Zurück zu den Spielen

Silent Hill Shattered Memories<img src=">

System:
Sony
Playstation 2

Genre:
Horror-Adventure

Note: 3
SILENT HILL: SHATTERED MEMORIES

Dies ist der siebte Teil der Silent Hill - Reihe, aber ich habe ihn erst nach dem achten Teil (Silent Hill: Downpour) gespielt. Habe nur durch Zufall erfahren, dass dieses Wii-Game für die PS2 erhältlich ist.

Story

Dr. Kaufmann behandelt einen Patienten, der unter traumatischen Erinnerungen leidet und von Ängsten gequält wird. Als Bestandteil der Therapie führt Dr. Kaufmann den Patienten zum Ursprung dieser Erinnerungen zurück:

Harry Mason fährt mit seiner kleinen Tochter Cheryl durch die tief verschneite Stadt Silent Hill. Plötzlich kommt das Auto von der Straße ab. Harry verliert das Bewusstsein. Als er wieder zu sich kommt, ist Cheryl spurlos verschwunden. Die Stadt wirkt wie ausgestorben. Bei seiner Suche nach Cheryl begegnet Harry nur wenigen Menschen, die sich alle höchst seltsam verhalten. Eine junge High-School-Schülerin scheint sich in eine andere Frau namens Dahlia zu verwandeln, die sich verhält, als sei Harry ihr Geliebter. Er kennt sie jedoch nicht. Eine Krankenschwester, die Harry helfen will, wird ermordet. Police Officer Cybil Bennett, die schon zuvor mit Harry zusammengetroffen ist und nicht glaubt, dass er derjenige ist, für den er sich ausgibt, hält ihn für den Täter.

Harrys Verwirrung und Selbstzweifel angesichts dieser unerklärlichen Ereignisse sind nichts im Vergleich mit dem Entsetzen, das ihn überfällt, als sich die Realität plötzlich auf erschreckende Weise verändert. Alles erstarrt zu Eis - auch Personen, mit denen Harry gerade gesprochen hat. Harry findet sich in einem Labyrinth wieder, in dem bizarre Monster Jagd auf ihn machen. Die Suche nach Cheryl wird zum Kampf ums Überleben...

In manchen Reviews wird Shattered Memories als Remake des allerersten Spiels der Reihe bezeichnet. Die Story klingt wirklich nach einem Remake oder einer Neu-Interpretation des ersten Silent Hill, in dem Harry Mason nach seiner Tochter Cheryl sucht und verschiedenen Personen begegnet, die auch in Shattered Memories vorkommen. Die Story nimmt aber schon recht früh einen völlig anderen Verlauf, und am Ende überrascht sie mit einer unerwarteten Wendung, durch die klar wird: Shattered Memories ist kein Remake, sondern eine direkte Fortsetzung des ersten Spiels.

Gameplay

Das Spielprinzip wirkt zunächst bekannt: Man durchsucht Silent Hill nach Hinweisen auf Cheryls Verbleib, wobei Schlüssel gefunden und kleine Rätsel gelöst werden müssen. Der Rätsel-Anteil ist im Vergleich mit anderen Spielen der Reihe jedoch gering. Hier zeigt sich, dass das Spiel eigentlich für die Bewegungssteuerung von Nintendos Wii-Konsole entwickelt wurde. Immer wieder müssen Schalter gedreht, Schiebetüren geöffnet und Gegenstände verschoben werden, indem man sie "anfasst". Man kann sich vorstellen, wie das mit dem Wiimote bzw. dem Nunchuk funktioniert, es lässt sich aber auch mit dem Sony-Controller gut steuern. Das gilt genauso für Harrys Bewegungen; die Taschenlampe kann unabhängig von seiner Bewegungsrichtung mit dem zweiten Analogstick geschwenkt werden.

