Zurück zu den Spielen

The Witcher 3 - Wild Hunt

System:
Sony
Playstation 4

Genre:
Rollenspiel

Note: 1
The Witcher 3 - Wild Hunt (Game of the Year - Edition)

Sehr gern würde ich ein ganzes Buch mit dem Lob dieses genialen Spiels füllen - allein, mir fehlt die Zeit! Nach meiner bescheidenen Meinung ist The Witcher 3 - Wild Hunt das mit Abstand beste RPG der letzten Jahre, insbesondere was Spielwelt und Storytelling angeht. Da können nicht einmal solche Top-Titel wie Dragon Age: Inquisition oder Fallout 4 mithalten und selbst mein geliebtes Skyrim wird noch in den Schatten gestellt. Normalerweise kommt bei jedem Spiel früher oder später der Punkt, an dem ich mir wünsche, es möge bald vorbei sein, damit ich mit dem nächsten Game anfangen kann. Diesmal war das nicht so. Im Gegenteil! Ganz wie bei einem richtig guten Buch habe ich mir gewünscht, die Geschichte möge nie zu Ende sein und ich müsste die Welt des Hexers niemals verlassen! Ich habe mich seit dem Erscheinen der Game of the Year - Edition Ende August 2016 intensiv mit Wild Hunt beschäftigt, so dass ca. 180 Stunden Spielzeit zusammengekommen sind. Von mir aus hätten es 1800 Stunden werden dürfen.

Ich kann unmöglich das Gameplay, die Spielwelt, die Grafik und so weiter in angemessener Ausführlichkeit beschreiben. Außerdem kann ich zumindest teilweise auf meine Reviews zu The Witcher und The Witcher 2 - Assassins of Kings verweisen. Was ich dort zum Kampf inklusive Hexerzeichen, Tränken und dergleichen sowie zum Ingame-Glossar geschrieben habe, gilt im Grunde immer noch. Hier will ich nur ein paar Anmerkungen zusammenstellen, um wenigstens anzudeuten, wie gut mir das Spiel gefallen hat.

Die epische Story schließt an The Witcher 2 an. Sie nimmt nicht nur Bezug auf die ersten beiden Spiele der Reihe, sondern auch auf Andrzej Sapkowskis mehrbändigen Romanzyklus. Stil und Atmosphäre von Sapkowskis Romanen werden perfekt wiedergegeben. Es kommt weder zu Kontinuitätsbrüchen noch zu Widersprüchen in der Figurenzeichnung. Die enge Verzahnung des Spiels mit den Romanen ist ein besonderes Schmankerl; ich betrachte beides inzwischen als Einheit. Kenner der Spiele und Romane dürfen sich über ein Wiedersehen mit alten Bekannte freuen. Triss Merigold, Rittersporn, Vernon Roche, Ves, Zoltan Chivay und viele andere sind wieder mit von der Partie.

Hauptfigur der Romane und Spiele ist der so genannte Hexer Geralt von Riva, ein professioneller Monstertöter mit besonderen Fähigkeiten.



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 1: Geralt, von den Jahren und unzähligen Kämpfen gezeichnet)


Wer Geralt ist und warum ich ihn für eine der faszinierendsten Figuren der Fantasy halte, könnt ihr den oben verlinkten Reviews und meinem Bücherarchiv entnehmen. Die Geschichte von Wild Hunt beginnt mit einem spielbaren Rückblick, der als Tutorial dient. Geralt erinnert sich an die viele Jahre zurückliegende Zeit, in der sein Schützling Ciri als Kind von ihm und den anderen Mitgliedern seiner Zunft ausgebildet wurde. In der Handlungsgegenwart befinden sich die Nördlichen Königreiche im Krieg mit dem Kaiserreich Nilfgaard. Die Invasoren aus dem Süden wurden vorübergehend zum Stehen gebracht. In Redanien begegnet Geralt seiner Geliebten, der Zauberin Yennefer von Vengerberg. Yennefer ist Beraterin von Emhyr var Emreis, dem Kaiser von Nilfgaard. Geralt soll sie zu einem Treffen mit Emhyr begleiten, welches in der Stadt Wyzima stattfinden soll. Unterwegs dorthin werden Geralt und Yen von den geisterhaften Reitern der Wilden Jagd angegriffen.



