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Eyepet

System:
Sony Playstation 3

Genre:
Virtuelles Haustier

Note: 3
EYEPET (incl. Kamera Playstation Eye)

EyePet ist ein virtuelles Haustier für die PS3. Das ist grundsätzlich keine neue Idee, und eigentlich konnte ich der Hege eines Tamagotchi noch nie viel abgewinnen. Außerdem ist EyePet für eine sehr viel jüngere Zielgruppe gedacht. Die Software wartet aber mit einer Besonderheit auf, die ich immerhin so interessant fand, dass ich mir das Spiel doch mal zugelegt habe: Via Playstation-Kamera kann man direkt mit dem virtuellen Wesen interagieren. Fast so wie auf dem Holodeck der Enterprise? Nun, nicht ganz.

Zunächst einmal benötigt ihr die Playstation-Kamera, um mit dem Spiel überhaupt etwas anfangen zu können. Das ist weiter kein Problem, denn es gibt Spiel und Kamera in einem preisgünstigen Bundle (zugegeben, das hat meine Kaufentscheidung nicht unmaßgeblich beeinflusst). Installieren muss man nichts, einfach die Kamera in einen USB-Anschluss der PS3 stöpseln und fertig. Damit ist die Arbeit aber noch nicht ganz getan. Eine gute Ausleuchtung des Raumes ist besonders wichtig, außerdem darf die Kamera nicht zu hoch oder zu niedrig angebracht werden, denn sonst erkennt sie eure Bewegungen nicht. Sobald das Spiel dann startet, muss die Kamera die "Zauberkarte" erkennen. Dieses Mini-Mousepad liegt dem Spiel bei und dient als "Platzhalter" für virtuelle Objekte, die auf dem Bildschirm angezeigt werden. Man platziert die Karte auf dem Tisch oder Boden vor der Kamera, so dass diese sie erfassen kann. Im Bereich um die Karte herum bewegt sich später das EyePet. Hat man auf diese Weise alles eingerichtet und dem zukünftigen Mitbewohner einen Namen gegeben, kann's losgehen.

Das Handbuch enthält nur wenige sehr rudimentäre Informationen, mehr ist aber auch nicht nötig. Ein Professor, der euch als neuen Besitzer eines EyePet begrüßt, erscheint immer wieder mal in einem kleinen Bild-im-Bild-Fenster und liefert die nötigen Erklärungen, ergänzt durch Textinformationen und Hinweissymbole. Jetzt müsst ihr euer neues Haustier zunächst einmal aus seinem Ei hervorlocken - und hier beginnt dann die Interaktion via Kamera. Die zeichnet euch auf, so dass ihr euch selbst live auf dem Bildschirm bewundern könnt. Ihr müsst nun so herumfuchteln, dass eure Hände in der Nähe des Eis sind - die Bewegung wird erkannt, und so beginnt das Ei zu wackeln. Dann bricht es auf und jetzt muss das EyePet durch Streicheln dazu animiert werden, die Schale zu verlassen. Das Tier ist eine recht niedliche Mischung aus Katze und Äffchen mit großen Ohren. Dieses Wesen ist sehr schön animiert (Mimik, Fell, Bewegungen) und dürfte vor allem Frauen- bzw. Kinderherzen zum Schmelzen bringen, denn wenn es sich allein gelassen fühlt, guckt es euch traurig an und beginnt zu maunzen. Hat es sehr großen Hunger, zerrt es den Fressnapf herbei... Eine "richtige" Katze wäre mir ja lieber gewesen als dieses Mischwesen, aber wir wollen nicht zu kritisch sein.

Ihr könnt das EyePet streicheln, mit Handbewegungen anlocken und so weiter. Durch Streicheleinheiten kann man es zum Einschlafen bringen. Dann träumt es von euch - offensichtlich wird das, was die Kamera von euch aufzeichnet (bewegte Bilder!), auf der PS3-Festplatte gespeichert. Seid also vorsichtig damit, was ihr vor der Kamera so alles anstellt! Wenn ihr euch nicht selbst mit dem Tier beschäftigt, tollt es herum und treibt allerlei Unsinn. Dabei bewegt es sich scheinbar immer direkt vor euch - natürlich seht ihr all das nur auf dem Bildschirm, dennoch ist der Effekt ziemlich verblüffend. Man kann fast wirklich den Eindruck haben, man müsse nur die Hand ausstrecken, um das EyePet berühren zu können. Das knuffige Wesen reagiert auf euch und freut sich sichtlich, wenn ihr euch mit ihm beschäftigt. Hierfür steht virtuelles Spielzeug zur Verfügung, das ihr über die bereits erwähnte "Zauberkarte" steuern könnt. Die verwandelt sich nämlich auf dem Bildschirm z.B. in ein Trampolin oder eine Art Bowlingbahn für das EyePet, und all diese Dinge bewegen sich, wenn ihr die "Zauberkarte" bewegt. Auch ein Röntgengerät, mit dem ihr den Gesundheits- und Zufriedenheitszustand eures kleinen Freundes scannen könnt, wird auf diese Weise bedient, ebenso Dusche, Shampoo und Fön (für die tägliche Körperpflege), eine Keksdose (Futter) und vieles mehr. Man kann sich auch beim Styling austoben: Zahlreiche Fellfarben, Kleidungsstücke usw. können ausgewählt werden. Ein paar Screenshots hierzu folgen am Ende der Review.

