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11.02.2008: Kundendienst oder Selbstdarstellung?

Seid ihr auch genervt von diesem Servicewahn, dem man inzwischen praktisch überall ausgeliefert ist? Man kann ja nicht einmal mehr einfach nur neue Reifen aufziehen lassen, ohne dass gleich das ganze Auto gecheckt und hinterher die Rechnung ausdiskutiert wird. Danach muss dann ein Fragebogen zur Kundenzufriedenheit ausgefüllt werden, einige Tage später erhält man darüber hinaus einen Anruf (meist abends, wenn man gerade in der Badewanne liegt oder so), bei dem man minutenlang zum gleichen Thema gelöchert wird. Wenn man bis dahin noch zufrieden mit dem Service war (den man eigentlich gar nicht wollte), vergeht einem spätestens dabei die gute Laune. Aber wehe, wenn man den Service nicht mit "ausgezeichnet" beurteilt! Dann muss man damit rechnen, dass man irgendwann einen weiteren Anruf erhält, weil man die Gründe dafür erläutern soll.

In der Apotheke wollen einem die Leute ein Beratungsgespräch auch dann aufdrängen, wenn man nur Kopfschmerztabletten oder Heftpflaster kauft. Wagt man es, im Elektrogeschäft länger als eine Minute vor einem HD-Fernseher stehen zu bleiben, kommt gleich ein Verkäufer angewackelt, so dass man sich fragt, wo die Jungs eigentlich immer stecken, wenn man sie sucht. Aber wenn man von dem guten Mann wissen will, ob zu Demonstrationszwecken auch mal ein normaler DVD-Player angeschlossen werden kann, wird er plötzlich wortkarg.

Ich habe nichts gegen guten Service, aber dieser Übereifer nervt. Wenn ich was will, melde ich mich schon. Dumm nur, dass die blumigen Serviceversprechen sich nur allzu oft in heiße Luft auflösen, wenn man denn mal wirklich etwas braucht, weil es sich nicht um echten Kundendienst handelt, sondern nur um Selbstdarstellung. Ich habe erst recht nichts gegen Freundlichkeit wenn sie denn ehrlich gemeint und nicht nur einstudiert ist...


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