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Red Dead Redemption - Undead Nightmare

System:
Sony
Playstation 3

Genre:
Action-Adventure

Note: 1-
RED DEAD REDEMPTION - UNDEAD NIGHTMARE

Red Dead Redemption - Undead Nightmare ist ein Standalone-Add-On zum Hauptspiel Red Dead Redemption, das heißt, man muss das Hauptspiel nicht installiert haben, um das Add-On spielen zu können. Grafikqualität und Sound, Gameplay, Steuerung, Menüs usw. entsprechen dem Hauptspiel. Ich gehe hier nur auf die Unterschiede ein.

Story

John Marston hat alles getan, was von ihm verlangt wurde. Er hat Dutch van der Linde und alle anderen ehemaligen Kameraden aus dessen Gangsterbande beseitigt. Danach wurden seine Frau und sein Sohn aus der Gewalt der Regierungsbeamten entlassen. Doch Marstons Traum von einem neuen, friedlichen Leben als Farmer wird empfindlich gestört, als eine geheimnisvolle Seuche ausbricht, die sich in Windeseile über das gesamte Land ausbreitet. Die Toten erheben sich aus ihren Gräbern, um über die Lebenden herzufallen und sie zu fressen. Wer getötet oder auch nur von einem Untoten verwundet wird, verwandelt sich selbst in einen mordlüsternen Zombie.

Marstons Frau wird von einem Zombie gebissen und verwandelt sich, auch sein Sohn fällt der Infektion zum Opfer. Mit Mühe gelingt es Marston, die tobenden Bestien, die einst seine Familie waren, mit dem Lasso zu fangen und zu fesseln. Er sperrt sie in der Farm ein und macht sich auf die Suche nach einem Heilmittel. Doch die Lage ist verzweifelt. Die Untoten haben fast alle Siedlungen überrannt, es gibt nur wenige Überlebende. Von ihnen schnappt Marston Gerüchte auf, die darauf schließen lassen, dass zwei alte Bekannte etwas mit der Sache zu tun haben könnten...

Wer Red Dead Redemption durchgespielt hat, wird sich freuen, denn der Spieler schlüpft wieder in die Rolle John Marstons, des ehemaligen Outlaws, den am Ende des Hauptspiels ein trauriges Schicksal ereilt. Die Story des Add-Ons beginnt kurz vor diesem Ende. Wieder gibt es zahlreiche toll gemachte Cutscenes in Spielgrafik zu bewundern, in denen die Geschichte weitererzählt wird. Marston stößt auf verschiedene Erklärungsmöglichkeiten für die Seuche, aber die wahre Ursache wird erst ganz am Schluss etwas abrupt enthüllt. Nach dem Abschluss der Hauptmissionen ist das Spiel noch nicht zu Ende. Tatsächlich geschieht etwas, wodurch das Ende des Hauptspiels praktisch auf den Kopf gestellt wird. Die Seuche bricht erneut aus und John Marston verlässt sein Grab als halb verwester Zombie...

Spielwelt und Städte

Die gesamte offene Spielwelt aus Red Dead Redemption steht auch im Add-On zur Verfügung. Das Spiel beginnt auf Marstons Farm, von Anfang an stehen die Gebiete New Austin und West Elizabeth zur Verfügung. Mexiko wird erst im weiteren Storyverlauf zugänglich. In Mexiko gibt es einen ganz neuen Bereich: Die Höhlen von Escalera. Dort findet der Showdown statt.

War die Spielwelt schon in Red Dead Redemption nicht besonders dicht besiedelt, so ist sie jetzt im wahrsten Sinne des Wortes größtenteils ausgestorben, aber dennoch keineswegs leer, denn überall torkeln Zombies herum. Die verwesenden Gesellen machen die Wildnis unsicher und greifen alle Städte an. Fort Mercer und El Presidio sind aufgrund ihrer unüberwindlichen Mauern sichere Zufluchten, aber alle offenen Siedlungen sind gefährdet. Marston kann für Sicherheit sorgen, indem er eine Stadt betritt und dann eine bestimmte Anzahl von Zombies tötet. Die Sicherheit ist aber nicht von langer Dauer. Irgendwann gehen die Zombie-Angriffe wieder los, und dann muss Marston erneut zu einer Säuberungsaktion antreten. Macht er das nicht, sterben die Überlebenden. Somit geht die betroffene Stadt irgendwann endgültig verloren und kann nicht mehr gerettet werden.

