Zurück zu den Spielen

Taito Legends

System:
Sony Playstation 2

Genre:
Arcade

Note: 0
TAITO LEGENDS

Dies ist eine Sammlung von Arcade-Videospielen des japanischen Entwicklerstudios Taito aus der "goldenen Ära" dieses Genres. Die Sammlung ist eigentlich nur für Leute meiner Generation interessant, die sich seinerzeit (Ende der Siebziger und Anfang/Mitte der Achtziger) das Taschengeld vom Munde abgespart haben, um eine Mark nach der anderen in Videospiel-Automaten zu versenken. Wie oft bin ich damals zu spät zur Schule gekommen, weil ich morgens unbedingt noch schnell ein paar Runden in einem verrauchten Hinterzimmer des Cafe Huster in Alzey zocken musste, und wie habe ich mich geärgert, wenn man Lieblings-Automat besetzt war!

Enthalten sind folgende Spiele:

Battle Shark, Bubble Bobble, Colony 7, Continental Circus, Electric Yo-Yo, Elevator Action, Exzisus, Gladiator, Great Swordsman, Jungle Hunt, New Zealand Story, The Ninja Kids, Phoenix, Plotting, Plump Pop, Rainbow Islands, Rastan, Return of the Invaders, Space Gun, Space Invaders, Space Invaders Part 2, Super Qix, Thunderfox, Tokio, Tube it, Volfied, Zoo Keeper

Von diesen 27 Games kenne ich gerade mal fünf - ich habe sie in der Aufzählung fett markiert. Ich gehe jetzt nicht näher auf alle ein, denn ich habe mir nicht alle angeschaut. Im Grunde habe ich die Sammlung nur wegen Phoenix und Elevator Action gekauft.



Taito Legends

(Bild 1: Auswahlbildschirm mit Modellen der Original-Spielautomaten)


Phoenix

In diesem Shooter aus dem Jahre 1980 steuert ihr ein Raumschiff durchs All. Die Steuerung beschränkt sich auf horizontale Bewegungen am unteren Bildschirmrand, das Abfeuern von Schüssen und das Aktivieren eines Schutzschildes. Bei aktiviertem Schild kann das Schiff nicht mehr bewegt werden. Wellen von Gegnern, die wie stilisierte Vögel aussehen, formieren sich über eurem Schiff und müssen abgeschossen werden. Immer wieder greifen einzelne Gegner oder kleine Gruppen an, bewegen sich auf schwer vorhersehbaren Kursen und versuchen auf euer Schiff zu schießen oder es zu rammen.

Alle Levels sind gleich aufgebaut, sie unterscheiden sich nur in Anzahl und Schnelligkeit der Gegner. Die ersten beiden Wellen bestehen aus zahlreichen kleinen Vögeln. Bei der zweiten Welle ist eure Schussfrequenz höher. In den Wellen drei und vier erscheinen zunächst Eier, aus denen sich größere Vögel entwickeln. Man muss ihren Rumpf treffen, um sie zu zerstören. Abgeschossene Flügel regenerieren sich nach kurzer Zeit. Die fünfte Welle besteht aus kleinen Vögeln, die ein großes Mutterschiff eskortieren. Man muss das Wesen im Zentrum des Schiffes treffen, um das Level abzuschließen. Zu diesem Zweck muss zunächst die Schiffshülle nach und nach zerstört werden. Das Mutterschiff gibt wie die Vögel Schüsse ab, außerdem bewegt es sich langsam nach unten.



Taito Legends

(Bild 2: Phoenix - Das Mutterschiff und kleine Vögel, wie sie auch in den ersten beiden Wellen vorkommen)


Dieses Spiel hat mich damals total fasziniert, möglicherweise deshalb, weil ich so etwas noch nie zuvor gesehen hatte. Ich war 13 oder 14 und kannte nur Pong, Space Invaders, Asteroids und dergleichen. Und dann das: Verschiedene Gegnertypen incl. Bosskampf, das Ganze in verschiedenen Farben und mit diversen Soundeffekten - klasse! Ich weiß nicht, wie viel Geld mich Phoenix gekostet hat, aber ich habe so viel Zeit damit verbracht, dass ich am Ende alle Highscores knacken konnte.

Elevator Action

Dieses Spiel stammt aus dem Jahre 1983 und hat ein ganz anderes Gameplay. Man steuert einen Spion durch ein Hochhaus, das man seitlich im Aufriss sieht. Über Aufzüge und Rolltreppen bewegt sich der Spion immer weiter nach unten, wo sein Fluchtauto wartet. In jedem Stock gibt es mehrere blaue Türen, aus denen Gegner kommen, die den Spion verfolgen und auf ihn schießen. Er kann den gegnerischen Schüssen durch Ducken und Springen ausweichen, außerdem kann er zurückschießen. Auf manchen Stockwerken findet man eine rote Tür. Die muss der Spion durchqueren, um Geheimdokumente zu stehlen.

