Zurück zu den Spielen

remake

System:
Nintendo Gamecube

Genre:
Horror-Adventure

Note: 2
RESIDENT EVIL REMAKE

Wer noch keinen Cube hat, der wird sich vielleicht spätestens jetzt einen kaufen, denn die Mutter aller Action-Adventures (bzw. Horror-Adventures) kehrt zurück - und das ausgerechnet auf einer Nintendo-Konsole!

Unheimliche Morde versetzen die Bewohner des kleinen Städtchens Raccoon City in Panik. Eine Gruppe der Polizei-Sondereinheit S.T.A.R.S. wird in die Wälder bei der Stadt geschickt - und verschwindet. Ein zweites Team soll die Angelegenheit aufklären, findet den abgestürzten Hubschrauber der Kameraden und wird von monströsen Wesen angegriffen. Es bleibt nur die Flucht in ein altes Herrenhaus, das ziemlich abgelegen in der Einsamkeit steht - und hier beginnt der Überlebenshorror, den der Spieler in der Rolle von Jill Valentine oder Chris Redfield (je nach Auswahl verlaufen Spiel und Story ein wenig anders) vor sich hat! Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Finde Gegenstand A, kombiniere ihn mit Gegenstand B, verwende ihn am Ort C und laß dich unterwegs nicht von Zombies annagen!

Das einzige, was von der alten Playstation-Vorlage 1:1 übernommen wurde, ist die Steuerung, die allerdings auch leider nicht wesentlich verbessert wurde. Sehr praktisch ist die Möglichkeit, die Karte mit einem Tastendruck direkt aufzurufen und mit einem Stick eine schnelle 180-Drehung auszuführen. Alte Resi-Veteranen werden sich somit sofort zurechtfinden. Chris und Jill bewegen sich immer noch recht schwerfällig und man muß schon direkt und im richtigen Winkel vor einem Objekt stehen, bevor man dieses untersuchen oder aufnehmen kann. Auch das Prinzip der vorgerenderten Hintergründe ist gleich geblieben - d.h. die Kamera bewegt sich nicht mit den Figuren und man kann den Blickwinkel nicht ändern. Ansonsten ist das Spiel wesentlich mehr als eine bloße Portierung, es ist ein echtes, völlig neu gestaltetes Remake mit unglaublich lebensechter Grafik (auch wenn manches, was einem in dem modrigen Herrenhaus begegnet, nicht ganz lebendig ist). Keine Spur mehr von der alten Pixeligkeit und Eckigkeit - jetzt sieht die Spielgrafik tatsächlich genau so (oder besser) aus, wie früher die Grafik der Render-Intros. Nur gelegentlich trübt ein geringfügiges Kantenflimmern bzw. eine Stufenbildung den Gesamteindruck. Durch bewegte Objekte, flackernde Kerzen, Fackeln, sonstige Lichteffekte sowie in Echtzeit dargestellte, bewegliche Schatten und Spiegelungen wirken die Hintergründe weit weniger statisch als beim Original. Da wabert Dunst in der Luft, kleine Staubwölkchen werden aufgewirbelt, wenn man z.B. über morsches Holz läuft, kleine Insekten krabbeln überall herum, Wasser spritzt auf, wenn man durch eine Pfütze läuft (in der sich die Figur auch noch korrekt spiegelt)... Die hervorragende Soundkulisse rundet das Ganze ab, die Sprachausgabe ist englisch - zum Glück, denn deutsche Synchronsprecher haben schon so manches ansonsten gute Spiel verdorben. Ein gänsehauterzeugender Soundtrack gehört natürlich auch dazu.

Und wer denkt, er würde den Grundriß des alten Herrenhauses, die Rätsel und die Gegner genau kennen, der sollte sich auf einige Überraschungen gefaßt machen, denn das Remake spielt bewußt mit den Erwartungen derjenigen, die das Original schon kennen. Hier sei nur die berühmte Stelle erwähnt, bei der damals vermutlich jeder zu Tode erschrocken ist: Gemeint sind die Hunde, die durchs Fenster in das Herrenhaus springen. Läuft man jetzt durch diesen Flur, so klirrt zwar das Fenster und Scherben fallen auf den Boden - aber dabei bleibt es! Jedenfalls vorerst... Auch sonst hat sich viel getan. Es gibt einige neue, ziemlich fiese Gegner, auch einen neuen abgedrehten Zwischengegner, und auch komplett neue Areale. Die Rätsel sind ebenfalls nur zum Teil gleich geblieben bzw. haben jetzt leicht abgewandelte Lösungen. Es gibt auch neue Waffen, sogenannte Verteidigungsobjekte. Diese dienen als letzte Rettung, wenn z.B. ein Zombie schon zu einer tödlichen Umklammerung angesetzt hat. In einer solchen Situation kann man jetzt z.B. einen Elektroschocker einsetzen, der den Gegner verwirrt, so daß man selbst nicht verletzt wird und flüchten kann.

Dieses Remake ist auch für Leute empfehlenswert, die das Original schon mehrmals gespielt haben und ist immer wieder für eine Überraschung und eine Schrecksekunde gut. Und es ist ganz klar, daß dieses Spiel aufgrund der sehr detailgenauen Darstellung von Gewalt nicht in Kinderhände gehört.

Nur wegen der nicht ausreichend verbesserten Steuerung erhält dieses Spiel nur die Note 2, ansonsten wäre es für eine glatte Einserwertung gut gewesen!

Seitenanfang