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Gran Turismo 5

System:
Sony Playstation 3

Genre:
Rennspiel
Kringels GRAN TURISMO 5 - Tagebuch

Dienstag, 23.11.2010 - Erster Tag

Fünf Jahre. Das ist die Zeit, die seit dem Release von Gran Turismo 4 (damals noch für die Playstation 2) vergangen ist. So lange mussten wir Fans auf eine Fortsetzung dieser genialen Rennspielserie warten. Eigentlich hätte der nächste Teil der Reihe schon zur Veröffentlichung der Playstation 3 fertig sein sollen, dann wurde das Release aber mehrmals verschoben. Zwischendurch sollte uns Gran Turismo 5 Prologue die Wartezeit verkürzen, aber das Spiel war für mich fast schon eine Enttäuschung. Jetzt ist es endlich soweit: GT5 ist da! Schon einen Tag vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin konnte ich das Game aus der Packstation holen. Diesen historischen Moment musste ich natürlich im Bild festhalten:



Gran Turismo 5

(Bild 1: Kringel holt das lang erwartete Päckchen ab)


Ich werde mit GT5 bei weitem nicht so viel Zeit verbringen können, wie ich's gern möchte, so dass eine richtige Review länger auf sich warten lassen wird. Meine ersten Eindrücke will ich deshalb in diesem kleinen Gran Turismo 5 - Tagebuch zusammenfassen. Das sehnsüchtig erwartete Spiel hat viele Vorschusslorbeeren eingeheimst und wurde vollmundig als "The real Driving Simulator" angepriesen. Ob die Realität den hohen Erwartungen gerecht werden kann?

Schnell auspacken und Wendecover umdrehen. Das Handbuch ist sehr dünn. Es enthält keine Screenshots und nur ganz rudimentäre Informationen zum Gameplay. OK, es gibt eine sehr ausführliche, bebilderte Ingame-Bedienungsanleitung, aber hätte man diesen Top-Titel nicht etwas liebevoller präsentieren können? Aber was soll’s, rein mit dem Scheibchen in die PS3.

Jetzt muss zunächst einmal die aktuellste Firmware installiert werden. Sie ermöglicht die Darstellung von 3D-Inhalten (also auch BluRays), und wer einen 3D-Fernseher besitzt (ich nicht), der kann ein dreidimensionales GT5 genießen. Es folgt ein sehr schön gemachtes langes Intro: Ein Realfilm zeigt im Zeitraffer, wie ein Auto entsteht. Dann folgen CGI-Szenen aus dem Spiel, die schon mal für ein fettes Grinsen sorgen - sofern es sich denn um Ingame-Grafik handelt. Wir werden sehen.

Wie immer bei einem neuen Spiel werfe ich erst mal einen Blick in die Einstellungen. Diverse Grafik-, Sound und Gameplayoptionen sind verfügbar, zum Beispiel kann man eigene Hintergrundmusik von der PS3-Festplatte laden. Durch die nächste Option, die ich auswähle, wird das Spiel gleich wieder ausgebremst. Man kann nämlich alle Daten, die längere Ladezeiten verursachen würden, direkt vorinstallieren. Das kostet 8 GB Festplattenspeicher und viel Zeit - kein Problem, so kann ich mit diesem Tagebuch hier beginnen.

So, eine Dreiviertelstunde später ist alles installiert, die Optionen sind den eigenen Wünschen entsprechend eingestellt, zum Beispiel auch die Kleidungsfarbe meines Fahrer-Avatars - es kann losgehen. Der Einstieg ist so, wie GT-Veteranen ihn kennen. Ich kann zwischen GT-Modus (Karriere) und Arcade-Modus (schnelle Rennen für zwischendurch) auswählen. Die Menüs sind gut aufgeräumt und übersichtlich, beim erstmaligen Öffnen eines neuen Menüs erhält man nützliche Hinweise dazu.

Natürlich stürze ich mich sofort auf den GT-Modus. In der Karriere müssen für die Freischaltung von Rennveranstaltungen und den Erwerb von Autos Lizenzen sowie Geld verdient werden. Eins ist aber anders: Ich muss nicht erst den Führerschein machen, sondern könnte sofort an einem Rennen teilnehmen. Lizenzen brauche ich nur, um mein Fahrerlevel zu steigern. Das geschieht auch, wenn ich Rennsiege einfahre. Für jeden Erfolg erhalte ich Erfahrungspunkte, und die wiederum sorgen für den Level-Aufstieg. Die verfügbaren Rennveranstaltungen und Autos sind abhängig vom Level.

Zunächst einmal brauche ich natürlich ein Auto, denn im GT-Modus startet man mit 20.000 Credits, aber ohne fahrbaren Untersatz. Man hat die Wahl zwischen besonders detailreichen Premium-Fahrzeugen und Standard-Autos. Mit meinen paar tausend Öcken käme ich bei den Neuwagen nicht weit, also ab zum Gebrauchtwagenhändler. Auch hier ist die Auswahl für mich, der ich noch auf Level Null bin, nicht sehr groß. Mein erstes Auto wird somit ein recht unspektakulär aussehender Infiniti G20 für 13.917 Credits:



Gran Turismo 5

(Bild 2: Kringels erste Anschaffung in GT5, ein Gebrauchtwagen)


Da bleibt sogar noch etwas Geld für Upgrades übrig. Entscheide mich für Chiptuning Stufe 1. Sehr schön: Zu jedem Auto gibt's nicht nur ausführliche Daten und Textinfos, sondern auch einen Demofilm. Leider können die Leistungsdaten der Autos nicht direkt miteinander verglichen werden, außerdem hat man keine richtige Garage, sondern nur eine sortierbare Übersicht. Schade - ich wünsche mir immer noch ein richtiges Garagengebäude für meinen Fuhrpark, in das ich hineingehen und mit dem gewünschten Auto wieder rausfahren kann.