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 2: Ein Anführer der Wilden Jagd)


Im Auftrag des Kaisers soll Geralt nach dessen Tochter Ciri suchen. Natürlich lehnt Geralt den Auftrag nicht ab, denn Ciri (inzwischen erwachsen) ist sein "Kind der Vorsehung". Es stellt sich heraus, dass die Wilde Jagd gar nicht hinter Yen oder Geralt her ist, sondern hinter Ciri. Die Suche nach der jungen Frau gestaltet sich schwierig, denn sie besitzt die Gabe, zwischen den Welten zu wandeln. Sie kann sich in Gedankenschnelle über viele Meilen hinweg versetzen. Geralt muss nach Nowigrad, auf die Skellige-Inseln und zum alten Hexer-Stammsitz Caer Morhen reisen, um Ciris Spuren zurückzuverfolgen.



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 3: Caer Morhen)


Die Story wartet mit vielen überraschenden Wendungen auf, die teilweise durch Entscheidungen des Spielers beeinflusst werden. Diese Einflussnahme ist nicht immer leicht zu durchschauen, rückblickend gesehen aber stets schlüssig. Außerdem wird nicht nur eine Geschichte erzählt. Es sind unzählige, denn jede noch so unbedeutende Nebenquest ist immer mit einer mal kleinen, mal umfangreichen Story verbunden. Manchmal werden sogar die Hauptquests dadurch beeinflusst. Es agieren keine austauschbaren, identitätslosen Figuren, sondern "echte" Persönlichkeiten. Hier konnten die Spieleentwickler natürlich von Sapkowskis Vorarbeit profitieren. Sie bleiben den von ihm entwickelten Charakteren immer treu und verleihen allen Figuren so viel Profil, dass man mindestens so gut mitfiebern kann wie bei einem guten Roman oder Film. Genau wie in den Romanen ist eine Trennung in Gut und Böse nicht möglich. Das wäre zu einfach. So unsympathisch zum Beispiel Kaiser Emhyr rüberkommen mag, so gut kann man seine Motivation doch verstehen.



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 4: Yennefer, Geralt und Kaiser Emhyr var Emreis)


Yennefer wiederum mag Geralts große Liebe sein, aber selbst er erkennt, dass sie eine dunkle Seite hat. Wenn es um die Verwirklichung ihrer Ziele geht, legt sie manchmal eine derartige Rücksichtslosigkeit an den Tag, dass man die Zauberin schwerlich als "gut" bezeichnen kann. Geralt selbst verdient besonderes Lob. Genau so, wie er in diesem Spiel dargestellt wird, habe ich mir diese vielschichtige Figur immer vorgestellt.

Die Spielwelt ist gigantisch, wenn auch nicht völlig offen. Sie ist in mehrere Regionen unterteilt, zwischen denen man sich auf der Weltkarte per Schnellreise hin und her bewegt. Auch innerhalb der Gebiete gibt es zahlreiche Schnellreisepunkte. Ohne sie wäre man zu Fuß, auf dem Rücken von Geralts Pferd Plötze oder mit dem Segelboot ganz schön lang unterwegs. Die Stadt Nowigrad und Umgebung sowie die Skellige-Inseln sind die größten Gebiete, hinzu kommen kleinere Areale wie Wyzima und Kaer Morhen. Alle Gegenden haben ihren ganz eigenen Charakter. Der Aufbau Nowigrads entspricht zum Beispiel dem Schema einer mittelalterlichen Stadt. Um den zentralen Marktplatz herum finden sich Kneipen, Läden und ein Theater. An den Hafenbereich schließt sich ein Rotlichtbezirk an. Die Armen leben in heruntergekommenen Stadtteilen mit finsteren Gassen. Noblere Wohngegenden sind schön dekoriert und begrünt. Außerhalb der Stadtmauer haben sich die unbeliebten Gewerbe angesiedelt. Brücken und Tore sind stark befestigt, im Umland stehen Mühlen ...



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 5: Blick auf einen kleinen Teil Nowigrads)


Auf Realismus wird viel Wert gelegt und so gibt es überall ganz handfeste Probleme. In Nowigrad werden Magier und Anderlinge von religiösen Eiferern verfolgt. Die Bereiche südlich von Nowigrad haben schwer unter den Kriegswirren zu leiden.



