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Supreme Commander Forged Alliance

System:
PC DVD-ROM

Genre:
Echtzeit-Strategie

Note: 2
SUPREME COMMANDER - FORGED ALLIANCE

Dies ist ein Add-On zum Echtzeit-Strategiespiel Supreme Commander. Das Hauptspiel wird allerdings nicht benötigt, Forged Alliance läuft isoliert. Es ist auch keine wie auch immer geartete Online-Registrierung oder ähnliches erforderlich.

Gameplay, Grafik usw. entsprechen in allen wesentlichen Punkten dem Hauptspiel. Hier gehe ich nur auf die Besonderheiten von Forged Alliance ein.

Neue Story

Der tausendjährige Krieg zwischen der United Earth Federation (UEF), den Aeon und den Cybrans wurde durch den Einsatz der Superwaffe "Black Sun" auf radikale Weise beendet. Dadurch ist jedoch ein Riss zwischen dem Standarduniversum und einer anderen Dimension entstanden - und durch diesen Riss konnten die Seraphim, ein nichtmenschliches Volk, das man für ausgerottet gehalten hat, ins Standarduniversum vordringen. Die Seraphim vernichten die Erde, dezimieren die Streitkräfte der UEF und beschädigen das Quantum-Gate-Netzwerk schwer. QAI, die Super-KI der Cybrans, gerät unter die Kontrolle der Seraphim. Dr. Brackman und seine Anhänger müssen in den tiefen Raum fliehen, um sich zu retten. Die meisten Aeon halten die Seraphim für Götter und kämpfen auf ihrer Seite. Obwohl Prinzessin Rhianne Burke spurlos verschwindet, bleiben manche Aeon ihr treu.

Die UEF, die Cybrans und die Aeon-Loyalisten bilden eine neue Koalition, um gemeinsam gegen die Seraphim und deren Verbündete zu kämpfen. Die Koalition formiert sich in der neuen Basis Fort Clarke auf dem Planeten Griffin IV und führt einen erfolgreichen ersten Angriff gegen die Seraphim. Doch es gibt auch Rückschläge: General Samantha Clarke stirbt, als ihre ACU von einem Seraphim-Commander zerstört wird. Die Koalition braucht nun dringend neue Führungskräfte, denn Griffin IV wird angegriffen...

...und hier steigt der Spieler ein. Zu Beginn der aus sechs Missionen bestehenden Kampagne müsst ihr euch für eine der drei Fraktionen der Koalition entscheiden. Die Seraphim sind in der Kampagne nicht spielbar (d.h. man kann ihre Einheiten natürlich erobern), das geht nur im freien Gefecht und im Multiplayermodus. Die Story schließt nahtlos an Supreme Commander an, und dass das Abfeuern von Black Sun unerwartete Folgen haben würde, war in den Abschlussfilmen des Hauptspiels schon angedeutet worden. Die Story beginnt mit einem wirklich sehenswerten Film und nimmt einige unerwartete Wendungen. Es gibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten, aber nicht alle überleben. Alternative Lösungswege gibt's zwar nicht, die Story endet immer mit dem Sieg der Koalition, aber erneut lässt der Abschlussfilm vermuten, dass da noch irgendetwas folgt, denn QAI bootet neu!

Neue Fraktionen / neue Einheiten

Die neuen Gegner in der Kampagne sind neben den von QAI kontrollierten Cybrans und den abtrünnigen Aeon natürlich die Seraphim. Die Einheiten dieser völlig neuen Fraktion haben ihr eigenes, unverwechselbares Design, obwohl ihre Funktion bis auf einzelne Ausnahmen (z.B. die experimentellen Einheiten) jener ihrer Gegenstücke bei den anderen Fraktionen entspricht - das ist im Hauptspiel ja genauso. Das Einheiten- und Gebäudedesign der Seraphim ähnelt dem der Aeon, ist aber noch eleganter und wirkt wegen des goldenen Lichts, das die Einheiten ausstrahlen, sehr edel. Das passt zur Story, schließlich haben die Aeon die Technik der Seraphim übernommen bzw. adaptiert.



Supreme Commander Forged Alliance

(Bild 1: Eine unmodifizierte ACU der Seraphim)


Aber auch die anderen drei Fraktionen verfügen über eine große Palette neuer Einheiten. Das sind natürlich vor allem verschiedene Angriffsbots, Fahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge mit den unterschiedlichsten Einsatzgebieten, aber auch Gebäude wie z.B. eine sehr effektive Schnellfeuerkanone mit hoher Reichweite zur Bodenverteidigung oder eine Einrichtung, die alles im nahen Umfeld reparieren kann. Hinzu kommen mehrere neue experimentelle Einheiten. Dazu gehört z.B. ein Satelliten-Kontrollsystem, das einen Kampfsatelliten steuert, der jeden Punkt des Schlachtfelds angreifen kann. Der Satellit selbst ist unangreifbar. Man muss schon das Kontrollzentrum zerstören, um ihn loszuwerden. Die Cybrans verfügen über einen experimentellen amphibischen Angriffsbot mit überschwerer Bewaffnung, der auch für Konstruktionszwecke eingesetzt werden kann. In der Kampagne dient einer dieser Bots als Träger des Bewusstseins von Dr. Brackman.