Die Stadt Silent Hill kann zwar frei erkundet werden, aber Schneeverwehungen grenzen die Bewegungsfreiheit ein und die meisten Türen sind verschlossen. Letzten Endes beschränkt sich die Bewegungsfreiheit auf wenige relativ eng begrenzte Straßenzüge und noch weniger Gebäude. Ab und zu verwandelt sich die Realität und man findet sich in einer bizarren, alptraumhaften Parallelwelt voller Monster wieder - auch das kennen wir von allen früheren Spielen. Wenn Harry einen neuen Abschnitt der Spielwelt erreicht, hat er in der Regel eine Begegnung mit einer anderen Person, und dadurch wird dann die Handlung vorangetrieben.

Der größte Unterschied zwischen Shattered Memories und allen anderen Spielen der Reihe besteht darin, dass niemals gekämpft wird. Harry muss sein Heil in der Flucht suchen, denn seine einzigen Ausrüstungsgegenstände sind ein Handy und eine Taschenlampe. Er kann die Monster nicht bekämpfen, sondern muss fliehen, aber nicht immer lässt sich ein Kontakt mit den Monstern vermeiden. Die Biester springen Harry an und klammern sich fest. Dann muss eine bestimmte Taste gedrückt werden, damit Harry das Vieh abschüttelt. Wird Harry zu oft attackiert, so wird er langsamer und stirbt im schlimmsten Fall. Das Spiel startet dann vom Beginn oder von einem Checkpoint des Alptraumlevels aus neu. Liegen längere Pausen zwischen den Attacken, dann regeneriert sich Harrys Gesundheit. Medipacks o.ä. gibt es nicht, aber man kann vorübergehend in Verstecken Schutz suchen und Gegenstände umwerfen, um den Monstern den Weg zu verlegen. Harry findet manchmal Fackeln, die er mitnehmen kann. Entzündet er eine Fackel, halten die Monster Distanz.

Die "normale" Welt ist komplett monsterfrei, so dass man sie in aller Ruhe erkunden kann. Erst wenn sich alles mit einer Eisschicht überzieht, so dass sich Harry plötzlich in der "anderen" Welt befindet, ist es mit der Ruhe vorbei. Dann geht es nur noch darum, den einzigen Ausgang zu finden. Durchschreitet man ihn, kehrt Harry in die "normale" Welt zurück. Das ist gar nicht so einfach, denn einst offene Straßen sind in der "anderen" Welt plötzlich unpassierbar und manche Türen führen zu anderen Orten als gewohnt. So kommt es, dass man öfters im Kreis herumläuft und den Ausgang nach mehreren Fehlversuchen nur zufällig findet. Diese Alptraum-Abschnitte mit hektischer Flucht und gelegentlicher Orientierungslosigkeit verfehlen zwar ihre Wirkung nicht, weil man nie weiß, wann der "Dimensionswechsel" stattfindet (man kann sich also nie allzu sicher fühlen), und weil man Harrys Hilflosigkeit in der Alptraumwelt gut nachempfinden kann. Sie bergen aber ein nicht zu unterschätzendes Frustpotential. Außerdem ähneln sie sich sehr, man rennt im Prinzip immer durch dieselben leicht abgewandelten Umgebungen.

Nebenquests sind nicht vorhanden. Es gibt lediglich "Erinnerungsstücke" zu entdecken. Das sind kleine Gegenstände, die man sich jederzeit noch einmal anschauen kann. Irgendwelche Auswirkungen auf den Spielverlauf haben sie aber anscheinend nicht.