Weil es auf die Dauer ziemlich langweilig wäre, dem EyePet dabei zuzusehen, wie es nach eurer Hand springt oder immer nur dieselben Spiele mit ihm zu spielen und für sein leibliches Wohl zu sorgen, müssen pro virtuellem Tag mehrere Aufgaben erledigt werden. Für jede erfüllte Aufgabe gibt es eine Belohnung (in der Regel neue Kleidungsstücke), und wenn alle Aufgaben eines virtuellen Tages erledigt sind, werden ganz neue Features freigeschaltet. So ist es im weiteren Spielverlauf möglich, Screenshots und Filme aufzuzeichnen, die man dann auch auf Wechselmedien kopieren kann. Genau so habe ich auch die Screenshots für diese Review erstellt; ich selbst bin mit im Bild. Auch kann man Bilder zeichnen und in die Kamera halten, woraufhin das EyePet versucht, sie nachzumalen. Auf diese Weise können neue virtuelle Spielzeuge erschaffen werden (ein gezeichnetes Auto wird in ein 3D-Objekt umgerechnet), mit denen das EyePet dann interagieren kann. Weitere Zusatzinhalte kann man downloaden, aber diese Möglichkeit nutze ich nicht.

Fazit

Mit dem EyePet kann man sich eine ganze Weile beschäftigen, und da immer wieder andere Aufgaben zu erledigen sind, durch deren Absolvierung neue Features freigeschaltet werden, wird das Spiel so schnell nicht langweilig. Außerdem macht das EyePet - je nachdem, wie es sich unter eurer Obhut entwickelt - einen richtigen Lebenslauf durch, wird schlauer usw.; das fördert die Motivation noch weiter.

Da man einen wirklich sehr hellen Raum benötigt, damit alle Bewegungen des Spielers richtig erkannt werden, und da die Software "Eye Create" (die gehört eigentlich zur Kamera) nicht mitgeliefert wird, verpasst das Spiel auch bei objektiver Betrachtungsweise die Bestnote. Zudem sind meine Benotungen immer subjektiv, und deshalb vergebe ich auch nicht die zweitbeste Note. Ich wollte einfach mal ausprobieren, ob das Spiel hält, was die Werbung verspricht, und wie das alles funktioniert. Die Werbung verspricht nicht zu viel, aber so ganz mein Ding ist es auf die Dauer doch nicht. Solltet ihr aber Kinder haben, dann werden die von dem süßen Kerlchen sicher begeistert sein. Mal ganz abgesehen davon, dass es keine Haare verliert, kein Katzenklo braucht und selbst dann keine üblen Gerüche verbreitet, wenn man es schon längere Zeit nicht mehr gewaschen hat, so dass es (virtuelle) Fliegen anzieht...


Screenshots:

Eyepet

Hier scanne ich das EyePet. Das Ergebnis kann man an den Professor "mailen", das Ergebnis erhält man am folgenden Tag.
Im Moment ist mein neuer Hausgenosse ganz zufrieden, obwohl er die Ohren hängen lässt.


Eyepet

Styling! Ich habe das Fell meines virtuellen Haustiers gestutzt, man kann ihm aber auch lange Rastalocken usw. verpassen. Außerdem habe ich ihm ein Jäckchen angezogen.


Eyepet

Beim Bowlen rollt das EyePet sich selbst zur Kugel zusammen. Die Richtung, in die es rollt, bestimmt man über die Zauberkarte.


Eyepet

Hier hat sich die Zauberkarte in ein Trampolin verwandelt. Seht ihr den virtuellen Schatten, den das EyePet auf meinen Teppich wirft?


J. Kreis, 03.11.2009

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