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Fallout 3

System:
PC DVD-ROM

Genre:
RPG

Note: 2+
FALLOUT 3

Fallout 3 ist eines jener Spiele, bei deren Beschreibung ich mich in endlosen Details verlieren könnte. Die Spieltiefe, d.h. die spielerischen Möglichkeiten, sind zwar nicht so umfangreich wie in Oblivion oder gar Morrowind, das wird durch die Ideenvielfalt beim Design der Spielwelt aber mehr als wettgemacht. Da ich unmöglich auf alles eingehen kann, was ihr in diesem Spiel entdecken könnt (sowohl in der Welt als auch im Gameplay), beschränke ich mich auf eine etwas gröbere Zusammenfassung ich könnte noch sehr viel mehr zusammensülzen...

Man könnte sagen: Dieses Spiel bietet genau das, was S.T.A.L.K.E.R. versprochen, aber nicht gehalten hat: Eine gelungene Mischung aus Rollenspiel- und Egoshooter-Elementen mit einer fesselnden Story. Das Spiel stammt aus der gleichen Softwareschmiede wie Oblivion, und das merkt man recht deutlich. Solltet ihr Oblivion gespielt haben, dann wird es euch schnell auffallen und ihr werdet euch sofort heimisch fühlen. Das ist aber nicht als Negativ-Kritik gemeint! Es ist eher so, dass Fallout 3 die Stärken von Oblivion beibehält, einige der dort gemachten Fehler aber vermeidet.

Die ersten beiden Fallout-Spiele kenne ich nicht, Vergleiche sind mir deshalb nicht möglich.

Story

Im Jahre 2077 wird die Erde durch einen Atomkrieg verwüstet, aber nicht komplett entvölkert. 200 Jahre später vegetieren die Überlebenden in den Ruinen der Städte und im Ödland vor sich hin. Kleine Gemeinschaften entstehen, die nach ihren eigenen Regeln leben und sich der Angriffe der mutierten Tierwelt erwehren oder auf andere Weise ums Überleben kämpfen müssen. Manche Menschen sind zu Ghouls mutiert oder haben sich zu marodierenden Banden (den "Raiders") zusammengeschlossen. Sklavenhändler, Supermutanten und Reste des Militärs verfolgen ihre eigenen Ziele. Es gibt aber auch noch andere Überlebende, die ihre unterirdischen Schutzräume, die so genannten Vaults, seit 200 Jahren nicht verlassen haben. Diese Menschen haben keine Ahnung, was an der Oberfläche vor sich geht, und leben noch genau so wie vor dem Atomkrieg.

Ihr übernehmt die Rolle eines Kindes, das in Vault 101 aufwächst, einer Bunkeranlage in Washington D.C. Eines Tages verschwindet der Vater dieses Jungen (oder Mädchen je nach Auswahl des Spielers) spurlos. Es kommt zu Unruhen in Vault 101, in deren Folge ihr den Bunker verlasst, um Papi zu suchen. Nach und nach findet ihr heraus, dass er an einem ehrgeizigen Projekt beteiligt war, mit dem er die Lebensverhältnisse im Ödland verbessern wollte und für das sich auch die Überreste der ehemaligen Regierung der USA interessieren allerdings aus ganz anderen Gründen.

Charakterentwicklung / Quests

Das Spiel beginnt buchstäblich mit "eurer" Geburt und verschiedenen Etappen der Kindheit in Vault 101. Das dient einerseits als Tutorial, andererseits werden hierbei aber auch das Aussehen und einige grundlegende Charaktereigenschaften und Fertigkeiten des Helden festgelegt. Man wächst also quasi mit der Spielfigur auf. Charaktereigenschaften sind grundlegende Werte durch eure Stärke wird z.B. bestimmt, wie viel Ausrüstung ihr schleppen könnt. Die 13 verschiedenen Fertigkeiten wie "kleine Waffen", "Dietrich", "Sprache" usw. haben Einfluss auf eure Effizienz im Kampf, beim Knacken von Schlössern und dergleichen. Nur die Fertigkeiten werden üblicherweise bei der Charakterentwicklung im Verlauf des Spiels gesteigert. Eine vorübergehende Steigerung (auch der Charaktereigenschaften) ist mittels Drogen möglich, von denen man übrigens auch abhängig werden kann, was sich wiederum negativ auf die Charaktereigenschaften auswirkt. Eine Entgiftung ist auf unterschiedliche Weise möglich. Es gibt noch andere Möglichkeiten, Eigenschaften und Fertigkeiten weiterzuentwickeln, zum Beispiel das "Lesen" von Büchern. Lehrer werden nicht benötigt, Spezialfähigkeiten erhält man aber manchmal auch als Belohnung für eine Quest.

