größte Kykladeninsel, aber immer noch überschaubar, und bietet neben einer abwechslungsreichen Landschaft auch einige antike und andere Sehenswürdigkeiten, z.B. das riesige Tempeltor vor Naxos-Stadt (das Wahrzeichen der Insel, siehe Bild unten), einen Demeter-Tempel, die drei berühmten Kouros-Statuen, die hier seit Jahrtausenden liegen, über die Insel verteilte Wehrtürme, idyllische und ursprünglich gebliebene Gebirgsdörfer, und natürlich die Hauptstadt mit ihren weißen Häuschen im typischen Kykladenstil und den engen, verwinkelten Gässchen sowie der venezianischen Festung (Kastro). Naturliebhaber können ausgedehnte Wanderungen unternehmen, z.B. entlang der alten Eselspfade und Bewässerungskanäle. Auch Bergsteiger kommen auf ihre Kosten: Mit dem Zas hat die Insel sogar einen 1001 Meter hohen Berg zu bieten, der erklommen werden kann. Die Kultur muss auch nicht zu kurz kommen: In den Sommermonaten kann man stilvolle Konzerte im Kastro genießen. Abends flaniert man schön an der Hafenpromenade in Naxos-Stadt und schlägt sich den Bauch in einer der unzähligen gemütlichen Tavernen in der Altstadt voll.


Naxos


Wir hätten durchaus auch die zweite Woche unseres Urlaubs auf Naxos verbringen können, ohne uns je zu langweilen, aber nach der ersten Woche ging es erneut per Fähre zurück nach Santorini. Dort verbrachten wir die zweite Woche, danach ging's von dort per Flieger zurück nach Deutschland. Santorini fasziniert mich immer wieder. Zusammen mit Thirassia und Aspronisi bildet sie den Überrest eines Vulkans, der vor tausenden von Jahren ausgebrochen ist. Diese verheerende Katastrophe hat nicht nur die damalige Hochkultur der Menschen von Santorini vernichtet; sie hatte Auswirkungen auf den gesamten Mittelmeerraum. Manche Forscher nehmen sogar an, dass sie die Grundlage für die biblische Geschichte von der Sintflut sowie für den Atlantis-Mythos war. Der Vulkan ist immer noch aktiv; er hat im Inneren des Kraters (der Caldera) zwei neue Inseln emporgehoben: Palea Kameni und Nea Kameni. Auf letzterer Vulkaninsel treten heute noch Schwefeldämpfe zutage und es gibt heiße unterseeische Quellen. Santorini bietet an jeder Ecke Postkartenmotive. Wenn ihr irgendwo Bilder von weiß getünchten Kykladen-Würfelhäuschen vor Meereshintergrund, Kapellen mit blauen Kuppeln und dergleichen seht, könnt ihr in 90% aller Fälle davon ausgehen, dass sie auf Santorini gemacht worden sind. Meist im Ort Oia am Nordzipfel der Insel, wo der Sonnenuntergang besonders schön ist und jeden Abend unzählige Schaulustige anlockt siehe Bild.


Santorini


Eine Kratertour per Schiff gehört zum Pflichtprogramm jedes Besuchers, ebenso vielleicht ein Besuch in einem der vielen Weingüter, wo man die leckeren Tröpfchen verkosten kann. Obwohl es auf Santorini äußerst selten regnet, müssen die Weinberge nicht bewässert werden, denn die Luftfeuchtigkeit ist aufgrund der klimatischen Besonderheiten der Inselgruppe fast immer sehr hoch, was übrigens bei großer Hitze recht unangenehm werden kann. Man kann immer wieder durch die pittoresken Gassen des Hauptorts Fira oder der anderen Ansiedlungen am Kraterrand schlendern und bekommt doch nie genug davon. Fast täglich kommen gigantische Kreuzfahrtschiffe an, und dann sind die Gassen zwar verstopft, aber es entsteht auch ein besonderes internationales Flair. Auch hier kann man wandern, zum Beispiel entlang des Kraterrandweges von Fira nach Oia. Es gibt einige einzigartige antike Stätten zu besichtigen, z.B. Alt-Thera und Akrotiri. Leider war letztere Ausgrabungsstätte während unseres Urlaubs immer noch wg. Bauarbeiten geschlossen und ich konnte nicht in Erfahrung bringen, wann sie wieder geöffnet werden soll. Es gibt auch mehrere Strände mit immer noch guter Wasserqualität. Am Strand von Kamari liegt man auf schwarzem Vulkansand.

Wenn man nach Santorini reist, muss man sich bei der Hotelwahl entscheiden, ob man den grandiosen Kraterblick haben möchte, oder ob man lieber in Strandnähe logieren will, denn beides gleichzeitig geht nicht. Ich muss da nicht lange überlegen: Wenn man schon auf Santorini ist, dann muss es der Kraterrand sein. Und da war auch in diesem Jahr das Hotel Agali Houses, wo wir im Jahre 2004 schon einmal abgestiegen sind, die vielleicht nicht beste, auf jeden Fall aber günstigste Wahl, denn die Preise für gute Hotels am Kraterrand sind teilweise astronomisch. Im Grunde ist das Hotel ja immer noch OK. Es liegt sehr idyllisch und ruhig, hat einen schönen Pool und geräumige Appartements. Und nicht zuletzt einige niedliche Hotelkatzen, die schnell zutraulich werden. Auch die vielen steilen, unregelmäßigen Stufen, die man immer überwinden muss, wenn man irgendwo hin will, sind für mich kein Grund, der zur Abwertung des Hotels führen würde. Dass das Hotel eine Grundrenovierung nötig hätte, merkt man eher an Kleinigkeiten wie den Roststellen an den Eisenrahmen der Betten, abgesplitterten Glaskanten, abblätternder Farbe und dem Allgemeinzustand der Möbel. Die Lage ist ein großer Pluspunkt. Man ist schnell im Ortskern von Fira, auch nach Oia ist es nicht weit, und man kann jeden Abend Romantik pur beim Sonnenuntergang genießen:


Santorini


Weitere Bilder von Naxos und Santorini findet ihr hier.

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