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Gran Turismo 6

System:
Sony
Playstation 3

Genre:
Rennspiel

Note: 2-
Gran Turismo 6

Gran Turismo 6 ist schon im Dezember 2013 erschienen. Als alter Fan dieser Rennspielreihe habe ich GT6 seinerzeit natürlich sofort gekauft. Spielen konnte ich es nicht, denn es hat meine alte Playstation 3 immer kurz nach dem Start zum Absturz gebracht. Mit einer Austauschversion des Games war es genauso. Im vergangenen Jahr ist meine liebe alte PS3, die mir zehn Jahre lang treue Dienste geleistet hat, leider kaputtgegangen. Da es noch so einige PS3-Spiele gibt, die ich irgendwann zocken möchte, habe ich eine neue Konsole auf meinen Weihnachts-Wunschzettel gesetzt. Auf dieser Slim-PS3 läuft GT6 bis jetzt einwandfrei! Somit kann ich meinen Senf mit dreijähriger Verspätung nun doch noch dazugeben.

Eine strukturierte Review lohnt sich nicht, denn GT6 unterscheidet sich nicht wesentlich von Gran Turismo 5 bzw. Gran Turismo 4. Beide habe ich ja schon ausführlich beschrieben. Außerdem werde ich mich wahrscheinlich wie immer bei Spielen dieser Reihe sehr lange mit GT6 beschäftigen. Ich schildere deshalb zunächst nur meine Eindrücke der ersten Spieltage. Nach ein paar Wochen (oder Monaten) werde ich berichten, wie sich das Spielerlebnis weiterentwickelt hat. Anmerken muss ich noch, dass ich die ungepatchte Basisversion ohne DLCs spiele und keine Online-Features nutze.

Zu GT5 habe ich folgendes geschrieben: "Durch das erste Spiel dieser Reihe habe ich den Spaß an Rennspielen erst entdeckt. GT5 hat mir diesen Spaß zwar nicht endgültig wieder genommen, aber es hat ihm einen sehr herben Dämpfer versetzt! Jedenfalls konnte das Spiel meinen möglicherweise zu hohen Erwartungen nicht annähernd gerecht werden." An GT6 bin ich nach dieser Erfahrung mit überhaupt keinen Erwartungen herangegangen, deshalb war ich nicht sonderlich enttäuscht, praktisch das gleiche Spiel noch einmal vorgesetzt zu bekommen. Mit leicht abgewandeltem Gameplay, einigen neuen Rennstrecken und noch mehr Autos, das gebe ich gern zu. Man fährt sogar auf dem Mond!



Gran Turismo 6

(Bild 1: Unterwegs mit dem Lunar Roving Vehicle)


Es hat sich nicht viel geändert, auch nicht an der nüchternen Präsentation. Ich hätte gern endlich mal ein bisschen was drumherum, zum Beispiel ein "echtes" Parkhaus, das man als Fußgänger betreten kann, um in ein beliebiges Auto einzusteigen. Dazu vielleicht noch eine Waschanlage und einen Servicebereich, in dem man sehen kann, wie erworbene Upgrades installiert werden. Falls das zu negativ klingt, sei gesagt, dass GT6 durchaus Spaß macht, soweit ich das bis jetzt beurteilen kann.

Der Einstieg verläuft ein klein wenig anders als in früheren GT-Titeln. Startet man den Karrieremodus, sitzt man schon am Steuer eines Autos und absolviert eine Übungsrunde. Das war übrigens die Stelle, an der GT6 früher bei mir immer abgestürzt ist! Während und nach der Runde wird man durch Textmeldungen in die Grundlagen des Spiels eingeführt. Man wird aufgefordert, ein Auto zu kaufen und hat hierbei noch nicht die freie Auswahl unter den angeblich über 1200 enthaltenen Fahrzeugen (davon über 300 Premiummodelle). Man wird gezwungen, den Kleinwagen Honda FiT RS '10 zu erwerben, obwohl man sich jetzt schon ein erheblich besseres Fahrzeug leisten könnnte. Sobald man das erste Rennen mit dem Honda FiT absolviert hat, gibt es - entsprechendes Guthaben vorausgesetzt - keine Einschränkungen mehr beim Autokauf.