Nach der Flucht aus dem Bunker beginnt das Spiel erst richtig. Wie in Oblivion könnt ihr euch ganz der Hauptquest widmen, ebenso ist es aber auch möglich, diese Geschichte völlig zu ignorieren und zunächst die Spielwelt zu erkunden, Nebenquests zu absolvieren und so weiter. Für jede erledigte Mission, für besiegte Gegner, geknackte Schlösser und gehackte Computer erhaltet ihr Erfahrungspunkte, die für den Level-Aufstieg erforderlich sind. Erreicht ihr das nächste Level (das Maximum ist 20), könnt ihr eine begrenzte Anzahl von Punkten zur Weiterentwicklung der Fertigkeiten verteilen. Außerdem könnt ihr eine von vielen und teilweise ziemlich ausgefallenen Spezialfähigkeiten auswählen. Als Beispiele seien nur "Ladykiller" und "Entdecker" genannt: Erstere Fähigkeit steigert eure Schlagfertigkeit mit Waffen und Worten enorm, sofern ihr es mit weiblichen Gegnern zu tun habt, letztere macht sämtliche verborgenen Ortsmarkierungen auf der Weltkarte sichtbar.

In der Spielwelt tummelt sich zwar allerlei übles Getier, außerdem sind manche Menschen (vor allem die Raiders) grundsätzlich feindlich eingestellt. Darüber hinaus begegnet ihr aber einer Vielzahl von NPCs, die euch zunächst einmal freundlich behandeln. Die solltet ihr niemals angreifen, erst recht nicht, wenn sie Eigennamen haben. Sie könnten nämlich eine Aufgabe für euch haben oder Bestandteil einer Quest sein. Diese Missionen sind sehr abwechslungsreich, manchmal sogar ziemlich merkwürdig genauso merkwürdig, wie es die NPCs und deren Lebensumstände selbst sind. Mal geht es darum, eine Siedlung vor dem Angriff von Supermutanten zu schützen, mal müsst ihr euch als Versuchskaninchen für eine Hobby-Autorin betätigen, die ein Ödland-Überlebenshandbuch schreiben will. Anderswo geratet ihr dem selbsternannten Präsidenten einer Mini-Republik in die Quere, müsst zwischen Ghouls und den elitären Bewohnern eines inmitten der Zerstörung intakt gebliebenen Hochhauses vermitteln (die Ghouls würden dort auch gern einziehen), sollt die letzte Stradivari-Geige finden oder im Kampf zweier Möchtegern-Superhelden vermitteln.

Es ist wichtig zu wissen, dass das Spiel im Gegensatz zu Morrowind und Oblivion nach dem Abschluss der letzten Hauptquest tatsächlich zu Ende ist, d.h. dann kommt der Abspann und man kann nicht weiterspielen. Man sollte also zunächst alles erledigen, was man sonst noch so machen möchte, bevor man mit der letzten Hauptquest ("Project Impurity") anfängt. Die Hauptquests hat man zwar recht schnell durch, aber es gibt so viele Nebenquests oder andere Dinge, die man noch anstellen kann, dass man sich monatelang mit Fallout 3 beschäftigen könnte.

Kampf / Ausrüstung

Man kann zwar eine 3rd-Person-Perspektive mit verschiedenen Zoomstufen auswählen, besser spielt es sich aber aus der Egoperspektive. Da in Fallout 3 anders als in Oblivion vorwiegend Schusswaffen verwendet werden, kommt das "Egoshooter-Gefühl" noch stärker zum Tragen. Die Kämpfe verlaufen normalerweise in Echtzeit und natürlich kann man manuell zielen. Man kann die Zeit aber auch "anhalten", um die verschiedenen Trefferzonen der Gegner mit dem "Vault-Tec Assisted Targeting System" (VATS, siehe Bild 1) direkt anzuvisieren. Drückt man die V-Taste, dann pausiert das Spiel. Der Gegner wird herangezoomt und die Trefferzonen (Kopf, Rumpf, Gliedmaßen, Waffe) können ausgewählt werden. Es wird sogar noch angezeigt, wie hoch eine Trefferwahrscheinlichkeit ist. Nun kann man einen Gegner gezielt verstümmeln das ist besonders nützlich bei Ameisen oder Robotern. Zerstört man bei denen nämlich die Fühler bzw. Sensoren, dann attackieren sie sich gegenseitig. Die Anzahl der Schüsse, die man im VATS abgeben kann, ist allerdings begrenzt. Bestätigt man die Auswahl, dann sieht man in Zeitlupe, wie der Gegner getroffen wird oder wie das Projektil auf ihn zufliegt...



