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Vampire

System:
PC CD-ROM

Genre:
RPG

Note: 2
Vampire: The Masquerade – Bloodlines

Story

In diesem Rollenspiel übernehmt ihr mal nicht die Seite der »Guten«, sondern die der »Bösen«, d.h. ihr schlüpft in die kalte Haut eines Vampirs und macht als solcher die Stadt Los Angeles unsicher. Dort »leben« mehrere Vampir-Clans mit eigenen Interessen und Zielen, die teilweise unter sich zerstritten sind. Die von Prinz LaCroix angeführte Camarilla zum Beispiel vertritt eine Philosophie der Anpassung. Die Camarilla setzt auf Unauffälligkeit, um unerkannt unter den Menschen existieren zu können. Die entsprechenden Regeln will die Camarilla allen Vampiren aufzwingen, doch manche, wie etwa die Anarchen, sind damit nicht einverstanden, denn sie wollen frei und selbstbestimmt bleiben. Die undurchsichtigen Vampire von Chinatown gelten als gemeinsamer Feind.

Ihr müsst euch im Verlauf des Spiels entscheiden, zu welcher Seite ihr gehören wollt. Zunächst dient ihr dem Vampirprinzen LaCroix, denn er verschont euch, nachdem eine junge Vampirin euch zu ihresgleichen gemacht hat, was eigentlich mit dem Tod bestraft wird. Allerdings hilft euch später auch der Anführer der Anarchen und warnt euch vor den Ränken des Prinzen, dem es nur darum zu gehen scheint, einen geheimnisvollen Sarkophag in seinen Besitz zu bringen. Diese Geschichte wird in zahlreichen Dialogen und wenigen Zwischensequenzen weitergesponnen. Sie enthält einige überraschende Wendungen und verläuft nicht linear – sie hängt vielmehr von euren Entscheidungen ab. Das Ende ist allerdings, soweit es mir bekannt ist, mit nur leichten Abwandlungen immer das gleiche.

Charaktereigenschaften / Spezialfähigkeiten

Zu Beginn des Spiels entscheidet ihr, welchem der sieben verfügbaren Vampirclans (es gibt noch mehr, aber die sind nicht auswählbar) ihr angehören wollt und welches Geschlecht euer Vampir haben soll. Das Aussehen der Spielfigur kann nicht verändert werden. Jeder Clan hat eigene Stärken und Schwächen. Die edlen Ventrue können zum Beispiel ihre Opfer besonders gut verführen, sind aber nicht in der Lage, Rattenblut zu trinken – auch das Blut von Obdachlosen bereitet ihnen manchmal Übelkeit. Die Nosferatu haben kaum noch etwas menschliches an sich und sind so hässlich, dass sie sich immer verstecken müssen. Das können sie denn aber auch besonders gut, d.h. als Nosferatu könnt ihr euch praktisch unsichtbar machen. Diese und viele andere Spezialfähigkeiten könnt ihr in mehreren Stufen weiterentwickeln. Mein Ventrue-Vampir konnte zum Beispiel Leute zunächst nur vorübergehend einschläfern, dann konnte er sie aus der Ferne töten, später war er in der Lage, Feinde zu Verbündeten zu machen – aber am praktischsten war die Fähigkeit »Massenselbstmord«. Einmal mitten in einer Gegnerhorde angewendet und schon war Ruhe! Je nachdem, für welchen Clan ihr euch entscheidet, verläuft das Spiel also sehr unterschiedlich.

Darüber hinaus hat jeder Vampir bestimmte Eigenschaften und grundlegende Fähigkeiten, die ihr im Verlauf des Spiels verbessern könnt. Dazu verwendet ihr Erfahrungspunkte, die ihr ausschließlich für erfüllte Aufgaben erhaltet. Das Menü, in dem ihr eure Punkte verteilt, ist geradezu vorbildlich, denn dort erhaltet ihr alle benötigten Informationen darüber, was ihr mit den jeweiligen Eigenschaften überhaupt anfangen könnt. Außerdem könnt ihr die Punkteverteilung dort jederzeit wieder revidieren. Habt ihr die Verteilung aber bestätigt, so ist sie fixiert und kann nicht wieder zurückgenommen werden. Da ihr nie genügend Erfahrungspunkte sammeln könnt, um alle Eigenschaften auf den Maximalwert zu bringen, müsst ihr euch gut überlegen, ob euer Vampir ein guter Nahkämpfer werden oder ob er gut mit Schusswaffen umgehen können soll. Wollt ihr ein geschickter Einbrecher und Hacker werden oder legt ihr mehr Wert auf Einschüchterung und Verführung?

