Zurück zu den Spielen

Grand Theft Auto V

System:
Sony
Playstation 3

Genre:
Action-Adventure

Kurzreview
GRAND THEFT AUTO V

Dies ist die Geschichte von Franklin Clinton, Trevor Phillips und Michael De Santa, drei Kriminellen in der Filmmetropole Los Santos, deren Lebenswege sich unerwartet kreuzen. Besonders gut leiden können sie sich zunächst nicht, aber sie bilden ein schlagkräftiges Team und planen einen großen Coup, nach dem ihre finanziellen Sorgen ein für alle Mal der Vergangenheit angehören sollen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn das FIB, der Geheimdienst, eine mächtige private Sicherheitsfirma, rivalisierende Gangsterbanden, skrupellose Geschäftsleute und andere zwielichtige Gestalten machen den drei ungleichen Kumpanen das Leben schwer.

Franklin Clinton: Mein Revier ist das Schwarzen-Ghetto von Süd-Los Santos, denn dort hat meine Gang das Sagen. Mein Homie Lamar Davis hat immer wieder Ideen für diverse Coups, die aber stets schiefgehen, so dass ich bis jetzt auf keinen grünen Zweig gekommen bin. Deshalb wohne ich bei meiner Tante Denise. Wenn ich es mir leisten kann, tune ich mein Muscle-Car bei West Coast Customs, kaufe coole Klamotten im benachbarten Laden, lasse mir neue Tattoos stechen, experimentiere mit verschiedenen Frisuren herum, probiere die Fahrgeschäfte am Meer aus oder vergnüge mich im Stripclub. Die Mädels dort mögen mich, weil ich mit ihnen flirte und mich spendabel zeige. Manchmal nimmt mich eine sogar mit nach Hause. So tröste ich mich darüber hinweg, dass mich meine Freundin Tanisha verlassen hat. Damit ich Lamars Arsch retten kann, wenn er sich wieder mal in Schwierigkeiten gebracht hat, rüste ich bei Ammu Nation meine Knarren auf und übe im Schießstand. Meine Fahrkünste muss ich nicht erst trainieren. Wenn ich mich konzentriere, dann ist es für mich so, als würde sich die Welt um mich herum nur noch in Zeitlupe bewegen. So kann ich mich problemlos durch den dicksten Feierabendverkehr schlängeln. Diese Fähigkeit ist besonders nützlich, wenn ich illegale Rennen fahre oder wieder mal ein Auto geklaut habe und die Cops abhängen muss. Ich arbeite für den Autohändler Yetarian, um wenigstens ein bisschen sauberes Geld zu verdienen. Dabei ist mir neulich was Komisches passiert. Ich sollte das Auto eines Kunden zurückholen, der die Raten nicht bezahlt hat. Konnte ich ahnen, dass sich auf dem Rücksitz der Vater des Typen versteckt halten und mich zwingen würde, mit der Karre durch Yetarians Schaufenster zu fahren? So war ich meinen einzigen Job los. Aber dieser Kerl, Michael, scheint ein Gangster von ganz anderem Kaliber als Lamar zu sein. Und es sieht so aus, als hätte er Arbeit für mich...

Michael DeSanta: Wenn ich am Pool meines Luxusanwesens im High-Society-Stadtteil Vinewood stehe und auf die Hochhäuser von Los Santos hinabblicke, dann rede ich mir gern ein, dass ich alles erreicht habe, was man sich nur wünschen kann. Ich habe Familie, schwimme in Geld und könnte mir die Zeit mit Golf, Tennis, Yoga oder anderen Sportarten vertreiben, denn arbeiten muss ich nicht. Ich spekuliere höchstens ein bisschen per Smartphone an der Börse. Warum trinke ich dann so viel, hänge meistens vor der Glotze rum und renne regelmäßig zum Psychiater, der mir auch noch einredet, ich sei zu selbstsüchtig und würde keine Ratschläge annehmen? Gut, meine Frau Amanda hat einen Liebhaber, mein Sohn Jimmy ist ein fetter Computernerd und meine Tochter Tracey macht sich bei der Castingshow "Fame or Shame" zum Narren, was ich lieber nicht im Fernsehen ansehe, um keinen Wutanfall zu kriegen. Aber daran liegt es nicht. Natürlich weiß ich genau, von welchen Dämonen ich innerlich zerfressen werde. Vor zehn Jahren war ich ein gesuchter Verbrecher mit anderem Namen und habe ich mich auf einen Deal mit dem FIB-Agenten Dave Norton eingelassen, um meine Familie zu schützen. Bei einem Banküberfall in North Yankton mit meinen Freunden Trevor Phillips und Brad Snider habe ich meinen Tod vorgetäuscht - Brad ist an meiner Stelle erschossen und beerdigt worden. Seitdem befinde ich mich in einer Art Zeugenschutzprogramm, für das sich Norton gut bezahlen lässt. Trevor ahnt davon nichts. Er glaubt, ich sei tot und Brad sitze im Gefängnis. Das nagt an mir, ganz abgesehen davon, dass Trevor (ein völlig unberechenbarer Psychopath) meine ganze Familie auslöschen würde, sollte er je die Wahrheit erfahren. Jetzt habe ich auch noch das Haus eines berüchtigten Gangsterbosses zerstört, weil ich dachte, dort wohne der Lover meiner Frau, und muss den Schaden bezahlen. Das übersteigt meine Mittel bei weitem. Also werde ich wohl doch wieder ein Ding drehen müssen. Dieser Franklin Clinton, den ich neulich kennen gelernt habe, könnte sich dabei als nützlicher Partner erweisen. Wenn ich ehrlich bin, dann freue ich mich sogar über diese Schicksalswendung, denn irgendwie vermisse ich die Action!

