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Grid 2

System:
Sony
Playstation 3

Genre:
Auto-Rennspiel

Kurzreview
GRID 2 (Limited Edition)

Dies ist der achte Teil der TOCA-Rennspielserie, zu der auch die drei in Deutschland unter dem Titel DTM Race Driver veröffentlichten Spiele gehören. Bis auf ein paar Kleinigkeiten ist Grid 2 praktisch identisch mit Race Driver Grid. Deshalb verweise ich an dieser Stelle auf meinen Kommentar zu diesem Spiel. Den Text könnte ich hier fast unverändert übernehmen. Ich gehe daher nur auf die wenigen Unterschiede ein.

Grid 2 geht genauso los wie der Vorgänger (incl. persönlicher Ansprache, wenn euer Name im Spiel vorgesehen ist), hat aber tatsächlich so etwas wie eine Story. Man sitzt schon gleich beim Spielstart im Cockpit eines Flitzers und muss ein einigermaßen gutes Rennergebnis erzielen, um die Aufmerksamkeit Patrick Callaghans zu gewinnen. Dieser Investor träumt vom Aufbau einer neuen internationalen Rennliga - der "World Series Racing" (WSR) - und ihr werdet sein wichtigster Mann. Ihr müsst verschiedene Rennteams in den USA, Europa sowie Asien herausfordern und Erfolge erzielen, um Fans zu gewinnen. So wird die WSR immer bekannter und größer, bis sie sich zum absoluten Top-Event der Motorsportszene entwickelt. Von Saison zu Saison wird die Garage luxuriöser - damit meine ich nicht euren Fuhrpark, sondern eure Basis, in der euer PC zur Auswahl des nächsten Rennens, eure Trophäen usw. stehen. Diese Garage ist leider nicht frei begehbar, aber man kann die Kamera ein wenig schwenken.

Diese Entwicklung wird durch aufwändig gemachte Zwischensequenzen veranschaulicht. So sieht man schnell montierte Momentaufnahmen aus dem Internet (eure Bekanntheit wächst zunächst auf Facebook, Twitter usw.), dann findet die WSR den Weg in Sport-Fernsehsendungen, bei denen echte Schauspieler agieren. Eure Fans sind die einzige "Währung" in diesem Spiel. Geld spielt keine Rolle! Callaghan stellt euch regelmäßig neue Autos zur Verfügung, weitere spielt ihr durch Fahrzeug-Challenges frei, bei denen ihr mit dem betreffenden Fahrzeug eine vorgegebene Rundenzeit schlagen müsst. Ihr müsst immer mehr Fans für euch gewinnen, um weitere Rennveranstaltungen freizuschalten.

Ansonsten verläuft das Spiel wie gehabt. Unterschiede zu Race Driver Grid: Ein zweiter Fahrer kann nicht mehr verpflichtet werden, das "Destruction-Derby" und die 24 Stunden von Le Mans sind nicht mehr dabei. Neu sind die Liveroutes. Hier verändert sich der Streckenverlauf während des Rennens und es gibt keine Minikarte. Sehr ärgerlich sind das Fehlen von Qualifizierungsrunden, die es allerdings im Vorgänger auch schon nicht gab, und die nicht wirklich verbesserte Gegner-KI. Setup- und Tuning-Möglichkeiten sucht man immer noch vergebens. Die Direktwiederholungen gibtís zum Glück auch diesmal wieder.

Die Grafik wirkt etwas angestaubt. Dem Vergleich mit aktuellen Rennspielen wie Gran Turismo und Forza hält Grid 2 nicht stand, auch wenn die Strecken recht lebendig wirken. Das gilt vor allem für die Stadtkurse. Da wird ein Feuerwerk direkt am Streckenrand abgebrannt, Banner wehen im Wind, Hubschrauber fliegen umher, überall bewegt sich was. Leider hat man hier aber immer wieder mit teils massiven Einbrüchen der Framerate zu kämpfen. Dreck oder Kondenswasser schlägt sich auf dem Bildschirm nieder, bei Zusammenstößen gibt es Bildstörungen. Das habe ich nur als störend empfunden. Ein Rückspiegel wäre mir lieber gewesen! Der fehlt nach wie vor, aber wenigstens sind die Pfeile wieder da, die das Herannahen eines Verfolgers anzeigen. Die Autos sehen durchaus okay aus, wenn auch nicht so genial wie die Premium-Modelle in GT5. So richtig überzeugend ist im Grunde nur das spektakuläre Schadensmodell. Totalschäden sind möglich, man kann allerdings festlegen, dass Schäden nur optische Auswirkungen haben.

Das McLaren DLC-Pack enthält zusätzliche Fahrzeuge und die Rennstrecke Brands Hatch GP-Circuit. Das DLC-Pack ist aber - fast hätte ich "natürlich" geschrieben - nicht einfach so im Spiel enthalten, wie es die Aufschrift auf dem Cover suggeriert. Man muss es mit einem Code freischalten. Immerhin wird auf der Rückseite der Verpackung hierauf hingewiesen. Da meine PS3 offline ist und bleibt, kann ich zu den DLC-Inhalten nichts sagen.

Grid 2 macht auf jeden Fall viel Spaß, wenn ich auch sagen muss, dass mich die kaum beherrschbaren Heckschleudern, auf die sich der Fuhrpark am Ende beschränkt, ziemlich genervt haben - ebenso wie die kaum mit künstlicher Intelligenz gesegneten Computergegner. Bis man sich mit so einem Fahrzeug, das die Wendigkeit eines Nashorns und den Bremsweg eines Elefanten auf Schmierseife hat, von den hintersten Plätzen des gnadenlos rempelnden Fahrerfelds nach vorne gearbeitet hat, ist das Auto oft schon Schrott. Sehr schade fand ich die Einschränkungen bei der Fahrzeugauswahl. Was bringt mir ein großer Fuhrpark, wenn ich bei vielen Rennen nur unter ganz wenigen Autos wählen darf? Da Grid 2 fast dasselbe Spiel ist wie das über fünf Jahre ältere Race Driver Grid und sich weder das Gameplay noch die Grafik weiterentwickelt haben, kann ich dem Spiel keine so gute Wertung geben wie dem Vorgänger. Die Note 3 wäre da schon eher angebracht.

J. Kreis, 09.03.2014





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