Gran Turismo 6

(Bild 2: Mein allererstes Auto in GT6, ein Premiummodell)


Die Benutzerführung in den Menüs kommt mir durchdachter vor als in GT5. Man kommt mit weniger Klicks zum Ziel. Beispiele: Bricht man ein Einzelrennen ab, so wird man jetzt nicht mehr wie in GT5 ganz aus der Veranstaltung geworfen. Stattdessen gelangt man zurück zum Startmenü dieses Rennens. Wenn ich also während des Rennens feststelle, dass ich etwas am Fahrzeug-Setup ändern müsste, dann muss ich jetzt nicht mehr die ganze Veranstaltung neu starten, was ja mit Ladezeiten verbunden wäre. Außerdem kann man jetzt die Reifen im selben Menü wechseln, in dem man alle anderen Einstellungen vornimmt. Das war in GT5 nicht möglich. Doch nicht genug damit! In diesem Menü kann man Reifen nicht nur wechseln, sondern auch kaufen! Dasselbe gilt für alle Tuningteile. Man muss also nicht erst ins Hauptmenü zurückkehren, um dort den Shop zu öffnen. Da hat jemand gut mitgedacht! Die Garage ist wie üblich nur eine Liste. Die lässt sich jetzt wenigstens entschlacken. Man kann Autos, die man sowieso nie verwenden wird, aber nicht verkaufen möchte, zum "Parkplatz" (eine weitere Liste) verschieben. So wird die Garage übersichtlicher. Leider wurde komplett auf ein Handbuch verzichtet. Es ist nur ein Weblink vorhanden, der mir nichts nützt, weil meine PS3 offline bleibt.

Nach dem Kauf des Honda FiT ist durchaus noch genug Geld (Credits) für Tuningteile übrig. Das kann man sich sparen, denn mit seinen 120 PS ist das Auto stark genug für den Sieg in allen Rennen der ersten Stufe ("Anfänger"). In jeder Stufe werden mehrere aus Einzelrennen bestehende Veranstaltungen sowie eine Meisterschaft mit aufeinander folgenden Rennen angeboten. Für jede Platzierung in einem Rennen erhält man Credits, sogar für den letzten Platz. Zur Belohnung für den Sieg der Anfänger-Meisterschaft gibt's obendrein ein Geschenk, nämlich ein neues, leistungsfähigeres Auto. In meinem Fall war das ein Renault Clio. Damit lassen sich einige Rennen der nächsten Stufe ("National B") problemlos bestreiten, so dass ich zunächst einmal keine Credits für einen weiteren neuen Wagen ausgeben musste. Ich muss allerdings sagen, dass frühere GT-Spiele in Sachen Geschenke freigiebiger waren. So habe ich für den Sieg in der National-B-Meisterschaft kein Auto erhalten.

Zum Start der Anfänger-Rennen wird kein Führerschein benötigt. Für die Rennen der höheren Stufen sind dann aber doch wieder Lizenzprüfungen mit immer anspruchsvolleren Voraussetzungen fällig. Hierbei kann man ebenfalls neue Fahrzeuge gewinnen. Meine Belohnung für das Erreichen von Goldpokalen in der nationalen B-Lizenz war ein Kart. Parallel zu den Rennen und Meisterschaften einer Stufe werden Sonderveranstaltungen angeboten, in denen es verschiedene Aufgaben mit vorgegebenen Fahrzeugen zu meistern gilt. In der Anfänger-Stufe steht nur eine "Kaffeepause-Herausforderung" zur Verfügung. Hier müssen 300 Leitkegel innerhalb eines Zeitlimits umgefahren werden.



Gran Turismo 6

(Bild 3: Cone Challenge Nr. 1 in der Gran Turismo Arena)


Das altbekannte "Gran-Turismo-Feeling" stellt sich beim Start der Karriere sogleich ein. Wie immer verlaufen die ersten Rennen mit den schwach motorisierten Straßenwagen sehr behäbig und es sind nur fünf Gegner mit unterwegs. Das kommt Spielern entgegen, die sich erst einmal in die Steuerung eingewöhnen und den Streckenverlauf kennenlernen möchten. Wer sofort in Rennboliden Platz nehmen möchte, kann sich allein oder mit Freunden im Arcade-Modus austoben, und zwar auch offline.