Dr. Kaufmann

Neben dem "normalen" und dem "anderen" Silent Hill findet Shattered Memories in einer dritten Realitätsebene statt: In Dr. Kaufmanns Behandlungszimmer. Man nimmt dort alles aus der Egoperspektive wahr. Die Spielfigur ist aus gutem Grund nie zu sehen und kann nicht von der Stelle bewegt werden. Vor dem Spielstart erhält man den Hinweis, dass ein Psychogramm des Spielers erstellt wird. Das geschieht vermutlich vor allem dadurch, dass man Fragen beantwortet, die Dr. Kaufmann stellt. So füllt man Fragebogen aus, absolviert einen Rorschachtest, malt ein Bild aus und so weiter. Angeblich nimmt das Spiel in den Action-Abschnitten dementsprechend einen anderen Verlauf, auch sollen die in der Psychotherapie getroffenen Entscheidungen maßgeblich dafür sein, welches der fünf Enden man erreicht. Ich kann es nicht beurteilen, weil ich das Game nur einmal durchgespielt habe.

Durch die mehrmalige Rückkehr in Dr. Kaufmanns Praxis wird man zwar ein wenig aus der Action herausgerissen, rückschauend betrachtet erkennt man aber, dass diese Vorgehensweise bestens zur Story passt bzw. eigentlich sogar unverzichtbar ist. Ich muss zugeben: Mein vom Spiel erstelltes Psychogramm stimmt ziemlich genau. Es wird während des Abspanns in einem von Dr. Kaufmann erstellten Abschlussbericht präsentiert. Wenn ihr Shattered Memories spielt, könnte es sein, dass ihr Wahrheiten über euch selbst erfahrt, die euch bisher nicht bewusst waren...

Handy

Das Smartphone ist Harrys wichtigstes Utensil. Überall in der Stadt finden sich Telefonnummern auf Plakaten, Schmierereien, Straßenschildern usw., und jede einzelne Nummer kann angerufen werden. Meistens bekommt man nur die Nachricht eines Anrufbeantworters zu hören, so manche Nummer ist aber durchaus questrelevant. Abgesehen davon nutzt ihr das Handy vor allem als Orientierungshilfe (ein Navi ist integriert) und zum Speichern. Letzteres ist jederzeit möglich.

Harry stößt ab und zu auf Stellen, an denen merkwürdige Bildstörungen sichtbar werden. Macht er mit der Handykamera ein Foto von diesen Stellen, erhält er ein Bild, auf dem etwas ganz anderes zu sehen ist, sowie eine SMS oder eine Sprachnachricht. Diese Bilder und Nachrichten weisen auf tragische Vorfälle hin, die sich in Silent Hill ereignet haben. Sie sind aber nicht spielentscheidend und können auch ignoriert werden.

Fazit

Shattered Memories bietet in Sachen Gameplay und Steuerung einige für die Silent Hill - Reihe ungewöhnliche Neuerungen. Man muss nur bereit sein, sich auf das völlige Fehlen von Kämpfen einzulassen. Das Spiel mag weit weniger Horror-Elemente enthalten als alle bisherigen Titel, dennoch ist es mindestens genauso düster und verstörend wie diese. Der größte Pluspunkt ist die verzwickte, in einen verblüffenden finalen Plot-Twist mündende Story. Minuspunkte sind die relativ kurze Spieldauer und die Grafik. Die klotzige, grob texturierte Stadt ist wirklich kein Hingucker, die Monster sind einfallslos gestaltet. Aber von der Grafik eines zwei Jahre alten PS2-Spiels, bei dem es sich nur um die Portierung eines noch älteren Wii-Spiels handelt, sollte man sowieso nichts erwarten.

Insgesamt kann ich sagen: Shattered Memories ist ein würdiger Bestandteil der Serie, tatsächlich hat es mir sogar ein bisschen mehr Spaß gemacht als Downpour.

J. Kreis, 23.07.2012





Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Hans (11.04.2016):

Kenne aus der SilentHill-Reihe nur dieses und Origins, was daran liegt, daß ich in den letzten 15 Jahren "nur" GameCube, PSP und Wii gezockt habe. Düster und beklemmend sind beide Spiele. Wer aus Shattered Memories das meiste rausholen will, sollte sich m.E. eine Anleitung aus dem Netz holen damit alle alternativen Endungen angesehen werden können, mehrmaliges Durchspielen ist dann natürlich notwendig.



Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)




Seitenanfang