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Fallout 4

System:
Sony
Playstation 4

Genre:
RPG

Fallout 4: Kringels Ödlandtagebuch (Seite 10)

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Kringels Ödlandtagebuch, dritter Monat: Bugs und Fazit

Fallout 4 hat einen derart gewaltigen Umfang, dass ich gern bereit bin, kleinere Fehler zu verzeihen. Und solche gibt es in diesem Spiel zumindest in der mir vorliegenden ungepatchten Version zur Genüge. Bis auf eine Ausnahme, auf die ich später eingehe, sind das aber vernachlässigbare Kleinigkeiten. In der gesamten Spielzeit ist Fallout 4 nur zweimal abgestürzt, beide Male war dies nicht reproduzierbar. Ansonsten bin ich hauptsächlich auf Grafikprobleme gestoßen. In einem früheren Eintrag hatte ich schon angemerkt, dass die Sichtweite nicht sehr hoch ist. Pop-Ups, Clippingfehler und dergleichen sind immer wieder mal zu sehen. Fast schon zur Regel geworden ist ein Kuriosum, das mit den Brahmins zu tun hat. Diese zweiköpfigen Rinder werden von reisenden Händlern als Packtiere genutzt, andere laufen frei in der Gegend herum. Beide Varianten verirren sich mit schöner Regelmäßigkeit ins Innere der Gebäude meiner Hauptsiedlung Sanctuary. Keine Ahnung, wie sie das schaffen, denn die Türen sind eigentlich zu schmal. Aus diesem Grund bleiben sie dann in den Häusern hängen, was unter Umständen ziemlich komisch aussieht.



Fallout 4

(Bild 54: Ein Brahmin in meiner bescheidenen Hütte in Sanctuary)


Manchmal stecken die Viecher sogar mitten in den Wänden!

Begleiter wie Dogmeat, Piper und all meine anderen Freunde haben die lästige Eigenschaft, ständig im Weg herumzustehen. Entweder blockieren sie enge Durchgänge, so dass man sich vorbeidrängeln muss, oder sie laufen genau ins Schussfeld. Dann kriegen sie jene Treffer ab, die für die Gegner bestimmt waren. Zum Glück sind sie unsterblich!

Bei den Dialogen besteht ebenfalls Optimierungsbedarf. So kommt es häufig vor, dass alle Anwesenden wild durcheinanderplappern, und zwar auch dann, wenn man gerade mit einem Questgeber spricht. Man versteht dann kaum noch, was der zu sagen hat. Noch unschöner wird es, wenn Dialoge einfach hängenbleiben, das heißt, wenn der Gesprächspartner seine vorgesehenen Textzeilen nicht sagen möchte. Zum Glück kann man in Fallout 4 einfach weggehen und den NPC nochmals ansprechen. Dann beginnt der Dialog allerdings wieder ganz von vornů Ab und zu sind NPCs, die ich ansprechen wollte, plötzlich verschwunden und irgendwo anders wieder aufgetaucht. Bei einer Nebenquest sollte mein Begleiter mit einem NPC sprechen, weigerte sich aber beharrlich, am vorgesehenen Ort stehen zu bleiben. Ich musste erst einmal darauf kommen, dass der Dialog automatisch starten sollte. Dann konnte ich meinem Begleiter befehlen, sich vor den NPC zu stellen - dann ging die zum Questabschluss erforderliche Laberei endlich los.

Im Ödland herrschen seltsame Gravitationsverhältnisse. Ich habe ziemlich oft Gegenstände, NPCs und Kreaturen gesehen, die wie festgeklebt völlig bewegungslos mitten in der Luft hängen.



Fallout 4

(Bild 55: Ein schwereloser Yao Guai)


Schießt man auf ein solches Objekt, fällt es herunter oder fliegt davon, als ob es von einer Kanone abgeschossen worden wäre!

Auch bei den Nebenquests gibt es die eine oder andere Unsicherheit. Längst abgearbeitete Aufgaben wurden mir nochmals übertragen, lassen sich aber nicht abschließen, weil sie ja schon erledigt sind. So wurde ich in Diamond City aufgefordert, mir die Steckbriefe anzuschauen. Ich hatte aber schon vorher alle Kopfgeldjagden abgearbeitet und es waren keine Steckbriefe mehr da. Außerdem wurde ich gebeten, die Schutzwand der Stadt neu zu streichen. Auch das hatte ich schon Wochen vorher getan. Beide Quests werden somit für immer unerledigt in meinem Questlog herumdümpeln. Leider ist auch die Hauptquest von einem ähnlichen Problem betroffen. Folgende Situation: Zum Abschluss der Institutsquest "Synth-Rückführung" soll ich in das Quartier gehen, das ich zur Belohnung erhalten habe. Das tue ich, aber es geschieht nichts. Die Questmarkierung verschwindet nicht und die Quest lässt sich nicht abschließen.



Fallout 4

(Bild 56: An der durch einen grünen Marker gekennzeichneten Stelle im Institut sollte etwas geschehen, nur: was?)


Somit konnte ich zunächst keine weitere Instituts-Hauptquest annehmen, was zusätzlich dazu geführt hätte, dass ich die Story nicht wie von mir beabsichtigt hätte abschließen können. Ich wollte die Railroad unterstützen, aber deren Questreihe geht erst weiter, wenn bei meiner Undercover-Arbeit für das Institut ein bestimmter Punkt erreicht ist, den ich jetzt nicht mehr hätte erreichen können! Ich wäre somit gezwungen gewesen, für die Faschisten von der Stählernen Bruderschaft zu arbeiten - und selbst dann wäre ich möglicherweise irgendwann nicht weitergekommen.

