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Stronghold Collection

Stronghold

Stronghold Crusader

Stronghold Crusader Extrem

System:
PC DVD-ROM

Genre:
Echtzeit-Strategie

Note: 2
STRONGHOLD COLLECTION

Die spottbillige Stronghold Collection enthält die Spiele Stronghold (2001), Stronghold Crusader (2002), Stronghold Crusader Extreme (2008), Stronghold 2 (2005) und Stronghold Legends (2006) komplett mit allen Patches. Mit dieser Box erhält man also sehr viel Spiel fürs Geld! Weil das so ist, teile ich meine Review in zwei Hälften auf. Um die ersten drei Titel geht es in diesem Teil, die anderen beiden folgen irgendwann später in Teil 2.

Story / Kampagnen usw.

Die Handlung von Stronghold und Stronghold Crusader spielt in der Zeit der Kreuzzüge. Schauplatz der Story von Stronghold ist England im Jahre 1066 n.Chr. Der König wird gefangen gehalten, vier mächtige Lords reißen die Macht an sich: Herzog de Puce (genannt "die Ratte"), Herzog Beauregard ("die Schlange"), Herzog Truffe ("das Schwein") und Herzog Volpe ("der Wolf"). Ihr übernehmt die Rolle eines Heerführers, dessen Vater von einem dieser Usurpatoren ermordet wurde. In den 21 Missionen der Militärkampagne habt ihr die Aufgabe, ein von den Lords besetztes Gebiet nach dem anderen für den König zurückzuerobern. Sir Longarm und Lord Woolsack, zwei königstreue Fürsten, stehen euch beratend zur Seite. Hinzu kommen noch fünf Missionen der Wirtschaftskampagne, in denen ihr nach eurem endgültigen Sieg über die Lords dafür sorgen müsst, dass sich die geplünderten Schatz- und Vorratskammern des Königs wieder füllen.

Die Handlung der 20 Kampagnen-Missionen von Crusader findet im Mittelmeerraum statt. Die vier Lords gehören auch hier zu euren Gegenspielern, neue kommen hinzu. Die Kampagne folgt den historischen Ereignissen der Kreuzzüge. Ihr übernehmt abwechselnd die Rolle von Kreuzfahrern und von Sultan Saladin. Die Kreuzfahrer müssen Festungen gegen Einheimische verteidigen, Saladin muss sie zurückerobern. Dafür steht ihm nur eine begrenzte Anzahl von Soldaten zur Verfügung, d.h. in der Rolle des Saladin könnt ihr im Gegensatz zu den Kreuzfahrer-Missionen keine Basen bauen und müsst mit den Truppen auskommen, die zu Beginn der Mission zur Verfügung stehen.

In den Kampagnen besteht euer Missionsziel in der Regel darin, entweder alle feindlichen Angriffe abzuwehren oder den gegnerischen Burgherrn zu töten. Manchmal müssen außerdem bestimmte Mengen von Nahrungsmitteln oder Waffen hergestellt werden. Geht es um die Verteidigung eurer Burg, dann läuft eine Frist bis zur finalen Schlacht ab. Das ist die Zeit, die euch zur Verfügung steht, um euch für den größten Angriff vorzubereiten, der allerdings meist nicht der erste ist - kleinere Überfälle finden permanent statt. Geht es um die Beschaffung von Rohstoffen, dann müsst ihr das ebenfalls in der Regel innerhalb eines Zeitlimits schaffen.

Eine Story wird nur in den Kampagnen mit gesprochenen Einleitungen erzählt. Cutscenes sind nicht vorhanden, nur einzelne Bilder. Außerdem erhaltet ihr nützliche Strategietipps.



