Zurück zu den Spielen

Fallout 4

System:
Sony
Playstation 4

Genre:
RPG

Fallout 4: Kringels Ödlandtagebuch (Seite 7)

Zurück zu Seite 6


Kringels Ödlandtagebuch, dritte Woche: Das Commonwealth / Das dunkle Geheimnis der Cabots

Wie die bisherigen Tagebucheinträge ahnen lassen, wird in Fallout 4 mehr als nur eine Geschichte erzählt. Die Hauptaufgabe besteht natürlich in der Suche nach Shaun - irgendeine Motivation braucht der Held schließlich, um sich den Gefahren der postapokalyptischen Welt auszusetzen. Dennoch entscheide ich selbst, was ich wann, wo und wie tun möchte. Das Spiel macht mir diesbezüglich keinerlei Vorschriften. Ich genieße völlige Freiheit und werde nicht etwa wie am Gängelband durch die Story geleitet. Ich habe mich jetzt schon viele reale Tage lang im Ödland herumgetrieben und die verschiedensten Abenteuer erlebt, ohne auch nur eine einzige zur Hauptquest gehörende Mission erledigt zu haben. Die Hauptquest ist ohnehin nur der Anstoß zur freien Erkundung des Commonwealth, und damit hat man einiges zu tun, denn die Spielwelt soll doppelt so groß sein wie die von Skyrim. Keine Ahnung, ob das stimmt, jedenfalls ist das Commonwealth sicher nicht kleiner als Himmelsrand.

Die Spielwelt ist für mich die eigentliche Attraktion von Fallout 4. Sie umfasst so ziemlich das gesamte Stadtgebiet von Boston sowie die umliegenden Gebiete Neuenglands, zum Beispiel Natick und Concord im Westen, Quincy im Süden, Salem im Norden. Die östliche Grenze wird durch den Atlantik gebildet. Die Stadt ist ein Ruinenfeld, wurde aber nicht völlig zerstört. Die meisten Ruinen stehen leer, Hochbahnen sind herabgestürzt, Straßenzüge sind durch Trümmer und Autowracks blockiert.



Fallout 4

(Bild 29: Ein winziger Teil Bostons)


Boston wirkt größtenteils wie eine Geisterstadt, ist jedoch nicht völlig verlassen. Einzelne Bereiche wurden zu Festungen ausgebaut, in denen Menschen leben. So zum Beispiel Diamond City (siehe Seite 3) im Fenway Park-Baseballstadion und Goodneighbor in der Nähe von Faneuil Hall. In manchen Vierteln haben Raider krude Befestigungsanlagen aus Wellblech und Holz errichtet, anderswo haben sich Supermutanten eingenistet, zum Beispiel im Finanzdistrikt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt! Viele Bauwerke können betreten werden. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen offenen Gebäuden, die meist nur aus wenigen Räumen bestehen, und solchen mit gesonderten Innenbereichen. Durchschreitet man bei letzteren die Eingangstür, so hat man eine mehr oder weniger lange Ladepause zu erdulden und befindet sich anschließend in einer neuen Umgebung, wo die Schnellreisefunktion in der Regel nicht genutzt werden kann. Diese gekapselten Innenbereiche können deutlich größer sein, als es bei den äußeren Abmessungen des Gebäudes eigentlich der Fall sein dürfte. Das gilt auch für einige Stationen der U-Bahn.

Es ist schon lustig, sich die realen Vorbilder der verschiedenen Sehenswürdigkeiten in der Wikipedia anzuschauen, denn man erkennt sie problemlos wieder! So habe ich schon einiges über Boston gelernt. Der allgegenwärtige Verfall ist unübersehbar, aber manchmal findet man Orte, die eigentlich ganz normal aussehen.



Fallout 4

(Bild 30: Ein bisschen heruntergekommen, dieser Hinterhof, aber ich kenne Städte, die schlimmer aussehen ...)


Außerhalb Bostons wirkt die Gegend noch trostloser. Man findet hier nur einzelne kleine Siedlungen oder einsame Hütten. Viele sind verlassen, verbrannt oder von Supermutanten, Wilden Ghulen oder anderen Kreaturen heimgesucht. Alle Bäume sind abgestorben, grünes Laub ist kaum irgendwo zu sehen. Auf dem kargen Boden gedeihen durchaus noch einige mutierte Pflanzen, aber von landschaftlicher Schönheit kann man in diesem zerstörten Land natürlich nicht reden. Braun- und Grautöne herrschen vor, so dass schon der kleinste Farbtupfer hervorsticht. Nachts kann man gut erkennen, wo möglicherweise jemand lebt, denn Lichtquellen oder Lagerfeuer sind weithin zu sehen. Schön ist das Ödland wirklich nicht, aber genau so muss es in diesem Szenario sein. Überall liegt Schrott und Müll herum, das Wasser ist radioaktiv verseucht.



Fallout 4

(Bild 31: Irgendwo im Ödland. Von diesem Wasser trinkt man besser nicht!)