Des Rätsels Lösung: In meinem Quartier sollte mir der Synth X6-88 begegnen, ein Runner, den man als Begleiter rekrutieren kann. Nur erscheint der bei mir nicht. Er hängt an der Stelle im Ödland fest, an der ich ihm erstmals begegnet bin, und rührt sich nicht vom Fleck. Was tun? Ich nehme an, dass ich den Typen aus seiner Starre holen muss. Es könnte helfen, wenn ich irgendeine Reaktion erzwinge. Also verprügle ich den Runner, bis er feindselig wird und mich angreift. Im selben Moment, als er sich zu bewegen beginnt, wird die Quest "Synth-Rückführung" automatisch ordnungsgemäß beendet und die Folgequest "Die Schlacht von Bunker Hill" beginnt. Prompt wird X6-88 wieder friedlich.

Puh! Das ist nochmal gut gegangen, aber ohne den Trick wäre ich ganz schön angeschmiert gewesen. Nach diesem Schrecken habe ich einen kompletten Monat damit verbracht, einfach nur durch die Gegend zu laufen, neue Orte zu entdecken und diese zu erkunden. Ich habe die Hauptquest nicht fortgesetzt und nicht weiter für eine der vier großen Fraktionen gearbeitet. Um den Siedlungsbau habe ich mich auch nicht weiter gekümmert. Trotzdem hatte ich unzählige teils witzige, teils beunruhigende Begegnungen, bin in zahlreiche Nebenquests hineingeraten und habe mich keine Minute gelangweilt!

Unter anderem habe ich das "Luftschiff" USS Constitution auf seine letzte Reise geschickt.



fallout 4

(Bild 57: Die mitten in den Ruinen gelandete USS Constitution kurz vor dem Start)


Und ich habe Vault 81 gefunden, eine intakte Bunkeranlage, die von ihren Bewohnern geöffnet wurde, weil die Versorgungslage problematisch geworden ist. Dort habe ich ein dunkles Geheimnis gelüftet und eine neue Gefährtin gewonnen, der ich buchstäblich zu ganz neuem Leben verholfen habe. Außerdem habe ich mich mit der Maulwurfsrattenkrankheit angesteckt, durch die meine maximale Gesundheit herabgesetzt wird. Die einzige in der gesamten Spielwelt existierende Dosis des Heilmittels habe ich verwendet, um einem kleinen Jungen das Leben zu retten.

Apropos Medikamente: Verwendet man zu oft leistungssteigernde Chems (Drogen) oder spricht man zu sehr dem Alkohol zu, dann wird man süchtig nach dem Zeug. Man muss immer mehr einnehmen, sonst hat man üble Nebenwirkungen zu gewärtigen. Ärzte können solche Abhängigkeiten, Strahlenkrankheit und Verletzungen heilen - bei der Maulwurfsrattenkrankheit ist das nicht möglich. Aber inzwischen ist mein Charakter so mächtig, dass mir ein Permanentabzug von 10 TP nichts ausmacht.

Jedenfalls ist abzusehen, dass ich trotz einer Spielzeit von inzwischen annähernd 200 Stunden noch lange mit Fallout 4 beschäftigt sein werde. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, das Ödlandtagebuch abzuschließen!

Mein Fazit: Obwohl ich zehn Seiten mit Text gefüllt habe, konnte ich doch nur an der Oberfläche kratzen. Es gibt noch so viel mehr, das unerwähnt geblieben ist - auch aus dem einfachen Grund, weil ich noch gar nicht alles entdeckt habe! Fallout 4 ist für mich, der ich Open-World-Szenarien mit großer spielerischer Freiheit heiß und innig liebe, genau richtig. Es ist aber definitiv nichts für zwischendurch, stattdessen kann ich Fallout 4 als einen der gierigsten Zeitfresser bezeichnen, mit dem ich es je zu tun hatte!

Zum zweiten Mal seit Skyrim vergebe ich zwei Noten. Die Note 1 erhält Fallout 4 für die liebevoll ausgestaltete Welt, die man einfach nur mit Superlativen beschreiben kann, und für die Unmengen der unterschiedlichsten Quests. Die Note 3 vergebe ich aufgrund des ärgerlichen Questbugs, denn wenn der Trick nicht funktioniert hätte - und ich kann nicht garantieren, dass er immer funktioniert - hätte ich die Story nicht fortsetzen können. Es gibt Patches, aber ich kann nicht beurteilen, welche Fehler dadurch bereinigt wurden.

Abschließend noch ein paar Bemerkungen zu Katzen. Die kommen überall im Ödland vor, werden euch aber genau wie im richtigen Leben völlig ignorieren. Katzen sitzen gern mal mit am Computer ...



Fallout 4

(Bild 58: Ein Kätzchen in der Prydwen)


... Katzenbilder findet man an den unmöglichsten Orten ...



Fallout 4

(Bild 59: Mag die Welt auch untergehen, Katzenbilder bleiben bestehen!)


... und es gibt sogar Fälle von Animal Hoarding!



Fallout 4

(Bild 60: Ich liebe Katzen, aber das hier geht zu weit!)


J. Kreis, 03.03.2016





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