Die gegnerischen Fahrzeuge kleben wie gewohnt auf der Ideallinie. Da es in den Rennen der ersten Stufen kein Strafensystem gibt, ist das kein Problem. Im Gegenteil! Man kann die anderen Fahrzeuge ganz gut als Prellböcke nutzen, um leichter um Kurven herumzukommen. Vor den Rennen wird zumindest in den ersten beiden Stufen kein Qualifying durchgeführt. Man startet immer vom letzten Platz! Auch das ist nicht weiter tragisch, aber wenn es in den höheren Stufen so bleibt, könnte das zu Frustmomenten führen.

Zum Geldverdienen könnte man jedes Rennen beliebig oft wiederholen, was wie gesagt jetzt noch nicht nötig ist. Wer es sich leichter machen will, rüstet das Auto mit einem stärkeren Motor auf, baut ein besseres Getriebe und einen Rennauspuff ein, führt Gewichtsreduktionen und ein Chiptuning durch, zieht Rennreifen auf und so weiter. Das zur Auswahl stehende Tuning-Zubehör ist so umfangreich wie immer. Dabei muss nur beachtet werden, dass sich die Leistungspunkte (LP) der Autos durch Upgrades erhöhen und dass es für jedes Rennen eine LP-Obergrenze gibt.

Das Fahrverhalten der Autos ist so genial wie gewohnt. In manch anderem Rennspiel hatte ich den Eindruck, dass die Autos kaum Gewicht haben, dass irgendwas mit der Masseträgheit nicht stimmt. Das so entstehende Gefühl, permanent auf Glatteis zu fahren, hat man in Gran Turismo nicht. Jedes Auto hat seinen individuellen Charakter, was in der Anfangsphase natürlich nicht so stark zu Buche schlägt. Aber ich merke deutlich, dass ich mit einem aufgemotzten Ford Mustang (Bild 8) ganz anders umgehen muss als mit dem Clio, dass es durchaus von Bedeutung ist, welche Reifen man verwendet, ob diese noch kalt sind und so weiter. Besonders krass ist der Unterschied zwischen Rennautos und Karts. Die kleinen Flitzer reagieren völlig anders auf Lenkbewegungen.



Gran Turismo 6

(Bild 4: Auf der Indoor-Rennstrecke "Kart Space")


Ich kann nicht beurteilen, ob das alles der Realität entspricht oder nicht, das heißt, ob man GT6 wirklich als "Real Driving Simulator" bezeichnen kann. Aber die Steuerung ist relativ leicht zu erlernen, gut beherrschbar und somit nicht mit Katastrophen wie im Falle von Project Cars zu vergleichen. Der Motorensound klingt ebenfalls recht realistisch. Von dem Geräusch, das man bei Kollisionen zu hören bekommt, kann man das leider nicht sagen. Für mich klingt das ungefähr so, wie wenn man auf eine Plastik-Mülltonne schlägt ...

Soweit also alles wie gehabt - und daran habe ich im Grunde gar nichts auszusetzen, denn dieses Spielprinzip ist genau das, was ich an GT schon immer geschätzt habe. So allmählich wäre es aber doch mal an der Zeit für Innovationen. Es ist ja nett, dass der Jäger und Sammler in mir durch die vielen Rennveranstaltungen angesprochen wird, aber ließe sich das Ganze nicht in eine Story einbetten, in der es zum Beispiel um den Aufbau eines eigenen Rennstalls geht?

In GT5 sind die verfügbaren Rennveranstaltungen und Autos vom Fahrerlevel abhängig. Durch Siege werden Erfahrungspunkte (EP) gesammelt, die das Level erhöhen. Dieses System wurde in GT6 vereinfacht. Man sammelt keine EP mehr, sondern Sterne: Einen für Bronze-Pokale, zwei für Silber, drei für Gold. Man benötigt Sterne, um die Lizenzprüfungen zur nächsten Stufe und die zur jeweiligen Stufe gehörenden Sonderveranstaltungen freizuschalten. Außerdem habe ich für das Sammeln aller Sterne in der Stufe "National B" einen Lancia Delta HF Integrale Evoluzione und einen Acura NSX geschenkt bekommen.

