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The Witcher 2

System:
PC DVD-ROM

Genre:
RPG

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THE WITCHER 2 - ASSASSINS OF KINGS

Vorwort

Eines der besten Rollenspiele der letzten Jahre geht in die zweite Runde. The Witcher hat mich im Jahre 2007 vor allem mit seiner spannenden Story, der ungewöhnlichen Hauptfigur und einer überzeugenden Spielwelt von der ersten Minute bis zum Schluss gefesselt. Das Spiel konnte vor allem im Vergleich zu eher enttäuschenden Konkurrenzprodukten wie Oblivion und Gothic 3 punkten. Die Fortsetzung hat es da nicht ganz so leicht, denn die aktuelle Konkurrenz ist viel stärker (z.B. Dragon Age Origins, Two Worlds II), außerdem fällt der nicht zu unterschätzende Reiz des Neuen natürlich für all jene weg, die The Witcher bereits kennen. Ist The Witcher 2 also nicht mehr als das übliche Sequel eines erfolgreichen Spiels, bei dem allein der Name schon dafür sorgt, dass die Fans zugreifen - vielleicht sogar ein Abklatsch des ersten Teils?

Wir werden sehen.

Diese Review bezieht sich übrigens auf die Patch-Version 1.3.

Hintergrund

Beide "Witcher"-Spiele basieren auf zahlreichen Kurzgeschichten und insgesamt fünf Romanen des polnischen Autors Andrzej Sapkowski. Inzwischen sind alle Romane und fast alle Kurzgeschichten in Deutschland veröffentlicht worden. Ich habe alle gelesen - siehe Archiv. Dass ich überhaupt auf sie aufmerksam geworden bin, habe ich dem ersten Spiel zu verdanken - der Autor war mir zuvor völlig unbekannt. Seit dem ersten Spiel bin ich ein begeisterter Fan!

Hauptfigur der Romanserie und des Spiels ist Geralt von Riva, der "weiße Wolf", ein so genannter Hexer. Die Hexer sind professionelle Ungeheuertöter, die sich der wachsenden Anzahl grausiger Kreaturen entgegenstellen, welche die Welt seit der Sphärenkonjunktion heimsuchen. Auf diese Weise verdienen die Hexer ihren Lebensunterhalt. Sie werden von manchen Menschen bewundert, von vielen aber gefürchtet und verachtet. Man betrachtet sie als notwendiges Übel; als Ungeheuer, die zur Vernichtung anderer Ungeheuer benötigt werden. Von frühester Jugend an werden die Hexer für den Kampf ausgebildet. Sie müssen sich außerdem einer körperlichen Veränderung unterziehen. Durch die Einnahme bestimmter alchemistischer Substanzen mutieren ihre Körper, so dass sie danach (sofern sie die Prozedur überleben) besondere Kräfte erlangen, unempfindlich für Gift sind und spezielle Elixiere zur Steigerung ihrer Fähigkeiten verwenden können.

Die Romanserie kreist um den Krieg zwischen den nördlichen Königreichen und dem Imperium von Nilfgaard. Das Schicksal des Mädchens Ciri, Geralts Schützling, spielt ebenfalls eine große Rolle. Der letzte Roman endet mit der Niederlage Nilfgaards - an der Geralt und seine große Liebe Yennefer nicht unmaßgeblich beteiligt sind - und dem vermeintlichen Tod der beiden im Jahre 1268 während eines Pogroms. Tatsächlich werden Geralt und Yennefer auf eine geheimnisvolle Insel versetzt, die der realen Welt entrückt zu sein scheint. Dort werden sie von den Geisterreitern der "Wilden Jagd" angegriffen. Yennefer wird entführt. Geralt kehrt in die reale Welt zurück, um die Wilde Jagd zu verfolgen und Yennefer zu retten. Er verliert sein Gedächtnis und wird von anderen Hexern in der Nähe von Kaer Morhen aufgefunden, dem alten Stammsitz seiner Gilde. Damit beginnt die Geschichte von The Witcher - allerdings sind diese Zusammenhänge im ersten Spiel nicht ganz klar, außerdem wird Yennefers Entführung nicht erwähnt. Man wusste nicht genau, wie die Handlung des Spiels in Bezug auf die Romanserie einzuordnen war. Das Spiel endet mit einer Videosequenz, in der König Foltest von Temerien angegriffen wird. Geralt rettet Foltests Leben, tötet den Angreifer und stellt fest, dass der Attentäter ein Hexer gewesen sein muss.

