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Dragon's Dogma Dark Arisen

System:
Sony
Playstation 3

Genre:
RPG

Kurzreview
DRAGON'S DOGMA: DARK ARISEN

Dark Arisen ist ein Add-On für das Rollenspiel Dragon's Dogma. Lest meine Kurzreview zur Basisversion; alle Plus- und Minuspunkte gelten auch für das Add-On. Man erhält das Add-On nicht gesondert. Auf der Spiele-Disc ist auch die Basisversion enthalten. Wer die Basisversion schon gezockt hat, kann alte Spielstände weiterverwenden. Wenn man das macht, erhält man zur Belohnung einen unendlich verwertbaren Reisestein und 10.000 Riftkristalle. Das Basisspiel kann jetzt im "Schwer-Modus" und im "Speedrun-Modus" gestartet werden. Ersterer spricht für sich selbst, beim letzteren kommt es darauf an, die Story so schnell wie möglich zu beenden.

Das Add-On spielt komplett in einer neuen Umgebung. Auf dem Bootssteg in Kassardis begegnet ihr einer Frau namens Olra, die euch um Hilfe bittet. Wenn ihr einwilligt, nimmt sie euch mit zur Insel Finstergram, einem düsteren Ort mit nur kleinem Außenbereich. Euer Abenteuer findet in die Unterwelt Finstergrams statt. Je tiefer ihr in die Katakomben, Tunnel und Verliese vordringt, desto mehr Hintergründe der Story werden enthüllt. Die geisterhaften Stimmen von Verstorbenen berichten über Ereignisse der Vergangenheit und ihr findet Schrifttafeln mit Informationsbruchstücken, die mit Hilfe eines Monuments am Eingang des Labyrinths lesbar gemacht werden.



Dragon's Dogma Dark Arisen

(Bild 1: Das "Monument des Andenkens" am Eingang zum Labyrinth)


Ihr erfahrt, dass Olra die Geliebte eines früheren Erweckten ist, der sich in einen Dämon verwandelt und Finstergram erst erschaffen hat. Eure einzige Aufgabe in Dark Arisen besteht darin, bis zum Zentrum der tiefsten Ebene der Dungeons vorzudringen und den Erweckten-Dämon zu besiegen. Hinzu kommen natürlich zahlreiche Zusatzmissionen von Anschlagtafeln. Mit Liftsteinen könnt ihr euch zum Eingang des Labyrinths zurückversetzen. Olra bringt euch auf Wunsch jederzeit nach Kassardis zurück.

Leider sehen sich viele Bereiche der Unterwelt von Finstergram sehr ähnlich. Es kann keine Rede vom Abwechslungsreichtum der Spielwelt in der Basisversion sein. Damit geht eine gewisse Orientierungslosigkeit einher. Es hat eine Weile gedauert, bis ich begriffen habe, dass es im Grunde nur einen Weg gibt - nach unten. Und dort sollte man immer eine Lampe mit ausreichend Öl dabeihaben! Wie der Name schon sagt, ist es in Finstergram sehr dunkel. Die ganze Umgebung wirkt unheilvoll und bedrohlich, überall liegen Leichen und Gerippe herum, so manche Wand ist mit Blut verschmiert, und besiegte Monster lösen sich nicht komplett auf, sondern hinterlassen Fleisch- und Knochenreste. Diese Aashaufen locken Leichenfresser an. Je mehr Gegner ihr in einem bestimmten Bereich besiegt habt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass plötzlich direkt vor euch ein besonders starkes Monster materialisiert.

Überhaupt muss ich sagen, dass Dark Arisen definitiv nichts für Anfänger ist. Wenn eure Heldengruppe nicht mindestens Level 60 erreicht hat, braucht ihr euch gar nicht erst nach Finstergram zu wagen. Hier tummeln sich nur die stärksten Varianten der Monster, denen ihr in der Basisversion begegnet, darüber hinaus kommen zahlreiche noch weit gefährlichere neue Gegnertypen hinzu. Manche sind wirklich absurd stark und/oder noch größer als der riesigste Drache aus der Basisversion! Selbst mit meiner Level 95-Gruppe habe ich den Endgegner erst im dritten Anlauf und mit letzter Kraft gepackt. Aber schon vorher begegnet man immer wieder Kreaturen, die nur einen einzigen Schlag brauchen, um einen Helden oder Vasallen mit über 3000 HP zu töten. Und dann ist da noch der Tod. Ja, der Sensenmann höchstpersönlich durchstreift das Labyrinth! Ich habe keinen Weg gefunden, Gevatter Tod zu überwinden (muss man zum Glück auch nicht, man kann einfach weglaufen), stets waren all meine Vasallen plötzlich einfach weg und auch mit meinem Helden war es dann schnell zu Ende.