Sobald alle Prüfungen der nationalen B-Lizenz bestanden sind, wird die bekannte "Fotoreise" freigeschaltet. Man kann seine Lieblingsautos vor schönen Kulissen ablichten. Hierfür sind einige neue Locations enthalten. Wie ihr im folgenden Bild sehen könnt, lassen sich bei der Fotoreise jetzt zwei Fahrzeuge platzieren.



Gran Turismo 6

(Bild 5: Auf Fotoreise in der spanischen Stadt Ronda)


Der nach wie vor absolut geniale Fotomodus steht in den Replays von Anfang an zur Verfügung.

Neben vielen altbekannten Rennstrecken werden mehrere neue geboten. Einige können schon in der Anfänger-Stufe gefahren werden. GT-Veteranen freuen sich über Kurse wie den Autumn Ring, Deep Forest Raceway, Grand Valley Speedway und Trial Mountain. Die Eiger Nordwand ist wieder mit dabei, außerdem natürlich zahlreiche realtweltliche Rennstrecken (Nürburgring, Monza, Daytona, Indianapolis, Tsukuba Circuit u.v.a., neu ist Brand's Hatch). In Bild 3 sieht man einen Ausschnitt der neuen Gran Turismo-Arena. Das ist eine Art Fußballstadion mit Asphaltboden. Neu hinzugekommen ist auch der Willow Springs International Raceway, eine sehr schnelle Strecke mit langen Geraden und tückischen Kurven.



Gran Turismo 6

(Bild 6: Ein kleiner Teil des Willow Springs International Raceway)


Die Stufe "National B" bietet mehr Sonderveranstaltungen als die Anfänger-Stufe, nämlich Missionsrennen und Markenrennen. Zudem sind auch die normalen Rennen zahlreicher und abwechslungsreicher. So gelten verschiedene Zugangsvoraussetzungen (Autos mit Front- oder Heckantrieb, aus einem bestimmten Land oder Baujahr usw.), außerdem ist ein Kartrennen vorhanden. Bei Missionsrennen geht es darum, Gegner innerhalb eines Zeitlimits zu überholen, ohne sie zu berühren. Rempler und das Verlassen der Rennstrecke führen zur Disqualifizierung. In den normalen Rennen ist das zumindest in dieser Stufe nicht der Fall, aber bei den Missionen wird das Unterbieten der Bestzeit dadurch nicht unerheblich erschwert.

Für die Missionsrennen werden die Fahrzeuge gestellt. Bei Markenrennen ist das anders. Um teilnehmen zu können, muss man das Auto der passenden Marke selbst kaufen. Dabei gilt es geschickt vorzugehen, das heißt, man sollte sich für ein Fahrzeug entscheiden, das man auch für andere Rennen einsetzen kann. Am besten absolviert man zuerst alle Rennen, die mit dem durch Geschenke angewachsenen Fuhrpark zugänglich sind. So bin ich vorgegangen, und dadurch haben sich an die 300.000 Credits auf meinem Konto angesammelt. Damit konnte ich locker einige neue fahrbare Untersätze anschaffen und aufrüsten. Ich habe mich neben den Autos, die ich für die Markenrennen brauche, für einen Mazda RX7 und einen Ford Mustang entschieden. Die eignen sich ganz gut für die nächste Stufe - "National A".



Gran Turismo 6

(Bild 7: Mit dem RX7 auf Fotoreise in Syrakus)



Gran Turismo 6

(Bild 8: Mit dem Ford Mustang in Madrid)


Sobald ich das erste normale Rennen der Stufe "National B" absolviert habe, poppt wieder eine Textnachricht auf. Mir wird mitgeteilt, Lord March habe mich zum Goodwood Festival of Speed eingeladen. Diese Veranstaltung gibt es wirklich (siehe Wikipedia) und wie in der Realität fährt man hier mit historischen Fahrzeugen, wobei wiederum gilt, dass man nicht von der Strecke abkommen darf. Die Oldtimer werden gestellt, also sind keine Investitionen nötig. Das Goodwood Festival ist eine von mehreren Spezialveranstaltungen, die mit fortschreitender Karriere nach und nach im Hauptmenü erscheinen. Die oben erwähnten Mondmissionen (Bild 1) gehören ebenfalls dazu.