VATS

(Bild 1: Ein mit VATS anvisierter Supermutant)


Alle Waffen und Rüstungen nutzen sich mit der Zeit ab, bis sie schließlich gar nicht mehr verwendet werden können. Man kann sie selbst reparieren, benötigt dazu aber die entsprechende Fertigkeit sowie Ersatzteile. Gegen Geld (als Währung werden übrigens Kronkorken verwendet!) kann man Reparaturen aber auch kaufen. Waffen und Munition sowie eine Vielzahl von Drogen, Nahrungsmitteln, Medikamenten, Zubehörteilen und diversen Kleinkram findet man bei besiegten Gegnern und in Schränken, Kisten, Regalen usw. alles, was man braucht, ist in ausreichender Anzahl zu finden oder bei Händlern zu kaufen. Dort kann man auch all das Zeug verkaufen, das man nicht braucht. Mit der entsprechenden Bauanleitung kann man aus den unwahrscheinlichsten Gegenständen spezielle, teils ziemlich verrückte Waffen bauen. Beispiele: Das Flammenschwert "Rösti", ein Gewehr zum Verschießen von Gleisnägeln (bei jedem Schuss tutet es wie eine Dampflok) oder eine Kanone, für die man allen möglichen Müll als Munition verwenden kann.

Übrigens kann man alle Gegenstände nicht nur in Schränke packen, sondern auch offen ablegen und zu netten Skulpturen aufeinanderstapeln, wie man es aus Oblivion kennt, d.h. viele Objekte lassen sich physikalisch korrekt manipulieren. Ausrüstung sollte man aber nur im eigenen Heim aufbewahren, sonst sind die Sachen irgendwann verschwunden.

Pip-Boy 3000 / Verletzungen und Strahlung / Karma

Eine weitere Besonderheit dieses Spiels ist der "Pip-Boy 3000", ein Multifunktionsgerät, das die Spielfigur wie eine übergroße Armbanduhr trägt. Bei Betätigen der TAB-Taste greift ihr darauf zu und findet hier alle Menüs, eine Weltkarte und eine Karte der näheren Umgebung (jeweils mit den aus Oblivion bekannten Questmarkierungen und der Schnellreisefunktion), Statistiken sowie das in verschiedene Kategorien unterteilte Inventar.



Pi-Boy 3000

(Bild 2: Pip-Boy 3000 mit Menü der Spezialfertigkeiten)


Fallout 3 spielt wie gesagt in einer Welt nach dem Atomkrieg, und da ist es kein Wunder, dass man sich überall vor radioaktiver Strahlung in Acht nehmen muss. Je nach Belastung leidet man unter Strahlenkrankheit in verschieden starker Ausprägung. Dadurch werden Eigenschaften vermindert, es kann sogar zum Tod führen. Zum Glück gibt es ein Medikament, mit dem die Belastung jederzeit reduziert werden kann. Genau wie die Gegner kann auch die Spielfigur nicht nur "normalen" Schaden nehmen, sondern auch verkrüppelt werden. In einem solchen Fall sucht man einen Arzt auf oder legt sich für ein Stündchen ins Bett schon ist alles wieder in Ordnung.

Je nachdem, welche moralischen Entscheidungen ihr in diesem Spiel trefft (und es gibt kaum eine Quest, in der man nicht zwischen verschiedenen Wegen wählen muss), erlangt ihr gutes oder schlechtes Karma. Gewaltfreie Lösungen zu suchen und Menschen in Not zu helfen bringt euch auf die gute Seite, Diebstahl, Mord und sinnlose Gewalt führen zum Verlust von Karma. Der Karma-Wert hat unmittelbare Auswirkungen auf den Spielverlauf, denn mit schlechten Werten mögen einen die Leute nicht, so dass man manche Dialogoptionen nicht erhält, erst gar nicht mit den Leuten sprechen kann oder sogar angegriffen wird.

