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Dragon's Dogma

System:
Sony
Playstation 3

Genre:
RPG

Kurzreview
DRAGON'S DOGMA

Dragon's Dogma ist ein Überraschungs-Hit für Rollenspiel-Fans, denn neben der gewohnten RPG-Kost werden einige erfrischend neue Ideen geboten und vor allem ist die Inszenierung richtig klasse.

Story

Die Story beginnt mit einem Prolog, der als Tutorial dient. Danach erstellt ihr euren Avatar, wobei euch kaum Grenzen in der optischen Ausgestaltung gesetzt sind. Dem Helden, dessen Steuerung ihr übernehmt, wird von einem Drachen das Herz aus der Brust gerissen. Der Drache verschlingt das Herz, erhält den Helden aber am Leben. Dieser wird dadurch zum "Erweckten", der das Land Gransys vor dem Bösen beschützen muss. Sein Schicksal ist eng mit dem des Drachen verknüpft.

Charakterentwicklung

Zu Beginn stehen drei Charakterklassen (Laufbahnen) zur Verfügung: Kämpfer, Streicher (= Fernkämpfer) und Magier. Jede Klasse hat individuelle Stärken und Schwächen sowie spezielle Fähigkeiten. Später kommen drei fortgeschrittene Klassen und drei Hybridklassen hinzu. Ein Beispiel für die Hybridklassen ist der "Mystische Ritter", der nicht nur gut für den Nahkampf geeignet ist, sondern auch mächtige Zauber erlernen kann. Ihr könnt jederzeit eine andere Laufbahn einschlagen. Erfahrung, die ihr in der alten Laufbahn gewonnen habt, geht beim Wechsel nicht verloren. Viele Spezialfähigkeiten können auch in der neuen Laufbahn weiterverwendet werden. Welche Fähigkeiten ihr lernen könnt, ist abhängig vom Rang, den ihr in der Laufbahn erzielt habt. Euer Charakterlevel steigt unabhängig davon immer weiter an. Die Charakterentwicklung beschränkt sich auf die Auswahl der Fähigkeiten. HP, Mana, Ausdauer usw. werden beim Levelaufstieg automatisch gesteigert.



Dragon's Dogma

(Bild 1: Kringel im Audienzsaal des Herzogs)


Vasallen

Eine Besonderheit dieses Spiels sind die "Vasallen". Diese äußerlich nicht von Menschen zu unterscheidenden Wesen aus einer anderen Dimension (dem "Rift") haben keine Emotionen und keinen freien Willen, entwickeln sich aber weiter, wenn sie von einem Erweckten geführt werden. Gleich zu Beginn wird euch ein solcher Begleiter zur Seite gestellt. Dieser Hauptvasall folgt euch während des gesamten Spiels. Seine Charakterentwicklung verläuft genauso wie die des Helden. Hinzu kommen zwei Nebenvasallen, die ihr aus einem Pool aller Charakterklassen wählen könnt. Die Nebenvasallen leveln nicht mit, ihr könnt ihnen aber genau wie dem Hauptvasallen neue Ausrüstungsgegenstände geben.

Alle Vasallen agieren völlig eigenständig, ihr könnt sie nicht steuern. Sie reagieren nur auf rudimentäre Befehle (Folgen, Hilfe leisten), verhalten sich aber durchaus schlau und sammeln von sich aus Items ein. Ihr begegnet den Nebenvasallen überall in Gransys und könnt sie in euer Team aufnehmen. Es ist sogar möglich, Nebenvasallen zu verpflichten, die einen weit höheren Level als euer Held haben. Das kostet aber viele "Riftpunkte", die ihr erst einmal verdienen müsst. Ihr findet die Vasallen außerdem im Rift. Diese Dimension erreicht ihr über spezielle Portale. Wer die Online-Features der PS3 nutzt, kann hier die von anderen Spielern erstellten Vasallen entleihen. Für euren Hauptvasallen gilt umgekehrt dasselbe. So kann er Erfahrung, Questwissen und neue Items erhalten, die euch danach zur Verfügung stehen.



Dragon's Dogma

(Bild 2: Kringel und seine Vasallen blicken auf die Hauptstadt Gran Soren)


Bosskämpfe

Banditen und zahlreiche nichtmenschliche Kreaturen machen sowohl die Straßen als auch die Wildnis unsicher. Man wird deshalb ziemlich oft in Kämpfe verwickelt, zumal alle Gegner schnell respawnen. Die Kämpfe verlaufen sehr dynamisch, und es macht Spaß, mit neuen Fähigkeiten zu experimentieren. Die Vasallen leisten dabei wertvolle Hilfe. Sie lernen hinzu und nutzen die Schwächen der Gegner aus, sobald sie ihnen bekannt sind. Der Clou sind aber die Bosskämpfe. Immer wieder seht ihr schon aus der Ferne gewaltige Zyklopen, Greifen, Chimären, Drachen und andere Ungeheuer, die enorm viele HP haben und nur nach längerem Kampf in die Knie gehen. Diese mit besonders dramatischer Musik unterlegten Kämpfe sind wirklich spektakulär - erst recht, wenn hochwertige Angriffszauber eingesetzt werden - und die Riesengegner sind so groß, dass ihr versuchen könnt, an ihnen emporzuklettern, um verwundbare Stellen zu erreichen.