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 6: Im Kriegsgebiet ist niemand seines Lebens sicher)


Die PS4-Grafik kann sicherlich nicht mit dem verglichen werden, was auf einem High-End-PC möglich ist, aber ich finde die Spielwelt einfach wundervoll. Sie ist abwechslungs- und detailreich, mit viel Sorgfalt designt, zum freien Erkunden bestens geeignet. Das Umland der Städte ist dicht besiedelt, die Wildnis wird von Ungeheuern heimgesucht. Hier und da stolpert man über uralte Elfenruinen, finstere Höhlen tun sich auf, im weglosen Wald könnte man sich leicht verlaufen, wenn auf der Minimap nicht stets der Weg zum nächsten Questziel angezeigt werden würde. Oft bin ich einfach nur ziellos durch die Gegend spaziert oder stehengeblieben, um mir alles in Ruhe anschauen zu können. Auch das Innere von Gebäuden ist immer sehenswert - es ist wirklich kaum zu fassen, was für ein Aufwand hier betrieben wurde. Allerdings sind nicht alle sichtbaren Gebiete zugänglich. An steilen Berghängen kommt Geralt irgendwann nicht weiter, wenn es keinen Gebirgspass oder andere Wege gibt.



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 7: Was mag auf dem Gipfel dieses weit entfernten Berges sein? Man wird es nie erfahren.)


Im Kampf setzt Geralt je nach Gegner wie gewohnt Silber- und Stahlschwert ein. Für den Fernkampf benutzt er eine Armbrust, aber die verursacht nur minimalen Schaden und wird eigentlich nur für den Kampf unter Wasser benötigt, oder um fliegendes Viehzeug vom Himmel zu holen, damit man es mit dem Schwert attackieren kann. Es gibt eine unüberschaubare Vielzahl von Waffen und Rüstungsteilen zu kaufen, von Gegnern zu erbeuten oder in versteckten Schatztruhen zu finden. Waffen und Rüstungen lassen sich bei Schmieden herstellen, sofern man den dazu benötigten Bauplan sowie die Rohmaterialien besitzt. Diese Materialien und allerlei Plunder, der sich zerlegen lässt, sind überall zu finden. Das Inventar wird schnell voll, aber das macht nichts, denn man kann alles verkaufen, außerdem werden beim Schmied alle erforderlichen Materialien automatisch verbraucht. Man muss sie nicht erst aus dem Inventar heraussuchen. Die Suche nach Bauplänen für spezielle Hexer-Rüstungssets, die dem Träger besondere Boni verleihen, ist eine eigene Questreihe. Alle Waffen und Rüstungen lassen sich mit Runen und Glyphen weiter verbessern



The Witcher 3 - Wild Hunt

((Bild 8: Der Rüstungsschmied hält ein reichhaltiges Angebot parat)



Die Charakterentwicklung will gut bedacht sein. Pro Levelaufstieg erhält man lediglich einen zum Erlernen oder Aufwerten von Fähigkeiten benötigten Punkt. Es ist völlig unmöglich, genug Punkte zum Entwickeln aller zur Auswahl stehenden Fähigkeiten der verschiedenen Kategorien zu sammeln. Außerdem wird eine erlernte Fähigkeit nur wirksam, wenn sie in einem Slot abgelegt wird, und es stehen nur 12 von Slots zur Verfügung. Ihr müsst selbst entscheiden, welche Fähigkeit ihr in einer bestimmten Situation benötigt, ob der Fokus auf dem bewaffneten Kampf liegen soll, ob ihr lieber Hexerzeichen einsetzt oder ob ihr mächtige Tränke brauen möchtet. Die Ausgewogenheit der Mischung macht's! Mit Mutagenen, die besiegten Monstern entnommen werden, lässt sich die Wirkung von Fähigkeiten verstärken.



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 9: Der Charakterbildschirm. In der Erweiterung Blood and Wine hat man vier zusätzliche Slots und eine Spezial-Mutagenfähigkeit)


Crafting und Charakterentwicklung sind komplex genug, um dem Spieler unzählige Möglichkeiten zu eröffnen, aber nicht so kompliziert, dass man nicht mehr durchblickt. Erklärungen hierzu sowie zu allen Personen und Kreaturen des Spiels sind sinnvoll in die Dialoge eingebunden oder finden sich im Ingame-Glossar.

Geralts Hexersinne sind eine Besonderheit dieses Spiels. Aktiviert man sie, so wird die Umgebung leicht verzerrt dargestellt. Interaktive Objekte werden golden hervorgehoben, feindliche Personen, Tiere und Monster rot. Gerüche und Geräuschquellen werden sichtbar gemacht. Außerdem glühen Fußpuren und Tierfährten rot. Die Nutzung der Hexersinne ist ein integraler Bestandteil des Gameplays und wird intensiv eingesetzt.



