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racing_evoluzione

System:
Microsoft
X-Box

Genre:
Auto-Rennspiel

Note: 4
RACING EVOLUZIONE

Das wird eine eher kurze Review, denn meine Meinung zu diesem Spiel läßt sich in einem Wort zusammenfassen: Dreck!

Bei einem Auto-Rennspiel muß man ohnehin nicht viel erklären. Daher nur soviel: Bei Racing Evoluzione hat man einen Arcade-Modus, in dem man gegen die Zeit, gegen Computergegner oder per Splitscreen gegen menschliche Gegner antreten kann. Neue Autos werden im Dream-Modus freigespielt.

Im Dream-Modus übernimmt man die Herrschaft über eine zunächst kleine Mechanikerwerkstatt, baut ein eigenes Fahrzeugmodell und muß dieses für Kunden schmackhaft machen, indem man zahlreiche Rennen gewinnt. Je besser man in den Rennen abschneidet, desto mehr Forschungsgelder erhält man und desto eher kann man das Auto verbessern oder neue Modelle entwickeln. Die kleine Werkstatt mausert sich dann nach und nach zu einem riesigen Konzern.

Man sollte sich von der Werbung oder euphorischen Reviews jedoch nicht täuschen lassen. Die Möglichkeit, "eigene" Fahrzeuge zu entwickeln, beschränkt sich auf die Auswahl zwischen wenigen Alternativen, die man angeboten bekommt. Das einzige, was man frei entwerfen kann, ist der Name der Firma. Der taucht dann witzigerweise immer wieder mal auf Werbetafeln an den Rändern der Rennstrecken auf. Man kann jedoch keine eigenen Entwürfe verwirklichen und hat eigentlich keinen wirklichen Einfluß auf die Fahrzeugentwicklung - genaugenommen spielt man nur nach und nach neue Features frei wie bei jedem anderen Rennspiel auch.

Kommen wir zum einzigen positiven Aspekt des Spiels: Die Grafik ist wirklich sehenswert, wenn auch nicht so überwältigend, wie man es anhand der Screenshots annehmen konnte, die vor Veröffentlichung des Spiels zu sehen waren. Besonders die Rennstrecken bzw. die Umgebung der Kurse sind ein Augenschmaus: Überall tut sich was, Flugzeuge kurven herum, Springbrunnen sprudeln, Autos und Züge fahren vorbei und man hat eine enorme Sichtweite. Viele Details erfreuen das Auge - sofern man dazu kommt, sich auf sie zu konzentrieren. Am ehesten kann man die Grafik natürlich in den Replays bestaunen, bei denen man zwischen verschiedenen Perspektiven wechseln kann. Im Rennen selbst ist lediglich die Verfolgerperspektive verwendbar, die Stoßstangensicht ist zu dicht über dem Boden und aus diesem Winkel hat man zu wenig Überblick. Die Fahrzeugmodelle sehen schön aus (Echtzeit-Reflektionen auf dem Lack) und haben ein rudimentäres Schadensmodell, das sich nicht auf das Fahrverhalten auswirkt. Man sieht, wie die Fahrer im Cockpit durchgeschüttelt werden und wie sie schalten - und zwar nicht nur bei Kabrios, sondern auch durch die Scheiben hindurch!

Der Sound... Dieses Thema sollte ich lieber auslassen. Denn abgesehen von der nervtötenden Musik, die man abstellen kann, bekommt man lediglich ein monotones Motorengebrumm zu hören, das einfach nur langweilig ist. Am häufigsten beleidigt allerdings das immer gleiche, bescheuerte Scheppergeräusch die Spielerohren, welches dann entsteht, wenn man irgendwo gegenbrettert oder von den Gegnern gerammt wird.

Und damit wären wir schon beim Hauptkritikpunkt: dem Gameplay. Die anderen Fahrzeuge halten sich stur an die Ideallinie und rammen, was das Zeug hält. Besonders ärgerlich dabei ist, daß man selbst bei solchen Aktionen immer an Geschwindigkeit verliert, während die anderen Fahrzeuge davon überhaupt nicht beeinträchtigt zu werden scheinen. So wird man immer wieder aus Kurven geschossen oder an den Rand gedrängt und fällt weit zurück. Es gewinnt meist der Wagen, der von der Pole Position startet - und da man keine Möglichkeit hat, sich zu qualifizieren, startet man immer von der hintersten Position. Sich an den im Block nebeneinanderfahrenden anderen Autos vorbeizudrängeln, ist auf manchen Strecken fast unmöglich. Um bei der rücksichtslosen Rempelei eine Chance zu haben, wäre ein permanenter Rückspiegel unabdingbar gewesen. Den sucht man aber vergebens. Man könnte allenfalls per Tastendruck einen Blick über die "Schulter" werfen, aber das ist im laufenden Rennen nicht praktikabel - man muß sich schließlich auf die Strecke konzentrieren.

Die Steuerung ist schwammig, man hat das Gefühl, als würden die Autos eher schwimmen als fahren - in Kurven verhalten sie sich sehr schwerfällig. Einem Vergleich mit dem Referenztitel Gran Turismo 3 hält die Steuerung nicht mal ansatzweise stand. Irgendwie scheint mir die Kollisionsabfrage auch nicht ganz präzise zu sein: Manchmal prallt man gegen Hindernisse, wo gar keine zu sehen sind...

Ärgerlich auch, daß man verbesserte Fahrzeuge nicht für frühere Rennen verwenden darf - bei Gran Turismo (meiner Meinung nach immer noch der beste Racer, den es gibt) kann man z.B. mit dem verdienten Geld sein Auto tunen und Rennen wiederholen, bei denen man nicht so gut abgeschnitten hat. Bei Racing Evoluzione ist das nicht möglich.

Für Schreikrämpfe können auch die Ladezeiten sorgen, die man immer über sich ergehen lassen muß, wenn man ein Rennen abbricht, um es neu zu starten. Dann muß man sich nämlich auch stets wieder durch alle Menüs klicken - ein einfacher Restart hätte es auch getan, aber das wäre ja viel zu komfortabel gewesen. Ohne die gute Grafik hätte ich auch eine 5 vergeben können. Ansonsten:


Jeder bekommt, was er verdient!


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