Die Levels haben jeweils einen anderen Aufbau, außerdem werden die Gegner schneller und geschickter. Das System der Aufzüge / Rolltreppen wird von oben nach unten immer komplexer. Der Spion muss dann Umwege zurücklegen, um die roten Türen und das Fluchtfahrzeug zu erreichen, d.h. man muss überlegen, wie man zu diesen Zielen gelangen kann. Man kann Lampen abschießen, so dass es im Hochhaus vorübergehend dunkel wird, außerdem ist es möglich, die Gegner mit den Aufzugkabinen zu zerquetschen. Das kann natürlich auch dem Spion passieren.



Taito Legends

(Bild 3: Elevator Action - Level 1)


Obwohl Elevator Action nur mit einer selbst für damalige Verhältnisse äußerst unspektakulären 2D-Grafik aufwarten kann, so hat es mich doch auch für Stunden an den Bildschirm gefesselt. Irgendwie bin ich trotzdem nie über Level 2 hinausgekommen...

Sonstiges

Für alle Spiele gilt: Ganz wie früher muss vor dem Start eine "Münze" eingeworfen werden (SELECT-Taste), mit den Schultertasten startet man dann ein Spiel für einen oder zwei Spieler. Das ist aber nur jeweils einmal möglich, d.h. ein "Continue" gibt es nicht - "Game over" bedeutet hier wirklich das Ende eines Spiels.

Kurze Anleitungen zu jedem Spiel sind ingame abrufbar. Größe und Position des Bildschirms können angepasst werden und man kann den Schwierigkeitsgrad in drei Stufen einstellen. Highscores werden automatisch gespeichert. Das Spiel läuft auch auf der Playstation 3, es gibt auch eine PC-Version.

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich Taito Legends auf der PS3 gespielt habe, also nicht auf der Konsole, für die das Ding eigentlich gedacht ist - jedenfalls hat sich ein Spiel einmal derart aufgehängt, dass ich die Konsole vom Netz trennen musste! Auch sonst gab es manchmal kleinere Probleme: Ruckler zu Beginn eines Spieles oder beim Level-Wechsel.

Taito Legends enthält sogar ein wenig Bonusmaterial. Neben den Modellen der Spielautomaten (siehe Bild 1) und Aufnahmen der Original-Flyer (Werbeprospekte für die Spiele) sind kurze Videointerviews mit Tomohiro Nishikado (Entwickler von Space Invaders) und Fukio Mitsuji (Entwickler von Bubble Bobble), sowie Textinformationen zur Firmengeschichte von Taito vorhanden.

Bei den Screenshots bitte ich zu beachten, dass ich sie mit einer Digitalkamera vom Fernseher abfotografiert habe, d.h. die Playstation-Version von Taito Legends bietet nicht die Möglichkeit, Screenshots zu erstellen.

Fazit

Wenn ihr Gamer der ersten Stunde seid, dann werdet ihr schon feuchte Augen kriegen, wenn die altbekannte Dudelmusik erklingt - solltet ihr aber nicht in dieser Zeit aufgewachsen sein, dann werdet ihr euch angesichts der... hm... "minimalistischen" Pixelgrafik vermutlich entsetzt fragen, was an diesen Spielen denn so toll sein soll. Aus heutiger Sicht gar nichts, aber damals fanden wir diese simplen - aber keinesfalls einfachen - Games einfach unwiderstehlich. Wir hatten ja sonst nichts.

Und für den schnellen Spaß zwischendurch kann man auch heute durchaus nochmal das eine oder andere alte Game daddeln. Abgesehen davon ist die Sammlung einfach ein schönes Erinnerungsstück mit fast schon historischem Wert.

Eine Benotung ist unmöglich. Entweder man hat diese Spiele damals erlebt und geliebt, dann wird das heute nicht anders sein. Oder man kennt sie nicht, dann wird man sie einfach nur furchtbar finden.


J. Kreis, 07.04.2010



Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Torsten (08.06.2015):

Phoenix habe ich auch als Jugendlicher in der Spielhalle gespielt, aber auch Asteroids und andere Spiele, deren Namen ich nicht mehr weiß. Das war ziemlich aufregend, in manchen Spielen hielt ich über lange Zeit den Highscore. Da ist so manches Fünfmarkstück in den Automaten verschwunden.



Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)