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08.02.2007: Man ist so alt, wie man sich fühlt

Kinder: Sollte euch irgendwer sagen, ihr wärt noch nicht alt genug für irgend etwas, dann freut euch. Älter zu werden ist nämlich egal was die Leute auch erzählen mögen absolut kein Vergnügen. Abgesehen natürlich von der Tatsache, dass es bedeutet, dass man noch nicht auf Torfatmung umgestellt hat und weiter über die schöne Erde wandeln darf.

Ich füge heute meiner Nullensammlung das vierte Exemplar hinzu. Damit mutiere ich vom "Bivi" (Bis-Vierziger) zum "Uhu" (Unter-Hunderter). Das wäre an und für sich nicht weiter tragisch, wenn ich mir nicht permanent dumme Bemerkungen deswegen anhören müsste. Auch das wäre noch zu ertragen, wenn ich mich nicht manchmal wirklich wie 40 fühlen würde...

Woran bemerke ich, dass ich älter werde? Mal abgesehen von den tiefer und länger werdenden Fältchen oder den dünner werdenden Haaren? Daran, dass Hits, deren Erstausstrahlung im Radio ich noch gespannt mitverfolgt habe, um sie auf Musicassette aufzunehmen, inzwischen auf Oldie-CDs verramscht werden? Oder daran, dass die Gesichter der Kids sich in Fragezeichen verwandeln, wenn ich ihnen von Yps mit Gimmick, Progrock-Konzept-Alben auf Vinyl oder Mondbasis Alpha 1 vorschwärme?

Vielleicht merke ich es auch daran, dass ich nicht mehr alles mitmache. Dem Handywahn der meisten Leute kann ich zum Beispiel nichts mehr abgewinnen. Ich will gar nicht permanent erreichbar sein, und ich muss auch kein Handy dabeihaben, nur um jemandem sagen zu können, dass ich ihn später anrufen werde (denn das ist der Inhalt von 90% aller Handy-Telefonate). Auch der Elektronik-Schnickschnack in modernen Autos nervt mich eigentlich nur. Neulich hatte ich einen Leihwagen, der erstmal wild piepste, als ich ihn anließ. Grund: Ich hatte einen schweren Rucksack auf den Beifahrersitz gestellt, und der war nicht angeschnallt. Da schlug natürlich der Anschnall-Warnsensor Alarm. Dann legte ich einen Gang ein und schon wieder piepste es: Die Handbremse war noch angezogen. Ich setzte zurück Piepser Nr. 3: Der Abstandsmesser meinte, ich sei schon zu nahe an der Wand. Dann raus aus der Tiefgarage, rauf auf die Autobahn. Schon wieder irgendwelches Gepiepe, diesmal sollte ich darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Außentemperatur auf 4 Grad Celsius abgesunken war. Bei all dem Gedudel hätte es nur noch gefehlt, dass mir das Mädel vom Navisystem dazwischengequatscht hätte...

Nein, solch neumodischen Firlefanz brauche ich nicht. Und über genau diese Einstellung, vorgebracht von "alten Leuten" (also solchen über 40), habe ich mich früher amüsiert...


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