Zurück zu den Spielen

Fallout 3 Add-Ons

System:
PC DVD-ROM

Genre:
RPG

Note: 1
FALLOUT 3 Add-Ons: BROKEN STEEL & POINT LOOKOUT

Diese DVD enthält Zusatzinhalte für das Spiel Fallout 3, d.h. dieses Spiel benötigt ihr, wenn ihr die Add-Ons nutzen wollt. Diese Add-Ons waren bisher nur als Download-Inhalte verfügbar. Zwei weitere Add-Ons (Operation Anchorage und The Pitt) sind ebenfalls bereits auf DVD erhältlich.

Es gibt sogar noch ein fünftes Add-On (Mothership Zeta), doch das ist derzeit nur als Download-Content gesondert erhältlich. Es ist aber auch Bestandteil der "Game of the Year - Edition" von Fallout 3. Diese Version des Spiels ist am 15. Oktober erschienen enthält alle fünf Add-Ons.

Alles, was ich zum Hauptspiel geschrieben habe, gilt auch für die Add-Ons, nur auf die Unterschiede gehe ich hier näher ein.

Nach der Installation von Point Lookout erhaltet ihr eine Questnachricht als Hinweis auf eine zusätzliche Mission sowie eine Kartenmarkierung, die den Zugang zu einer neuen, vom Ödland der Hauptstadt getrennten Umgebung ermöglicht. Solltet ihr das Hauptspiel Fallout 3 ganz neu beginnen, dann erhaltet ihr diese Nachricht erst, wenn ihr Vault 101 verlasst. Ihr könnt euch dieser Aufgabe dann jederzeit widmen. Sie hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Verlauf der Hauptquest von Fallout 3, abgesehen davon, dass man neben Erfahrungspunkten auch nützliche Ausrüstungsgegenstände erhält.

Anders sieht es mit Broken Steel aus. Dieses Add-On stellt eine echte Erweiterung des Hauptspiels dar, d.h. die Hauptquest wird fortgesetzt. Auch nach der Installation von Broken Steel erhaltet ihr eine Meldung, aber ihr müsst die Hauptquest zunächst beenden, um mit den Missionen dieses Add-Ons weitermachen zu können. Durch das Add-On werden aber noch weitere Veränderungen eingebracht: Vor allem wird die Level-Höchstgrenze auf 30 erhöht!

Broken Steel

Die Erhöhung der Level-Obergrenze ist sofort wirksam, d.h. ihr müsst nicht erst die Story des Hauptspiels beenden, um in den Genuss dieses Features zu kommen. Ihr könnt also fleißig weiter Erfahrungspunkte sammeln, eure Fertigkeiten verbessern und neue Spezialfähigkeiten erlernen. Das ist eine echte Verbesserung, die die Motivation fürs Weiterspielen nicht unerheblich steigert, zumal auch ganz neue Spezialfähigkeiten zur Auswahl stehen, die in den Levels über 20 freigeschaltet werden. Dazu gehören einige äußerst nützliche Dinge, z.B. erhöht die Spezialfähigkeit, die euch als Belohnung für das Erreichen von Level 30 winkt, alle Eigenschaften des Helden sofort auf 9!

Ohne das Add-On Broken Steel endet das Hauptspiel endgültig, wenn die letzte Aufgabe der Hauptquest erledigt ist: Man betritt den Reaktor in "Project Purity" entweder selbst (und stirbt) oder lässt einen NPC hineingehen dann folgt der Abspann. Mit dem Add-On kommt der Abspann zwar auch, aber selbst wenn man sich dafür entschieden hat, den Reaktorraum zu betreten, stirbt man nicht. Stattdessen erwacht der Held zwei Wochen später in der Zitadelle der Bruderschaft des Stahls, während Sarah Lyons noch im Koma liegt. Der Älteste Lyons erklärt, dass die Bruderschaft immer noch gegen die Enklave kämpft. Zwar steht nun genug sauberes Wasser für jeden zur Verfügung, doch die Überreste der Enklave müssen ausgeschaltet werden, damit das Ödland der Hauptstadt endlich Ruhe findet. Ihr erhaltet den Auftrag, an einer von dem Riesenroboter Liberty Prime angeführte Attacke auf eine Basis der Enklave teilzunehmen.