Zur Grafik gibt's wenig zu sagen. PS3-Grafik halt, aber durchaus immer noch schön anzuschauen. Das gilt nicht nur für die Autos, vor allem natürlich für die sehr detailreichen Premiummodelle, sondern auch für die Umgebung der Rennstrecken. Man hat eine gute Fernsicht, am Rande der Strecke bewegt sich auch mal was. Spektakuläre Effekte sind die Ausnahme. So bunt wie in der auf Bild 4 gezeigten Kart-Rennstrecke ist es sonst nirgends. Unterschiede zu GT5 sind mir nicht aufgefallen, und so sind auch diesmal wieder zweidimensionale Zuschauer zu sehen ... Ein Schadensmodell ist vorhanden, ich kann es allerdings nur als rudimentär bezeichnen. Ein Auto sieht nach mehreren Zusammenstößen durchaus ganz schön zerkratzt aus ...



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(Bild 9: Kratzer und Dellen - das ist bis jetzt das ganze Schadensmodell)


... aber mit dem Auto in Bild 9 bin ich mehrmals absichtlich bei Tempo 100 in Wände gekracht. Das hätte eigentlich schon beim ersten Mal zum Totalschaden führen müssen!

Sonst noch erwähnenswert: Lädt man eine Rennstrecke zum ersten Mal, so ist die Wartezeit ziemlich lang. Später ist das nicht mehr so, vor allem lässt sich jedes laufende Rennen ohne Ladezeit sofort neu starten. Das finde ich sehr begrüßenswert, aber leider ist dies innerhalb von Meisterschaften nicht möglich. Das finde ich unnötig und ärgerlich. Immerhin kann man das Spiel jetzt während einer Meisterschaft speichern. Man kann die Konsole also ausschalten und beim Neustart direkt in die laufende Meisterschaft einsteigen. Dieses Feature habe ich in GT5 schmerzlich vermisst!

Gas und Bremse werden in der Standard-Gamepadkonfiguration (die sich natürlich frei anpassen lässt) mit X- und Quadrat-Taste betätigt, nicht wie bei anderen Spielen üblich mit den Schultertasten. Gelenkt wird nicht mit den Analogsticks, sondern mit dem Digitalkreuz. Das ist mir sofort angenehm aufgefallen, denn ich benutze die Schultertasten und die Sticks ungern. Seit GT1 habe ich mich einfach an die Tasten gewöhnt!

Für euren Avatar stehen viele verschiedene Overalls und Helme zur Verfügung. Die richtig schicken sind teuer, deshalb fahre ich mit dem in Bild 10 gezeigten Standard-Outfit. Es ist übrigens schön anzuschauen, wie sich der Avatar in die Kurven neigt, wie er schaltet und so weiter.



Gran Turismo 6

(Bild 10: Kringel bei einem Kartrennen)


Das soll für den Beginn genügen. Wer GT5 oder einen noch älteren Titel der Reihe gespielt hat, wird festgestellt haben, dass ich im Grunde ein seit Jahrzehnten bekanntes Gameplay beschreibe. Wer das gemocht hat, dem wird auch GT6 viel Spaß machen! GT6 ist gut für Rennspiel-Einsteiger geeignet, denn alle Rennen der ersten beiden Stufen sind leicht zu gewinnen, so dass sich sehr bald Erfolgserlebnisse einstellen. Aus diesem Grund und wegen einiger Detailverbesserungen (Menüs, Speichern während einer Meisterschaft) gebe ich die Vorab-Note 2. Mal sehen, ob es nach längerer Spielzeit dabei bleibt.

