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re_zero

System:
Nintendo Gamecube

Genre:
Horror-Adventure

Note: 2
RESIDENT EVIL ZERO

RE Zero ist ein Prequel der bisherigen Resident Evil Serie, in dem wir erfahren, wer den T-Virus erfunden hat, wie Albert Wesker in die ganze Sache verwickelt wurde, wie Rebecca Chambers zum alten Herrenhaus in Raccoon City gekommen ist und so weiter. Die Handlung beginnt am Tag vor den Geschehnissen, die im allerersten Resident Evil Teil geschildert wurden. Das S.T.A.R.S. Bravoteam wird zur Aufklärung seltsamer Mordfälle nach Raccoon City geschickt, doch dort kommen die Polizisten nie an, denn ihr Hubschrauber muß im Wald notlanden. Dort entdecken sie einen verunglückten Gefangenentransporter, zerstückelte Polizisten und ein Dossier über einen Massenmörder namens Billy Coen, der zu seiner Hinrichtung gebracht werden sollte und jetzt offenbar entkommen ist. Das Bravoteam teilt sich auf. Rebecca Chambers, eine junge Medizinerin aus der S.T.A.R.S.-Einheit, stößt auf einen entgleisten Zug, in dem schon einige Zombies herumtorkeln. Und wen trifft sie dort wohl noch? Klar: Den vermeintlichen Killer Billy Coen! Die beiden müssen sich zusammenraufen, um zu überleben...

Das muß euch zur Story reichen, denn ihr sollt euch das Spiel schließlich selbst kaufen (und das ist ein Befehl!) und da will ich euch nicht zuviel verraten.

Resident Evil (RE) Veteranen finden sich auch diesmal wieder sofort zurecht, denn bis auf zwei Ausnahmen, die ich später noch erkläre, ist alles wie gewohnt, sogar die Tür-Animationen beim Betreten neuer Räume hat man wieder beibehalten. Man steuert die Charaktere aus der 3rd-Person-Perspektive durch Renderkulissen, d.h. die Einstellung der Kamera kann nicht verändert werden. So entstehen die RE-typischen Effekte: Die Perspektive ändert sich jeweils, wenn man einen anderen Abschnitt betritt und man kann nicht erkennen, was sich in Ecken und "toten Winkeln" verbirgt das sorgt für eine Atmosphäre wie in einem Kinofilm und für so manchen Schreckmoment, wenn plötzlich irgendwo ein halbverrotteter Untoter daherkommt, den man zunächst nicht sehen konnte. Die Grafik dieser vorberechneten Umgebung wirkt ein wenig statisch, aber wie im Remake (Rezi siehe hier) lockern bewegliche Objekte und vor allem Licht- und Schatteneffekte alles ein wenig auf. Der Vorteil solcher fixen Kulissen liegt natürlich darin, daß man mit wunderschönen Texturen und Details nicht geizen muß, und so sieht RE Zero denn auch wieder beeindruckend aus. Das gilt auch für die sehr lebensechten Charaktere und für die nicht ganz so lebendigen Wesen, die die "Welt des Horrors" bevölkern. Störende Ecken und Kanten sucht das Auge des Kritikers hier vergebens!

Auch vom Gameplay her gleicht RE Zero den Vorgängern aufs Haar: Einen Raum nach dem anderen absuchen, Gegner bekämpfen (ab und zu begegnet man einem besonders großen Zwischengegner), verschiedene Rätsel lösen und sich mit Schlüsseln und anderen Items Zutritt zu bisher verschlossenen Räumen verschaffen, bis man am Ende dem finalen Endgegner gegenübertritt. Die Rätsel sind mit ein wenig Nachdenken gut lösbar, dabei kommt des öfteren eine der beiden Neuerungen ins Spiel: Teamwork! Rebecca und Billy müssen zusammenarbeiten und können gleichzeitig gesteuert werden. Man kann jederzeit zwischen beiden hin- und herschalten. Man läßt sie entweder gemeinsam agieren, dann folgt der nicht direkt gesteuerte Charakter dem anderen - mit dem rechten Analogstick kann man ihn sogar in eine andere Richtung lenken - und unterstützt ihn im Kampf (das kann man abschalten, dann steht er tatenlos herum und verschwendet keine Munition, während man allein kämpft). Mit einem Druck auf die START-Taste trennt man die beiden, dann kann der eine sich an einen weiter entfernten Ort begeben, während der andere zurückbleibt, um z.B. einen Schalter zu betätigen. Nur so sind einige Rätsel zu lösen: Man muß dann zwischen Becky und Billy hin- und herschalten und sie unabhängig voneinander bestimmte Aktionen ausführen lassen. Manchmal ist der eine irgendwo eingesperrt, während der andere nach einem Ausweg suchen muß, manchmal muß Billy ran, weil Becky zu schwach ist, um Kurbeln zu bedienen oder Gegenstände zu verschieben.