Jetzt aber ab auf die Piste! Ladezeiten sind trotz der Vorinstallation unvermeidlich, aber die sind noch akzeptabel. Ich möchte gar nicht wissen, wie lange das ohne Vorinstallation gedauert hätte! Das allererste Rennen, der altbekannte "Sunday Cup", ist mit dem Infiniti problemlos zu gewinnen. Es fällt auf, dass sich die Gegner genauso stur verhalten wie immer. Natürlich wirkt die Geschwindigkeit geradezu behäbig, denn noch fahre ich ja mit einem Straßenwagen - so war es bei Gran Turismo schon immer, es stört mich also nicht. Wer gedacht hat, es würde gleich so rasant losgehen wie z.B. bei Race Driver GRID, der hat sich getäuscht. Die Rennstrecken sehen fast schon fotorealistisch aus, sind aber auch etwas steril. Und was sehe ich da? 2D-Pappaufsteller anstelle dreidimensionaler Modelle von Zuschauern am Straßenrand? Das hätte ich jetzt nicht erwartet, aber vielleicht habe ich mich ja auch getäuscht...

Na egal, Preisgeld kassieren und den Vitz U Euro Sport als Belohnung einheimsen. Schnell noch ein paar Prüfungen der nationalen B-Lizenz in Gold absolvieren, und schon bin ich auf Level 3. Zur Belohnung gibt's einen Kart, mit dem ich ein Spezialrennen bestreiten könnte. Dazu fehlt mir aber heute die Zeit - muss schon wieder Schluss machen. Erster Eindruck: Ein GT-Spiel, wie man es kennt: Langsamer Einstieg, massenweise Optionen für Tüftler, sehr schöne Grafik - aber nicht so überwältigend, wie man es vom Intro her hätte erwarten können.

Mittwoch, 24.11.2010 - Zweiter Tag

Heute fahre ich mit meinem gebrauchten Infiniti erst mal in den "GT-Auto"-Bereich, denn eine Autowäsche und ein Ölwechsel (beides animiert) können bei dieser alten Mühle nicht schaden. Außerdem kann ich hier bei Bedarf den verschlissenen Motor instandsetzen lassen, die Karosserie oder Felgen neu lackieren, eine Rennmodifikation kaufen, Spoiler montieren und vieles mehr. Für all das fehlt mir aber noch das Geld. Das gebe ich lieber beim Autoteilehändler aus, um den Motor ein bisschen aufzumotzen, die Bereifung zu verbessern und neue Getriebeteile, Stoßdämpfer usw. einzubauen. Danach stehen mir vor jedem Rennen sowie in meiner Garage diverse neue Möglichkeiten zur Veränderung der Fahrzeugeinstellungen zur Verfügung.

Dann schaue ich mir den gestern nur kurz ausprobierten Fotomodus genauer an. Ich hatte schon befürchtet, dieses schöne Feature sei in GT5 vielleicht gar nicht mehr vorhanden, aber es ist noch da - und noch besser als in GT4! Wenn ich mir ein Replay anschaue, kann ich es jederzeit pausieren und in den Fotomodus wechseln. Dabei kann ich mir fast einbilden, wirklich mit einer Kamera in der Hand auf der Rennstrecke zu stehen, denn ich kann unzählige Einstellungen an der Kamera vornehmen: Verschiedene Bildformate, diverse Filter, Einstellung von Brennweite, Blende, Verschlusszeit, Belichtung etc. - der Wahnsinn. Außerdem kann ich mich frei auf der Rennstrecke bewegen und mich beliebig weit von meinem Auto entfernen. Ich könnte also die ganze Strecke "zu Fuß" ablaufen.

Ähnlich funktioniert es bei der "Fotoreise". Dabei ist es nicht erforderlich, erst an einem Rennen teilzunehmen. Das gewünschte Auto wird einfach in einer ebenfalls relativ frei begehbaren 3D-Umgebung positioniert und geknipst. Das geht aber nur mit Premium-Modellen. Im Moment stehen mir nur vier solcher Areale zur Verfügung (in GT4 waren es 15!), nämlich Kyoto, Bern, der Red Bull Hangar 7 und Ahrweiler. Ob noch welche hinzukommen werden?

Alle Fotos sind im Spiel in einer Bildergalerie abrufbar. Ich kann sie in den Foto-Bereich des XMB-Menüs der PS3 exportieren und von dort aus auf einen USB-Stick kopieren. Also kann ich euch in meinem kleinen Tagebuch auch wieder mal Screenshots eines PS3-Spiels präsentieren. Im folgenden Bild seht ihr meinen gestern gewonnenen Kart auf dem Marktplatz von Ahrweiler.