Erst wenn eine Siedlung erfolgreich verteidigt wurde, kann Marston dort schlafen (speichern, Outfits wechseln, Schnellreisefunktion nutzen). Immobilien müssen bzw. können aber nicht erworben werden. Es ist nicht möglich, in der Wildnis zu lagern. Nach der Abwehr der Zombies kehrt in den Städten ein bisschen Normalität ein, aber in den Saloons und anderswo ist trotzdem nichts los – in Undead Nightmare gibt es keinerlei Minispiele, keine Postkutschen, keine Steckbrief-Missionen. Auch Händler sind nicht mehr vorhanden! Munition ist daher zu Anfang knapp. Nachschub erhält man u.a. durch das Befreien von Siedlungen, außerdem können Zombies geplündert werden.

Die Landschaft hat sich nicht verändert, aber die Atmosphäre ist düster und selbst der Mond hat ein kränkliches Aussehen. Umso mehr freut man sich, wenn ausnahmsweise mal die Sonne durch die Wolken bricht. Pflanzen und Tiere kennt man aus dem Hauptspiel, nur sind fast alle Tiere untot: Bären, Berglöwen, Wölfe, Schakale – alle sind immer noch genauso aggressiv wie bisher, nur sind sie jetzt alle mehr oder weniger verwest. Das gilt auch für Pferde (mehr dazu im nächsten Kapitel), und in der Luft tummeln sich keine Vögel, sondern nur noch untote Fledermäuse. Hinzu kommen Fabelwesen wie z.B. der Bigfoot. Ausnehmen kann man die Tiere immer noch, merkwürdigerweise sind aber die Häutungs-Animationen nicht mehr vorhanden. Da es keine Händler gibt, kann man mit den entnommenen Teilen kaum etwas anfangen.

Zombies und mein treues untotes Pferdchen der Apokalypse

Zombies im wilden Wesen! Ich glaube, das ist noch nie zuvor dagewesen, jedenfalls nicht in einem Videospiel. Ich kenne jedenfalls keins. Die Untoten machen die gesamte Spielwelt unsicher, und sie verhalten sich genauso, wie man es von ihnen erwartet. Sie lungern meist untätig herum, bis sich ein lebendes Wesen in ihre Nähe wagt. Dann greifen sie sofort an, verlieren aber schnell wieder das Interesse, sobald das potentielle Opfer nicht mehr zu sehen oder zu hören ist. Man wird sie nur los, wenn man ihren Kopf zerstört (was übrigens deutlich zu sehen ist, die Gewaltdarstellung ist womöglich noch heftiger als im Hauptspiel), und wie im "richtigen Leben" ist es keine gute Idee, einen Zombie anzuzünden. Anstelle eines angreifenden Zombies hat man danach nämlich einen angreifenden Zombie, der in Flammen steht, und der ist noch gefährlicher, denn er kann Marston im wahrsten Sinne des Wortes "anstecken".

Es gibt verschiedene Arten von Zombies. Neben den "normalen" Untoten hat man es mit solchen zu tun, die sich auf alle Viere niederlassen und sehr schnell rennen können, andere sind besonders dick und können Marston umwerfen. Ein weiterer Typ wird als "Würger" bezeichnet und verschleudert giftige Schleimbatzen. Wird er zerstört, explodiert er in einer Giftwolke, die nicht nur für Marston schädlich ist, sondern auch für andere Zombies. Alle aus dem Hauptspiel bekannten NPC-Typen kommen auch als Zombies vor: Prostituierte, Bürger, Cowboys, Indianer... Das verwesende Gesindel ist nur gefährlich, wenn es in Gruppen auftritt. Einzelne Zombies lassen sich leicht im Nahkampf beseitigen, aber ehe man sich’s versieht, ist man von einer kreischenden, ächzenden und stöhnenden Meute eingekesselt. Solche Situationen sind durchaus geeignet, dem Spieler einen Schauder über den Rücken zu jagen!