Stronghold Stronghold

(Bild 1: Missionsbriefing in Stronghold)


Stronghold Stronghold

(Bild 2: Missionsbriefing in Stronghold Crusader)


Außerhalb der Kampagnen könnt ihr euch auf einer Vielzahl von Maps austoben, mal mit, mal ohne computergesteuerte Gegner und Verbündete. Im Belagerungs-/Verteidigungs-Modus müsst ihr Burgen erobern bzw. verteidigen, die historischen und fiktiven Vorbildern nachgebildet sind. Dazu gehören unter anderem Camelot, der Tower von London und die Wartburg. In Crusader steht ein Spielmodus namens "Kreuzzug" zur Verfügung, der euch durch Dutzende aufeinander folgende, thematisch aber nicht zusammenhängende Missionen führt. Wenn euch eine Mission zu schwer ist, könnt ihr sie überspringen. Das ist aber nur drei Mal möglich. Crusader Extreme enthält keine Kampagne und somit keine eigene Story, sondern zwanzig Kreuzzugs-Missionen.



Stronghold

(Bild 3: Der Beginn des Spielmodus "Kreuzzug". Jeder Kreis auf der Karte steht für eine Mission.)


Wenn ihr keine Lust auf Krieg habt, könnt ihr im Modus "Freies Bauen" nach Herzenslust Burgen kreieren. Das wird aber schnell langweilig, denn dabei gibt es ja keine Herausforderung. Es stehen auch Editoren für eigene Szenarien zur Verfügung. Sie sind einfach zu bedienen, so dass ihr schnell zufriedenstellende Ergebnisse erzielen werdet.

Aufbau

Wie schon erwähnt müsst ihr in manchen Missionen mit den Soldaten auskommen, die euch zur Verfügung gestellt werden und könnt keine zusätzlichen Truppen erschaffen. Experimente könnt ihr euch dann nicht leisten, stattdessen müsst ihr die Stärken und Schwächen der verschiedenen Einheiten genau kennen und eure Truppen weise einsetzen. Meist beginnt eure Mission aber mit dem Aufbau einer Basis. Kern der Siedlung ist immer der Bergfried, alle anderen Gebäude müssen in seiner Nähe errichtet werden. Es ist deshalb nicht so einfach, vorgeschobene Basen und Brückenköpfe zu etablieren. Beim Bergfried erscheinen automatisch Burgbewohner, die zunächst einmal untätig im Kreis herumsitzen und sich in Bauern, Schmiede, Bogenmacher, Bierbrauer, Schankwirte usw. verwandeln, sobald ihr die entsprechenden Gebäude errichtet. Alle Gebäude sind nach dem Platzieren sofort einsatzbereit, es muss keine Bauzeit abgewartet werden. Habt ihr Waffen produziert und Militärunterkünfte errichtet, dann könnt ihr die herumlungernden Burgbewohner in Soldaten oder Baumeister für Belagerungsgeräte umwandeln. Die maximale Bevölkerungszahl wird durch den Bau von Hütten gesteigert. Nur wenn eure Beliebtheit bei 50 Prozent und mehr liegt, kommen neue Bewohner zur Burg. Ist sie geringer, verlassen sie sie. Das kann fatal sein, wenn ihr mitten in einer Schlacht steckt und dringend neue Streitkräfte aufstellen müsstet - es sind dann einfach keine Rekruten da, die bewaffnet werden könnten!

Die Wirtschaftskreisläufe und Technologiebäume sind ausreichend komplex, ohne zu kompliziert zu sein. Rohstoffe müssen erst einmal abgebaut werden, es sei denn, man besitzt so viel Gold, dass man sie kaufen kann. Ein stetiger Nachschub an Holz und Nahrungsmitteln mit kurzen Verkehrswegen für die Arbeiter ist besonders zu Anfang sehr wichtig, denn Holz wird für fast alle Gebäude und für die Produktion mancher Waffen benötigt (für Wälle und Türme braucht man Steine). Die verhasste Meldung "Wir benötigen mehr Holz", in leicht vorwurfsvollem Tonfall vorgetragen, hat sich tief in meine Hirnwindungen eingegraben... Wenn es keine Nahrung mehr gibt, sinkt eure Beliebtheit sehr schnell. Da bringen irgendwann auch Spenden aus der Schatzkammer nichts mehr.