Fallout 3

(Bild 1: Unterwegs mit Liberty Prime)


Dummerweise hat die Enklave noch eine Geheimwaffe in petto: Eine Orbitalstation lässt Raketen auf Liberty Prime herabregnen, was auch diese riesige Kampfmaschine nicht übersteht. Eure Aufgabe ist es nun, auf euch allein gestellt in die Steuerzentrale für die Orbitalstation einzudringen und sie zu vernichten. Zu diesem Zweck werden euch nach und nach einzigartige, mächtige Waffen wie die Teslakanone zur Verfügung gestellt. Dieses Ding feuert zwar immer nur einen einzigen Elektroschock ab, aber der hat es in sich und die Reichweite ist sehr hoch. Außerdem wird ein getroffener Gegner zusätzlich in Blitze eingehüllt, die ihm weiteren schweren Schaden zufügen, während ihr nachladet. Das ist aber nicht die einzige neue Ausrüstung, die ihr erhalten könnt. Neue Rüstungen und zwei verschiedene, weit leistungsfähigere Flammenwerfer gehören ebenso dazu, außerdem erhaltet ihr u.a. Zugang zu einer Technologie, die es euch ermöglicht, Todeskrallen für euch kämpfen zu lassen.

Diese schweren Waffen werden aber auch dringend benötigt, denn bis ihr am Ende der Hauptquest angelangt seid, werdet ihr eine ganze Reihe starker neuer Gegner kennen gelernt haben, die nicht nur übel austeilen können (auch sie verfügen über die neuen Waffen), sondern auch viele Treffer einstecken. Sehr oft habt ihr es mit Gruppen schwer gepanzerter Soldaten der Enklave zu tun, noch gefährlicher ist womöglich eine seltsame neue Unterart von wilden Ghouls, die für einen begrenzten Zeitraum unverwundbar sind. Obwohl ihr euch im Gegensatz zu den isolierten Arealen der anderen Add-Ons immer in der gewohnten Umgebung des Ödlands der Hauptstadt bewegt, gibt es doch auch neu hinzugekommene Umgebungen. Dazu gehört (unter anderem!) die Adams Air Force Base. Das Gebiet ist nur über eine neue Metro-Linie erreichbar, die erst einmal in Gang gesetzt werden muss. Die Luftwaffenbasis erscheint nicht auf der Weltkarte und ist sicherlich ungefähr so groß wie The Pitt. In der Luftwaffenbasis steht ein gigantischer mobiler Stützpunkt mit mehreren Decks, der mit dem ziemlich spektakulären Finale zu tun hat. Der mobile Stützpunkt ist bemannt und schwer bewacht, so dass ihr euch allmählich von Deck zu Deck durchkämpfen müsst. Das dauert eine ganze Weile, zumal man auch überall Waffen, Munition, Rüstungen usw. plündern kann. Somit stehen euch auch in Broken Steel interessante neue Schauplätze zur Verfügung, in denen es wieder viel zu entdecken gibt.

Nach der Installation von Broken Steel hat Fallout 3 keinen Schluss mehr, sondern ein offenes Ende. Ihr könnt endlos weiterspielen und euch zum Beispiel den neuen Nebenquests widmen. Dabei geht es meist darum, einem gestressten Mitbruder bei der Verteilung des gereinigten Wassers im Ödland zu helfen. Dabei tauchen verschiedene Probleme auf. Da gibt es zum Beispiel eine Verrückte, die sich für die Nachfolgerin von Marie Curie hält und verstrahltes Wasser verteilt, um die Menschen zu ihrer Religion zu bekehren. In einer anderen Nebenquest müsst ihr dem Ghoul Griffon das Handwerk legen, der ganz normales gereinigtes Wasser an seinesgleichen verkauft er redet seinen arglosen Kunden ein, dieses "Aqua Cura" mache die unschönen Hautveränderungen rückgängig, unter denen die Ghouls zu leiden haben...



