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No Man's Sky

System:
Sony
Playstation 4

Genre:
Weltraum-Adventure

Note: 4

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No Man's Sky

Ein Weltraumabenteuer in einem offenen Universum, in dem man frei mit einem Raumschiff umherfliegen und unzählige Planeten erkunden kann? Das ist für einen Science-Fiction-Fan wie mich natürlich ein gefundenes Fressen, und so habe ich mir dieses Indie-Spiel sofort zugelegt ungeachtet der Tatsache, dass es sehr gemischte Kritiken erhalten hat und dass schon am Erscheinungstag ein 800 MB großer Patch veröffentlicht wurde, durch den viele neue Inhalte hinzugefügt worden sind. Weil No Man's Sky keine Story im eigentlichen Sinne enthält, schreibe ich einfach meine eigene und lade euch ein, mir auf meinem Weg durch fremde Welten und die unendlichen Weiten des Weltraums zu folgen.

Ein paar Bemerkungen vorab: Das Universum von No Man's Sky soll buchstäblich unendlich sein und angeblich sind 18 Trillionen (!) Planeten vorhanden. Alle Planeten, Tiere, Pflanzen usw. werden prozedural generiert, das heißt, sie werden nach festgelegten Regeln aus einer begrenzten Anzahl von Teilelementen zusammengesetzt. Ob auf diese Weise lebendige, abwechslungsreiche Welten entstehen, oder ob sich irgendwann alles wiederholt, werden wir noch sehen. No Man's Sky bietet Multiplayer-Elemente, die ich aber nicht bewerten kann, weil ich offline bin und bleibe. Aus demselben Grund basiert der folgende Text auf der ungepatchten Verkaufsversion. Ein Handbuch ist nicht vorhanden, auch nicht innerhalb des Spiels. Das ist schon mal der erste Schwachpunkt, denn No Man's Sky geizt fast ebenso sehr mit Informationen wie Dark Souls! Nur selten werden grundlegende Elemente der Steuerung in einer kleinen Infobox erläutert, in der ab und zu auch angezeigt wird, was man als nächstes tun soll. So verbringt man einige Zeit damit, durch Experimente, Versuch und Irrtum zu lernen, was die ganzen Symbole auf dem Bildschirm bedeuten, was das Gameplay bereithält und so weiter. Und damit hätten wir auch gleich den Einstieg in ...

Raumkapitän Kringels Logbuch. Teil 1: Gestrandet

Meine Reise beginnt auf einem fremden Planeten. Exotische Pflanzen, vorwiegend in Rottönen, machen deutlich: Das ist nicht die Erde. Ich weiß nicht, warum ich mich hier befinde, und mir wird klar, dass ich so schnell nicht wieder von hier wegkommen werde. Mein Raumschiff ist kaputt, wie man an der aufsteigenden Qualmwolke unschwer erkennen kann.



No Man's Sky

(Bild 1: Mein erstes Raumschiff mit dem schönen Namen "Rasamama S36")


Sobald ich mich dem Schiff nähere, kann ich via Quadrat-Taste damit interagieren und auf das Inventar zugreifen. Es besteht aus 15 Slots, von denen schon einige vergeben sind. So belegen die Startschubdüse, der Ionenantrieb und die Bewaffnung je einen Slot. Die Antriebssysteme sind kritisch beschädigt und müssen repariert werden. Mein erstes Ziel besteht darin, die Umgebung zu erkunden und die zur Reparatur benötigten Rohstoffe zu finden. Bei der Erkundung leistet mir mein Jetpack gute Dienste. Richtig fliegen kann ich damit nur über kurze Strecken, wobei ich aufpassen muss, nicht aus zu großer Höhe abzustürzen, weil das fatale Folgen haben kann. Mit dem Jetpack kann ich aber jede noch so hohe Klippe problemlos überwinden, egal wie steil diese ist.

Während ich noch leicht planlos in der näheren Umgebung des Schiffes herumlaufe, erklingt plötzlich die Computerstimme meines Exo-Anzuges. Sie teilt mit, dass die Energie des Lebenserhaltungssystems (LES) niedrig ist. Ein Blick auf das HUD des Schutzanzuges zeigt, dass auf diesem Planeten Temperaturen von bis zu minus vierzig Grad herrschen. Ohne Schutzanzug würde ich hier nicht lange überleben (ausziehen kann ich ihn sowieso nicht). Es empfiehlt sich also, schleunigst Isotope zu sammeln, die als Energiequelle für das LES dienen. An dieser Stelle kommt mein Multiwerkzeug zum Einsatz. Auch diesen Ausrüstungsgegenstand muss ich zunächst einmal reparieren, denn der integrierte Scanner ist beschädigt.