Durch die zahlreichen Innenareale, zu denen auch teils weit verzweigte unterirdische Anlagen wie zum Beispiel U-Bahn-Tunnel und mehrere Vaults gehören, wird der Umfang der Spielwelt noch ganz erheblich vergrößert. Natürlich wiederholen sich viele Elemente immer wieder. Die Grafik wirkt im Vergleich mit manchen aktuellen Spitzentiteln ein wenig altbacken und grobschlächtig, die Texturen sind nicht allzu hoch aufgelöst und die Gesichter menschlicher NPCs sehen meist ziemlich leblos aus. Dennoch sind Grafikqualität und Abwechslungsreichtum durchaus akzeptabel. Für mich ist es jedenfalls kein Problem, mir einzubilden, ich würde mich durch eine echte Welt bewegen.



Fallout 4

(Bild 32: Im Inneren von Vault 114)


Wer sich in Fallout 4 von seiner Neugier leiten lässt und einfach von Ort zu Ort wandert, wird auch abseits der Hauptstory und der Fraktions-Questreihen immer wieder etwas Neues erleben und dabei mehr über den komplexen Kosmos der Fallout-Spielereihe erfahren. Damit das richtig funktioniert, sollte man sich zwingen, mit jedem NPC zu reden (das ist nur bei solchen mit Eigennamen sinnvoll) sowie alle zugänglichen Dokumente und Computereinträge zu lesen. Dabei tun sich stets interessante Zusammenhänge auf und es ergeben sich ständig neue Nebenquests. Egal wie unbedeutend so ein Mini-Abenteuer sein mag - es ist immer mit einer kleinen Geschichte verbunden. Zum Beispiel werde ich auf dem Marktplatz, der rund um das Bunker Hill - Monument entstanden ist, von einem Ghul namens Edward Deegan angesprochen, der anscheinend bemerkt hat, dass ich ein guter Kämpfer bin.



Fallout 4

(Bild 33: Bunker Hill)


Ich werde aufgefordert, zum Anwesen der Familie Cabot zu kommen, das ich bis dato noch nicht entdeckt hatte. Es geht um einen Auftrag, der sich für mich lohnen soll. Eine Markierung auf meiner Karte wird hinzugefügt. Dort angekommen stehe ich vor einer verschlossenen Tür. Ohne Deegans Einladung wäre ich hier gar nicht reingekommen. So kann ich mich per Gegensprechanlage ausweisen und darf eintreten. Deegan macht mich mit seinem Chef Jack Cabot bekannt, der mich bittet, nach dem Verbleib einer verloren gegangenen Lieferung zu forschen. Ich soll keine Fragen stellen, doch mit meiner gut entwickelten Überredungskunst gelingt es mir, ein paar Infos aus Jack herauszukitzeln. Angeblich hat sein Vater Lorenzo vor geraumer Zeit eine versunkene Stadt erforscht und dort Artefakte einer uralten, bislang unbekannt gewesenen Hochkultur entdeckt. Jack glaubt, dass sein Vater auf die Hinterlassenschaften von Außerirdischen gestoßen ist, die er für die Ahnen der Menschheit hält. Lorenzo sitzt jetzt in der Parsons-Irrenanstalt. Das alles klingt für mich ganz nach einer Geschichte von H.P. Lovecraft - kein Wunder, wir befinden uns ja in Neuengland, dem Schauplatz vieler Storys seines Cthulhu-Mythos!

Mehr ist nicht zu erfahren, vor allem nicht über den Inhalt des Koffers, den ich wiederbeschaffen soll. Irgendwas ist seltsam an diesen Leuten, und damit meine ich nicht nur die Tatsache, dass sie es geschafft haben, den Vorkriegsstandard beizubehalten, wie man in ihrem Haus gut sehen kann - so ordentlich ist es nirgendwo sonst!



Fallout 4

(Bild 34: Jack Cabot (links) und Edward Deegan)


Ich mache mich auf die Socken und stelle fest, dass der Koffer von einer Raiderbande gestohlen wurde, die sich in einer verlassenen Molkerei verschanzt hat. Die Typen sind mir nicht gewachsen und liegen bald in ihrem Blut. Sie haben eine mit einem mysteriösen Serum gefüllte Ampulle bei sich, die ich Jack bringe. Das Serum scheint sehr wichtig für ihn und seine Verwandten zu sein. Jack ist beunruhigt, denn in dem Koffer waren mehrere Ampullen und es wäre nicht gut, wenn sich die Raider das Zeug verabreicht hätten. Momentan gibt es aber andere Probleme. Emogen, Jacks Schwester, ist verschwunden. Sie hat sich einen Liebhaber angelacht, der sie nicht gehen lässt. Ich soll dafür sorgen, dass Emogen nach Hause kommt. Auch hierbei leistet mir meine Überredungskunst gute Dienste. Emogens Lover ist der Guru eines merkwürdigen Kults, über den ich jetzt nichts Näheres in Erfahrung bringe. Die Kultisten hausen in einer ehemaligen Konzertmuschel, dort wird auch Emogen festgehalten. Wie es aussieht, hatte ihr Freund ein paar Probleme mit ihr. Ich bringe ihn dazu, sie freizulassen.



