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Skyrim Legendary Edition

System:
Sony
Playstation 3

Genre:
RPG

Note: 1-
THE ELDER SCROLLS V: SKYRIM (Legendary Edition)

Skyrim war das erste Spiel, das ich doppelt benotet habe. Der gewaltige Umfang und die wundervolle, lebendige Spielwelt (teils auch die Grafik) verdienen definitiv die Note 1, aber die massiven Performance-Einbrüche bei längerer Spielzeit und die teils sehr schwerwiegenden Bugs konnte ich nur mit Note 4 bewerten.

Jetzt gibt es die Legendary Edition, die neben dem Hauptspiel sowie den drei zuvor nur als Download-Content erhältlichen Erweiterungen Dawnguard, Hearthfire und Dragonborn auch die offiziellen Patches enthält. Da Skyrim somit nicht nur noch größer und schöner geworden ist, sondern auch von den schlimmsten Fehlern befreit wurde, kann ich die schlechtere Bewertung streichen und dem Spiel guten Gewissens die Note 1- geben. Das Minus setze ich, weil durchaus nicht alle Fehler bereinigt wurden, und weil neue, zum Glück nicht so tragische Bugs mit hineingekommen sind. Lest meine ausführliche Review zur Collector's Edition von Skyrim, um Infos zu Story und Gameplay des Hauptspiels zu erhalten. Hier gehe ich nur auf die Besonderheiten der Legendary Edition ein.

Die Installation ist kein Problem; jedes Add-On kann auch dann gesondert installiert werden, wenn sich die Basisversion von Skyrim schon auf der Festplatte befindet, und ihr könnt eure alten Spielstände weiterverwenden! Besonders schön dabei ist, dass ihr die Charakterentwicklung jetzt praktisch endlos fortsetzen könnt. Sobald ihr eine Fertigkeit auf den Wert 100 gebracht habt, könnt ihr sie "legendär" werden lassen. Dadurch wird sie auf den Wert 15 zurückgesetzt und kann wieder verbessert werden. Die auf die Fertigkeit verteilten Punkte zum Freischalten der Talente werden zurückerstattet. Diesen Vorgang könnt ihr beliebig oft wiederholen, so dass es keine Level-Obergrenze für den Charakter mehr gibt!

Patches

Ich hatte in Skyrim das Problem, dass das Spiel der Meinung war, ich hätte einen Begleiter dabei. Dem war aber nicht so! Es war mir deshalb nicht möglich, einen Begleiter mitzunehmen, und aus diesem Grund konnte ich zwei komplette Questreihen nicht abschließen. Dieser Fehler wurde beseitigt! Hurra! Endlich konnte ich die unerledigten Aufgaben in Angriff nehmen. Die praktisch zur Unspielbarkeit führende Ruckelei ist ebenfalls weg. Es ruckelt zwar ab und zu noch ein wenig, aber das ist überhaupt nicht mit dem früheren Problem zu vergleichen. Das Speichern geht jetzt viel schneller, aber leider hat sich an den langen Ladezeiten nichts geändert. Ein neuer Questbug betrifft das Add-On Dawnguard. Der NPC Dexion Evicus, der zur Vollendung der Hauptquest benötigt wird, wird plötzlich ohne Grund feindlich und kann nicht mehr angesprochen werden. Nur mit Tricks, Kniffen und Geduld konnte ich den Typen dazu bewegen, doch nochmal mit mir zu reden, so dass ich die Hauptquest abschließen konnte.

Dawnguard

Dieses Abenteuer findet in Himmelsrand statt. Ihr hört Gerüchte, denen zufolge ein alter Vampirjäger-Orden namens Dämmerwacht wieder aktiv geworden sein soll. Tatsächlich werdet ihr vom Ordensführer Isran gebeten, euch der Dämmerwacht anzuschließen und die in jüngster Zeit bedrohlich erstarkten Vampire ein für alle Mal zu vernichten. In einer uralten Vampirfestung begegnet ihr Serana, einer Vampirin, die dort seit Jahrhunderten eingesperrt ist und sich euch anschließt. Sie ist im Besitz einer Schriftrolle der Alten, die sich als Schlüssel zum Geheimnis der Vampire erweist. Doch zunächst müsst ihr Serena nach Hause eskortieren. Dort werdet ihr von ihrem Vater, dem Vampirfürsten Harkon, vor die Wahl gestellt, entweder selbst zum Vampir zu werden und euch ihm anzuschließen, oder bei der Dämmerwacht zu bleiben. Selbst wenn ihr Harkons Angebot ablehnt, werdet ihr später doch noch die Möglichkeit haben, euch in einen Vampir zu verwandeln.

