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30.04.2003: Gesindel Teil 2 (Im Supermarkt)

Manche Leute testen ja immer mal wieder gerne ihre Limits aus. Sie stürzen sich von Brücken, erklettern senkrechte Felswände oder tauchen ohne Sauerstoffgerät auf den Meeresgrund. Wer aber wirklich erfahren möchte, wo die letzten Grenzen des Erträglichen liegen, der sollte mal vor einem Feiertag im Supermarkt einkaufen gehen. Wer dann nicht sofort von wildgewordenen Kurzsichtigen über den Haufen gefahren wird, in verschüttetem Fruchtsaft klebenbleibt oder von in den Gängen herumtobenden Blagen massakriert wird, darf sich zunächst einmal glücklich schätzen.

Die Verzweiflung wird aber auch ihn noch früh genug ereilen; dann nämlich, wenn er mit dem Einkaufswagen (dessen Räder selbstverständlich dauernd blockieren und entsetzlich quietschen) nicht weiterkommt, weil alle ohnehin schon engen Regalzwischenräume mit irgendwelchem Ramsch vollgestellt oder durch plaudernde Rentneransammlungen verstopft sind, welche das triste Einerlei ihres Daseins in der Seniorenresidenz durch ein paar lustige Stunden im überfüllten Laden auflockern wollen. Natürlich ohne hinterher auch nur einen Cent für Einkäufe auszugeben.

Wer viel Glück hat, kommt irgendwann einmal auch selbst an die Regale heran. Wer ein ausgesprochener Glückspilz ist, findet dort dann sogar noch sofort, was er sucht. Aber spätestens wenn er die Kassen erreicht, ist endgültig Schluß mit Lustig. Da sind die Schlangen nämlich so lang, dass sie sich dort gabeln, wo sie auf die Regalwände treffen. Dort stellt man sich - ganz klar - immer an der falschen Gabelung an und wird, wenn man den Punkt des Zusammentreffens erreicht hat, erstmal angemacht: "Hinten anstellen!" Das wirft die interessante Frage auf: Wo ist hinten?

Zum Schluß noch ein kleiner Überlebenstip: Nie die Schlange wechseln! Macht man das, geht dort mit schicksalshafter Unvermeidlichkeit erstmal die Kasse kaputt...


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