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No Man's Sky

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No Man's Sky - Raumkapitän Kringels Logbuch. Teil 5: Ernüchterung und Frustration

Um die restlichen Reisemeilensteine zu erreichen, bin ich auf der Route Richtung Zentrum der Galaxie von einem Sonnensystem zum nächsten gewarpt, habe mit zahlreichen Aliens gesprochen und noch mehr feindliche Schiffe zerstört. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass ich in der Galaxienkarte alle Black Holes sehen konnte. Ich glaube, dass das vor Absolvierung der Meilensteine nicht so war. Also hat mir die Fleißarbeit wider Erwarten doch etwas gebracht! Nur mit der Durchquerung Schwarzer Löcher lässt sich der Weg ins Zentrum der Galaxie innerhalb einer akzeptablen Zeitspanne schaffen. Mit normalen Warpsprüngen wäre das selbst nach einer Verbesserung des Antriebssystems, mit der die Reichweite erhöht wird, so nicht möglich. Ich habe nach unzähligen normalen Warpsprüngen immer noch knapp 30.000 Lichtjahre vor mir, denn mit dem Warpantrieb kann ich maximal ca. 200 Lichtjahre zurücklegen! Wenigstens muss ich keine Ressourcen zur Herstellung von Warpkernen beschaffen, denn in jeder Atlas-Station gibt’s zwei Warpkerne gratis. Sollte man mehr Kerne brauchen, muss man sich nur in den normalen Raumstationen umschauen. Dort gibt es Lagerräume, in denen Antimaterie und andere benötigte Ressourcen gelagert sind. Allerdings wird der Atlas-Pass zum Öffnen der Lagerraumtüren benötigt.



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(Bild 21: In diesen immer gleich aussehenden Lagerräumen findet man alles, was man zur Herstellung von Antimaterie braucht)


Endlich habe ich den letzten Meilenstein und somit die Platin-Trophäe eingeheimst. Seitdem habe ich nichts anderes mehr getan als von Sonnensystem zu Sonnensystem zu springen. Wozu noch Raumkämpfe ausfechten, mit Aliens handeln, auf Planeten landen und so weiter? Das wäre absolut sinnlos, denn es würde sowieso nichts mehr geschehen – das Gameplay ist längst ausgereizt. Alles wiederholt sich endlos, so dass sich meine Motivation schnell dem absoluten Nullpunkt genähert hat. Außerdem bin ich meinem Ziel immer noch nicht signifikant nähergekommen und obendrein wird bei jedem Flug durch ein Schwarzes Loch eines meiner im Raumschiff, Exo-Anzug oder Multitool installierten Technik-Upgrades zerstört, so dass ich zu Reparaturzwecken erst wieder mühsam Rohstoffe sammeln müsste. Da ich nichts davon für den Raumflug brauche, habe ich darauf verzichtet.

Nur durch eine Sache wurde ich zunächst noch bei der Stange gehalten. Wenn man in einer Atlas-Station mit der dortigen Konsole interagiert, wird man persönlich angesprochen und erhält mehr oder weniger kryptische Botschaften, sofern man einen bestimmten Status bei den Reisemeilensteinen erreicht hat. So habe ich erfahren, dass nicht nur die drei intelligenten Völker vom Atlas erschaffen worden sind, sondern das ganze Universum – und zwar meinetwegen!



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(Bild 22: Eine von vielen Botschaften, die mir auch nicht weiterhelfen)


Ich bin nicht dahintergekommen, was ich tun muss, um das letzte diesbezügliche Geheimnis zu lüften, aber inzwischen interessiert es mich nicht mehr. Außerdem will ich gar nicht mehr wissen, was mich im Zentrum der Galaxie erwartet. Somit wandert das Spiel unvollendet ins Regal. Schade!

Ich habe Reviews gelesen, in denen moniert wurde, dass Inhalte beworben wurden, die im Spiel nicht zu finden sind. Außerdem sollen Screenshots zu Werbezwecken verwendet worden sein, die gar nicht die Spielgrafik zeigen. Nun, ich habe mir keine Trailer oder andere Werbung angesehen, deshalb kann ich das nicht beurteilen. Versprochen wurden angeblich Landungen auf Asteroiden, Kampfhandlungen in der Atmosphäre von Planeten, mit NPCs besiedelte Handelsaußenposten, Ringwelten, komplexes Verhalten von Kreaturen, Sehenswürdigkeiten wie abgestürzte Frachter oder größere Bauwerke, große Weltraumflotten und riesige Schlachten im All, an denen man sich beteiligen kann. Einige Versprechungen sind nicht ganz falsch. Flotten und Raumkämpfe sind vorhanden, aber keineswegs "riesige". Man hat es nur mit maximal einem Dutzend Schiffen zu tun. Ob man in Planetenatmosphären kämpfen kann, müsste ich ausprobieren – aber dazu habe ich jetzt keine Lust mehr. Es gibt durchaus NPCs in Gebäuden und Raumstationen, aber immer nur einen einzigen und sie machen immer dasselbe, nämlich so gut wie nichts. Landungen auf Asteroiden, Ringwelten und Sehenswürdigkeiten habe ich tatsächlich nicht gesehen und die Kreaturen interagieren höchstens insofern mit ihrer Umwelt, als sie sich füttern lassen und den Spieler dann zur Fundstelle seltener Rohstoffe führen.

No Man's Sky ist kein schlechtes Spiel, zumindest hatte ich diesen Eindruck in den ersten Stunden. Für eine Weile macht die Erkundung neuer Planeten wirklich Spaß. Anfangs war ich motiviert, die Ausrüstung aufzuwerten und an den Reisemeilensteinen zu arbeiten. Doch irgendwann ist die Motivation wegen der endlosen Wiederholung derselben Inhalte sowie der Abwesenheit echter Ziele und Herausforderungen restlos verloren gegangen.

Ursprünglich hätte ich dem Spiel die Note 3 gegeben, aber rückschauend betrachtet wäre das nicht gerechtfertigt. Die Note 4 passt da schon eher. Tatsächlich finde ich es inzwischen schade um die Zeit, die ich mit No Man's Sky verschwendet habe.

J. Kreis, 13.11.2016


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