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07.08.2008: Gesindel Teil 6: Die Dummen sterben nie aus

Eigene Dummheit ist ärgerlich, aber man kann sie ändern. Die Dummheit meiner Mitmenschen bereitet mir aber immer wieder geradezu körperliche Schmerzen außerdem kann man sie nicht ändern. Das können Kleinigkeiten sein. Zum Beispiel tut es weh, wenn man Texte wie "Peter's Grill-Häus'chen: Würst'chen, Steak's auch nacht's" lesen muss. Oder wenn der Zugbegleiter im IC Dinge wie "Sis Train is ten Minute Delay. We shall be arrived in Wuppertal today twenty-fiftynine. Senk ju for trävel with Deutsche Bahn" von sich gibt. Oder wenn jemand in einem Internetforum schreibt: "Ich soll mich benehmen? Dass kannste abhacken!" Beim Zapping schlägt einem die Beklopptheit in geballter Form entgegen, jedenfalls in Sendungen wie "DSDS", "Frauentausch" oder diesen Dokusoaps mit Auswanderern, die in Kanada ein völlig neues (Berufs-)Leben anfangen wollen, ohne auch nur ein einziges Wort Englisch oder Französisch zu verstehen. Kann man ja auch nicht ahnen, dass nicht überall Deutsch gesprochen wird...

Viel schlimmer sind Leute, die ihre Fahrkünste sowie die Leistungsfähigkeit ihres Autos maßlos über- die Gesetze der Physik aber unterschätzen. Oder die ihr Auto für eine Art Spielzeug halten. Oder die denken (wenn sie überhaupt denken), sie seien allein auf der Straße. Oder die Coolness für wichtiger halten als Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung (hoffentlich müsst ihr jetzt nicht darüber nachgrübeln, was da wohl drinstehen könnte). Es tut weh, mit ansehen zu müssen, wie manche Leute mit 60 km/h durch eine Spielstraße oder mit Tempo 100 durch einen Baustellenbereich brettern, keinen Blinker setzen (weil sie womöglich gar nicht wissen, zu welchem Zweck das Auto diese lustigen gelben Lichter überhaupt hat), am Steuer Zeitung lesen / sich die Haare kämmen / telefonieren / essen und trinken / das Baby auf dem Rücksitz bespaßen / mit dem Beifahrer schmusen / sich nach irgendwas bücken. Nichts davon ist übrigens erfunden. Das ist real existierende Dämlichkeit.

Dann war da noch diese merkwürdig aussehende Gestalt, die neulich am Bahnhof eine Zigarette nach der anderen wegquarzte. Als der Typ darauf angesprochen wurde, ob er nicht vielleicht zum Raucherbereich gehen wolle, meinte er in breitestem Berlinerisch, dass er jetzt wieder überall rauchen dürfe. Karlsruhe (gemeint war das Bundesverfassungsgericht) habe ja schließlich das Rauchverbot gekippt.

Aua!


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