Gran Turismo 5

(Bild 3: Mit dem Kart auf Fotoreise in Ahrweiler)


Die Replays sind übrigens ein echter Genuss - verschiedene Kameraperspektiven und andere Einstellmöglichkeiten stehen zur Verfügung, außerdem werden umfangreiche Daten eingeblendet (ich kann sie auch ausblenden), mit deren Hilfe ich den eigenen Fahrstil und Fehler analysieren kann. Jede Wiederholung kann gespeichert werden.

Dann absolviere ich endlich die nationale B-Lizenz. Zu meiner Überraschung gratuliert mir die Stimme einer jungen Dame zum Erwerb dieses Führerscheins - ansonsten gibt es in diesem Spiel nämlich keine Sprachausgabe. Nach diesen Erfolgen steigt mein Fahrerlevel auf 5. Erwartungsgemäß brauche ich jetzt jedes Mal mehr Punkte zum Erreichen der nächsten Stufe.

Nachdem ich auch noch ein paar Rennen gewonnen habe, füllt sich meine Garage so allmählich mit Autos, die ich als Belohnung erhalte. Noch ist aber kein Premium-Auto dabei, und das ist schade, denn die Standardmodelle sehen zwar ganz nett, aber im Vergleich mit anderen aktuellen Rennspielen nicht besonders beeindruckend aus. Außerdem haben sie keine Cockpit-Perspektive und nur ein rudimentäres Schadensmodell. Schrammen und ein paar Dellen - mehr habe ich trotz einiger absichtlich verursachter Crashes noch nicht zu sehen bekommen. Zusammenstöße klingen merkwürdig; dumpf und so gar nicht nach Metall auf Metall.

Noch immer haben weder mein Konto noch mein Fahrerlevel einen Stand erreicht, der es mir erlauben würde, ein Premium-Auto zu kaufen, dessen Anschaffung sich auch lohnt. Also schippere ich weiter gemütlich mit meinem Infiniti über die ein bisschen eintönig wirkenden Rennstrecken. Es wird noch ziemlich lange dauern, bis ich mit wirklich schnellen Autos an adrenalinhaltigen Rennen werde teilnehmen können - das "Geschwindigkeitsgefühl" entspricht zur Zeit noch dem eines Sonntagsausflugs auf heimischen Landstraßen. Als Veteran der GT-Rennspiel-Serie kenne ich das nicht anders, aber ich weiß nicht, wie Neulinge das sehen werden. Ich könnte mir vorstellen, dass sie wegen dieses geradezu lahmen Einstiegs vielleicht sogar entsetzt reagieren werden.

Übrigens: Bisher habe ich nur den so genannten A-Spec-Modus ausprobiert. In diesem Modus lenkt man die Autos selbst. Im B-Spec-Modus ist das ganz anders.

Donnerstag, 25.11.2010 - Dritter Tag

Bisher habe ich mich im GT-Modus (wird auch als "GT Life" bezeichnet) selbst hinters Steuer geklemmt, aber das müsste ich gar nicht tun: Das Spiel kann sich auch selbst spielen. Das will ich heute mal ausprobieren.

B-Spec-Modus

Neben dem A-Spec-Modus, in dem man alle Rennen selbst fährt, gibt es noch den schon aus GT4 bekannten B-Spec-Modus. Hier sitzt ein KI-Fahrer am Lenkrad meiner Autos und fährt eigenständig, ich kann ihm aber Befehle geben. Zunächst einmal muss ich aber einen virtuellen Fahrer erstellen. Ich kann festlegen, wie aggressiv er sein soll, dann habe ich die Wahl unter -zig vorgegebenen Namen und verschiedenfarbigen Outfits. Sobald ich mit der Auswahl fertig bin, kann ich den Fahrer, wenn ich das richtig verstehe, an allen Rennveranstaltungen teilnehmen lassen, die ich meinerseits im A-Spec-Modus absolvieren kann. Ob ich dieselben Belohnungen erhalte, wenn ich nicht selbst den Sieg einfahre, sondern mein Fahrer? Das kann ich jetzt noch nicht sagen, denn der Typ ist sowas von unfähig...

Mein Fahrer - nennen wir ihn mal "Mr. Bräsig", obwohl er im Spiel anders heißt - startet nämlich wie ich auf Level Null, stellt sich extrem blöd an und muss erst ein paar Rennen fahren, damit sein Level und seine Fähigkeiten steigen. Noch ist er unglaublich ungeschickt, lässt sich dauernd ausbremsen und kommt einfach nicht an den Gegnern vorbei, sondern fährt lieber ins Kiesbett oder knallt an die Streckenbegrenzung. Mr. Bräsig reagiert auf den Rennverlauf, d.h. er wird aggressiver, wenn etwas nicht nach seinem Geschmack läuft. Ich kann noch nicht ganz einschätzen, wodurch seine Stimmungsschwankungen beeinflusst werden, aber anscheinend regt er sich auf, wenn er gerammt wird. Durchaus verständlich. Aber je aggressiver er wird, desto mehr neigt er auch zu Fehlern.