Stronghold

(Bild 4: Einige rund um das Vorratslager gruppierte Rinderzuchten, Getreidefarmen, Hopfenplantagen und sonstige Produktionsgebäude)


Gold erhaltet ihr durch den Verkauf von Waren und durch das Erheben von Steuern. Der Steuersatz kann gesteigert oder ins Minus verringert werden. Das sind dann die o.g. Spenden an das Volk, durch die eure Beliebtheit gesteigert wird. Für den Handel errichtet ihr einen Marktplatz. Dort könnt ihr eure Überschüsse versilbern und dringend benötigte Ressourcen (auch Waffen) hinzukaufen. Durch hohe Steuern sinkt eure Beliebtheit natürlich rapide. Ihr könnt das ausgleichen, indem ihr den Burgbewohnern größere Nahrungsmittelrationen zuteilt. Auch der Bau von Kirchen, Kneipen und Vergnügungseinrichtungen lässt die Beliebtheit anwachsen. Eine Schenke ohne Bier ist aber sinnlos. Es müssen also Hopfenfarmen und Brauereien gebaut werden, und das kostet wertvolle Ressourcen! Wenn ihr euch deshalb lieber auf Drohungen verlasst, könnt ihr die Bewohner mit Folterwerkzeugen und dergleichen einschüchtern. Dadurch steigert ihr gleichzeitig ihre Produktivität.

Lobenswert: Es ist ein ausführliches Ingame-Lexikon vorhanden. Ihr könnt das Spiel jederzeit pausieren und euch untereinander verlinkte Beschreibungen der Gebäude und Einheiten anschauen.

Verteidigung und Belagerung

Schon während des Aufbaus werdet ihr immer wieder angegriffen. Es ist durchaus möglich, eine Burg so zu befestigen, dass sie sich ohne euer Eingreifen verteidigen kann, aber das wird im Verlauf der Kampagne immer schwieriger. Tatsächlich gibt es meist nur genau einen richtigen Weg zum Aufbau der Befestigungsanlagen sowie der Rohstoff- und Waffenproduktion. Verschwendet man Ressourcen oder schafft man es nicht, rechtzeitig eine ausreichend große Armee zusammenzustellen, dann wird man bei der Entscheidungsschlacht unweigerlich überrannt. Hinzu kommen öfters "zufällige" Ereignisse, die allerdings so zufällig gar nicht sind. Wenn euer Missionsziel etwa darin besteht, viel Nahrung zu sammeln, dann könnt ihr sicher sein, dass eure Farmen regelmäßig von Schädlingen befallen werden, dass in den Bäckereien Feuer ausbricht, oder dass eure Arbeiter wilden Tieren zum Opfer fallen. Muss viel Gold gescheffelt werden, dann bricht dauernd die Pest aus, wodurch die Zufriedenheit der Bewohner in den Keller sackt, so dass ihr nicht wagen dürft, hohe Steuern zu erheben. Es empfiehlt sich, Apotheken zu bauen, die der Krankheit entgegenwirken.

Für den Kampf steht eine recht umfangreiche Palette an Nah- und Fernkämpfern sowie Kriegsmaschinen zur Verfügung. Für ihre Erschaffung braucht man Gold. Wie im RTS-Genre üblich gibt es für jede Einheit den passenden Gegenpart, der ihr Paroli bieten kann. Bogenschützen können zum Beispiel kaum etwas gegen gepanzerte Schwertkämpfer ausrichten, während Armbrustschützen gute Chancen haben, einen Schwertkämpfertrupp auszuschalten, bevor er sie erreicht. Triboke eignen sich aufgrund ihrer überlegenen Reichweite besonders gut für die Belagerung. Sie können sogar tote Rinder über die Wälle schleudern, so dass in der Burg die Pest ausbricht. Triboke können sich aber nicht selbst verteidigen und müssen gut bewacht werden, zumal sie recht teuer sind. Feuer ist ein wichtiges Mittel für Angriff und Verteidigung. Gebäude können in Brand gesetzt werden, und wenn sie nahe beieinander stehen, kann sich das Feuer über die gesamte Siedlung ausbreiten. Hier ist der Aufbau von Brunnen hilfreich, mit deren Hilfe die Burgbewohner Brände selbst bekämpfen können. Pechgruben vor euren Wällen werden mit Brandpfeilen angezündet und sind dann eine tödliche Falle - siehe Bild 5!