Trevor Phillips: Seit einem schiefgegangenen Banküberfall, bei dem mein Freund Michael Townley (angeblich) getötet wurde, hause ich in einem Wohnwagen in Sandy Shores nördlich von Los Santos. Die Lichter der schicken Großstadt sind sehr weit weg - hier oben gibt es hauptsächlich Farmen, Fabriken und heruntergekommene Wohngebiete. Naturfreunde freuen sich über die Wälder, den Alamosee und andere Sehenswürdigkeiten. Ich persönlich schaue mir das alles lieber durchs Zielfernrohr meines Gewehrs an und gehe auf die Jagd. Oder ich spiele Darts in meiner Stammkneipe. Aber dafür habe ich wenig Zeit, denn ich bin freier Unternehmer. Ich schmuggle Waffen und selbst hergestellte Drogen mit dem Flugzeug oder dem Buggy, wobei ich immer aufpassen muss, dem Gefängnis und der Militärbasis hier in der Gegend nicht zu nahe zu kommen. Gestohlene Flugzeuge und Hubschrauber parke ich auf meinem eigenen kleinen Flugplatz. Konflikte mit anderen Schmugglern sind natürlich unausweichlich, und so kommt es immer wieder mal vor, dass ich leider ein paar Köpfe zum Platzen bringen muss. Dabei gerate ich regelmäßig in eine Art Blutrausch, wodurch ich mehr Schaden verursache als gewöhnlich. Übrigens sollte man sich nicht über meinen kanadischen Akzent lustig machen, denn dann laufe ich Amok! Besonders gut gelaunt bin ich ohnehin nicht, seit ich herausgefunden habe, dass mein lieber Freund Michael quicklebendig ist und das süße Leben in der Glitzermetropole genießt. Deshalb bin ich nach Los Santos zurückgekehrt. Ich war schon im Kino, habe eine Stadtrundfahrt hinter mich gebracht und bin ein bisschen mit der U-Bahn herumgefahren, um mich zu orientieren. Ich habe auch ein paar Anhalter mitgenommen, aber nur, um sie zum Versteck des Altruisten-Kults in den Bergen zu bringen. Was die Typen mit meinen "Fahrgästen" anstellen, will ich gar nicht wissen. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich Michael sofort töten soll, wenn ich ihn gefunden habe. Ich könnte ihn nämlich gut gebrauchen, um die Goldreserven der Union Depository auszuräumen. Umbringen kann ich ihn danach ja immer noch.

Alles, was die drei Typen oben erzählen - und noch viel, viel, viel mehr - könnt ihr in Grand Theft Auto V machen. Es würde zu weit führen, wollte ich alles aufzählen! Was das Gameplay angeht, kann ich außerdem auf meine Review zu GTA IV verweisen. Wenn ihr dieses Spiel kennt, dann wisst ihr, wie sich GTA V anfühlt. Der neueste Geniestreich von Rockstar Games bietet im Grunde "nur" mehr von allem: Mehr Gewalt, Sex, Zynismus, Fahrzeuge (auch Flugzeuge, Hubschrauber, Schiffe und ein U-Boot), die mindestens so geil aussehen wie die Autos in Gran Turismo 5, ein viel umfangreicheres Schadensmodell haben als diese und noch dazu zahlreiche Autoradiosender mit genialer Musik! Geboten wird außerdem eine größere Spielwelt mit einer unfassbar detailreichen, lebendigen Stadt, einem ausgedehnten Hinterland mit artenreicher Fauna, und einer riesigen Unterwasserwelt, die so manche Überraschung bereithält! Die Fernsicht ist gewaltig, da verschwimmt praktisch nichts im ansonsten üblichen Nebel. Selbst beim Flug aus sehr großer Höhe bleibt fast die gesamte, frei zu erkundende Spielwelt vollständig sichtbar.

Und nicht zuletzt steuert ihr in GTA V nicht nur eine, sondern drei Hauptfiguren. Solange man nicht mit einer Mission befasst ist, kann man jederzeit zwischen den drei oben genannten Männern wechseln. Jeder hat individuelle Stärken, Schwächen und Spezialfähigkeiten, für jeden gibt's spezielle Nebenquests. Wenn eine Mission gestartet wurde, dann ist ein Wechsel oft nur möglich, wenn es vom Spiel vorgesehen ist. Somit ist der Figurenwechsel ein zwar ganz nettes, letztlich aber eher überflüssiges Feature.

Trotzdem ist GTA V natürlich ein Meilenstein für Gamer, den sich Erwachsene keinesfalls entgehen lassen sollten. Für Minderjährige ist das Spiel definitiv nicht geeignet.

J. Kreis, 07.11.2013





Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)




Seitenanfang