Man kann sich normale Pferde beschaffen, aber wenn der Zossen stirbt, dann kann es geschehen, dass beim Herbeipfeifen eines neuen Reittieres ein untotes Pferd erscheint. Die etwas klapprig wirkenden Viecher (sie sind schon ziemlich vermodert) lassen sich zwar reiten, aber sie reagieren nur schwerfällig auf Lenkbefehle und kommen immer wieder vom Weg ab. In bestimmten Regionen taucht manchmal eines von vier Pferden der Apokalypse auf. Man kann sie einfangen und zureiten, danach stehen sie wie jedes andere Reittier zur Verfügung. Die Pferde der Apokalypse sind besonders widerstandsfähig und haben unendliche Ausdauer, zusätzlich besitzt jedes eine einzigartige Fähigkeit. Eines kann Gegner in Brand stecken, ein anderes verbreitet eine Art Nebel, der Zombies vernichtet. Die entsprechenden Animationen sind klasse gemacht – mit einem in Flammen stehenden Pferd durch die Nacht zu reiten, das hat was!

Neue Missionen und Waffen

Seine Hauptaufgaben erhält Marston von Seth Briars und Nigel West Dickens, und wenn man nur ihnen folgt, dann hat man das Spiel in wenigen Stunden durch. Es kommen aber noch diverse durch Fragezeichen auf der Karte gekennzeichnete Nebenmissionen hinzu, in deren Verlauf Marston anderen alten Bekannten wie Bonnie MacFarlane, Marshal Leigh Johnson und Landon Ricketts begegnet. Zur Belohnung für erfüllte Nebenmissionen erhält Marston in der Regel neue Ausrüstungsgegenstände. Dazu gehören einzigartige Waffen, die es nur im Add-On gibt, zum Beispiel eine Donnerbüchse, deren Munition man aus Leichenteilen herstellen kann, Weihwasser und Zombie-Köder, die man mit Dynamit in Sprengköder umwandeln kann. Neue Outfits kommen noch hinzu.

Zufallsbegegnungen finden auch im Add-On statt. Sie sind dem neuen Setting angepasst: Überlebende müssen vor Zombies gerettet werden, man kommt an Zombies vorbei, die sich an Menschen gütlich tun (und umgekehrt!), ein Forscher bietet euch Munition im Austausch für Zombies an, die ihr "lebend" einfangen müsst, ihr beobachtet, wie sich jemand in einen Zombie verwandelt und euch oder einen NPC anfällt, ein Mann hält seine gefesselte untote Frau als "Haustier", jemand muss aus einer von Untoten belagerten Hütte gerettet werden... Neue Herausforderungen, die der radikal veränderten Situation entsprechen, sind ebenfalls wieder vorhanden, so dass der Gesamtumfang durchaus in Ordnung ist, wenn er auch nicht annähernd an das Hauptspiel heranreicht. Duelle gibt’s aber ebenso wenig wie Jobs oder Minispiele.

In den sicheren Orten (Fort Mercer und El Presidio) hängen Steckbriefe aus, aber es werden keine Verbrecher gesucht, sondern Überlebende. Diese Personen müssen in der Wildnis aufgespürt und in die entsprechende Stadt gebracht werden. Zur Belohnung gibt's Munition. Apropos Steckbriefe: Da in der Welt von Undead Nightmare keine Strafverfolgung mehr stattfindet, werden die von Marston begangenen Verbrechen nicht geahndet. Rum und Ehre spielen keine Rolle mehr. Ihr könnt euch also nach Herzenslust austoben...

Fazit

Selbst wenn man Red Dead Redemption nicht kennt und nur das Add-On spielt, wird man, erst recht als Horror-Fan, viel Spaß dabei haben, in der apokalyptischen Welt von Undead Nightmare auf Zombiehatz zu gehen. Genau wie im Hauptspiel genießt man völlige Bewegungsfreiheit, die Story ist gewohnt zynisch und es wird nicht mit schwarzem Humor gegeizt. Die Atmosphäre einer im Chaos versinkenden Welt ist hervorragend umgesetzt, und die Möglichkeit, nach dem Ende der Story noch weiterzuspielen, allerdings in drastisch veränderter Form, setzt dem Ganzen die Krone auf.

Wer Red Dead Redemption kennt, wird die vielen Bezugnahmen auf dieses Spiel zu schätzen wissen. So manchem alten Bekannten geht es an den Kragen, mit anderen, die Marston im Hauptspiel erledigt hat, gibt es ein unerwartetes Wiedersehen...

Da der Umfang vergleichsweise gering ist und weil viele Elemente (Jobs, Minispiele usw.) weggefallen sind, verfehlt das Add-On die Bestnote knapp.

J. Kreis, 11.04.2012





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