Supreme Commander Forged Alliance

(Bild 2: Der experimentelle Angriffsbot "Megalith" als Träger für Dr. Brackman)


Auf Seiten der Aeon steht ein experimenteller Ressourcengenerator zur Verfügung. Der Bau dieses Gebäudes verschlingt zwar Unmengen von Ressourcen und dauert extrem lange, aber der Nutzen rechtfertigt diesen Aufwand in jedem Fall. Der Generator erzeugt nämlich immer genau so viel Materie und Energie, wie ihr verbraucht. Wenn ein einziger Generator dieser Art fertig ist, braucht ihr keine anderen Energie- und Materiequellen mehr. Das Ding deckt immer euren gesamten Bedarf! Selbst die größten Energiefresser sind danach kein Problem mehr. Dummerweise hat so ein Generator den Effekt einer Atombombe, wenn er zerstört wird. Steht er in der Mitte eurer Basis, dann ist die danach Geschichte...



Supreme Commander Forged Alliance

(Bild 3: Der experimentelle Ressourcengenerator "Paragon".)


Sonstige Änderungen

Schon in der ersten Mission können alle Fabriken bis zum höchsten Tech-Level aufgewertet werden, so dass man von Beginn an aus dem Vollen schöpfen kann. Das Balancing wurde verbessert, was man unter anderem an der stark verlängerten Bauzeit für Atomraketenwerfer merkt.

Ansonsten hat sich nur noch die Benutzeroberfläche erkennbar verändert. Die eingeblendeten Informationen und Anzeigemöglichkeiten wurden stark erweitert, sie sind aber transparent, so dass die Karte nicht mehr so sehr überdeckt wird. Die verschiedenen Elemente wurden außerdem übersichtlicher positioniert. Man kann die Mini-Map jetzt beliebig vergrößern, an eine andere Position schieben und genauso ausschalten wie andere Elemente. Angeblich soll sich auch die Wegfindung der Einheiten verbessert haben, aber das kann ich nicht bestätigen. Vor allem große Schiffe schlagen immer noch alle möglichen Wege ein - aber oft nicht die von mir gewünschten.

Fazit

Das Add-On bietet zwar "nur" sechs Missionen, in denen man das neue Volk - die Seraphim - nur als Gegner antrifft, aber der Umfang der Missionen macht die geringe Anzahl mehr als wett. Jede Mission besteht aus mehreren aufeinander folgenden Stufen, bei denen sich das Einsatzgebiet ausweitet. Mit diesen riesigen Szenarien ist man mit einer einzigen Mission schon mal einige Stunden lang beschäftigt! Die vielen neuen Einheiten bringen mehr Abwechslung ins Schlachtengetümmel, die Story ist ganz interessant und die gegnerische KI ist fordernd, ohne unfair zu werden. Alle Stärken des Hauptspiels wurden beibehalten, die Bedienung wurde verbessert und die Grafik wurde etwas aufpoliert. All das wertet den ohnehin schon großen Spielspaß von Supreme Commander weiter auf.

Ich vergebe trotzdem dieselbe Note wie für das Hauptspiel, denn einen kleinen Wermutstropfen habe ich doch entdeckt: Im Grunde muss man seine Strategie, zumindest als UEF-Commander, nie variieren. Wenn man die ersten Angriffswellen des Gegners abgewehrt hat, dann kann man in aller Ruhe ein paar experimentelle Artilleriestellungen aufbauen, bevor man die letzte Hauptaufgabe der aktuellen Missionsstufe erledigt. So hat man nämlich genug Feuerkraft, um jedes Ziel - egal wie weit weg es ist - aus sicherer Entfernung zu eliminieren. Dann befestigt man die Basis noch mit Schutzschirmen sowie mit Massen von Luftabwehr- und Punktverteidigungsgeschützen. Danach kann man sich zurücklehnen und dabei zuschauen, wie sich der Gegner an der Basis die Zähne ausbeißt, während die experimentelle Artillerie bei ihm alles in Grund und Boden stampft... Schöner wäre es, wenn man gezwungen wäre, die vielen taktischen und strategischen Optionen, die das Spiel bietet, auch wirklich auszureizen.

J. Kreis, 12.04.2011





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