Die bekannte Spielwelt wird leicht erweitert. Neue Schauplätze der Hauptquest sind Schloss Volkihar auf einer kleinen vorgelagerten Insel nördlich von Einsamkeit, die Festung Dämmerwacht in der Nähe von Rifton, und das Vergessene Tal hoch im Norden - eine Region aus Eis und Schnee, die womöglich noch schöner designt ist als die an sich schon gut gelungenen nördlichen Gebiete Himmelsrands. Außerdem gelangt man während der Hauptquest in eine weitläufige geisterhafte Jenseitswelt, die ganz anders aussieht als alles, was man aus Himmelsrand kennt. Solltet ihr ein Werwolf sein, dann werdet ihr feststellen, dass es jetzt einen kompletten Satz von Fertigkeiten gibt, die ihr entwickeln könnt, sobald ihr euch verwandelt habt. Völlig neu ist die Möglichkeit, sich mit Vampirismus zu infizieren und die Gestalt eines Vampirfürsten anzunehmen. Auch Vampirfürsten haben einen eigenen Fertigkeitenbaum. Hinzu kommen neue Drachenschreie, Waffen (u.a. Armbrüste), Rüstungen, NPCs (z.B. jemand in Rifton, bei dem man das Gesicht der Spielfigur verändern kann) und Kreaturen, darunter sehr starke "legendäre" Drachen.

Im Verlauf der durchaus fesselnden Story begegnet ihr einigen interessanten NPCs, zum Beispiel zwei Schnee-Elfen. Zur Erinnerung: Der einzige Hinweis auf dieses untergegangene Volk, aus dem die bösartigen Falmer hervorgegangen sind, war bisher eine alte Statue. Jetzt steht ihr den letzten beiden Vertretern dieser Art gegenüber! Auf diese Weise erhaltet ihr ganz neue Einblicke in die Geschichte Tamriels. Serena wird zu eurer ständigen Begleiterin, wenn ihr es wünscht. Sie ist eine mächtige Verbündete im Kampf und bleibt auch nach dem Ende der Hauptquest des Add-Ons an eurer Seite. Sie hat einige witzige Bemerkungen drauf und reagiert manchmal etwas schnippisch. Ab und zu erhält man neue Dialogoptionen, um sie über ihre Vergangenheit auszufragen. Es entwickelt sich fast so etwas wie eine Beziehung wie in Dragon Age Origins.

Zum Add-On gehören außerdem einige neue Nebenquests. Unter anderem begegnet man einer geisterhaften Erscheinung, die selbst nach dem Tod immer noch nach der Aetheriumschmiede sucht. Natürlich helft ihr dem Geist dabei. Diese Nebenquest erstreckt sich über mehrere Etappen, sie führt euch in eine großartige neue Dwemer-Ruine. Am Ende winkt eine wertvolle Belohnung.

Hearthfire

Das zweite Add-On ermöglicht euch die Konstruktion je eines eigenen Hauses in drei Fürstentümern Himmelsrands. Wenn euer Rang es erlaubt, könnt ihr ein Grundstück kaufen und dort ein Gebäude mit Keller und mehreren Seitenflügeln entstehen lassen. Ihr müsst euch entscheiden: Wollt ihr gern eine Bibliothek, ein Gewächshaus und ein Trophäenzimmer bauen? Oder ist euch mehr Lagerraum wichtig? Ein Gehilfe steht euch zur Seite, bei dem ihr Rohstoffe kaufen und zusätzliche Erweiterungen (z.B. ein Barde und eine Kutsche) ordern könnt. Auch für die Inneneinrichtung braucht ihr Baumaterial, und wenn ihr Trophäen aufstellen wollt, müsst ihr spezielle Gegenstände beschaffen. Euer Ehepartner kann hier einziehen, außerdem könnt ihr zwei Kinder adoptieren, mit denen ihr spielen und die ihr mit Geschenken verwöhnen könnt.

Leider ist es nicht möglich, Form und Einrichtung des Hauses ganz individuell zu gestalten. Man hat nur die Wahl zwischen vorgegebenen Sets. Immerhin ist die Möglichkeit, selbst Grünzeug im Garten anzupflanzen, das dann immer wieder geerntet werden kann, gar nicht schlecht. Die Kinder fangen mit ihren Forderungen nach Aufmerksamkeit, Taschengeld und Geschenken bald ein wenig an zu nerven - und sie entwickeln sich nicht weiter. Dennoch macht der Ausbau des eigenen Hauses recht viel Spaß, und man ist geraume Zeit damit beschäftigt, die Baumaterialien zu beschaffen.