Dragon's Dogma Dark Arisen

(Bild 2: Der finale Endgegner - ein äußerst unangenehmer Zeitgenosse, aber bei weitem nicht die größte Kreatur in Finstergram)


Dark Arisen spielt sich fast wie eine endlose Abfolge von Bosskämpfen. Man kann sich dem oft durch Flucht entziehen, aber manchmal muss so ein riesenhafter Superboss getötet werden, damit sich die Tür zum nächsten Bereich öffnet. Wenn die Bosskämpfe schon in der Basisversion episch sind, so sind sie in Dark Arisen selbst für erfahrene Veteranen eine schweißtreibende Herausforderung! Diesbezüglich kann das Spiel noch mehr punkten als die Basisversion. Das Gefühl des Triumphs, so ein fieses Vieh nach halbstündigem oder noch längerem Zermürbungskampf endlich in die Knie gezwungen zu haben, ist unbezahlbar!

Durch die extrem gefährlichen Monster treten allerdings Mängel im Kampfverhalten der Vasallen noch deutlicher zutage als im Hauptspiel. Man kann den Vasallen nicht befehlen, an einem bestimmten Punkt stehen zu bleiben, was bei Magiern und Bogenschützen sehr wichtig wäre, damit sie die Gegner aus der Ferne rösten können. Stattdessen versuchen sie in eurer Nähe zu bleiben oder rennen auf den Gegner zu. Und wenn der zuschlägt, werden alle Zauber oder Spezialaktionen unterbrochen, die eine längere Vorbereitungszeit brauchen. Außerdem ist es gar nicht so einfach, die Vasallen dazu zu bewegen, sich aus einem Kampf zu lösen und zusammen mit dem Hauptcharakter zu fliehen. Es bleibt immer mal einer zurück und stirbt einen sinnlosen Heldentod.

Natürlich werden im Add-On nicht nur neue Gegner und Umgebungen geboten, sondern auch einige neue Fähigkeiten sowie teils sehr hochwertige Ausrüstungsgegenstände und Waffen. Unter anderem sind komplette Rüstungssets von Figuren aus dem Basisspiel vorhanden. So mancher im Labyrinth gefundene Gegenstand ist jedoch mit einem Fluch belegt und muss erst gereinigt werden. Dazu werden Riftkristalle benötigt. Auch sonst sind diese Kristalle viel wertvoller als im Basisspiel, denn alle Riftsteine im Labyrinth sind zerbrochen und können nur mit Riftkristallen repariert werden. Im Labyrinth ist nur ein einziger Händler zu finden, und er bleibt nicht immer am selben Ort. Ihr solltet also darauf achten, immer genug Heiltränke und vor allem "Geschmeidigkeitsbalsam" dabei zu haben, denn viele Gegner setzen Versteinerungszauber ein.

Schon allein aufgrund des wahnwitzigen Schwierigkeitsgrades dauert es ca. 15 Stunden, bis ihr dem Endgegner gegenübersteht. Habt ihr ihn besiegt, könnt ihr jederzeit wieder ins Labyrinth und in die Welt des Basisspiels zurückkehren. Überraschung! Beim erneuten Durchspielen sind die Katakomben von Finstergram mit noch stärkeren Monstern verseucht!

Leider wurde an der Grafikqualität nichts verändert. Immer noch wirken viele Texturen matschig und im dicksten Kampfgetümmel geht die Übersicht nicht selten verloren. Aber sich darüber zu beschweren wäre Jammern auf hohem Niveau. Dragon's Dogma war für mich ein Überraschungs-Hit, und Dark Arisen setzt in Sachen Action noch eins drauf. Die Story ist dagegen nicht der Rede wert.

Ich kann aufgrund des geringen Preises eine klare Kaufempfehlung auch für alle Drachenjäger aussprechen, die die Basisversion schon besitzen.

J. Kreis, 06.06.2013





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