Dragon's Dogma

(Bild 3: Kringel beobachtet in sicherem Abstand, wie seine Vasallen einen Zyklopen mit Blitzen rösten)


Sonstiges

Meine Spielzeit beträgt an die 100 Stunden. Diese Zeit habe ich nur erreicht, weil ich einen zweiten Durchgang gestartet habe, um einiges anders zu machen - beim ersten Durchgang waren mir mehrere Quests entgangen. Der Neuanfang ergibt sich aus der Story. Die ist nämlich noch nicht zu Ende, wenn der Erweckte den Drachen bezwungen hat. Danach verändert sich die gesamte Spielwelt. Es herrscht ständiges Zwielicht, Asche schwebt in der Luft und das Land wird von neuen, extrem starken Monstern heimgesucht. Grund dafür ist eine Katastrophe, die sich in der Hauptstadt Gran Soren ereignet hat. Dort hat sich ein unermesslich tiefer Abgrund aufgetan, in dem ein ganzer Stadtteil versunken ist. Der Erweckte kann in den Abgrund vordringen und findet dort zahlreiche neue Prüfungen vor. Die letzte führt ihn zum finalen Endgegner, der eigentlich gar kein Gegner ist, sondern einer der Vorgänger des Erweckten. Besiegt man ihn, nimmt man seinen Platz ein und müsste dann für immer in der Dimension jenseits des Rift bleiben. Die Spielwelt könnte man nur noch als "Geist" ohne Interaktionsmöglichkeiten besuchen. Man kann sich aber selbst quasi den Gnadenstoß geben - danach beginnt die Story von vorn, aber man behält die zuletzt erreichte Erfahrungsstufe, sämtliche Fähigkeiten und das gesamte Inventar!

Aber das ist immer noch nicht alles. Im Abgrund gibt es nämlich eine Kammer, die man auch im Neudurchgang über einen besonderen Riftstein erreichen kann. Dort lauert der Ur-Drache, das mächtigste Monster des gesamten Spiels. Dieses gewaltige Ungeheuer kann unmöglich in einem einzigen Kampf besiegt werden. Es gilt, dem Vieh so schnell wie möglich so viel Schaden wie möglich an seinen verwundbaren Stellen zuzufügen, bis es sich zurückzieht. Man muss mehrmals in die Drachenhöhle zurückkehren. Der Ur-Drache regeneriert den bisher erlittenen Schaden nicht. Das dürfte der heftigste, längste Bosskampf gewesen sein, den ich jemals in irgendeinem Spiel bestritten habe! Aber letzten Endes war ich erfolgreich, und zur Belohnung gab's neben Bergen von Erfahrungspunkten einige sehr nützliche Gegenstände.



Dragon's Dogma

(Bild 4: Kringel vor dem Kadaver des bezwungenen Ur-Drachen)


Fazit

Dragon's Dogma wirkt wie eine Mischung aus Dragon Age Origins und Skyrim. Aber ohne das geniale Gruppenzugehörigkeitsgefühl von DAO und ohne die umfangreiche Charakterentwicklung von Skyrim - von der Größe und geschichtlich-kulturellen Komplexität der Elder Scrolls-Spielwelt, an die Dragon's Dogma nicht annähernd herankommt, ganz zu schweigen. Egal: Trotz kleiner Schwächen macht das Spiel viel Spaß! Im Grunde hat mich nur gestört, dass einzelne Quests ohne Vorwarnung abbrechen, wobei der einzige Speicherstand überschrieben wird, oder gar nicht erst angeboten werden, wenn man sie nicht in der richtigen Reihenfolge absolviert. Welche Reihenfolge das sein könnte, erfährt man nicht. Das hat mir zwar einen kleinen Dämpfer versetzt, aber ansonsten bin ich von Dragon's Dogma auch nach dem Ende der Story noch begeistert, denn dieses Ende ist nur der Beginn neuer Abenteuer...

Positiv:

+ Umfangreicher Charakter-Editor
+ Einfaches Wechseln zwischen neun verschiedenen Laufbahnen
+ Intelligente, selbständig agierende Teammitglieder
+ Interessantes Vasallen-System mit pfiffiger Online-Anbindung
+ Epische Bosskämpfe mit sehr mächtigen, riesigen Gegnern
+ Liebevoll und detailreich designte offene Spielwelt mit schöner Fernsicht
+ Viel Abwechslungsreichtum bei NPCs und Monstern
+ Massenweise Quests (Spielzeit bei mir ca. 100 Stunden)
+ Unzählige Optionen zum Herstellen von Gegenständen / Verbessern der Ausrüstung
+ Tag-Nacht-Wechsel: In der Nacht ist es wirklich dunkel!
+ Komfortable Steuerung, Speichern jederzeit möglich
+ Feature zum Speichern und Exportieren von Screenshots
+ Keine spielrelevanten Bugs

Negativ:

- Einzelne suboptimal aufeinander abgestimmte Quests
- Relativ belanglose Story, keine emotionale Bindung an die Vasallen
- Sehr lange Laufwege, keine Reittiere
- Ständige Wiederholung derselben NPC-Dialogzeilen, vor allem bei Händlern
- Teilweise matschige, pixelige Texturen, Pop-ups und andere Grafikfehler
- Englische Sprachausgabe (Bildschirmtexte in deutscher Sprache)
- Dynamische Kamera nervt manchmal
- Nur ein Speicherstand!

J. Kreis, 19.08.2012 / 13.09.2012





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