Stronghold

(Bild 5: Hier sind ausnahmsweise mal feindliche Soldaten buchstäblich ins Feuer gerannt)


Die Eroberung einer Burg verläuft meist in denselben Bahnen: Man hemmt die gegnerische Wirtschaft durch Zerstörung der vorgelagerten Produktionsgebäude und rammt dann Löcher in die Wälle, unterminiert sie oder stürmt mit Leitern und Belagerungstürmen. Möglichst viele Fußkämpfer werden zum gegnerischen Bergfried geschickt, während Fernkämpfer und Ritter die Verteidiger dezimieren. Sobald der Burgherr getötet wurde, habt ihr gewonnen (der Tod eures Burgherrn bedeutet sofortige Niederlage). Die feindliche Siedlung wird dann automatisch dem Erdboden gleich gemacht, alle gegnerischen Soldaten fallen tot um. Müsst ihr eure Burg verteidigen, dann schneidet ihr die Standard-Angriffswege eurer Gegner mit Steinwällen und Türmen ab, die mit Massen von Fernkämpfern und Ballisten (gut gegen Belagerungsmaschinen) besetzt sind. Ein Burggraben ist ein prima Hindernis, denn bis gegnerische Lanzenträger ihn wieder zugeschüttet haben, bleibt euch genug Zeit für andere Gegenmaßnahmen. Pechgruben, mit angespitzten Holzpfählen gefüllte Mörderlöcher und Zwinger mit Kampfhunden sind ebenfalls hilfreich.

Das klingt einfacher als es ist, denn die KI ist suboptimal, um es mal vorsichtig auszudrücken. Bei defensiv eingestellter Grundhaltung lassen sich die Soldaten widerstandslos aus der Ferne ausschalten. Bei aggressiver Haltung rennen sie blind sie ins Verderben und greifen unterwegs alles an. Sie ignorieren Gegner, denen sie sich nähern, selbst dann nicht, wenn man ihnen den Befehl erteilt hat, einen ganz anderen gefährlicheren Feind oder ein bestimmtes Gebäude zu attackieren. Deshalb töten die Soldaten zum Beispiel immer erst alle vor dem Bergfried herumlungernden Arbeiter, bevor sie weiter zum Burgherrn vorrücken. In der Zwischenzeit sind sie leichte Opfer für feindliche Fernkämpfer. Der Burgherr kann übrigens zwar gesteuert werden und ist sehr schlagkräftig, hat aber seinen eigenen Kopf. Er wandert oft irgendwo auf der Map herum und bringt sich damit selbst in Gefahr...

Das Mikromanagement der Armee ist relativ unkomfortabel. Man kann keine Produktionsschlangen erzeugen, sondern muss jeden Soldaten einzeln durch Mausklick erschaffen. Neu ausgebildete Soldaten wandern stets erst einmal vom Bergfried zu ihrer Unterkunft, wenn man sie nicht vorher abfängt. Es ist nicht möglich, einen Wegpunkt zu setzen, zu dem sie sich sofort nach ihrer Erschaffung begeben sollen. Alle Militäreinheiten werden mit defensiver Grundhaltung erschaffen, so dass man die Haltung für jede neue Gruppe manuell ändern muss. Baumeister, die brennendes Pech von den Wällen schütten sollen, handeln nicht eigenständig. Man muss ihnen immer wieder neue Befehle erteilen, wodurch ihre Nützlichkeit gegen Null tendiert. Die Wegfindung ist zwar akzeptabel (die Soldaten bleiben nicht an irgendwelchen Hindernissen hängen), aber es können keine Formationen gebildet werden. Angreifende Armeen wuseln wild durcheinander, wodurch die Kontrolle erschwert wird.