No Man's Sky

(Bild 2: Das Menü des Multifunktionswerkzeugs mit Detailinfos zum beschädigten Scanner)


Das Werkzeug emittiert einen Energiestrahl, den ich zum Abbau von Rohstoffen und als Waffe einsetzen kann. Da auch der Strahl immer wieder mit Isotopen versorgt werden muss, baue ich manche Ressourcen allerdings ganz einfach dadurch ab, dass ich auf die entsprechende Rohstoffquelle draufhaue! Diese energiesparende Variante ist ziemlich mühsam... Sobald ich den Scanner repariert habe, kann ich meine nähere Umgebung abtasten, so dass Ressourcen und andere interaktive Objekte hervorgehoben werden. Die verschiedensten Rohstoffe sind überall zu finden: Plutoniumkristalle, Felsen voller Eisenerz und Pflanzen, aus denen Elemente wie Kohlenstoff, Platin, Thamium-9 etc. gewonnen werden können. Manche Elemente sind allerdings selten, da muss ich schon ein wenig suchen. Das Werkzeug enthält außerdem eine Analyseeinheit, die durch Betätigen der L2-Taste aktiviert wird. Alle Objekte, auf die ich das Gerät richte, werden dann näher untersucht und mit zusätzlichen Infos in einem Menü abgelegt, das sich allmählich zu einer richtigen kleinen Enzyklopädie mausert. Leider kann ich mit den Zusatzinfos nichts anfangen. Mich interessiert ja, welche Rohstoffe ich aus einem Objekt gewinnen kann, und das ist nicht im Lexikoneintrag zu sehen, sondern in kleinen Textfenstern, die aufpoppen, sobald ich mich dem Objekt nähere.

Das ziellose Herumirren hat bald ein Ende, denn auf dem Bildschirm sind Fragezeichen-Symbole mit Entfernungsangaben zu sehen, die mich darauf hinweisen, dass an der entsprechenden Stelle etwas zu finden sein könnte. Mehr als vier bis fünf Gehminuten ist keiner dieser Orte entfernt. Also mache ich mich zu Fuß auf die Socken, folge einem Symbol und stoße auf einen Unterschlupf.



No Man's Sky

(Bild 3: Ein kleiner Unterschlupf)


Nach der Entdeckung verwandelt sich das Fragezeichen in ein anderes Symbol, das permanent im HUD angezeigt wird. Neugierig geworden folge ich anderen Fragezeichen und finde weitere Unterschlupfe, aber auch größere Stützpunkte und andere Einrichtungen. Unter anderem kann man Peilsignale aktivieren (nachdem man einen Überbrückungschip hergestellt hat) und auf diese Weise besonders interessante Orte aufdecken. An fast allen durch Fragezeichen markierten Stellen findet man Speicherpunkte (sonst wird nur gespeichert, wenn man aus dem Raumschiff aussteigt), Baupläne für die verschiedensten Technik-Upgrades und andere nette Dinge. In Basen kann man sich mit dem galaktischen Handelsnetzwerk verbinden, nicht benötigte Inventargegenstände verkaufen und neue Items erwerben.

Leider stellt sich jetzt allmählich ein gewisses Gefühl der Orientierungslosigkeit ein, denn die prozedurale Generierung der Spielwelt bringt es mit sich, dass mir keine Karte der Planetenoberfläche zur Verfügung steht. Ich sehe nur immer mehr Symbole, die scheinbar in der Landschaft schweben. Alle sind ähnlich und wo war jetzt noch gleich der Unterschlupf, an dem ich mangels Rohstoffen nicht mit dem Terminal interagieren konnte, welches sicherlich ein nettes Upgrade bereithält? Mein Raumschiff wird zum Glück durch ein unverwechselbares Symbol gekennzeichnet, so dass ich seinen Standort leicht wiederfinden kann.