Fallout 3

(Bild 2: Griffons schwunghafter Handel mit "Aqua Cura" im Naturhistorischen Museum)


Point Lookout

Wenn ihr zur mit diesem Add-On hinzugekommenen Kartenmarkierung reist, findet ihr ein Flussschiff vor, das euch nach Point Lookout im ehemaligen US-Bundesstaat Maryland bringt - oder, besser gesagt, zu den Überresten des Point Lookout State Park (den es auch in der Realität gibt) und dem angrenzenden Sumpfland. Ihr könnt beliebig oft zwischen Point Lookout und dem Ödland der Hauptstadt hin und her reisen. Point Lookout wurde im Krieg zwar nicht unmittelbar zerbombt, ist danach aber quasi in Vergessenheit geraten. Die ganze Gegend ist von Verfall und Düsternis geprägt. Vom ehemaligen Vergnügungspark sind nur noch weitgehend verlassene Ruinen übrig, daneben findet man hier und da bewohnte Gebäude. Eine Sekte, die eine gigantische Punga-Pflanze anbetet, hat sich in einer alten Kathedrale breit gemacht. Diese Pflanzen unbekannter Herkunft können verzehrt werden, sie stellen Lebensenergie wieder her. An der Küste liegen Schiffswracks, die erkundet werden können und Bestandteil von Nebenquests sind. Es gibt sogar einen Leuchtturm, den man reparieren kann - danach wird der allgegenwärtige Nebel sehr stimmungsvoll durch den wandernden Lichtstrahl erhellt.

Abgesehen von diversen neuen NPCs (wer denkt sich eigentlich die teils ziemlich verrückten Hintergrundgeschichten für diese Leute aus?) bietet auch Point Lookout wieder neue Gegnertypen mit teilweise recht ungewöhnlichem Design. Schmuggler tauchen immer wieder mal auf und sorgen für Ärger. Auch die Sektenmitglieder sind zunächst grundsätzlich feindlich eingestellt, bis ihr euch ihnen im Rahmen einer Quest anschließt. Sie können je nach euren Handlungen auch wieder zu Feinden werden. Im Sumpf leben außer verschiedenen wilden Ghoul-Unterarten (die meist in Rudeln auftreten) vor allem mutierte Menschen, die lustigerweise auch in der deutschen Version Englisch mit einem breiten Akzent sprechen. Diese Typen verleihen dem Begriff "Hinterwäldler" eine ganz neue Bedeutung - man weiß nicht so recht: Verdanken sie ihr bizarres Äußeres der Strahlung oder vielleicht doch eher generationenlanger Inzucht?



Fallout 3

(Bild 3: Die Duchess Gambit bringt euch nach Point Lookout und wieder zurück - so oft ihr wollt)


Die Hauptquest von Point Lookout führt euch zunächst zu einem verbarrikadierten Herrenhaus, in dem ein Ghoul namens Desmond von den Anhängern der Sekte belagert wird. Im Verlauf der Quest findet ihr heraus, dass er sich seit langer Zeit einen Privatkrieg mit einem gewissen Professor Calvert (oder mit dem, was von diesem Menschen noch übrig ist) liefert, welcher die Sekte kontrolliert. Ihr sollt euch in die Sekte einschleusen, und um das zu erreichen, müsst ihr euch einem ziemlich abgedrehten Aufnahmeritus unterziehen - tatsächlich gehören die psychedelischen Visionen, die ihr habt, wenn ihr das Ritual vollendet, zu den verrücktesten und lustigsten Momenten des gesamten Spiels. Da haben die Entwickler sich wirklich mal was Neues einfallen lassen. Ihr werdet feststellen, dass euch nach dem Ritual ein wichtiger Teil eurer Anatomie fehlt, dafür erhaltet ihr aber eine Spezialfähigkeit und werdet in die Sekte aufgenommen. Danach müsst ihr euch entscheiden, wem ihr beistehen wollt: Desmond oder Calvert. Die Hauptquest hat zwar einen geringeren Umfang als die der anderen Add-Ons, aber es gibt eine ganze Reihe von Nebenquests. Bei einer davon kam es mir so vor, als würde ich eine Story von H.P. Lovecraft nachspielen: Ein uraltes Buch, das Krivbeknih, muss aus einem modrigen unterirdischen Tempel geborgen werden.