Ich kann dem guten Mr. Bräsig nur vier Befehle erteilen: Schneller oder langsamer fahren, Tempo halten und überholen. In der Ingame-Anleitung steht, dass man bei Rennen mit Boxenstopps auch entscheiden kann, wann der Fahrer in die Box abbiegen soll. Habe aber irgendwie nicht das Gefühl, dass die Befehle irgendwas bringen. Ich sage: "Überholen", Mr. Bräsig sagt "OK" - und klebt dem Vordermann doch die ganze Zeit am Heck. Na gut, was soll's, Übung macht vielleicht irgendwann den Meister. Mittlerweile hat Mr. Bräsig zwar Level 1 erreicht, aber gewonnen hat er noch kein Rennen. Ich muss ihm wohl ein schnelleres Auto besorgen. Es kann übrigens sein, dass man im weiteren Verlauf noch zusätzliche Fahrer erstellen kann, aber im Moment scheint das noch nicht zu gehen.

Arcade-Modus

Jetzt habe ich aber erst mal die Schnauze voll von Standard-Straßenwagen und langsamen Rennen. Da bietet sich der Arcade-Modus als Abwechslung an, denn hier kann man von Anfang an alle Strecken und zahlreiche Premium-Fahrzeuge auswählen. Zusätzlich kann man Autos aus der eigenen Garage verwenden. Aber da stehen ja nur langweilige Nuckelpinnen rum. Also steige ich lieber in einen schönen Premium-Flitzer ein...



Gran Turismo 5

(Bild 4: Ein Toyota Castrol Supra im Regen)


...denn der ist schon ein ganz anderes Kaliber. Fahre ein Regen-Rennen auf dem High-Speed-Ring, und dabei kommt jetzt endlich mal echtes Geschwindigkeitsgefühl auf. Außerdem fährt dieses Modell auch optisch in einer ganz anderen Liga als mein oller Infiniti! Der Detailgrad ist enorm, und in der Cockpitperspektive (im Replay gibt es sogar mehrere Cockpit-Ansichten), die allerdings nur ein sehr eingeschränktes Blickfeld bietet, kann man wirklich das Gefühl kriegen, in einem echten Auto zu sitzen: Funktionierende Armaturen, Scheibenwischer, die kaum gegen den strömenden Regen ankämpfen können... herrlich.

Nur vom Schadensmodell ist wieder fast nichts zu sehen! Fahre mit dem Rennwagen absichtlich mit hohem Tempo gegen die Bande und lasse mich rammen, aber wieder bleiben nur ein paar Schrammen zurück. Hm. Hat man sich etwa im letzten Moment doch gegen die Darstellung von Schäden entschieden? Ist GT5 etwa eine Mogelpackung?

Im Arcade-Modus stehen übrigens Einzelrennen, Zeitrennen, Driftrennen und Rennen für zwei Spieler via Splitscreen zur Verfügung.

Jetzt steht das Wochenende an, und da habe ich besseres zu tun, als Videospiele zu spielen.

Donnerstag, 02.12.2010 - Zehnter Tag

In den letzten Tagen bin ich fast gar nicht zum zocken gekommen - oder besser gesagt: Habe mich mehr mit meinem PC und Two Worlds II beschäftigt als mit GT 5. Aber immerhin: Ich habe fast alle Amateur-Rennveranstaltungen gewonnen, so dass sich meine Garage allmählich füllt (allerdings kann ich mit den gewonnenen Autos meist rein gar nichts anfangen), auch mein B-Spec-Fahrer gewinnt mit entsprechender Motorisierung ab und zu mal was. Außerdem habe ich weitere Lizenzprüfungen absolviert und bei schon erledigten Prüfungen ein paar Hundertstelsekunden herausgeschunden - oft eine ziemlich mühsame Angelegenheit! - so dass ich auch hierfür mehr Erfahrungspunkte und bessere Belohnungen erhalten habe.

Aber insgesamt bleibt alles beim Alten. Keine neuen Erkenntnisse, keine neuen Features usw. - ich müsste wohl noch höhere Levels erreichen oder so, damit mal wieder neue Inhalte freigeschaltet werden. Jedenfalls hoffe ich, dass das noch geschieht, denn sonst wären versprochene Sachen wie Schadensmodell, Tag-Nacht-Wechsel und wechselnde Wetterbedingungen sowie die Fotoreise (für die es ja nur einzlene Motive gibt) eher enttäuschend oder erst gar nicht vorhanden.

Ein Aufreger aus Gran Turismo 5 Prologue ist übrigens auch wieder dabei: Das Strafensystem. Das schlägt derzeit zwar nur in den Lizenzprüfungen zu, ist aber extrem ärgerlich. Denn ich werde für Missetaten bestraft, die ich entweder beim besten Willen nicht vermeiden konnte oder überhaupt nicht selbst begangen habe. So werde ich disqualifiziert, wenn ich von hinten gerammt und in die Streckenbegrenzung geschoben werde. Das Berühren der Begrenzung ist ein Regelverstoß - ob ich absichtlich da reingefahren bin oder nicht? Das ist dem Spiel egal.

So, und jetzt ist hier erstmal Sendepause. Vielleicht melde ich mich nochmal, wenn der erste Spielmonat vorüber ist.