Die Steuerung ist gewohnt umständlich und leicht haklig. Man muß die Figur immer erst drehen, um die Laufrichtung wechseln zu können und man bleibt immer wieder mal irgendwo hängen, weil die Perspektive manchmal etwas ungünstig ist, so daß man Hindernisse nicht so gut erkennen kann. Auch muß man schon sehr genau und im richtigen Winkel vor einem Objekt stehen, damit man es aufheben oder sonst irgendwas damit machen kann: Becky und Billy scheinen blind zu sein genau wie alle anderen Figuren vor ihnen ;-). Im Kampf kann man sich nur noch auf der Stelle drehen, solange man die Waffe auf den Gegner richtet. Ebenfalls nichts geändert hat sich am Inventory: Nur 6 freie Blöcke stehen zur Verfügung, größere Objekte wie z.B. die Schrotflinte oder der Greifhaken benötigen gleich 2 freie Blöcke. Auch hier kommt der Team-Aspekt wieder zum Tragen, denn jeder kann 6 Gegenstände mit sich herumschleppen, im Inventory können die Items zwischen Becky und Billy ausgetauscht werden. Insgesamt kann man also 12 Items tragen, was die Sache sehr erleichtert. Damit kommen wir zur zweiten Änderung: Die wohlbekannten Objektkisten mit unerschöpflichem Stauraum gibt es nicht mehr. Man kann jetzt überall Gegenstände ablegen, wo man es möchte, und sie später wieder aufsammeln. Auf der jederzeit aufrufbaren Karte sind die Gegenstände dann verzeichnet. So kann man selbst bestimmen, wo man sein Vorratslager anlegen möchte, allerdings paßt in jeden Raum nur eine begrenzte Anzahl von Objekten hinein. Das Speichersystem ist gleich geblieben, aber fair, denn Schreibmaschinen gibt es an strategisch günstigen Stellen und Farbbänder findet man auch immer wieder mal. Sehr nett: Heilkräuter usw. können gleich verwendet werden, wenn man sie findet, d.h. man muß sie nicht erst aufheben und dann nochmal ins Inventory gehen.

Hat man RE Zero erst einmal durch, darf man sich über ein paar Goodies freuen: Für Billy gibt es ein neues Outfit (eine coole Jacke), für Becky gleich zwei (ein Cowgirlkostüm und einen Lederdress). Außerdem wird ein Bonusspiel freigeschaltet. Bei "Leechhunter", so der Name des Minigames, muß man in einigen der Locations, die man aus dem Hauptspiel kennt, nach Amuletten suchen. 100 Stück sind irgendwo versteckt und natürlich gut bewacht. Je nachdem, wieviele Amulette man findet, erhält man verschiedene Bonusobjekte für ein nochmaliges durchzocken des Hauptspiels.

Die Soundkulisse und die stimmungsvolle, "gruselige" Musik runden das fast perfekte Bild noch ab. RE Zero erhält Note Zwei, und das nicht nur deshalb, weil ich Resi-Fan bin. Die beste Note hätte es erhalten, wenn die Steuerung noch verbessert worden wäre. Da dieses Spiel ein recht hohes Maß an Gewaltdarstellungen beinhaltet, ist es wie immer nur für Leute ab 18 geeignet, obwohl es schon ab 16 freigegeben ist.

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