Nachtrag vom 02.03.2017: Es bleibt bei der Note 2, aber ich hänge nach längerer Spielzeit doch noch ein Minus dran, denn ich habe gegen Ende einen deutlichen Einbruch in der Langzeitmotivation erlebt. Zwei Dinge haben dem Spielspaß einen gehörigen Dämpfer versetzt. So muss ich von einem schweren Fehler berichten, der zum Glück nur ein einziges Mal aufgetreten ist: Mein Spielstand wurde beim Zwischenspeichern während einer Meisterschaft nicht gesichert, sondern gelöscht! Beim Neustart des Spiels wurde ich zu meinem Entsetzen mit der Nachricht "Willkommen bei Gran Turismo" begrüßt! Nur gut, dass ich den Speicherstand am Vortag auf einen USB-Stick exportiert hatte. So waren "nur" die Erfolge eines Tages verloren. Es war trotzdem sehr ärgerlich. Zu dem zweiten Dämpfer komme ich später.

Zunächst einmal hat das bekannte Spielprinzip weiterhin bestens funktioniert. Ich habe fleißig Sterne gesammelt und alle Lizenzen erworben, und zwar habe ich außer bei den Prüfungen zur letzten (Spezial-) Lizenz immer Goldpokale geholt, was mit Geschenken in Form neuer Autos belohnt wurde. Die meisten Speziallizenzen habe ich nur gerade so eben geschafft. Ich habe zudem bald festgestellt, dass mit den vorhandenen Autos bei den Veranstaltungen der Stufe International A und erst recht bei den Spezialrennen kein Blumentopf zu gewinnen war. Also musste ich doch etwas tiefer in die Tasche greifen und einen Neuwagen kaufen. Habe mich für einen Nissan GT-R R35 Touring Car entschieden. Das war eine gute Wahl, denn nach ein paar Upgrades konnte ich mit diesem Wagen sogar die GT-Weltmeisterschaft gewinnen.



Gran Turismo 6

(Bild 11: Mit dem Nissan GT-R R35 Touring Car auf Fotoreise)


In den höheren Stufen dauern die Rennen länger, es gibt mehr Einzelrennen pro Meisterschaft und ein größeres Fahrerfeld. Qualifikationsrunden werden in keiner Stufe gefahren, so dass man keine Möglichkeit hat, die Startposition zu verbessern. Fast immer startet man vom letzten Platz oder zumindest aus dem letzten Viertel. Und es ist gar nicht so einfach, sich an bis zu 15 Gegnern vorbeizukämpfen! Die LP-Grenze wird immer weiter angehoben, so dass man irgendwann mit extrem PS-starken Rennwagen unterwegs ist. Diese hochgezüchteten Schleudern muss man erst einmal unter Kontrolle bekommen! Da waren denn durchaus mal ein paar Feineinstellungen im Fahrzeug-Setup fällig. Außerdem verhalten sich die gegnerischen Fahrer aggressiver und geschickter. Sie haben offenbar mehr Erfahrung und sind nicht mehr so zögerlich in den Kurven.

Erst ab der Stufe International A habe ich mich genauer mit dem Fahrzeugtuning beschäftigt (vorher war das nicht nötig) und dabei festgestellt, dass sich beim Einbau neuer Teile nicht nur die LP erhöhen. Auch das Erscheinungsbild verändert sich (anderer Auspuff), außerdem sind unzählige verschiedene Felgen sowie Anbauteile wie Flügel und Spoiler erhältlich.

Rallye-Veranstaltungen sind in GT6 sehr selten, aber das war früher ja auch nicht anders.



Gran Turismo 6

(Bild 12: Auf Schnee und Eis in Chamonix)


Kommen wir zu den Spezialveranstaltungen, denn die sind eine Sache für sich. Nur in dieser Stufe gibt es ein Strafensystem, Spritverbrauch, Reifenabnutzung und wechselnde Wetterbedingungen. Somit sind bei den Spezialrennen Boxenstopps obligatorisch. Man muss gut überlegen, wann man an die Box geht, welche Reifen man aufzieht und so weiter. Es kann unter Umständen empfehlenswert sein, bei einsetzendem Regen erstmal auf einen Reifenwechsel zu verzichten und ein wenig Vorsprung herauszufahren. Dass sich der Benzintank ziemlich schnell leert, habe ich übrigens zuerst gar nicht bemerkt - bis ich dann ohne Sprit mitten auf der Strecke liegengeblieben bin! Leider ist die Kamera in den Replays bei den Boxenstopps so positioniert, dass man das Team nicht sieht, so dass ich keinen Screenshot davon zeigen kann. Warum eigentlich? In GT5 ging das doch?