Dienstag, 22.02.2011 - Vorläufiges Fazit nach drei Monaten

Aus einem Spielmonat, den ich Anfang Dezember vor einem weiteren Eintrag in dieses kleine Tagebuch vergehen lassen wollte, sind zweieinhalb geworden. Habe immer nur zwischendurch mal weitergezockt, denn irgendwie fehlt mir die Motivation, mich intensiv mit GT5 zu beschäftigen. Es dauert einfach alles zu lang, und oft sind die Belohnungen, die man für gewonnene Rennen erhält, genauso "sinnvoll" wie dieser Kübelwagen hier:



Gran Turismo 5

(Bild 5: Dieses Auto kann man gewinnen. Dann steht es in der Garage herum. Zu mehr ist es nicht nutze!)


Da fühlt man sich ziemlich verarscht! Man bemüht sich um den Sieg und erhält dann Autos, für die man keinerlei Verwendung hat - und die man oft nicht einmal verkaufen kann! Immerhin: Ab und zu ist durchaus mal ein Sahnestückchen dabei, und im B-Spec-Modus gibt's auch ganz nette Autos zu gewinnen. Manchmal erhält man die Dinger aber doppelt. Jedenfalls habe ich jetzt im A-Spec-Modus Level 21 erreicht, im B-Spec-Modus nähere ich mich Level 16. Alle Lizenzen sind absolviert und ich habe ca. zwei Millionen Credits auf dem Konto. Aber weder von wechselnden Helligkeits- und Wetterverhältnissen noch vom Schadensmodell habe ich bisher viel gesehen. OK, Szenen wie diese hier hätte es in früheren GT-Spielen eher nicht gegeben:



Gran Turismo 5

(Bild 6: Einmal kräftig würfeln, bitte!)


Immer noch finde ich mehr Schwächen als Stärken im Gameplay. Ein paar Beispiele: Man kann den Zeitablauf eines Rennens im B-Spec-Modus nicht beschleunigen. Also darf man stundenlang zusehen, wie Mr. Bräsig seine Runden dreht - unbeaufsichtigt darf man ihn aber nicht fahren lassen, sonst wird er zu langsam und lässt sich überholen. Während einer Meisterschaft (egal in welchem Modus) kann man das Spiel nicht verlassen, d.h. zwischen den einzelnen Rennen wird nicht gespeichert. Meisterschaftsrennen können nicht neu gestartet werden. Das geht nur bei Einzelrennen. Man ist also gezwungen, die ganze Meisterschaft durchzuspielen, was eine ganze Weile dauern kann. Und wenn man in einem Rennen zu schlecht abschneidet, muss man die Meisterschaft ganz von vorn anfangen.

Bricht man ein Einzelrennen ab, gelangt man nicht zum Startmenü dieses Rennens, sondern muss die Rennveranstaltung neu aufrufen, so dass man die extrem nervenden Ladezeiten jedes Mal wieder ertragen muss. Bei Rallys muss man immer erst mit ansehen, wie mehrere Autos starten, bevor man selbst losfahren darf. Das ist beim ersten Mal ganz nett, aber dann nicht mehr!

Die Anleitungen sind nicht dort zu finden, wo man sie braucht. Jedenfalls soweit Infos zu den Auswirkungen von Tuning-Einstellungen betroffen sind. In früheren GT-Spielen waren entsprechende Hilfetexte bei jeder Einstelloption vorhanden – in GT5 muss man nicht nur das Tuning-Menü verlassen, sondern den ganzen Karrieremodus. Dann muss man das Ingame-Handbuch öffnen und dort nach den Infos suchen. Dann muss man wieder in den Karrieremodus und zum Tuning-Menü zurückkehren. Das alles ist natürlich stets mit Ladezeiten verbunden.

Als Musterbeispiel für bescheuertes Gamedesign kann man den Reifenwechsel besonders hervorheben. Hat man verschiedene Reifen auf Vorrat gekauft, dann kann man die vor einem Rennen austauschen, aber nicht in dem Menü, in dem man vergleichbare Einstellungen am Auto vornimmt, wie z.B. die Bremskraftverteilung, das Getriebe, die Federung usw. - man sieht die verfügbaren Reifen dort zwar, kann sie aber nicht auswählen. Dafür gibt es ein anderes Menü, nämlich jenes, in dem man Fahrhilfen wie ABS oder die einblendbare Ideallinie einstellt. Argh! Wer ist denn auf diese hirnverbrannte Idee gekommen? Es hat einige Zeit gedauert, bis ich das geschnallt habe, und solange war ich immer mit grottenschlechten Reifen unterwegs...

Dazu dann die oft doch ziemlich durchwachsene Grafik: Ausgefranste Schatten, Stufenbildung, 2D-Figuren am Streckenrand, flimmernde Texturen und relativ geringe Details bei den Standard-Autos, eintönige Rennstrecken... Aber es gibt auch Anblicke, die für den Ärger entschädigen. Hier zwei meiner letzten Neuerwerbungen.

Ein Ferrari California (Siegprämie):



Gran Turismo 5

(Bild 7: Mit dem Ferrari California auf Fotoreise in Japan)


Und ein Ferrari 458 Italia (gekauft):


Gran Turismo 5

(Bild 8: Dasselbe Bild aus einem anderen Blickwinkel mit einem Ferrari 458 Italia)


Man muss zugeben, dass solche Premium-Autos wahre Augenweiden sind. Möchte man da nicht unwillkürlich behutsam über den schimmernden Lack streicheln? Eine Fahrt aus der Cockpitperspektive eines solchen Autos ist schon eine feine Sache.

