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Sleeping Dogs

System:
Sony
Playstation 3

Genre:
Action-Adventure

Kurzreview
SLEEPING DOGS

Ihr kennt Grand Theft Auto IV? Dann kennt ihr auch Sleeping Dogs. Bis auf die Story, den Schauplatz und einige Details ähneln sich die beiden Spiele sehr.

Story

Wei Shen kehrt als Undercover-Cop aus den USA zurück in seine Geburtsstadt Hongkong, die Hochburg der chinesischen Triaden. Im Auftrag von Superintendent Pendrew soll Shen die Sun On Yee-Triade unterwandern, was ihm aufgrund seiner Kontakte aus der Jugendzeit problemlos gelingt. Shen verfolgt dabei gleichzeitig eigene Interessen. Seine Schwester ist seinerzeit von einem "Red Pole"-Unterführer missbraucht und drogensüchtig gemacht worden. Shen will ihren Tod rächen. Mit Hilfe eines alten Freundes wird er in Winston Chus Bande aufgenommen und arbeitet sich allmählich in der Triaden-Hierarchie nach oben, bis er eines Tages selbst den Rang eines Red Pole erhält. Er wird in den gnadenlosen Krieg gegen die 14K-Triade und den Machtkampf innerhalb der Sun On Yee verwickelt. Für Shen verschwimmen die Grenzen zwischen Freund und Feind, und irgendwann weiß er nicht mehr, welche der beiden Seiten seine Loyalität überhaupt noch verdient...

Gameplay

Shens Doppelleben spiegelt sich im Gameplay wider. Er kann gleichzeitig Aufträge von seinen Vorgesetzten bei der Polizei und von der Sun On Yee annehmen. Je nachdem, wie er sich im Verlauf der Missionen verhält, erhält er mehr oder weniger Cop- und Triaden-Punkte. Sachbeschädigung, das Töten von Unschuldigen usw. führen zum Punktabzug auf Seiten der Cops. Kopfschüsse, gelungene Nahkampfattacken und dergleichen bringen Triaden-Punkte ein. Mit diesen Punkten können besondere Fähigkeiten freigeschaltet werden (Shen findet Schusswaffen in Polizeiautos, lernt Special Moves, richtet mehr Schaden im Kampf an usw.). Gleichzeitig steigt Shens allgemeines Ansehen, wozu auch Siege bei illegalen Straßenrennen und das Erledigen von Gefälligkeiten für neutrale Personen beitragen. Zu den Gefälligkeiten gehören auch Romanzen, bei denen es sich aber praktisch immer um One-Night-Stands handelt. Sozialkontakte pflegen wie in GTA IV? Damit gibt sich Shen gar nicht erst ab! Für erfüllte Gefälligkeiten und höhere Ansehensstufen erhält man ebenfalls nützliche Belohnungen. Somit gibt es in Sleeping Dogs sogar ein bisschen Charakterentwicklung.

In den Missionen geht es nicht nur darum, Gegner zu verfolgen und auszuschalten oder Personen mit dem Auto von A nach B zu bringen. Man muss auch mal Gebäude verwanzen, fremde Handys orten, Tresore knacken, Überwachungskameras hacken und dergleichen mehr. Dieser Abwechslungsreichtum - zusammen mit der Story, die so einige unerwartete Wendungen und moralische Konflikte enthält - sorgt dafür, dass das Spiel nicht langweilig wird. Abseits der Missionen gibt es kaum etwas zu tun: Klamotten und Fahrzeuge kaufen, Karaoke singen, Geld bei Hahnenkämpfen verwetten, in Fightclubs mitmischen und Mah-Jongg-Poker spielen - das war's im Wesentlichen schon. Außerdem gilt es überall in der Stadt versteckte Tresore (mit Geld und anderen Goodies), Gesundheitsschreine (je fünf erhöhen die maximalen HP) und Überwachungskameras zu finden. Die aus GTA IV bekannten Internetcafes und TV-Sendungen findet man hier nicht.