Die Ausdauerrennen früherer GT-Games sind Geschichte. Ich vermisse sie nicht! Wer will schon bis zu 24 Stunden lang ununterbrochen vor dem Fernseher sitzen? Die längsten Rennen in GT6 gehen über knapp 20 Runden und sind etwa eine halbe Stunde lang. Das reicht völlig. Somit ist es eigentlich nicht weiter tragisch, dass auf den "B-Spec-Modus", in dem man einen KI-Fahrer ans Steuer lassen kann, komplett verzichtet wurde. Allerdings hätte ich einen Computerfahrer bei den Kartrennen gut gebrauchen können. Ich hasse Kartrennen! Es war für mich ein Ding der Unmöglichkeit, in allen Kartrennen Gold zu holen.

Mein Nissan-Tourenwagen war für die Spezialrennen nicht leistungsfähig genug. Es war klar, dass ich einen reinrassigen Rennboliden brauchen würde. Und das war die Stelle, an der es zum zweiten Dämpfer kam. GT6 ist in Sachen neue Autos einerseits viel knauseriger als die älteren Spiele, denn man erhält zur Belohnung für Meisterschaften nur Preisgelder. Früher wurde bei sowas immer zusätzlich ein neues Auto geliefert. Andererseits sind die richtig leistungsfähigen Modelle beim Autohändler fast unerschwinglich. Tja, und wenn man sich wie ich einen Fehlkauf leistet, dann hat man ein echtes Problem, denn nicht alle Autos lassen sich nicht verkaufen und gerade bei den besonders teuren Modellen scheint das so zu sein.



Gran Turismo 6

(Bild 13: Nissan GT-R Concept LM Race Car - wer wird denn gleich in die Luft gehen?)


In Bild 13 ist der Rennwagen zu sehen, für den ich mich entschieden habe und den ich nicht wieder losgeworden bin. Das Auto hat mehr als eine Million Credits gekostet. Damit war die Hälfte meiner Barschaft futsch. Außerdem sieht man auf dem Bild ganz gut, dass die Physikengine manchmal merkwürdig reagiert. Ich habe es schon erlebt, dass ein Auto nach einem Überschlag wie verrückt auf der Stoßstange kreiselte, bevor es endlich auf dem Dach liegen blieb.

Wie dem auch sei: Es hat sich schnell gezeigt, dass der neue Wagen nicht mit den besten Gegnern der Spezialrennen mithalten kann. Was tun? Klar, das Preisgeld wird von Stufe zu Stufe höher, da sammeln sich durchaus rasch ein paar hunderttausend Credits an. Ein Blick ins Angebot der Händler ist jedoch ernüchternd. Die richtig tollen Flitzer kosten zwischen 5 und 20 Millionen Credits! Außerdem bin ich alle Rennen, die ich mit meinem Fuhrpark gewinnen kann, ja schon gefahren. Wie soll ich denn jetzt das nötige Geld zusammenkratzen? Das am höchsten bewertete noch zu schaffende Spezialrennen bringt gut 100.000 Credits ein. Ich müsste dieses Rennen also fünfzig- bis zweihundertmal fahren. Das kann ja wohl nicht wahr sein!

Wären die Spitzenautos nicht so unverschämt teuer, wäre der B-Spec-Modus nicht weggefallen und würde man bei Meisterschaften neben dem Preisgeld auch immer ein neues Auto gewinnen, dann hätte ich abschließend sagen können, dass GT6 genau das Spiel ist, das GT5 hätte sein sollen. So kann ich es nur als in Details verbesserte, aber abgespeckte Variante bezeichnen, die für eine gewisse Zeit viel Spaß macht, dann jedoch stark nachlässt. Schade!


J. Kreis, 15.01.2017 / 02.03.2017



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