Trotzdem. Eins steht fest: GT5 ist auf keinen Fall das Über-Rennspiel, das ich nach den vollmundigen Ankündigungen und den üppigen Trailern erwartet habe. Und das ist ziemlich enttäuschend.

Ob ich auch noch eine "richtige" Review schreiben werde, weiß ich jetzt noch nicht. Jedenfalls nicht in näherer Zukunft...

Dienstag, 05.04.2011 - Überraschung bei Fahrerlevel 25: Langstreckenrennen!

Habe bis auf eine Ausnahme alle Rennen der Anfänger-, Amateur-, Profi-, Experten- und Extremserie im A-Spec-Modus in Gold geschafft, auch bei den Lizenzen und Spezialveranstaltungen habe ich bis auf einzelne Ausnahmen gut abgeräumt, wenn auch meist nur Silber- und Bronzepokale. Somit ist mein Punktekonto ganz schön angewachsen und ich erreiche Level 25. Siehe da: Es wird eine weitere Serie freigeschaltet! Jetzt darf ich Langstreckenrennen fahren. Die Freude wird leider dadurch getrübt, dass nur die erste der neun neuen Veranstaltungen sofort für mich zugänglich ist, für die nächste brauche ich Level 26. Um das zu erreichen, muss ich weitere 239.080 Erfahrungspunkte verdienen. Das dritte Rennen wird bei Level 27 freigeschaltet, und so geht es immer weiter.

Schon das erste Rennen geht über 60 Runden. Könnt ihr euch vorstellen, wie lange das dauert? Ich habe incl. Boxenstopps gut zwei Stunden gebraucht! Für ein einziges Rennen! Apropos Boxenstopps. Die gibt es im A-Spec-Modus erst bei der Langstreckenserie. In allen vorherigen Rennen fährt man ohne jeglichen Reifenverschleiß und Benzinverbrauch. Im B-Spec-Modus sind Boxenstopps schon in der Extremserie vorhanden. Die Boxenstopps sind schön animiert, aber das sieht man nur in den Replays so richtig:



Gran Turismo 5

(Bild 9: Mein Lamborghini Murcielago beim Boxenstopp auf dem Grand Valley Speedway)


Während des Rennens wird bei der Einfahrt in die Box automatisch zur Cockpit-Perspektive umgeschaltet. Das kann man dann nicht ändern. Dumm: Man erhält keinen Hinweis darauf, wann die Gegner an die Box fahren. Ich glaube, das war in GT4 noch anders. Weder in den Rennen der Langstreckenserie noch in irgendwelchen anderen gibt es ein Qualifying. Das ist sehr ärgerlich, denn es gibt durchaus Rennen, bei denen die Startaufstellung über Sieg und Niederlage entscheiden kann, vor allem im B-Spec-Modus.

Das erste Langstreckenrennen findet auf dem Grand Valley Speedway statt und ist abgesehen von der Dauer kein Problem, weil die Gegner nur mit langsamen Autos unterwegs sind. Mit meinem Lamborghini Murcielago fahre ich fünf Runden Vorsprung heraus, ohne mich besonders anzustrengen. Zur Belohnung für die Fleißarbeit erhalte ich 136.000 Credits, einen Honda HSC 03, mit dem ich nichts anfangen kann, sowie 113.674 Punkte. Nähere mich somit Level 26. Aber ob ich die anderen Rennen der Langstreckenserie jemals fahren werde? Es gibt nämlich auch Rennen, die sich über vier Stunden erstrecken. Gut, das könnte man noch irgendwie hinkriegen. Aber die 9-Stunden-Rennen? Von den 24-Stunden-Rennen ganz zu schweigen? Soll ich 9 bzw. 24 Stunden ununterbrochen vor der Konsole hocken? Oder das Spiel stundenlang pausieren, um zwischendurch mal zu schlafen oder was zu essen? Ausschalten kann man die PS3 nicht, denn es ist nicht möglich, während eines Rennens zu speichern, um später wieder einzusteigen. Außerdem kann man nicht - wie noch in GT4 - in ein und demselben Rennen in den B-Spec-Modus umschalten oder den Zeitablauf irgendwie beschleunigen. Man müsste die Konsole also mehrere Tage lang ununterbrochen laufen lassen. Der Stromverbrauch dürfte exorbitant sein… Wer bitteschön denkt sich denn einen solch absolut hirnverbrannten Schwachsinn aus?

Übrigens: Man erhält im ganzen Spiel niemals auch nur den leisesten Hinweis darauf, wann welche neuen Inhalte freigeschaltet werden. Oder welche Autos man als Siegprämie erhält. Warum eigentlich nicht? Im Internet habe ich gelesen, dass es bei Level 30 zur Belohnung eine neue Spezialveranstaltung gibt: Die Vettel X1-Challenge. Seit ich das weiß, reizt es mich schon irgendwie, doch noch solange endlos im Kreis zu fahren und Punkte zu sammeln, bis ich in hundert Jahren oder so Level 30 erreicht habe. Würden alle freischaltbaren Inhalte und die Anforderungen dazu im Spiel angekündigt werden, dann wäre das ein ganz guter Motivationsanreiz. Ich verstehe diese Geheimniskrämerei nicht.