Ihr könnt eure Werte auch auf andere Weise steigern, zum Beispiel durch das Lesen spezieller Bücher oder durch das Tragen von Schutzkleidung oder von magischen Artefakten, die eure Eigenschaften solange verbessern, wie ihr sie angelegt habt.

Menschlichkeit / Blut und Blutrausch

Durch gute Taten gewinnt euer Vampir mehr Menschlichkeit, durch böse Taten verliert er sie. Auf das Erscheinungsbild hat das zwar keine Auswirkungen, aber je »menschlicher« der Vampir ist, desto mehr Dialogoptionen stehen ihm zur Verfügung. Vor allem aber gerät ein »menschlicher« Vampir nicht so leicht in einen Blutrausch. Den Lebenssaft braucht der Vampir weniger zum Überleben, obwohl er damit die Heilung seiner Wunden beschleunigen kann. Blut wird vor allem zur Anwendung der Spezialfähigkeiten benötigt. Jedes Mal, wenn ihr eine dieser Fähigkeiten aktiviert, verliert ihr eine bestimmte Menge eures Blutvorrats. Habt ihr nur noch wenig Blut übrig, dann kann es passieren, dass die in jedem Vampir schlummernde Bestie erwacht. Dann verliert ihr die Kontrolle über die Spielfigur, der Vampir macht sich selbständig und fällt über die nächst besten Opfer her. Das wäre alles kein Problem, wenn es da nicht die Vampirjäger gäbe (mehr dazu im Abschnitt »Maskerade«), außerdem verliert euer Vampir weiter an Menschlichkeit, wenn er im Blutrausch einen Menschen bis zum letzten Tropfen aussaugt.

Theoretisch könnt ihr jedem Lebewesen Blut abzapfen. Einfach in die Nähe eines ahnungslosen Passanten gehen und die F-Taste drücken – schon greift der Vampir zu und tut sich am Opfer gütlich, bis dieses entweder blutleer und entseelt zu Boden sinkt, oder bis ihr das Genuckel durch erneute Betätigung der F-Taste abbrecht. Das solltet ihr bei harmlosen Menschen immer tun, denn das vollständige Aussaugen von Unschuldigen lässt euch an Menschlichkeit verlieren. Feinde – auch andere Vampire – die euch angreifen, könnt ihr aber bedenkenlos austrinken. Leider können mächtigere Feinde sich aber gegen das Ergreifen wehren. Zart besaitete Vampire können alternativ auch auf Blutbeutel zurückgreifen.

Maskerade / Polizei

Die Camarilla fordert, dass Vampire unerkannt bleiben müssen, da die Menschen sich sonst gegen sie erheben könnten. Jede Aktion, die ihr in der Öffentlichkeit unternehmt, und durch die die Menschen auf eure vampirische Natur aufmerksam werden, ist deshalb gleichbedeutend mit einem Bruch der Maskerade. Also: Lockt eure Opfer immer schön in eine dunkle Seitenstraße, bevor ihr euch in ihren Hals verbeißt. Und wendet eure magischen Fähigkeiten nur dort an, wo es euch erlaubt ist – wo ihr gefahrlos aktiv werden könnt, erkennt ihr an einem Symbol auf dem Bildschirm. Viele Bereiche, vorwiegend im Inneren von Gebäuden, sind Kampfzonen, in denen ihr keinen Maskeradenbruch befürchten müsst.

Einen Maskeradenbruch könnt ihr euch nur fünfmal erlauben. Dann kommen die Vampirjäger und es heißt unausweichlich »Game over«. Hier kommen wir auf den Blutrausch zurück: Sollte euer Vampir in der Öffentlichkeit in diese Raserei verfallen, könnt ihr einen Maskeradenbruch praktisch nicht mehr vermeiden. Zum Glück erhaltet ihr durch das Erledigen bestimmter Aufträge aber öfters einen Maskeradenbonus, der je einen Maskeradenbruch ausgleicht.