Auch in diesem Add-On gibt es wieder zahlreiche neue Kleidungsstücke und Waffe, die ihr euch aneignen könnt. Die Umgebung unterscheidet sich recht stark vom Ödland der Hauptstadt, denn in Point Lookout sind wie gesagt keine Bomben explodiert. Ihr bewegt euch meist durch Sumpfland mit knorrigen Bäumen, Unterholz und Gebüsch, sowie vielen Tümpeln und Seen, über die sich Holzbrücken spannen. Überall blubbert es, an bestimmten Stellen steigen explosive Gasblasen auf. Punga-Pflanzen wachsen im ganzen Sumpf verteilt, oft bedeckt Nebel das Land. Die Atmosphäre ist wie gesagt sehr düster, das sorgt in Verbindung mit den merkwürdigen Quests und den unheimlichen Ghouls, mit denen man oft zusammenrasselt, für ein wohliges Gruseln.



Fallout 3

(Bild 4: Ein degenerierter Sumpfbewohner, anvisiert mit VATS in der Düsternis von Point Lookout)


Fazit

Diese beiden Add-Ons, vor allem Broken Steel, sind eine gelungene Bereicherung für Fallout 3. Operation Anchorage und The Pitt waren auch schon nicht schlecht, aber die Anhebung der Level-Grenze und die neuen Spezialfertigkeiten auf der einen Seite sowie die sehr ungewöhnlichen Begegnungen, die man im Sumpfland des Point Lookout State Park hat auf der anderen Seite stellen einen Abwechslungsreichtum dar, den die beiden anderen Add-Ons in diesem Ausmaß nicht zu bieten hatten. Außerdem hört Fallout 3 jetzt endlich nicht mehr einfach auf - man kann so lange in dieser postapokalyptischen Welt bleiben, wie man möchte.

Der Umfang der beiden Add-Ons beläuft sich auf 8 bis 10 Stunden. Damit meine ich lediglich die Zeit, die man für das Vollenden sämtlicher Haupt- und Nebenquests benötigt. Hinzu kommen unzählige Veränderungen, die man vielleicht gar nicht sofort wahrnimmt. So wurden in existierenden Arealen kleine Veränderungen hinzugefügt (beispielsweise findet man jetzt überall Aqua Pura-Flaschen), vorhandene NPCs reagieren anders und so weiter. Die Spielzeit ist selbst im Vergleich zu Spielen, für die man den vollen Preis zahlen muss, gar nicht schlecht. So manchen modernen Egoshooter hat man schneller durch und für die Add-Ons zahlt man nur ca. ein Drittel dessen, was heutzutage für Vollversionen verlangt wird.

Somit kann ich euch den Erwerb dieser DVD nur wärmstens empfehlen. Es wird einfach nicht langweilig, alles zu erkunden, denn die freie Spielwelt ist wunderbar detailreich und belohnt den fleißigen Entdecker mit zahlreichen Goodies, der Humor ist tiefschwarz-makaber und die Story ist so interessant, dass man einfach nicht aufhören kann, bis man auch im hinterletzten Winkel gewesen ist.

Da Broken Steel die Begrenzung der Charakterstufen zwar nicht völlig aufhebt, aber doch zumindest um 10 Level erweitert, vergebe ich diesmal die Bestnote - die bezieht sich dann aber auf das gesamte Spiel mit allen Add-Ons.


J. Kreis, 11.10.2009

Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang