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15.09.2003 – 22.09.2003: Samos

Ich war in diesem Jahr zum ersten Mal auf der griechischen Insel Samos. Alle folgenden Angaben stammen aus dem Jahr 2003 und sind selbstverständlich ohne Gewähr.

Samos liegt so nah an der türkischen Küste, dass man diese jederzeit sehen und auch leicht per Ausflugsboot erreichen kann. Einen solchen Ausflug habe ich allerdings nicht gemacht, denn das wird von den Griechen vermutlich nicht so gern gesehen… Selbst im September ist das Wetter auf der Insel noch so schön, dass man noch gut in der Ägäis baden und bis spät abends im T-Shirt in einer Taverne sitzen kann. Es ist allerdings in dieser Jahreszeit oft recht windig und so kann man sich leicht erkälten – ich habe mir natürlich gleich einen fiesen Virus eingefangen und deshalb vor allem beim Rückflug, insbesondere bei der Landung, eine ziemliche Tortur durchgemacht.

Es gibt zwar einiges an antiken Ausgrabungsstätten zu sehen und im Museum der Hauptstadt lagern äußerst sehenswerte Artefakte (vor allem der Kouros – siehe Bild – ist schon eine Reise wert), man kann aber innerhalb einer Woche alles gesehen haben, wenn man sich nicht auf die Ausflugsangebote der Reisegesellschaften verläßt, sondern sich an zwei oder drei Tagen einen Mietwagen nimmt oder sich einem der öffentlichen Busse anvertraut, mit denen man äußerst billig fast überallhin kutschiert wird. Die Landschaft ist abwechslungsreicher als z.B. auf den Kykladen und es gibt mehr Wald als etwa auf Rhodos oder Kreta, aber man kann überall noch allzu deutlich die Folgen der verheerenden Waldbrände sehen, die vor ein paar Jahren mehr als die Hälfte des gesamten Waldbestands der Insel vernichtet haben. Da sind ganze Berghänge von geisterhaften Wäldern aus toten, verbrannten Baumleichen bedeckt, die schwarzen Skelette reichen bei manchen Dörfern fast direkt bis an die Häuser.

Unser Urlaubsort war Pythagorion, unser Hotel war das 4-Sterne-Haus "Doryssa Bay". Pythagorion dürfte das schönste und gemütlichste Fleckchen auf der ganzen Insel sein, auch wenn der Ort schon deutlich vom Tourismus geprägt ist. Ich finde so etwas nicht weiter schlimm, denn schließlich möchte man ja auch eine gute Auswahl an Tavernen und Geschäften haben und so schlimm wie auf Mallorca ist es auf Samos bei WEITEM nicht. Pythagorion hat eine von netten Tavernen, Cafes und Bars gesäumte Hafenpromenade, dort liegen mächtige Luxusyachten und schäbige Nußschalen der einheimischen Fischer einträchtig nebeneinander vor Anker. Das Niveau der Preise und die Qualität der Speisen sind überall ziemlich gleich und durchaus akzeptabel – dass man aber in Griechenland billig speisen kann, das hat vielleicht mal vor 10 Jahren gegolten, heute sind die Preise nicht viel geringer als hierzulande.

Das Hotel Doryssa Bay besteht aus einem Haupthaus und einem Village mit Appartementhäusern, die ganz im Stil eines alten samiotischen Dorfs gebaut sind. Dazu gehört eine stilechte Platia mit Geschäften, einem Kafenion und sogar einer kleinen Kirche. Wenn man sich nicht daran stört, dass die ganze Einrichtung des Hotels schon vor 10 Jahren alt gewesen sein muss und dass der gesamte Komplex dringend mal renoviert werden müsste, dann kann man sich dort absolut wohlfühlen (das Frühstücksbuffet ist sehr reichhaltig). Das Personal ist nett, an der Rezeption spricht man deutsch. Sogar Internet-PCs sind vorhanden. Es gibt nur einen kleinen Nachteil. Das Hotel steht direkt in der Einflugschneise des nahen Flughafens! Das klingt jetzt schlimmer, als es wirklich ist. Starts und Landungen gibt es nur ein paar zu ganz bestimmten Zeiten pro Tag, und sie liegen so, dass weder Nachtschlaf noch Nachmittagsruhe gestört werden. Ich hätte jedenfalls in keinem anderen Ort und auch in keinem anderen Hotel auf Samos Urlaub machen wollen. Ein Kiesstrand ist direkt vor dem Hotel, zum schönen Ortskern ist es nur ein Katzensprung und einige Sehenswürdigkeiten liegen direkt neben der Anlage.

Als Reiseziel für einen Urlaub von ein bis zwei Wochen kann ich Samos uneingeschränkt empfehlen. Das Wasser ist herrlich kristallklar und sauber. Es gibt einiges zu erkunden und zu erwandern. Wein, Ouzo und die typischen Grillgerichte schmecken so gut wie überall in Griechenland. Und es gibt Unmengen von niedlichen Katzen…

Kouros


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