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gothic2

System:
PC CD-ROM

Genre:
RPG

Note: 2
GOTHIC II

Gothic 2 ist ein fesselndes Rollenspiel-Adventure, das in einer riesigen, lebendigen Fantasywelt spielt, in der man sich völlig frei bewegen kann - sofern man stark genug ist, sich gegen die zahlreichen Monster durchzusetzen, die sich überall tummeln!

Zum Vorgänger dieses Spiels kann ich nichts sagen, weil ich ihn nie gezockt habe. Im Nachfolger wird die Story weitergeführt und man begegnet einigen Charakteren aus dem ersten Teil wieder. Der Spieler übernimmt wieder die Rolle des namenlosen Helden aus Gothic 1. Es ist nicht möglich, alte Spielstände weiterzuverwenden, d.h. man fängt wieder bei Null - bzw. bei Charakterlevel 1 - ohne kämpferische, magische oder sonstige Fähigkeiten und ohne Ausrüstung an. Von Xardas, dem Magier, erhält der Held seinen ersten Auftrag: Er soll sich zur Stadt Khorinis begeben und das "Auge Innos" besorgen, ein heiliges Artefakt, das im Kampf gegen die Drachen benötigt wird.

Um wenigstens in die Nähe der Leute zu gelangen, die das Auge Innos hüten, muß man in die Oberstadt von Khorinis kommen - und das ist nur angesehenen Bürgern der Stadt erlaubt. Um Bürger zu werden, muß man eine Lehre bei einem von mehreren Handwerksmeistern beginnen, und um eingestellt zu werden, benötigt man die Zustimmung der anderen Meister. Um diese Zustimmung zu erhalten, muß man weitere Aufgaben erfüllen... So entwickelt sich nach und nach die Story in mehreren Kapiteln. Früher oder später muß man sich auch entscheiden, welcher der drei Gilden (Miliz, Söldner oder Magier) man sich anschließen will. Mit dieser Entscheidung legt man sowohl fest, welche Abenteuer der Held erleben wird, als auch in welche Richtung er sich entwickeln soll.

Welche Fähigkeiten und Attribute der Held entwickeln soll, bestimmt der Spieler durch die Verteilung von Lernpunkten, 10 Punkte erhält man bei jedem Levelaufstieg. Um ins nächste Level aufzusteigen, muß man Erfahrungspunkte sammeln - die ergattert man, indem man Monster besiegt oder Quests erfüllt (es gibt zahlreiche Subquests, die man nicht absolvieren muß, um das Spiel zu beenden). Die Lernpunkte kann man z.B. auf die Verbesserung der kämpferischen Fähigkeiten verteilen oder zum Erlernen von Zaubersprüchen, Jägerfähigkeiten (Ausweiden von Tieren - die Felle usw. kann man verkaufen oder für andere Zwecke verwenden), zum Brauen von magischen Tränken oder zum Erhöhen bestimmter Attribute des Helden einsetzen. Da man nur wenige Lernpunkte erhält, muß man schon genau überlegen, wie man sie am effektivsten verwendet.

Es gibt eine riesige Anzahl von nützlichen Items zu kaufen und zu finden - viele verschiedene Pflanzen, die unterschiedliche Wirkungen haben, Waffen, Rüstungen, Gebrauchsgegenstände, Zaubersprüche - z.T. sind die Objekte oder die Händler, die sie verkaufen, gut versteckt oder schwer zu erreichen. Das Inventory ist zwar nicht besonders übersichtlich und auch nicht gerade liebevoll gestaltet, aber dafür unbegrenzt. Man kann also fröhlich tonnenweise Kram mit sich herumschleppen, der in keinen Rucksack passen würde...

Die Welt von Gothic 2 ist wie gesagt riesig. Allein in der Umgebung von Khorinis kann man sich ohne Karte schonmal leicht verlaufen und es finden sich immer wieder Höhlensysteme, Bauernhöfe, Feldlager usw., die es zu erkunden gilt. Auch das komplette Minental aus dem ersten Teil ist wieder dabei. Die NPCs und Monster stehen nicht einfach nur in der Gegend herum und warten darauf, daß man sie anspricht oder angreift, alle haben ihren eigenen Tagesablauf: Morgens stehen die Leute auf, gehen zur Arbeit - Wölfe streifen in Rudeln umher und fallen Schafherden an, wobei sie vom Schäfer abgewehrt werden, falls dieser in der Nähe ist. Die unvermeidlich weiten Wege, die man in dieser Welt zurücklegen muß, kann man durch Teleporterrunen abkürzen, die man später im Spiel findet.

Die ganze Umgebung ist so lebensecht wie möglich gestaltet. Man sollte sich einmal die detailreichen Texturen aus der Nähe betrachten, zu diesem Zweck kann man z.B. jederzeit aus der Schulterkamera-Ansicht in die Egoperspektive wechseln. Bäume werden vom Wind hin und her gewiegt, Regen beginnt zu fallen, es gibt einen Tag-Nacht-Zyklus und verschiedene Wetterverhältnisse. Ein Aha-Effekt ist auch die Sichtweite, die man auf 300% einstellen kann. Wenn die PC-Hardware das mitmacht, kann man unglaublich weit in die Ferne blicken. Auch die Personen und Monster haben detailreiche Texturen und sehen richtig gut aus. Unterstützt wird die realistische Atmosphäre durch stimmige Umgebungsgeräusche und einen schönen Soundtrack. Nicht zu vergessen: Alle Dialoge erfolgen in deutscher Sprachausgabe.

Alle Kämpfe finden in Echtzeit statt und sind nicht rundenbasierend. Angreifen und Abblocken wird über die Cursortasten gesteuert, mit der linken Maustaste fixiert man den Gegner. Das funktioniert so gut, daß selbst eingefleischte Konsolen-Gamepad-Benutzer wie ich schnell damit zurechtkommen. Wildes Draufloshacken wie etwa bei Diablo bringt hier nichts, man muß schon den richtigen Zeitpunkt für einen Angriff abpassen. Mit zunehmender Erfahrung erlernt man auch Schlagkombinationen, mit denen man noch mehr Schaden anrichten kann.

Ich könnte jetzt endlos so weiterschwadronieren, denn es gibt eine Unmenge an Details zu beschreiben. Vielleicht noch ein paar Worte zur Technik: Es gibt einige Clippingfehler, so kann es etwa geschehen, daß man das Innere eines NPC oder eines Felsens bestaunen kann. Außerdem verlangt Gothic 2 zumindest 512 MB Arbeitsspeicher, damit es auch bei höchsten Grafikdetails und größter Sichtweite noch einigermaßen flüssig läuft. Auch sollte mindestens eine Geforce 4 und eine 2 GHz-CPU vorhanden sein. Manchmal kommt es auf meinem Rechner selbst dann noch zu unerklärlichen Abstürzen, die aber auch damit zusammenhängen können, daß bei mir Windows XP installiert ist ;-)

Gothic 2 ist meine absolute Kaufempfehlung für alle Rollenspiel- und Fantasy-Fans. Wären da nicht die kleinen Bugs, hätte ich die Bestnote vergeben. So reicht es aber immer noch zu einer fetten Zweier-Wertung.

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