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 10: Mit aktivierten Hexersinnen wird Geralt zum unschlagbaren Fährtenleser)


Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass man manchmal die Kontrolle über Ciri übernimmt. Das geschieht zu Beginn des Spiels immer dann, wenn Geralt von irgendwem etwas darüber erfährt, was Ciri in letzter Zeit erlebt hat. Diese Abschnitte sind stets vergleichsweise kurz. Ciri hat nur ein Schwert und kein Inventar. Sie kann also keine Hexertränke zu sich nehmen, keine Nahrung zur Regeneration von Lebensenergie verzehren und so weiter. Ihre Fähigkeiten, die sich übrigens grundlegend von denen ihres Ziehvaters Geralt unterscheiden, lassen sich nicht weiterentwickeln.



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 11: Cirilla Fiona Elen Riannon, Kind des Älteren Blutes, Tochter des Kaisers von Nilfgaard und Zögling der Hexer)


Besonderheit Nr. 2 ist das Minispiel Gwint. Schrieb ich gerade "Minispiel"? Ha! Dieses strategische Sammelkartenspiel ist so umfangreich und komplex, dass man es problemlos als Standalone-Game verkaufen könnte! Überall in der Spielwelt begegnet Geralt Gwint-Spielern, mit denen er eine Partie austragen kann. So kann er neue Karten gewinnen. Karten sind außerdem bei Händlern erhältlich oder werden als Questbelohnung vergeben. Es dauert eine Weile, bis man die Stärken und Schwächen der zahlreichen Karten verinnerlicht hat, zumal es mehrere Fraktionen mit ganz eigenen Einheitenkarten gibt. Selbst wenn man sehr starke Kartensets zusammengestellt und alle Tricks durchschaut hat, ist der Sieg noch nicht garantiert, denn manche Gegner spielen äußerst geschickt. Allein mit Gwint kann man viele Stunden verbringen!



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 12: Der Gwint-Spielbildschirm)


Die Game of the Year-Edition von Wild Hunt enthält die großen Add-Ons Hearts of Stone und Blood and Wine sowie zahlreiche kleine Download-Inhalte und alle Patches. Alles ist auf der Spiele-Disc enthalten und muss nicht etwa erst heruntergeladen oder freigeschaltet werden. Hauptspiel und Add-Ons können optional sogar getrennt voneinander gespielt werden. Die Add-Ons bieten je eine umfangreiche Hauptquestreihe sowie viele Nebenquests, neue Schatzsuchen und Hexeraufträge.

Hearts of Stone findet größtenteils in der bekannten Spielwelt statt. Geralt nimmt einen Auftrag des Adligen Olgierd von Everec an und tötet ein Monster in Gestalt einer riesigen Kröte in der Kanalisation von Oxenfurt. Dummerweise waren die Gerüchte über die Kreatur wahr: Die Kröte war ein verzauberter Prinz aus einem fernen Land. Geralt hat also den Thronfolger ermordet. Hierfür soll der Hexer mit dem Tode bestraft werden. Ein geheimnisvoller Mann namens Gaunter O'Dimm verhilft Geralt zur Flucht, verlangt aber eine Gegenleistung. Geralt soll drei Wünsche Olgierds erfüllen, was sich als äußerst schwierige Aufgabe erweist. Geralt kann sich ihr nicht entziehen, denn Gaunter O'Dimm ist eine Manifestation des Bösen und schließt nie einen Vertrag ab, ohne Hintergedanken zu haben ...



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 13: Von Gaunter O'Dimms Freundlichkeit sollte man sich nicht täuschen lassen)


Im Rahmen der Hauptquests des Add-Ons hat Geralt einige sehr interessante Erlebnisse und Begegnungen. Unter anderem muss er zulassen, dass der Geist des längst verstorbenen Bruders Olgierds Besitz von ihm ergreift. Als Besessener besucht er eine Hochzeit und nimmt dort an verschiedenen Vergnügungen teil. Außerdem frischt Geralt seine Beziehung mit Shani wieder auf, einer jungen Heilerin, die schon im ersten Witcher-Game vorgekommen ist. Neben diversen anderen Ergänzungen kommt mit Hearts of Stone ein Runenschmied hinzu, bei dem Geralt seine Waffen verzaubern lassen kann.