Genau wie in GTA IV kann jedes beliebige Fahrzeug (Autos, Zweiräder und Boote) geknackt und verwendet werden. Man kann Autos sogar während der Fahrt durch einen Sprung aufs Dach kapern. Jedes Fahrzeug hat sein eigenes Fahrverhalten, insgesamt ist das Handling aber sehr arcadelastig. Solange ein Auto nicht so schwer beschädigt wird, dass es explodiert, hat das Schadensmodell (auch Einschusslöcher sind zu sehen) rein optische Auswirkungen. Wenn die Cops ein Verbrechen sehen, oder wenn sich feindliche Gangster an Shens Fersen heften, entwickeln sich packende Feuergefechte und Verfolgungsjagden. Reifen können zerschossen werden, so dass sich die Autos überschlagen. Meist setzt Shen seine Gegner aber im Nahkampf außer Gefecht. Dabei kann er Umgebungsobjekte benutzen. Gegner können also mit Hilfe von Ventilatoren, Kreissägen usw. "entsorgt" werden. Soweit ich weiß, geht das in der geschnittenen deutschen Version nicht. Die Gewaltdarstellung ist ohnehin ziemlich derb!

Hongkong

Sleeping Dogs spielt ausschließlich in Hongkong. Die Stadt soll dem realen Vorbild genau nachgebildet sein. Ich war noch nie dort, kann es also nicht beurteilen. Alle Stadtviertel können von Anfang an betreten werden. Grundsätzlich genießt man absolute Bewegungsfreiheit in der riesigen Stadt und auf dem Meer, aber leider ist der größte Teil doch nur Kulisse. Ganz wenige Gebäude wie die sicheren Häuser (dort kann Shen schlafen und sein Outfit wechseln) und diverse Shops können betreten werden. Jedes Stadtviertel hat seinen eigenen Charakter. Moderne Wolkenkratzer und schick gekleidete Passanten im Bankenviertel, enge Gassen mit massenweise Neonreklame in den Wohnvierteln... insgesamt macht die Stadt einen guten Eindruck.

Hafenanlagen und Docks, vorgelagerte Inseln, Hochautobahnen, Sehenswürdigkeiten, kleine Parks und Tempel - das alles wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet, Tag-Nacht-Wechsel und unterschiedliche Wetterverhältnisse inklusive. Leider ist die Fernsicht stark eingeschränkt. Alles, was ein paar hundert Meter weit weg ist, verschwimmt im Nebel. In den Häuserschluchten fällt das nicht so stark auf, wohl aber, wenn man Hongkong mit dem Boot umrundet. Da zeigen sich unschöne Pop-ups und matschige Texturen.

Fazit

Sleeping Dogs ähnelt GTA IV so sehr, dass man das Spiel fast für ein umfangreiches Add-On halten könnte. Sleeping Dogs macht viel Spaß, kann dem Vorbild aber doch nicht das Wasser reichen. An der Hauptfigur liegt's nicht! Wei Shen ist auf seine Art ein ebenso interessanter Typ wie Nico Bellic. Es liegt wohl eher am zweiten, heimlichen Hauptdarsteller: Der Stadt. Liberty City ist letzten Endes doch irgendwie interessanter als Hongkong.

Positiv:

+ Spannende, realistisch inszenierte Story mit interessanter Fernost-Atmosphäre
+ Völlige Bewegungsfreiheit in einer riesigen, detailreichen Stadt
+ Gut gelungene Animationen, spektakuläre Explosionen
+ Viele Special Moves (Tastenkombinationen)
+ Nahkämpfe und Feuergefechte gut beherrschbar
+ Absolvierte Missionen und Rennen beliebig oft wiederholbar
+ Einblendbare Karte mit Hinweissymbolen, eigenen Wegpunkten und Navigationssystem
+ Viele Radiosender mit unzähligen bekannten und unbekannten Musiktiteln
+ Umfangreiche Statistiken und Erfolgslisten

Negativ:

- Wenige Betätigungen in der Stadt, freies Erkunden bringt kaum was
- Nervende dynamische Kamera, geringe Fernsicht
- Speichern jederzeit möglich (plus Checkpoints), aber Neustart immer im sicheren Haus
- Waffen bleiben nicht permanent im Besitz
- Navigationsanzeige manchmal irreführend oder falsch
- Gegner spawnen direkt neben der Spielfigur
- Keine Fluggeräte

J. Kreis, 17.10.2012





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