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The Elder Scrolls IV - Shivering Isles

System:
PC DVD-ROM

Genre:
RPG

Note: 2
THE ELDER SCROLLS IV - SHIVERING ISLES

Vorwort

Dieses Spiel ist ein Add-On für Oblivion, d.h. ohne das Hauptspiel kann es nicht verwendet werden.

Wenn in dieser Review die Worte Morrowind, Oblivion und Shivering Isles kursiv geschrieben sind, dann sind die Spiele gemeint - wenn nicht, meine ich die gleichnamigen Schauplätze.

Da es im Vergleich zum Hauptspiel praktisch keine Änderungen in Bezug auf Gameplay, Steuerung, Grafik und so weiter gibt, kann ich mich diesmal relativ kurz fassen. Eine ausführliche Review zum Hauptspiel habe ich ja schon geschrieben, ihr findet sie hier. Alle Probleme, die das Hauptspiel mit sich bringt, habt ihr also auch mit dem Add-On noch.

Das Schöne aber ist: Ihr müsst das Hauptspiel nicht neu beginnen, um das Add-On spielen zu können. Damit entfällt auch die Erstellung oder Entwicklung eines Charakters. Ihr spielt einfach mit eurem Helden aus Oblivion weiter - natürlich könnt ihr auch noch mal von vorn anfangen, wenn ihr wollt.

Die Story

Ob ihr nun ein ganz neues Spiel beginnt oder mit einem Oblivion-Spielstand weitermacht: In jedem Fall werdet ihr nach der Installation des Add-Ons eine Questnachricht erhalten, die euch darauf hinweist, dass sich ein seltsames Portal auf einer (durch das Add-On neu hinzugekommenen) kleinen Insel in der Niben-Bucht geöffnet hat. Sobald ihr durch dieses Portal hindurchtretet, befindet ihr euch im Reich Sheogoraths, des Herrn des Wahnsinns.

Ihr müsst zunächst beweisen, dass ihr irre genug seid, um in Sheogoraths Reich bleiben zu dürfen. Denn niemand, der noch alle Tassen im Schrank hat, darf dort am Leben bleiben. Sheogorath beruft euch sodann persönlich an seinen Hof, denn er braucht eure Hilfe. Die Ordnung ist nämlich auf dem Vormarsch. Überall auf den Shivering Isles entstehen kristalline Obelisken, denen die so genannten "Ritter der Ordnung" entströmen. Sie sind die Vorhut des "Grauen Marschs" des Fürsten Juggalag, der Sheogoraths Herrschaft des Irrsinns beenden will. Es ist eure Aufgabe, dies zu verhindern. Mit anderen Worten: Ihr sollt selbst zum Herrn des Wahnsinns werden.

Ihr merkt schon, dass es in Shivering Isles nicht so "normal" zugeht wie in Oblivion. Dazu passend habt ihr es auf den Shivering Isles auch mit einer Flora und Fauna zu tun, die bunter, vor allem aber viel bizarrer ist als in Cyrodiil. Auch die Quests sind teilweise ziemlich seltsam, manchmal auch ideenreicher als in Oblivion.

Die Shivering Isles und ihre Bewohner

Sheogoraths Reich ist ein Archipel miteinander verbundener Inseln. Es ist unterteilt in die Herzogtümer Mania (Süden) und Dementia (Norden). Die größte Landmasse wird von einem Gebirge durchzogen. Sheogorath selbst, ein Daedra-Fürst, residiert im Palast von Neu-Sheoth. Hinzu kommt das so genannte "Randland". In diesem abgegrenzten Bereich im Südwesten stehen die "Tore des Wahnsinns", durch die ihr jederzeit nach Cyrodiil zurückkehren könnt. Auf den Inseln gibt es nur eine größere Stadt (Neu-Sheoth), ansonsten befinden sich hier nur einzelne kleinere Siedlungen und Lager, aber recht viele Höhlen und Dungeons. All diese Gegenden und Orte sind abwechslungsreicher gestaltet als in Oblivion, und das gilt auch für die Höhlen. Man hat nicht mehr so sehr den Eindruck, durch Baukastenelemente zu gehen. Manche Höhlengänge sind von Wurzeln durchwuchert, Ruinen stürzen ab und zu auch mal ein, während man hindurchgeht.