Es ist fast eine Beleidigung, die zweite Erweiterung Blood and Wine als Add-On zu bezeichnen, denn so manches vollpreisige Spiel erreicht nicht annähernd ihren Umfang! Mit der Erweiterung kommt ein komplett neuer Bereich hinzu, der mindestens ebenso groß ist wie die Skellige-Inseln, nämlich das von Herzogin Anna Henrietta regierte Fürstentum Toussaint.



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 14: Geralt und Herzogin Anna Henrietta)


Auch dieser Landstrich wurde in einem unverwechselbaren Stil designt. Toussaint ist eindeutig mediterran angehaucht. Hier scheint die Sonne besonders hell, überall gibt es Weinberge, in denen fleißig gearbeitet wird. Man fühlt sich in die Toskana versetzt! Geralt erhält sogar einen eigenen Landsitz, das Weingut Corvo Bianco. Es ist in einem ziemlich verwahrlosten zustand, wie Geralts Haushofmeister einräumen muss. Mit ausreichender Barschaft lässt es sich erheblich verschönern. Mit dem Weingut sind mehrere Nebenquests verbunden, in deren Verlauf sich nützliche neue Optionen erschließen.



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 15: Geralt beim Rundgang durch sein noch nicht renoviertes Weingut)


Zudem wird mit Blood and Wine eine neue Gwint-Fraktion eingeführt (auch das ist Bestandteil einer Quest) und wenn Geralt das Labor des Professor Moreau (H.G. Wells lässt grüßen!) erforscht, wird die Mutation seines Körpers auf ein ganz neues Level gehoben.

In Toussaint haben Traditionen und ritterliche Tugenden einen sehr hohen Stellenwert. Hier knüpft die Story an. Es kommen nämlich einige Ritter zu Tode, und zwar auf so schreckliche Art und Weise, dass vom Wüten eines Ungeheuers ausgegangen wird. Die Herzogin bittet Geralt um Hilfe. Der Hexer nimmt den Auftrag an und wird immer tiefer in eine Intrige hineingezogen, deren wahre Ausmaße ihm klar werden, als er seinem alten Freund Regis begegnet - denn der ist ein Höherer Vampir!



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 16: Geralt und Emiel Regis Rohellec Terzieff-Godefroy)


Kenner von Sapkowskis Werk werden aufhorchen, denn Regis ist in den Romanen gestorben. Nun, Höhere Vampire sind sehr widerstandsfähig und können im Grunde gar nicht getötet werden. Genau das ist Geralts Problem in der Hauptquest von Blood and Wine. Im Verlauf der Questreihe warten einige Überraschungen auf den Spieler. Unter anderem verschlägt es Geralt in eine bunte Fabelwelt, in der sich der gestiefelte Kater, Rapunzel, Rotkäppchen und andere Märchenfiguren ein Stelldichein geben würden, wenn nicht ... aber das müsst ihr selbst herausfinden.



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 17: Somewhere over the Rainbow)


Lobend hervorheben muss ich auf jeden Fall noch den schönen Soundtrack. Den hätte ich gern auf CD, aber er ist nicht erhältlich. Auch die Darstellung von Sex und Gewalt sollte nicht unerwähnt bleiben. Geralt erlebt so manches amouröse Abenteuer und es ist recht viel nackte Haut zu sehen.



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 18: So züchtig verdeckt wie hier sind die Damen bei Geralts Bettgeschichten selten)


Im Kampf spitzt das Blut, Körperteile fliegen durch die Gegend, Rümpfe werden durchtrennt, Köpfe abgeschlagen ... Auch sonst ist die Spielwelt zum Teil sehr düster (siehe Bild 6), es werden "erwachsene Themen behandelt" und so manches Ereignis ist ganz schön gruselig.



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 19: In einer besonders tragischen Quest von Hearts of Stone begegnet Geralt der untoten Frau Olgierds)


Die FSK-18-Einstufung ist somit meiner Meinung nach definitiv gerechtfertigt.

Damit soll's genug sein. Ich könnte noch seitenlang weiterschreiben und würde doch nur an der Oberfläche kratzen. The Witcher 3 - Wild Hunt verdient definitiv die Bestnote. Ich kann nur sagen: Lasst euch dieses herrliche Spiel nicht entgehen!



The Witcher 3 - Wild Hunt

(Bild 20: Geralt und Ciri am Ende von Blood and Wine. Ob ihr das zu sehen bekommt, hängt davon ab, wie ihr das Hauptspiel abgeschlossen habt.)

J. Kreis, 26.03.2017



Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)




Seitenanfang