Story

Die Geschichte von The Witcher 2 stellt die Zusammenhänge zwischen den Romanen und dem ersten Spiel klar. Geralt hat zwar noch immer keine Erinnerungen an die Zeit nach seinem "Tod" bis zur Auffindung durch die anderen Hexer, aber im Verlauf des Spiels kehren nach und nach Erinnerungsfragmente zurück. So erfährt Geralt, was mit Yennefer geschehen ist und wieso er sein Gedächtnis verloren hat.

Das Spiel beginnt einige Jahre nach Geralts vermeintlichem Tod. Seit dem Ende des Krieges gegen Nilfgaard ist keineswegs Ruhe in den Nördlichen Königreichen eingekehrt. Die Anderlinge (also Elfen, Zwerge und andere nichtmenschliche Völker) werden unterdrückt, viele von ihnen haben sich in der Terror-Organisation Scoia'tael zusammengeschlossen. Die Könige des Nordens sind zerstritten, immer wieder kommt es zu Aufständen, die blutig niedergeschlagen werden. Seit Geralt Foltests Leben gerettet hat, muss er dem König als Leibwächter dienen. Wohl oder übel muss Geralt an der Belagerung einer Burg teilnehmen und den an vorderster Front mitkämpfenden König beschützen. Trotzdem wird Foltest ermordet - und man hält Geralt für den Täter. Er wird eingekerkert und Vernon Roche vorgeführt, dem Kommandanten der temerischen Spezialverbände.



The Witcher 2

(Bild 1: Vernon Roche verhört Geralt)


Da Roche Geralts Geschichte glaubt, lässt er den Hexer frei und arbeitet bei der Aufklärung des Falles mit ihm zusammen. Geralt reist mit Roche und seiner Freundin, der Magierin Triss Merigold, zur Stadt Flotsam, um dort nach dem Königsmörder zu suchen. Sofort nach ihrer Ankunft werden die Gefährten von Kämpfern der Scoia'tael angegriffen. Geralt erkennt, dass deren Anführer, der Elf Iorweth, mit dem Königsmörder unter einer Decke steckt - und Foltest ist nicht ihr einziges Opfer...



The Witcher 2

(Bild 2: Der Elf Iorweth)


Als der Königsmörder Triss nach Aedirn entführt, muss sich Geralt zwischen Roche und Iorweth entscheiden. Beide können ihm helfen, seine Geliebte zu befreien und die Wahrheit aufzudecken, aber sie verfolgen gänzlich unterschiedliche Ziele. Die Suche nach Triss und dem Königsmörder führt Geralt in die Zwergenstadt Vergen und die alte Elfenfestung Loc Muinne. Er begegnet alten Freunden wie dem Barden Rittersporn und dem Zwerg Zoltan Chivay, undurchsichtigen Gestalten wie der Magierin Philippa Eilhart, und neuen Feinden wie Letho, einem Hexer von der Schlangenschule.



The Witcher 2

(Bild 3: Der Hexer Letho)


Während Geralt versucht, seine Unschuld zu beweisen, wird er tiefer in die Konflikte und Intrigen zwischen den Herrschern der Nördlichen Königreiche, den Scoia'tael und anderen Rebellen hineingezogen, als ihm lieb ist...

Andrzej Sapkowski war zwar nicht an der Entstehung der Geschichte beteiligt, aber sie könnte durchaus von ihm stammen, denn sie enthält mindestens ebenso viele Intrigen, tragische und lustige Elemente, überraschende Wendungen und unerwartete Begegnungen wie die Romane. Das Ende bleibt in gewisser Weise offen. Obwohl die wichtigsten Fragen geklärt werden, bleibt doch eine unbeantwortet: Was wurde aus Yennefer?

Die Story wird zum größten Teil in Dialogen und Zwischensequenzen in Spielgrafik und mit professioneller Sprachausgabe vermittelt. Geralts Erinnerungs-Fragmente werden dagegen mit sehr gut gemachten, düsteren Zeichentrick-Sequenzen dargestellt, die einen interessanten Gegensatz zur Ingame-Grafik darstellen.



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(Bild 4: Geralts vermeintlicher Tod während eines Pogroms)


Man muss zwar weder das erste Spiel gespielt noch die Romane gelesen haben, aber die Kenntnis von beidem ist doch nicht ganz unwichtig. Man begegnet nämlich einer ganzen Reihe von Charakteren aus dem ersten Spiel, und auch solchen, die nur den Lesern der Romane bekannt sind. Außerdem wird auf viele Ereignisse aus der Romanserie Bezug genommen, die im ersten Spiel kein Thema waren. Wer die Romane nicht gelesen hat, wird mit den vielen Königreichen und Personengruppen sowie den ganzen Zusammenhängen vielleicht überfordert sein. Für Insider ist das Ganze natürlich ein echtes Fest!


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