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29.04.2006: Spaß mit der Deutschen Bahn – Teil 10

Huch, dies ist schon Teil 10 meiner Abenteuer mit der Bahn! Fast ein kleines Jubiläum! Aber die Zahl stimmt natürlich nicht, denn meine Erlebnisse im Nah- und Fernverkehr sind Legion. Ich erwähne nur nicht alle in diesem kleinen Tagebuch.

Die Bahn bietet seit einiger Zeit ein zweites Punktesystem neben den schon länger bekannten BahnComfort – Punkten an. Für jene konnte man sich ja nichts kaufen, aber mit den neuen Punkten (BahnBonus heißt das System) ist das anders. Man sammelt Punkte bei jedem Fahrkartenkauf, ab einer bestimmten Punktzahl erhält man Prämien. Für 1500 Punkte gibt es zum Beispiel eine Freifahrt in Fernverkehrszügen der 2. Klasse. So heißt es jedenfalls auf dem Papier. Aber wie sagt man so schön? Papier ist geduldig. Aber ich bin Optimist (man könnte es auch als Naivität bezeichnen) und forderte mit den ersten Punkten, die ich schnell beisammen hatte, weil ich recht oft mit der Bahn fahre, einen Gutschein über eine Freifahrt an. Die Sache hat allerdings, wie ich schnell feststellte, nicht nur einen Haken, sondern gleich vier. Zunächst einmal erhält man natürlich nicht einfach eine Fahrkarte, sondern – wie schon erwähnt – einen Gutschein. Diesen muss man (Haken Nr. 2) am Schalter einlösen, und das ist schon sehr lästig, wenn man sich wie ich an die bequemen Online-Tickets gewöhnt hat. Der dritte Haken besteht darin, dass man sich abschließend für eine Prämie entscheidet, d.h. man kann den Gutschein nicht einfach wieder zurückgeben oder gegen eine andere Prämie eintauschen. Der größte Haken: Das Angebot ist kontingentiert, d.h. es gilt nur in begrenzter Anzahl und offenbar nur auf bestimmten Strecken.

Egal. Ich gehe also mit meinem schönen Gutschein zum Fahrkartenschalter, wo ich erstmal geraume Zeit anstehen darf, weil wie üblich nur die Hälfte der Plätze geöffnet ist. Dann bin ich endlich dran und gebe der Dame stolz meinen Gutschein. Dann und dann würde ich gern fahren, sage ich. Es wird alles eingedaddelt – aber die Buchung mit BahnBonus ist nicht möglich. Kontingent wahrscheinlich erschöpft oder gar nicht erst vorhanden. Na gut, probieren wir es mit einem alternativen Datum. Wieder wird alles eingedaddelt. Wieder wird erst am Ende dieses zeitaufwändigen Vorgangs die Meldung ausgegeben, eine Buchung mit BahnBonus sei nicht möglich. Okay, was soll’s: Nächstes Datum. Und nächstes. Und nächstes. Und nach dem sechsten Versuch gebe ich auf, denn den wartenden Kunden hinter mir spritzt schon der Zornesgeifer aus dem Mund und ich habe auch noch was anderes vor. Der Dame am Schalter mache ich keinen Vorwurf, denn sie kann nichts dafür. Es gibt einfach keine Möglichkeit, schnell festzustellen, auf welchen Strecken es denn (noch) freie Kontingente gibt – man muss den ganzen Buchungsvorgang von A bis Z durchziehen, nur um dann am Ende eine lange Nase gedreht zu bekommen.

So zockele ich leicht genervt und unverrichteter Dinge von Dannen. Den Gutschein nehme ich mit – er gilt noch bis Oktober. Vielleicht schaffe ich es ja bis dahin, die eine Strecke zu finden, auf der die Bahn ihre BahnBonus – Kunden gratis fahren lässt. Wahrscheinlich von Schilda nach Lummerland, mittwochs um 3 Uhr nachts. Aber nur in Schaltjahren bei Vollmond.


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