Allmählich frage ich mich, wer die ganzen Gebäude errichtet haben mag. Dass sich in diesem Universum nicht nur Menschen tummeln, stellt sich spätestens heraus, als ich monolithische Objekte (Wissenssteine) entdecke, mit denen ich interagieren kann, woraufhin ich je ein Wort aus der Sprache eines fremden Volkes lerne. Diese Wesen nennen sich Korvax. Es gibt sogar große Anlagen ähnlicher Bauart, an denen mir kleine Texträtsel gestellt werden. Wähle ich die richtige Option, erhalte ich eine Belohnung, meist in Form eines Artefakts der Korvax. Zudem verbessert sich dann mein Ruf bei diesem Volk. Vermutlich wird sich das positiv auf Dialogoptionen oder den Handel auswirken, wenn ich denn mal einem Vertreter dieses Volkes begegne, was bis jetzt noch nicht der Fall war.



No Man's Sky

(Bild 4: Ein Korvax-Monolith, rechts ein aktivierter Wissensstein)


Während ich den Planeten erkunde und fleißig Rohstoffe sammle, zeigt sich sehr schnell eine weitere Schwäche des Spiels. Das Inventar ist viel zu klein! Dabei stehen sogar zwei Ablagemöglichkeiten zur Verfügung, nämlich das Inventar des Exo-Anzuges und das des Raumschiffes. Beim Exo-Anzug sind bereits mehrere Slots durch das Jetpack, das LES und andere unverzichtbare Bestandteile belegt. Für jedes Upgrade wird ein weiterer Slot benötigt. Da bleibt schon bald kein Platz mehr für die gesammelten Ressourcen. Sind 100 Einheiten eines Rohstoffs voll, braucht man schon wieder den nächsten Inventarplatz! Man kann das Zeug zwar jederzeit ins Schiffsinventar verschieben, aber das ist auch schnell voll. Und zurückholen kann man die Ressourcen nur, wenn man sich in der Nähe des Schiffes befindet. Mit dem Multitool hat man genau dasselbe Problem. Die Inventarverwaltung ist - wie so oft in Videospielen - ein echtes Ärgernis. Es ist wirklich nervtötend, wenn man gerade eine bestimmte Ressource ins Schiffsinventar geschoben hat und dann nichts mehr davon findet, obwohl man genau dieses Zeug gerade dringend bräuchte ...

Zu Beginn können noch nicht alle Inventarplätze des Exo-Anzuges benutzt werden. Sie lassen sich durch spezielle Upgrades freischalten. Diese Upgrades kosten Geld, oder vielmehr Units, wie sich die Währung in diesem Spiel nennt. Units erhält man nicht nur durch den Verkauf von Inventargegenständen. Wenn man den per Multitool analysierten Mineralien, Pflanzen und Tieren sowie den entdeckten Orten eigene Namen gibt, wird man mit Units belohnt. Die Namensgebung mittels PS4-Bildschirmtastatur ist etwas mühsam, aber alternativlos zumindest habe ich noch keine andere Möglichkeit gefunden, schnell an Units heranzukommen.



No Man's Sky

(Bild 5: Menü mit den Entdeckungen, links Detailinfos zur markierten Lebensform)


Da Flora und Fauna dieses Planeten sehr artenreich sind, habe ich nach relativ kurzer Zeit genug Units zur Freischaltung neuer Inventarplätze beisammen. Die Tiere sehen übrigens ziemlich merkwürdig aus, was vermutlich daran liegt, dass diverse Baukastenelemente beliebig zusammengewürfelt wurden, auch wenn sie nicht ganz zueinander passen.

Nach drei bis vier Stunden Spielzeit habe ich ein großes Areal erkundet und mehr als genug Rohstoffe zur Reparatur des Raumschiffes gesammelt. Immer noch tauchen Fragezeichen auf, so dass ich den Eindruck erhalte, dass die Erkundung des Planeten nie abgeschlossen sein wird! Normalerweise durchstöbere ich gern den allerletzten Winkel einer Spielwelt, bevor ich zu neuen Ufern aufbreche, aber ich glaube, dass das in No Man's Sky ein vergebliches Unterfangen wäre! Also marschiere ich zurück zum Raumschiff, um den Planeten zu verlassen.


Mehr darüber im nächsten Logbucheintrag!

J. Kreis, 15.08.2016


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