Habe mir jetzt für schlappe 4.819.100 Credits diesen Boliden hier zugelegt:



Gran Turismo 5

(Bild 10: Der Formula Gran Turismo in Madrid. Die Farbe des Autos kann man leider nicht verändern.)


Den brauche ich, um an der "Formula Gran Turismo" teilnehmen zu können, der letzten Veranstaltung der Extremserie, die mir noch fehlt. Diese Meisterschaft hätte man genauso gut auch zur Langstreckenserie packen können, denn sie erstreckt sich über sechs Rennen mit je 20 Runden! Argh! Ich schätze, dass ich für die Meisterschaft an die vier Stunden brauchen werde - ich kann ja zwischen den einzelnen Rennen nicht speichern. Was für ein Krampf.

Noch ein paar bescheuerte Details gefällig? Die Formula Gran Turismo wird ab Level 23 zugänglich. Das dafür benötigte Auto wird aber erst ab Level 24 freigeschaltet! Und es ist nur beim Gebrauchtwagenhändler erhältlich. Dort stehen aber nicht alle 1000 Autos zum Verkauf, die es in GT5 angeblich gibt, stattdessen findet man dort ein ständig wechselndes Angebot. Man muss also immer wieder mal reinschauen und das Glück haben, das benötigte Auto vorzufinden. Dann muss man sofort zuschlagen (vorausgesetzt, man hat genug Geld), denn beim nächsten Besuch könnte der Händler das Auto schon wieder aus dem Angebot herausgenommen haben...

Montag, 09.05.2011 - Schlusswort

Es ist wieder einige Zeit ins Land gegangen, aber ich habe kein weiteres Langstreckenrennen absolviert, und auch die Formula Gran Turismo habe ich nicht abgeschlossen. Hier kommen alle Schwächen des Spiels zusammen, so dass ich die Lust daran verloren habe: Grauenhafte Gegner-KI, die zu rücksichtslosem Drängeln und Rempeln führt, kein Qualifying, fehlende Speicherfunktion zwischen den Einzelrennen einer Meisterschaft, Unmöglichkeit, ein Meisterschaftsrennen neu zu starten, viel zu lange Renndauer, fehlende Option, beim Boxenstopp zum B-Spec-Fahrer zu wechseln und den Verlauf zu beschleunigen. Somit ist Gran Turismo 5 jetzt ins Regal gewandert, wo es verstauben wird. Schade eigentlich, denn durch das erste Spiel dieser Reihe habe ich den Spaß an Rennspielen erst entdeckt. GT5 hat mir diesen Spaß zwar nicht endgültig wieder genommen, aber es hat ihm einen sehr herben Dämpfer versetzt! Jedenfalls konnte das Spiel meinen - möglicherweise zu hohen - Erwartungen nicht annähernd gerecht werden.

Ein paar Nachbemerkungen:

Immer wieder habe ich mich gefragt, wo denn bitteschön das Schadensmodell bleibt. Antwort: Es wird erst ab Level 20 oder so freigeschaltet. Jedenfalls konnte ich erst dann feststellen, dass sich die Karosserie eines Premium-Fahrzeugmodells etwas stärker verformt, oder dass sich einzelne Bestandteile wie z.B. Spoiler ein wenig lösen. Immer noch wirken sich aber selbst mehrfache schwere Unfälle nur ganz geringfügig auf das Erscheinungsbild der Autos aus, und auf das Fahrverhalten haben die Schäden überhaupt keinen Einfluss. Im folgenden Screenshot seht ihr, was mit einem Auto im schlimmsten Fall passiert, wenn man x-mal mit Tempo 200 frontal und seitlich in eine massive Wand kracht:



Gran Turismo 5

(Bild 11: Wären nur alle realen Autos so stabil wie die in GT5!)


Mal ganz davon abgesehen, dass so geringe Schäden absolut unrealistisch sind: Es sieht auch noch beschissen aus. Ein Schadensmodell, das man erst freispielen muss - was für eine Schnapsidee! Wenn ich da an die genialen Crashs in Burnout Paradise denke...

In den bisherigen Tagebucheinträgen habe ich die Spezialveranstaltungen zwar schon erwähnt, aber noch gar nicht gesagt, was das eigentlich ist. Es sind besondere Rennen, bei denen die Autos teils gestellt werden, die man teils aber auch mit eigenen Autos bestreitet. Die Bandbreite ist groß, hier nur ein paar Beispiele: Man brettert bei Kart-Rennen mit diesen kleinen Rasenmähern durch die Gegend, in "Jeff Gordons Nascar-Schule" (komplett mit einem computeranimierten Jeff Gordon, der euch begrüßt) muss man saubere Runden fahren, um die Zeitvorgaben unterbieten zu können, in der "AMG Fahrschule" geht's bei verschiedenen Wetterbedingungen über die Nürburgring-Nordschleife. Nur bei den Spezialveranstaltungen stehen übrigens Rally-Rennstrecken zur Verfügung! Bei den normalen Rennen sucht man die vergebens. Die meisten Veranstaltungen gibt's in mehreren Schwierigkeitsgraden, die beim Level-Aufstieg nach und nach zugänglich werden. Die Rallystrecken werden übrigens bei jedem Neustart neu generiert und sehen eher unspektakulär aus - kein Vergleich mit denen aus GT4.