Eine kriminelle Handlung (z.B. das Knacken eines Schlosses) ist zwar kein Maskeradenbruch, aber wenn ihr dabei beobachtet werdet, habt ihr die Polizei auf dem Hals. Die Cops werden euch jagen und auf euch schießen. In einer solchen Situation müsst ihr euch verstecken, bis der Alarm wieder beendet ist.

Stadtteile / Zuflucht

Los Angeles besteht in diesem Spiel aus vier Stadtteilen, die nacheinander freigeschaltet werden und die ihr immer wieder einmal aufsucht. Sie bestehen nur aus wenigen Straßenzügen und diversen Gebäuden, die betreten werden können, sowie einem verzweigten Kanalnetz (wichtig für die Nosferatu, die sich nicht ans Licht wagen dürfen). Hinzu kommen mehrere andere, teilweise sogar größere Bereiche, die man aber immer nur zur Erfüllung eines einzigen Auftrags betritt. Überall dort könnt ihr euch frei bewegen. Insgesamt ist die Spielwelt relativ klein – an weiläufige Areale wie in Gothic II oder gar Morrowind reicht sie jedenfalls bei weitem nicht heran.

Zwischen den Bereichen reist man per Taxi. Spricht man einen Taxifahrer an, öffnet sich ein Stadtplan, auf dem das Fahrziel angeklickt wird – peng, schon ist man dort (die Fahrt selbst ist nicht animiert). Diese Pläne hängen auch in der Kanalisation und scheinen verzaubert zu sein, denn sobald man auf das Ziel klickt, wird man dorthin versetzt. Okay, Nosferatu können kein Taxi fahren... Karten, anhand derer ihr euch orientieren könnt, befinden sich an Bushaltestellen und in den Kanälen. Leider tragt ihr die Karten nicht mit euch herum, so dass die Orientierung manchmal etwas schwer fällt. Ladezeiten müsst ihr beim Betreten von Gebäuden (manchmal auch innerhalb derselben noch einmal) und beim Pendeln zwischen den Stadtteilen ertragen, aber sie fallen durchweg noch moderat aus.

Jeder Vampir braucht eine Zuflucht. So habt auch ihr in den Stadtteilen verschiedene Wohnungen, wo ihr Ausrüstungsgegenstände deponieren könnt. Dort befinden sich auch euer PC und euer Briefkasten: Auf diesem Weg (also per E-Mail oder per Post) erhaltet ihr manche Aufträge sowie Gegenstände und Hinweise, die ihr dafür braucht. Außerdem hält sich hier unter Umständen euer persönlicher Ghul auf – ein witziges Feature, über das ich hier gar nichts weiter verraten möchte…

Aufträge

Ihr könnt euch wie gesagt überall frei umsehen und mit den zahlreichen Dialogpartnern reden. Manche dieser Leutchen erteilen euch Aufträge, die ihr annehmen oder ausschlagen könnt. Bestimmte Aufträge müssen allerdings angenommen und erfüllt werden, damit es mit der Story des Spiels weitergeht. Wenn ihr mehr Erfahrungspunkte sammeln wollt (man kann nie genug davon haben), könnt ihr euch hier und da eine ganze Menge optionaler Aufträge holen. Überall stehen nämlich Leute herum, die irgend ein Problem haben, bei dem ihr ihnen helfen könnt. Diese »Nebenquests« sind nicht spielentscheidend und haben oft gar nichts mit der eigentlichen Story zu tun, sie lockern das Geschehen aber auf und machen die Spielwelt noch ein Stück lebendiger – außerdem wird so dafür gesorgt, dass ihr Bereiche der Spielwelt erkundet, die ihr sonst vielleicht ignorieren würdet. Außerdem verlängern die Nebenquest natürlich die Spieldauer ganz erheblich.

Die Hauptaufgaben bestehen zum größten Teil darin, dass ihr Hinweise über den bereits erwähnten Sarkophag finden müsst. Später werdet ihr allerdings stärker in den Machtkampf der Vampirclans hineingezogen. Gegen Ende des Spiels wird eine »Blutjagd« auf euch ausgerufen, d.h. alle Vampire machen Jagd auf euch.