Die Spielwelt

Der besondere Reiz dieses Spiels besteht in der Ausgestaltung der völlig frei erkundbaren postapokalyptischen Spielwelt. Zwar stößt man ab und zu auf Straßen, die durch Trümmer blockiert sind, aber echte Grenzen gibt es in dieser Welt nicht. Die Oberflächenwelt wird durch das teilweise sehr weitläufige Innere zahlreicher Gebäude, ein weit verzweigtes U-Bahn-System, diverse Höhlen, Vaults und ähnliche Orte enorm erweitert.

Wie ihr den kurzen Beschreibungen der Quests schon entnehmen konntet, wird die Spielwelt von vielen Gruppen, Grüppchen und Einzelpersonen bewohnt. Manche haben richtige Siedlungen erbaut, in denen man Händler, Ärzte usw. findet, manche verstecken sich auch nur in den Ruinen oder leben einsam im Ödland. Jeder geht auf andere Weise mit der Situation um, manche sind auch einfach nur verrückt geworden. All das ist so abwechslungsreich und passt doch so perfekt in die zerstörte Welt, dass es einfach Spaß macht, sich die Gegend anzusehen und herauszufinden, was wohl hinter dem nächsten Hügel warten mag. Außerdem schimmert immer wieder ein ziemlich schwarzer Humor durch. Einmal habe ich z.B. einen Dialog zwischen zwei Supermutanten belauscht. Das sind Wesen, die auf ziemlich makabre Weise aus Menschen... hm... "gezüchtet" werden und die sich danach normalerweise nicht mehr an ihr früheres Leben erinnern können. Einer der beiden monströsen Typen sagte mit bassiger Grölstimme: "Ich glaube, ich kann mich an früher erinnern... ich erinnere mich an... Frauen! Oder... vielleicht war ich eine Frau?"

Es gibt auch andere Spiele, in denen man große Areale erkunden kann das Problem besteht bei diesen Spielen oft darin, dass man kaum etwas entdecken kann, was den Weg rechtfertigen würde. Das ist in Fallout 3 anders, da lohnt sich jeder Weg. So kann es sein, dass man ein besonders gut gefülltes Munitionsdepot, eine besonders mächtige Waffe, ein Lehrbuch oder eine der begehrten Vault-Tec-Wackelkopfpuppen findet, oder dass man unerwartet auf einen Questgeber stößt. Manchmal findet man auch einfach nur Hinweise auf bestimmte Geschehnisse. Einmal habe ich eine Anlage untersucht, in der mehrere Tonbandaufzeichnungen herumlagen, denen man den langsamen Absturz eines Mannes in den Wahnsinn entnehmen konnte. Die letzte Aufzeichnung enthielt Anspielungen auf H.P. Lovecraft. Solche kleinen Dinge machen deutlich: Die Entwickler waren mit sehr viel Liebe zum Detail am Werk, und sie haben alles gut durchdacht.

Grafik / Sound

Was soll ich sagen? Soll ich mich ausführlich über den hohen Detailgrad, das tolle Design der Umgebung, Gebäude, Monster, NPCs, Waffen usw. auslassen? Glaubt mir einfach, dass in diesem Spiel eine glaubwürdige Welt präsentiert wird (Licht-/Schatteneffekte und Tag-/Nacht-Wechsel gehören auch dazu, aber kein Wetterwechsel), und dass eine fesselnde Atmosphäre entsteht. Natürlich wirkt das Ödland recht eintönig kein Wunder, schließlich haben wir es mit einer Welt nach dem Atomkrieg zu tun, da ist es klar, dass man hauptsächlich Reste von Hochbahnen, Autowracks, Staub, zerklüftete Felsen, verkohlte Baumgerippe und zerbombte Stadtviertel sieht. Eintönig wird das aber nie, Abwechslung ist genug vorhanden. Man kann Stunden damit verbringen, einfach nur herumzulaufen und sich die Gegend anzusehen. Allerdings sind die für maximale Details benötigten Hardwareanforderungen exorbitant.