In GT5 gibt es einen so genannten Streckeneditor. Der ermöglicht es aber nur, Strecken nach dem Baukastensystem zusammenzufügen, d.h. zu bestimmen, wie viele und wie enge Kurven vorhanden sein sollen usw. - ein echter Editor sieht anders aus. Dieses Feature habe ich mir nur einmal kurz angeschaut, genutzt habe ich es dann nicht mehr. Ebenso wenig wie die Online-Features, denn meine PS3 ist und bleibt offline - auf solche Katastrophen wie den Datenklau im Playstation-Network Ende April 2011 kann ich gern verzichten. Zugegeben: Es gibt diverse Patches, die so manche Schwäche von GT5 beheben. Aber warum kann ich die nicht außerhalb des PSN herunterladen? Warum wird man gezwungen, ein (offensichtlich unsicheres!) Kundenkonto mit allen möglichen persönlichen Daten anzulegen?

Zu Anfang des Tagebuchs habe ich mich gefragt, ob die zweidimensionalen Zuschauer am Straßenrand eine optische Täuschung waren. Waren sie nicht, siehe hier:



Gran Turismo 5

(Bild 12: Zweidimensionale X-Wing-Fighter-Piloten - alte Bekannte in der GT-Spielereihe)


Dabei geht es durchaus auch anders, wie man in neuen Rennstrecken oder auch bei der Fotoreise sehen kann:



Gran Turismo 5

(Bild 13: Eine junge Dame in der Marktgasse in Bern)


Noch ein paar Kritikpunkte: Ich habe es mehrmals erlebt, dass die Leistungsdaten von Fahrzeugen völlig falsch angezeigt werden. Ein Daihatsu Copen hatte plötzlich 285 kw statt 60 - bei anderen Autos ist das auch passiert.

Viele schöne Strecken aus älteren GT-Spielen sind nicht mehr vorhanden: Seattle, Costa di Amalfi, Citta di Aria, El Capitan, Grand Canyon, Hong Kong, New York, Tahiti Maze und einige mehr! Dafür gibt es nur ein paar neue, die aber nicht besonders aufregend sind, außer vielleicht Rom, London und Eiger Nordwand. Hersteller-Rennen gibt’s in GT5 auch nicht mehr.

Und zum x-ten Mal: Die indiskutabel schlechte KI! Das sture Ideallinien-Fahren und gnadenlose Rammen der CGI-Fahrer macht sich in den Nascar-Rundkursen besonders unangenehm bemerkbar. Ich habe das Daytona-Rennen trotz gefühlter tausend Versuche nicht geschafft - immer hat mich spätestens in der letzten (10.) Runde wieder einer von hinten "angeschoben". Es kam zum unvermeidlichen Dreher und zum Abflug ins Kiesbett. Damit war das Rennen für mich gelaufen.



Gran Turismo 5

(Bild 14: Bei Nascar-Rennen fährt man immer im Pulk, so wie hier - und immer wird man weggedrängelt.)


Insgesamt hat man das Gefühl, als hätten sich die Entwickler alle Mühe gegeben, den Spielspaß so weit wie möglich zu minimieren. GT5 ist sicher kein schlechtes Spiel, aber es wirkt wie eine drastisch geschrumpfte Version des Vorgängers GT4 und ist von der Grafik her nicht gerade überwältigend (Ausnahme: Premium-Modelle). Das Spiel ist so unausgewogen, macht einen so unfertigen Eindruck und enthält so viele fragwürdige Gameplay-Elemente oder echten Schwachsinn (24-Stunden-Rennen), dass es nur noch nervt.

Der Fotomodus ist der einzige uneingeschränkt positive Aspekt dieses Spiels. Und weil der so viel Spaß macht, folgen hier noch ein paar Screenshots:



Gran Turismo 5

(Bild 15: Blick ins Cockpit eines Premium-Modells. Alle Anzeigen sind voll funktionsfähig!)


Gran Turismo 5

(Bild 16: Eine der wenigen gelungenen neuen Strecken: Eiger Nordwand)


Gran Turismo 5

(Bild 17: Kringels Auto ist bei GT5 als Premium-Modell erhältlich. OK, ich habe keinen GTI, aber meine Kiste sieht abgesehen von den Felgen genauso aus.)




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togemax (08.08.2013):

Danke für die Gran Turismo 5 Rezension.
Ich hatte mir überlegt, noch eine Playstation 3 zu kaufen, auch wenn die PS4 schon in den Startlöchern steht. GT5 wäre für mich der einzige Kaufgrund gewesen, alle andere Spiele, die mich interessieren gib's für die X-Box 360, oder für den PC.

Deine Ausführungen haben nur bestätigt, was ich schon vermutet habe, da werfe ich lieber nochmal das alte GT 4 ins PS2 Laufwerk und drehe ein paar Runden durch Citta di Aria. Die PS3 kann ich mir also getrost sparen.

MfG, togemax


peter (05.06.2013):

echt nice



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