Die Nebenquests sind viel abwechslungsreicher. Mal sollt ihr einfach nur irgendwelche Gegenstände von A nach B bringen, mal werdet ihr darum gebeten, alle Gemälde einer Galerie zu zerschlitzen oder einen Restaurantkritiker dazu zu bewegen, eine vernichtende Kritik über ein bestimmtes Lokal zu schreiben. Dann wieder gilt es, verschwundene Personen zu finden oder andere aus dem Weg zu räumen, Überwachungskameras anzubringen, irgendwo einzubrechen und einen bestimmten Gegenstand zu stehlen. Manche Aufgaben können nur über diverse Zwischenschritte gelöst werden und beschäftigen euch für längere Zeit. Am schwersten ist mir eine Nebenquest gefallen, in der es darum ging, immer neu aus dem Boden hervorkriechende Zombies daran zu hindern, aus dem abgesperrten Friedhof zu entkommen. Dummerweise hat der Gottesacker aber zwei Tore…

Ihr könnt eure Missionen oft auf verschiedenen Wegen erfüllen, allerdings sind die Alternativen meist doch relativ eng begrenzt. Je nach der Begabung eures Vampirs könnt ihr euch entweder an Wachen vorbeischleichen oder sie bekämpfen, Computersysteme hacken oder Schlösser knacken und so weiter. Außerdem habt ihr manchmal verschiedene Optionen zur Auswahl. Vielleicht bietet euch ja ein Opfer, das ihr eigentlich umbringen solltet, viel Geld an und verspricht euch, nie wieder nach Los Angeles zurückzukehren? Egal ob ihr die Person tötet oder laufen lasst – die Mission wäre in beiden Fällen erfüllt. Wenn ihr euch gnädig zeigt, kann es sogar sein, dass ihr einen »Menschlichkeitspunkt« hinzugewinnt.

Ein informatives »Logbuch« hält euch immer auf dem neuesten Stand. Darin werden alle wichtigen Informationen zusammengefasst, die ihr zur Erfüllung eurer Aufgaben benötigt. Es ist also nicht nötig, dass ihr euch Passwörter und ähnliches notiert.

Steuerung / Kampf

In einem Tutorial lernt ihr die Grundzüge der Steuerung, nach kurzer Eingewöhnungszeit wird euch alles flott von der Hand gehen. Man bewegt sich wahlweise in der Ego- oder in der 3rd-Person-Perspektive, wobei automatisch zu letzterer gewechselt wird, wenn ihr eine Nahkampfwaffe zückt. Bis auf den finalen Endgegner ist jeder Angreifer im Nahkampf besiegbar. Und da ihr eure Fernkampf-Fähigkeit bis zum Anschlag aufleveln müsstet, um mit einer Schusswaffe ausreichend viel Schaden anzurichten, werdet ihr wahrscheinlich – wie ich – alle Kämpfe mit eurer Klinge bestreiten. Hierbei könnt ihr mit den Richtungstasten verschiedene Combos und Special-Moves ausführen, aber diese Möglichkeit habe ich, wenn überhaupt, nur durch Zufall genutzt. Es gilt: Einfach in Bewegung bleiben und immer feste druff, dann findet auch der stärkste Gegner bald den »endgültigen Tod«. Manche Zwischengegner erweisen sich dabei als recht harte Brocken – also nehmt immer einige Beutel feines »Ahnenblut« mit, denn das füllt eure Blut- und Health-Balken im Nu wieder auf.

Besiegte Gegner bringen euch keine Erfahrungspunkte, sie lassen aber Waffen, Munition und manchmal auch questrelevante Gegenstände fallen, die ihr an euch nehmen könnt. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass es im ganzen Spiel nur eine einzige Waffe gibt, deren Erwerb bei einem der verschiedenen Händler (die auch Schutzkleidung, Blutbeutel, Munition usw. verkaufen) ich euch ans Herz legen kann, nämlich den Flammenwerfer. Der röstet selbst starke Gegner in kurzer Zeit und ihr braucht vor allem keine Fernkampf-Begabung, um ihn effektiv einzusetzen.

Die Gegner-KI ist nicht besonders hoch: Nahkämpfer greifen stur an, Fernkämpfer ziehen sich auch mal zurück, vor allem dann, wenn sie nachladen müssen – das ist alles.