Fallout 4

(Bild 35: Das Zuhause der Kultisten. Könnte die Hatch Memorial Shell sein, heißt im Spiel "Charles-Aussichtspunkt")


Emogen sieht aus wie eine Frau im fortgeschrittenen Alter, ist aber Jacks jüngere Schwester. Da ich den Mann für höchstens Mitte Dreißig gehalten habe, werde ich stutzig. Ich muss Emogen nicht erst davon überzeugen, dass sie nach Hause gehen soll. Sobald sie erfährt, dass es dort eine Ampulle mit besagtem Serum gibt, flitzt sie stante pede davon. Ich folge ihr und komme gerade rechtzeitig, um mitzuhören, wie Jack per Funk mit Deegan spricht. Dieser meldet, dass die Parsons-Irrenanstalt von erstaunlich mächtigen Raidern angegriffen wird. Aha, die haben also das restliche Serum genommen! Jetzt ist schnelles Handeln angesagt. Es muss unbedingt verhindert werden, dass die Raider zu Lorenzo vordringen.



Fallout 4

(Bild 36: Die Einfahrt zur Parsons-Irrenanstalt)


Bevor ich Jack zur Anstalt begleite, ist es Zeit für ein paar Antworten. Dass die Cabots das Serum nutzen, um Unsterblichkeit zu erlangen, ist mir natürlich längst klar. Ich erfahre, dass das Zeug aus Lorenzos Blut gewonnen wird. Lorenzos Körper hat sich mit einem in der versunkenen Stadt gefundenen Artefakt verbunden und wurde dadurch verändert. Der Mann ist extrem gefährlich und wird seit Jahrhunderten in der Anstalt gefangen gehalten. Sollte er befreit werden, könnte er die ganze Welt ins Chaos stürzen. Um das zu verhindern, kämpfe ich mich an Jacks Seite durch die von Raidern besetzte Anstalt. Einige Raider sind unter dem Einfluss des Serums zu Berserkern geworden, die im Nahkampf besonders gefährlich sind. Lorenzo haust in einer isolierten Sicherheitskammer, die ich jetzt mit Giftgas fluten soll, denn das Eindämmungsfeld wird schwächer und Lorenzo könnte jederzeit entkommen. Ich könnte mich stattdessen mit ihm gegen Jack verbünden, aber das ist mir zu riskant.



Fallout 4

(Bild 37: Lorenzo Cabot in seiner Zelle mit dem Artefakt, das er wie einen Helm trägt)


Also leite ich das Gas ein, so dass Lorenzo stirbt. Jack ist froh, aber ich frage mich, wie die Cabots jetzt neues Serum herstellen wollen. Doch das soll nicht meine Sorge sein! Jack braucht meine Dienste nicht mehr. Er möchte sich in Ruhe mit dem Artefakt beschäftigen. Ich soll später wiederkommen. Vielleicht kann er dann Ergebnisse vorweisen. Nach einer Woche erhalte ich eine entsprechende Questnachricht. Ich suche Jack auf und erfahre, dass es ihm gelungen ist, das Artefakt zu entfernen und an eine Gammakanone zu montieren, die ich geschenkt bekomme. Der Schadenswert der Waffe ist nicht sonderlich beeindruckend, aber sie hat eine interessante Zusatzfunktion: Telekinese! Getroffene Gegner werden weggeschleudert, was bei Kämpfen gegen Gruppen ganz nützlich ist. Jack will jetzt nach weiteren Hinterlassenschaften der außerirdischen Zivilisation forschen. Ob ich je wieder etwas von ihm hören werde?

Weiter zu Seite 8


J. Kreis, 28.01.2016





Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Fragend (01.02.2016):

Im PC in Lorenzos house, dort woe Jack Cabot seine experimente macht steht da eine Notiz aus dem Jahr 5.1.1996. Was meine Aufmerksamkeit erregt hat ist diese Stelle :

John cabot, der lange verschollene vetter der cabots, ist zurückgekehrt, um sein Erbe nach dem tragischen Unfall anzunehmen, bei dem JACK UND SEINE FAMILIE ums Leben kamen.... KANN MIR DAS BITTE JEMAND ERKLÄREN`?? Dass Lorenzo seine gesitigen Fähigkeiten verloren hat und nicht mehr er selbst ist wird ja oft genug erwähnt und auch geschrieben. Dann kann er ja garnicht wissen ob das wirklich sein sohn ist.
Kann es sein dass Lorenzo denkt dass das sein Sohn ist aber er es in wirklichkeit nicht ist. Geht ins haus der Cabots und gleich oben die Anlage da ist ein PC integriert. Ihr müsst hacker Experte sein um es zu entsperren. Sehr interessant ich bräuchte ne erklärung



Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)




Seitenanfang