Außerdem sind Treffergenauigkeit und Reichweite gegnerischer Einheiten definitiv besser als bei genau denselben Einheiten, die man selbst befehligt. Ich habe immer wieder erlebt, dass meine Bogenschützen, die auf Türmen positioniert waren und somit laut Handbuch eine höhere Reichweite haben sollten, keinen einzigen der auf dem Boden stehenden gegnerischen Schützen erreichen konnten, während diese fleißig einen Pfeilregen nach dem anderen auf meine Jungs abfeuerten!

Besonderheiten für Crusader und Crusader Extreme

In Crusader gelten einige Besonderheiten. Zunächst einmal ist der Schwierigkeitsgrad nicht mehr einstellbar. Außerdem kommt mit Saladins Streitkräften ein völlig neues Paket von Militäreinheiten hinzu. Sehr interessant ist hierbei der Meuchelmörder, der Wälle unerkannt erklimmen und Torhäuser erobern kann. Selbst wenn ihr auf Seiten der Kreuzfahrer kämpft, könnt ihr diese Einheiten nutzen, denn es gibt auch ein neues Gebäude: Den Söldnerposten. Dort könnt ihr gegen Gold alle arabischen Einheiten kaufen, und das erweist sich immer wieder als spielentscheidend. Söldner sind erheblich teurer als selbst produzierte Einheiten. Neu sind auch die Feuerballisten, mit denen man verheerenden Schaden an gegnerischen Gebäuden anrichten kann. Alle Gebäude haben ein neues, "mediterran" wirkendes Erscheinungsbild. Neue, arabisch klingende Musiktitel und Sprachsamples runden die "Wüstenatmosphäre" ab.

Crusader Extreme enthält zwei weitere neue Features. Zunächst einmal geht die Aufstellung großer Armeen viel schneller als in den anderen beiden Spielen, und zwar vor allem wegen eines neuen Gebäudes, das ihr allerdings nicht selbst erschaffen oder steuern könnt: Dem Außenposten. Er steht von Beginn an in der Nähe des Bergfrieds und produziert in regelmäßigen Abständen große Soldatengruppen. Das ist kostenlos und geschieht unabhängig von eurer maximalen Burgbevölkerung, d.h. die Kämpfer kommen zu den von euch selbst erschaffenen Truppen hinzu! So erhält man innerhalb kurzer Zeit Armeen mit mehreren tausend (!) Einheiten. Wenn zwei so große Armeen aufeinanderprallen, entsteht ein unglaubliches Durcheinander. Der Außenposten steht euch leider nicht in allen Kreuzzugsmissionen zur Verfügung, denn ohne den permanenten Nachschub an neuen Soldaten sind diese Missionen ganz schön schwer!

Das zweite neue Feature sind die "Taktischen Hilfen". Am rechten Bildschirmrand seht ihr einen langsam anwachsenden Fortschrittsbalken, durch den nach und nach zahlreiche Spezialfähigkeiten freigeschaltet werden. Das sind Pfeil- und Steinregen (letzterer vernichtet mehrere Gebäude auf einmal), Heilung aller Einheiten in einem kleinen Areal, Erschaffung kleiner Gruppen diverser Militäreinheiten und Gold. Je nach Wert der verbrauchten Hilfe sinkt der Fortschrittsbalken ab und füllt sich allmählich erneut.



Stronghold

(Bild 6: Ein Teil von Kringels Riesenarmee, am rechten Bildrand seht ihr die Leiste der taktischen Hilfen)


Zum Glück hat nur der menschliche Spieler Zugriff auf die taktischen Hilfen und nicht auch die CPU-Gegner, denn die sind an sich schon extrem aggressiv und werfen euch unglaubliche Horden von Soldaten entgegen. Die brauchen solche Hilfen gar nicht, um euch in Windeseile platt zu machen!