Gegen Ende des Spiels, genauer gesagt ab der »Blutjagd«, kämpft ihr euch eigentlich nur noch von Endgegner zu Endgegner. Von diesem Moment an könnt ihr euch nicht mehr frei bewegen, ihr werdet stattdessen von einem besonderen Fahrer zu euren Einsatzorten gebracht. Solltet ihr in diesem Stadium des Spiels noch offene Nebenquests haben, dann könnt ihr die nicht mehr absolvieren. Deshalb mein Tipp: Erledigt alle Nebenquests, sobald ihr sie erhalten habt, und macht dann erst mit den Hauptquests weiter.

Grafik

Für dieses Spiel wurden Grafik- und Physik-Engine von Half Life 2 verwendet. Ihr solltet allerdings nicht zuviel erwarten. Die Charaktermodelle sehen sehr schön aus (siehe die 2 Screenshots unten), sie haben eine stets zur Situation passende Mimik und bewegen sich realistisch. Auch die Umgebung kann sich sehen lassen; man wandert zum Beispiel in richtigen Straßenschluchten mit riesigen Wolkenkratzern umher. Die Texturen sind aber vergleichsweise detailarm. Man sieht zwar schöne Glanzeffekte, aber keine Echtzeit-Spiegelungen.

Es gibt zwar so manche beweglichen Gegenstände, aber damit kann man kaum etwas vernünftiges anfangen. Dosen werfen, um Wachen abzulenken, ist da noch das nützlichste Feature. Sehr seltsam: Liegt so ein bewegliches Teil auf dem Boden, zum Beispiel ein Brett, dann sträubt die Spielfigur sich manchmal beharrlich, einfach drüberzulaufen. Es scheint so, als würde die Figur stolpern oder hängen bleiben und dadurch verlangsamt werden.

Sound

Die Sprachausgabe ist englisch, alle Bildschirmtexte sind deutsch. Es gibt eine Vielzahl von Hintergrundgeräuschen und einen sehr stimmungsvollen Soundtrack, der einige nette Titel von realen Bands wie Ministry und Lacuna Coil enthält. Die haben mir so gut gefallen, dass ich sie gleich auf meinen iPod kopiert habe…

Atmosphäre / Sonstiges / Bugs

Wie ihr obigem Text vielleicht schon entnehmen konntet, bewegt ihr euch in diesem Spiel in einer recht lebendigen Welt mit einer fesselnden Atmosphäre. Viele kleine Details tragen hierzu bei (ich kann das gar nicht alles erwähnen), nicht zuletzt auch der ziemlich schwarze Humor, der immer wieder zutage tritt, zum Beispiel in hintersinnigen Dialogzeilen. Auch die spielerische Freiheit, die man genießt, die vielen Dinge, die man tun (oder lassen) kann, sorgen für ein ansprechend komplexes Gameplay.

Speichern könnt ihr überall und jederzeit. Außerdem wird beim Betreten und Verlassen von Gebäuden automatisch gespeichert.

Das Inventar ist begrenzt, aber da es kaum etwas außer Waffen, Blutbeuteln und diversem Krimskrams (den man ohnehin nur braucht, um ihn zu verkaufen) gibt, was man mit dabeihaben muss, ist das kein Problem.

In der Originalversion ist das Spiel so stark fehlerbehaftet, dass es eigentlich unspielbar ist. Ich habe Patch Version 1.20 installiert und hatte dann zumindest mit den Quests keine Probleme. Allerdings bin ich des Öfteren mal mitten in der leeren Luft wie festgeschweißt hängen geblieben, bin durch Wände geclippt oder wurde durch wabernde, flackernde und verschwindende Texturen irritiert.

Fazit

Bloodlines ist ein sehr unterhaltsames Rollenspiel mit einer richtig schön morbiden Atmosphäre. Es fehlt zwar eines der typischsten Charakteristika solcher Spiele (man kann kaum Gegenstände horten, der Sammeltrieb wird also nicht befriedigt), aber die vielen abwechslungsreichen Missionen und die witzigen Ideen, auf die man immer wieder stößt, machen das mehr als wett.


Screenshots

Nicht alle Vampire sind so gut gebaut wie diese Dame:

VV

Manche haben ein echtes Imageproblem...

Nosferatu

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