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16.09.2008 - 23.09.2008: Zakynthos

Irgendwie hatte ich einen zweiten Urlaub in diesem Jahr dringend nötig. Dass ich ihn überhaupt nehmen konnte, war reine Glückssache. Aber das ist eine andere Geschichte, die hier nicht hingehört...

Jedenfalls zog es uns wieder mal nach Griechenland, diesmal auf die Insel Zakynthos im ionischen Meer. Was Zakynthos so sympathisch macht, ist die trotz des wachsenden Tourismus erhalten gebliebene Ursprünglichkeit. In so manchem Bergdorf hat man das Gefühl, 50 Jahre oder so in die Vergangenheit versetzt worden zu sein. Natürlich gibt es auch viele gesichtslose Touristenorte, die übrigens vorwiegend in britischer Hand sind, aber selbst dort geht es bei weitem nicht so hoch her wie zum Beispiel in Faliraki auf Rhodos. Wir haben uns für einen praktisch nicht existierenden Ort am Südostzipfel der Insel entschieden: Gerakas am gleichnamigen Kap. Dort gibt es ein privat geführtes, ziemlich neues Hotel namens "Belvedere" (siehe Bild unten), das wunderbar ruhig im Grünen liegt, aber ganz in der Nähe der schönsten Strände der Insel. Tavernen und Minimärkte liegen in wenigen hundert Metern Entfernung. Der Spaziergang von einer Taverne zurück zum Hotel ist an sich schon toll: Es ist dunkel und man sieht einen phantastischen Sternenhimmel, denn in der Umgebung gibt es nur wenige Lichtquellen. Es ist still, man hört nur die Zikaden zirpen und Fledermäuse flattern zwischen den Olivenbäumen am Wegesrand umher, es ist warm und die Luft duftet nach Kräutern...



Zakynthos Hotel Belvedere

(Bild: Hotel Belvedere südlich von Vassilikos)


Wenn man einen Reiseführer über Zakynthos liest, könnte man denken, dass die Insel nur sehr wenige Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, und in Bezug auf antike Monumente stimmt das auch. Man findet auch Zakynthos wenn überhaupt nur noch die Grundmauern von Bauwerken aus alter Zeit, denn zahlreiche Erdbeben (das letzte verheerende Beben hat sich 1953 ereignet) haben hier buchstäblich keinen Stein auf dem anderen gelassen. Deshalb sind auch die meisten Kirchen nicht im Originalzustand erhalten, sondern wurden nachgebaut. Dennoch erkennt man noch überall den Einfluss der Venezianer, die die Insel lange beherrscht haben. Von ihnen wurde sie "Fior di Levante" genannt, und das zu Recht, denn Zakynthos ist eine der grünsten griechischen Inseln. Die abwechslungsreiche Landschaft ist die eigentliche Attraktion der Insel, und so kann man auf Zakynthos viele schöne Wanderungen machen. Es gibt saftig grüne Wälder (ein für Griechenland sehr ungewöhnlicher Anblick), riesige Olivenhaine, atemberaubende Steilküsten und teilweise noch vergleichsweise einsame Sandstrände. Tatsächlich findet man eines der bekanntesten Postkartenmotive Griechenlands auf Zakynthos: Den Shipwreck-Beach.



Zakynthos Shipwreck Beach

(Bild: Shipwreck Beach)


Es gibt aber auch mehr als nur die Natur zu erkunden. Zakynthos-Stadt zum Beispiel ist ein nettes kleines Städtchen, das sogar seinen eigenen Markusplatz hat. Man kann verschiedene Weinkellereien besichtigen (incl. Weinprobe) und es gibt auch das eine oder andere kleine Museum zu entdecken. Zu guter Letzt muss erwähnt werden, dass einige Strände von Zakynthos zu den weltweit letzten Eiablageplätzen der Caretta Caretta Meeresschildkröten gehören. Diese Bereiche werden streng geschützt, und es sollte selbstverständlich sein, dass man einen weiten Bogen um die Nester macht, um die vom Aussterben bedrohten Tiere nicht zu stören. Man sollte auch keine der von Einheimischen veranstalteten Schiffsfahrten mitmachen, bei denen die im Meer schwimmenden Schildkröten regelrecht gejagt werden, nur damit die Touristen ein tolles Fotomotiv vor die Linse bekommen. Ich gebe zu: Auch wir haben an einem dieser Strände gebadet, denn die Tiere haben sich ausgerechnet die schönsten Plätze ausgesucht (siehe z.B. Bild unten), aber die Tierschützer haben nichts dagegen, solange man sich an die Regeln hält.



Zakynthos Kap Gerakas

(Bild: Strand am Kap Gerakas)


Mehr Zakynthos-Bilder findet ihr hier.

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