Spielwelt / Grafik

Ende 2012 soll die Grafik der hier beschriebenen Spiele durch einen Patch aufgehübscht worden sein. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Patchversion in der Stronghold Collection enthalten ist, gehe aber davon aus. Wenn ich mir die Screenshots anschaue, die im Internet zum Thema HD-Grafik zu finden sind, dann sehe ich jedenfalls keinen Unterschied zu meinen Spielversionen. Spektakuläre Lichteffekte und dergleichen werden zwar nicht geboten, aber die Grafik erfüllt durchaus ihren Zweck. Der Bergfried, die Werkstätten, Farmen usw. sind schön detailreich. Wenn in einem Gebäude gearbeitet wird, clippt das Dach weg, so dass man den Leuten bei ihren Tätigkeiten zusehen kann. Man kann beobachten, wie ein Bauer die Saat ausbringt, wie das Korn wächst und gemäht wird. Der Bauer bringt die Garben zum Vorratslager, wo sie vom Müller mitgenommen und in der Mühle zu Mehl verarbeitet werden. Die Müllergehilfen bringen die Mehlsäcke zum Vorratslager, woraufhin die Bäcker kommen, um sie abzuholen und Brot zu backen. All diese Produktionskreisläufe sind richtig schön animiert. Auch die Einrichtungen, mit denen ihr die Zuneigung des Volkes gewinnt oder die Burgbewohner einschüchtert, sind schön gemacht. Da tollen Kinder um einen Maibaum herum, ein Tanzbär sorgt für Vergnügen, ein Henker steht am Hackblock...

Leider gibt es nur zwei Zoomstufen. Ich habe irgendwann fast nur noch die weiter entfernte Ansicht gewählt, die andere ermöglicht keinen ausreichenden Überblick. Die gesamte Karte ist von Beginn an aufgedeckt, die Gebiete des Gegners sind nicht im "Nebel des Krieges" verborgen. Während die vorherrschende Farbe in England grün ist, dominieren in der Wüste logischerweise Brauntöne. Rohstoffe wie Steine und Eisenerz liegen frei herum. Pech, das zu Verteidigungszwecken benötigt wird, baut man in Sumpfgebieten ab. Holz kann knapp werden, denn irgendwann sind alle Bäume gefällt. Sie wachsen aber langsam nach. Die Geländestrukturen sind nicht besonders stark ausgeprägt, d.h. es gibt keine hohen Gebirge oder dergleichen. Unpassierbare Klippen und Flüsse sind vorhanden.



Stronghold

(Bild 7: Eine Siedlung mit vielen Wasserkübeln für die Feuerwehr. Links oben geht's ins Gebirge, rechts oben sind Steinbrüche)


Fazit

Dass ein Spiel zehn Jahre alt ist, heißt nicht, dass man es keines Blickes mehr würdigen sollte. Das wird von der Stronghold Collection eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die ersten beiden Spiele der Reihe können mit abwechslungsreichen Kampagnen, einer Vielfalt militärischer Einheiten, nett gestalteten Gebäuden und einem gut durchdachten Wirtschaftssystem punkten. Die neu hinzugekommenen Features von Crusader Extreme sorgen für Abwechslung, allerdings sorgt der hohe Schwierigkeitsgrad auch für Frust.

Ich würde Stronghold und Stronghold Crusader aber nicht als "Burgenbau-Simulation" bezeichnen. Zugegeben: Es stehen durchaus einige Verteidigungsanlagen zur Verfügung. Man kann die eigene Basis mit Mauern, Türmen, Burggräben und anderen Einrichtungen absichern - umgekehrt muss man all das bei feindlichen Basen erst einmal überwinden - aber man hat nicht wirklich den Eindruck, eine richtige Burg zu bauen. Es sind meist gar nicht genug Zeit und Ressourcen zum Bau ausgeklügelter, architektonisch schöner Wallanlagen vorhanden. Stattdessen positioniert man Türme an strategisch wichtigen Punkten, blockiert Einfallswege mit Mauern und stellt ansonsten alle möglichen Produktionsgebäude genauso offen und ungeordnet in die Landschaft, wie man es bei jedem anderen RTS-Game auch macht.



Stronghold

(Bild 8: Diese Burg ist Bestandteil einer fertigen Map - so schöne Anlagen werdet ihr wahrscheinlich nie selbst bauen)


Trotzdem vergebe ich, vorerst nur bezogen auf Stronghold, Stronghold Crusader und Stronghold Crusader Extreme, die Note 2, denn die Spiele machen einfach einen Heidenspaß.

J. Kreis, 30.01.2013





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