Dragonborn

Wenn ihr dieses Add-On installiert habt, werdet ihr von Anhängern des Miraak-Kultes attackiert. Natürlich möchtet ihr herausfinden, womit ihr diesen Angriff provoziert haben mögt. Die Spur führt zur Insel Solstheim, einem im Nordwesten Vvardenfells gelegenen und von den Dunmer besiedelten Eiland, das schwer unter dem jüngsten Ausbruch des Roten Berges auf Vvardenfell zu leiden hat. Der Vulkan hat Asche in die Atmosphäre geschleudert, die über dem südlichen Teil Solstheims niedergegangen ist. Die Dunmer werden außerdem von schrecklichen Kreaturen angegriffen, die als Aschenbrut bezeichnet werden. Viele Bewohner Solstheims verrichten wie unter Hypnose unverständliche Arbeiten für den Dovahkiin Miraak - aber der ist angeblich schon vor langer Zeit gestorben. Tatsächlich befindet er sich in Apocrypha, der Welt des Daedrafürsten Hermaeus Mora. Er plant seine Rückkehr nach Tamriel und die Versklavung der Welt. Der namenlose Held muss mit den Skaal zusammenarbeiten, den Ureinwohnern Solstheims, sowie mit dem Telvanni-Magier Neloth und sogar mit Hermaeus Mora, um Apocrypha betreten zu können und einen Drachenschrei zu erlernen, der das Zähmen von Drachen ermöglicht. Nur so kann Miraak besiegt werden.

Genau wie Dawnguard bringt auch die Dragonborn-Erweiterung massenweise neue Waffen, Rüstungen (z.B. aus dem neuen Material "Stahlrim"), Drachenschreie, NPCs wie den exzentrischen, in einem Riesenpilz lebenden Neloth, Kreaturen wie die Aschenbrut und das Volk der Rieklinge, interessante Nebenquests und so weiter. Vor allem aber wird die bekannte Spielwelt massiv erweitert, nämlich um die Insel Solstheim. Hinzu kommt noch das jenseitige Reich Apocrypha, das nur über die so genannten Schwarzen Bücher erreichbar ist. Zwischen Solstheim und Himmelsrand kann man jederzeit hin und her wechseln. Solstheim dürfte schätzungsweise ein Viertel oder ein Drittel der Landmasse von Himmelsrand haben und war schon Schauplatz von Bloodmoon (ein Add-On für TES III: Morrowind). Deshalb ist dieses Add-On für mich das eigentliche Highlight der Legendary Edition, denn ich habe mich sofort wie zu Hause gefühlt. Die Architektur der dortigen Hauptstadt sieht genauso aus, wie man es von der Insel Vvardenfell kennt, ein Schlickschreiter befindet sich auf der Insel (er kann allerdings nicht genutzt werden), und ich glaube, es sind sogar Musikstücke aus Morrowind dabei, die in Skyrim bisher nicht enthalten waren.

Das teils von Eis und Schnee, teils von Asche bedeckte Solstheim wirkt etwas öde, aber die bizarre Welt Apocrypha macht das mehr als wett. Diese Welt besteht praktisch aus Büchern, und dort sind die Gesetze der Physik anscheinend aufgehoben. Apocrypha wird von einigen ziemlich merkwürdigen und sehr starken Kreaturen bewohnt. Betritt man Apocrypha, indem man ein Schwarzes Buch liest, dann muss man sich von Kapitel zu Kapitel vorankämpfen. Im letzten Kapitel wartet neues Wissen auf euch, d.h. es werden ganz neue Fähigkeiten freigeschaltet. So kann man einzelne Skillpunkte entfernen oder es wird verhindert, dass man Begleitern im Kampf irrtümlich Schaden zufügt. Ein weiteres neues Feature des Add-Ons ist leider eher sinnlos, denn ihr könnt zwar tatsächlich auf Drachen reiten, aber die Drachen lassen sich nicht lenken. Es ist ja ganz nett, die Spielwelt mal aus luftiger Höhe bewundern zu können, aber einen Nutzen hat man davon nicht. Gut, der Drache greift auf Befehl Gegner an, aber dieses Feature habe ich so gut wie nie sinnvoll einsetzen können.

Fazit

Skyrim gehört in jede Spielesammlung. Wer RPGs mag, kommt an diesem Spiel einfach nicht vorbei! Selbst wenn ihr das Hauptspiel schon besitzt, ist die Anschaffung der Legendary Edition absolut empfehlenswert, denn allein die drei Add-Ons haben einen gewaltigen Umfang - so manches andere Spiel bietet nicht einmal das, was ihr in einem dieser Add-Ons machen könnt! Mit den vielen Haupt- und Nebenquests könnt ihr euch viele Wochen lang beschäftigen. Die Erkundung der riesigen neuen Umgebungen und das Kennenlernen ihrer Bewohner machen einen Heidenspaß.

J. Kreis, 13.10.2013





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