Washington

(Bild 3: Abends in der zerstörten Hauptstadt)


Irgendwie erinnert das Ödland mich stellenweise ein wenig an die kargen Landschaften in Morrowind, auch manche Bestandteile der atmosphärischen Musik lassen Erinnerungen an dieses ältere Spiel wach werden. Der Stil der Welt von Fallout 3 ist eine interessante Mixtur aus dem Design der Fünfzigerjahre und Futurismus. Dazu passt die Musik des überall im Ödland zu empfangenden Radiosenders (via Pip-Boy könnt ihr den Sender jederzeit hören). Dort werden hauptsächlich Oldies gespielt. Monsterschnetzeln zu beschwingten Swing- und Jazz-Melodien ist mal was ganz anderes... Es gibt noch einige andere Sender, aber dort läuft meist Propaganda.

Zensur / Bugs

Wenn ich oben zum Thema "Kampf" schreibe, dass man Gegner verstümmeln kann, dann ist das wörtlich gemeint in der deutschen Version dieses Spiels sieht man davon aber nichts, denn sämtliche Splatter-Effekte wurden entfernt. In der internationalen Version spritzt nicht nur Blut, oh nein: Da fliegen auch Köpfe und Extremitäten weg oder Körper zerplatzen vollständig. Und das, jedenfalls im VATS-Modus, auch noch in Zeitlupe. In der deutschen Version kann man den Gegnern lediglich die Waffen aus den Händen schießen, Verstümmelungen machen sich nur in langsameren Bewegungen oder in nutzlos herabhängenden Armen bemerkbar. Leichen zeigen in der deutschen Version kein Ragdoll-Verhalten.

Allein die Tatsache, dass wieder einmal ein Spiel zensiert wurde, ärgert mich natürlich. Andererseits muss ich aber auch sagen, dass man diese Splatter-Effekte nicht wirklich braucht, d.h. ihr Fehlen wirkt sich nicht negativ auf den Spielspaß aus. Hätte ich es nicht gewusst, dann wäre mir nur an einer einzigen Stelle aufgefallen, dass da etwas fehlt. Da rannte nämlich jemand auf mich zu, dann knallte es und der Typ fiel um. Im Dialog wurde dann gefragt, warum sein Kopf explodiert sei (sein explosives Sklaven-Halsband hatte ihn an der Flucht gehindert), was man natürlich nicht sehen konnte.

Unbedingt erwähnenswert ist auch die fast völlige Abwesenheit von lästigem Kleingetier. Will sagen: In Fallout 3 sind mir keine Bugs, Questfehler oder sonstige störenden Dinge aufgefallen. Nur ganz am Anfang hatte ich mal zwei oder drei Abstürze, aber das Problem lag wohl an den hohen Hardwareanforderungen; nachdem ich die Sichtweite, Anti-Aliasing und einzelne andere Details etwas reduziert hatte, war das auch erledigt. Dass man für ein PC-Spiel keinen Patch braucht, ist heutzutage leider fast die Ausnahme, umso angenehmer hebt sich Fallout 3 auch diesbezüglich von anderen Spielen ab.

Fazit

Fallout 3 bietet gewohnte RPG-Kost revolutionäre neue Wege werden da nicht beschritten. Was mich an dem Spiel so fasziniert, das sind die hervorragende Atmosphäre sowie die Spielwelt abseits ausgetretener Fantasy-Pfade, die unzähligen ungewöhnlichen, in sich aber stets stimmigen Ideen. Mehr noch als bei meinem absoluten Genre-Favoriten Morrowind (den auch Fallout 3 nicht vom Thron stößt) verspürte ich den Drang, auch noch den allerletzten Winkel der Spielwelt zu erkunden, weil man wirklich immer wieder etwas Neues entdeckt.

Es gibt eigentlich nur einen Kritikpunkt, der mich daran hindert, diesem Spiel die Bestnote zu geben: Die Begrenzung der Charakterstufen auf 20. Dieses Maximum ist relativ rasch erreicht, und danach ist eine Charakterentwicklung nur noch sehr, sehr eingeschränkt möglich (Bücher, Wackelkopf-Puppen). Leider wäre es für so manche Quest aber sehr nützlich, manche Fertigkeiten weiter aufzuwerten. Dadurch leidet die Motivation dann doch ein wenig. Außerdem könnte die KI der Gegner etwas besser sein. Zumindest bei menschlichen Gegnern würde ich erwarten, dass sie nicht stumpf über Minen laufen, die ich ihnen in den Weg lege, während ich vor ihnen flüchte...

J. Kreis, 12.01.2009

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