Die Landschaft erinnert teilweise ein wenig an das, was man aus Morrowind kennt. Während die Vegetation in Dementia noch vergleichsweise normal (aber recht düster) wirkt, wachsen in Mania bizarre Pflanzen, die auch in Vvardenfell stehen könnten. Der Himmel ist ein echter Hingucker, vor allem in der Nacht, denn dann erscheinen wechselnde Farbeffekte, wo man in der "normalen Welt" lediglich Wolken und Sterne zu sehen bekommt. Bizarre Gesteinsformationen und nette Landschaftsdetails wie Wasserfälle mit mehreren Ebenen runden das positive Gesamtbild ab.

Die Fauna ist ebenso seltsam und abwechslungsreich wie die Flora. Auf den Shivering Isles habt ihr es ausschließlich mit neuen Gegnern zu tun. Die am häufigsten anzutreffenden Gegner wie Knorze (eigentümlich verdreht wirkende Pflanzenwesen), Grummits, Elytra-Insekten und dergleichen haben besondere Eigenschaften. Sie greifen zum Beispiel mit Magie-Effekten an oder können ihre Lebensenergie regenerieren, wenn sie sich im Wasser aufhalten. Mit den bereits genannten Rittern der Ordnung und den aus Leichenteilen zusammengenähten Fleisch-Atronachs (die einen Capoeira-ähnlichen Kampfstil haben) rasselt man auch recht oft zusammen. Reittiere gibt es auf den Inseln übrigens nicht.

Die Diener der beiden Herzogtümer, die meist weiblichen und recht luftig gekleideten "Goldenen Heiligen" / "Dunklen Verführer" sowie die normalen Bewohner der Shivering Isles (schrieb ich gerade "normal"? Das ist natürlich das falsche Wort…) unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihres Geisteszustands von der Bevölkerung Cyrodiils. Sie tragen durchweg auch farbenfrohere, prunkvoll verzierte Kleidung. Manche haben auch interessante Angewohnheiten - man muss sie nur genau beobachten, mit ihnen reden bzw. ihnen längere Zeit folgen, dann wird man so manchen kleinen Gag bemerken. Die Krönung ist natürlich Sheogorath: Was er zu sagen hat, klingt vermutlich nur in der deutschen Übersetzung wie blühender Schwachsinn - da dürfte so manches Wortspiel verloren gegangen sein.

Die Quests

Die Bewohner der Shivering Isles sind verrückt - da dürft ihr natürlich nicht erwarten, dass die Quests, die ihr von ihnen erhaltet, "normal" sind. Die Hauptquest enthält bereits einige Aufgaben, die etwas makabrer sind als das, was ihr aus Oblivion kennt. Schon ganz zu Anfang müsst ihr zum Beispiel einen monströsen Torwächter töten und den Schlüssel zu Mania / Dementia aus seinen Eingeweiden holen. Später besteht eure Aufgabe darin, diverse "Zutaten" zu besorgen, damit die "Mutter" dieses Wesens einen neuen Torwächter zusammennähen kann - und zwar aus Leichenteilen, die ihr selbst aussuchen dürft. In Sheogoraths Auftrag müsst ihr eine sonderbare Gerätschaft reaktivieren, die Abenteurer aus ganz Cyrodiil zu den Shivering Isles bzw. in ein Dungeon locken soll, in dem sie entweder sterben oder den Verstand verlieren sollen (in letzterem Fall dürfen sie auf den Inseln bleiben). Ihr dürft euch in diesem Dungeon ein wenig als Folterknecht betätigen. Im Verlauf der Hauptquest werdet ihr auch feststellen, was es heißt, abhängig von einer Droge zu sein und unter Entzugserscheinungen zu leiden. Gegen Ende der Hauptquest müsst ihr sogar gegen eine Art dunklen Doppelgänger eures eigenen Charakters antreten…

Bei den Nebenquests sieht es nicht anders aus. Ein Bewohner der Hauptstadt will, dass ihr ihn ermordet (aber so, dass er nichts davon mitbekommt, bitteschön), ein anderer glaubt, dass die Mauern ihn erdrücken wollen. Die Geister der verblichenen Bewohner der Festung Vitharn leiden unter dem Fluch, ihren selbst verschuldeten Untergang wieder und wieder durchleiden zu müssen. Eine Hypochonderin wähnt sich dem Tode nah und braucht ein besonderes Heilmittel. All diese Quests zeichnen sich durch eine größere Ideenvielfalt aus, außerdem kann man öfter als in Oblivion verschiedene Lösungswege einschlagen.

Zur Belohnung gibt es eine ganze Menge neuer Gegenstände zu erwerben: Neue Rüstungen und Waffen, die man sich aus Bernstein und "Wahnsinnserz" auch eigens schmieden lassen kann, neue magische Gegenstände, die ihre Eigenschaften ändern - abhängig von der Tageszeit oder der Anzahl der Gegner, die man damit getötet hat - sowie eine ganze Reihe eigentümlicher Artefakte, die man der Inhaberin des "Kuriositätenmuseums" in der Stadt Tiegeln verkaufen kann. Von den Unmengen neuer Zutaten für den Hobby-Alchimisten ganz zu schweigen. Nützliche neue Zaubersprüche können erlernt werden, und wenn ihr erst einmal die Hauptquest abgeschlossen habt, könnt ihr damit sogar das Wetter beeinflussen. Einige dieser Zaubersprüche sind allerdings nur auf den Inseln wirksam, in Cyrodiil funktionieren sie nicht.

Fazit

Shivering Isles ist exotischer, bunter, abwechslungsreicher und interessanter als das Hauptspiel Oblivion. Es hat richtig Spaß gemacht, sich durch die Welt der Manie, Paranoia und Demenz zu schlagen. Allein dieses Konzept, d.h. die konsequente Gestaltung einer Welt unter den Gesichtspunkten des Wahnsinns, ist schon etwas Besonderes. Da es sich um eine vollwertige Add-On-Welt handelt, und nicht nur um ein paar Zusatzinhalte, ist Shivering Isles für Fans der Elder-Scrolls-Reihe eigentlich ein Pflichtkauf.

Allerdings muss ich sagen, dass ich von der Anzahl der Nebenquests etwas enttäuscht war. Es gibt zwar wieder die eine oder andere Sache, die ziemlich lange dauert (etwa diverse Gegenstände für das Kuriositätenmuseum zu beschaffen - die muss man erstmal finden, der Questkompass hilft da nämlich nicht), aber insgesamt kommen mir die Betätigungsmöglichkeiten in Sheogoraths Reich nicht ganz so üppig vor, wie ich's mir gewünscht hatte. Man ist schon in maximal 30 Stunden "durch". Leider ist der Archipel auch nicht besonders groß - Solstheim dürfte größer sein.

Ich habe gelesen, dass es einen neuen Bug geben soll, der dafür sorgt, dass nach 100 bis 150 Stunden Spielzeit Inventargegenstände verschwinden. Ein Patch mit der Versionsnummer 1.2.0416 soll Abhilfe schaffen. Ich hatte diese Probleme nicht und habe deshalb den Patch nicht installiert, kann zur Funktionalität also nichts sagen.

Für das Hauptspiel hatte ich die Note 3+ vergeben - für das Add-On ist eine 2 angemessen.

J. Kreis, 30.05.2007

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