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doom3

System:
PC CD-ROM

Genre:
Egoshooter

Note: 2
DOOM III

Story
Mitte des 22. Jahrhunderts gibt es eine große Forschungseinrichtung auf dem Mars. Auf dem roten Planeten werden wertvolle Rohstoffe gewonnen. Im Jahre 2145 verschwinden dort immer wieder Forscher und Soldaten, unerklärliche Unfälle häufen sich. Der Spieler übernimmt die Rolle eines einfachen Soldaten der Space Marines, der auf den Mars versetzt wird. Kaum ist er angekommen, bricht in der Station im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle los… Im Verlauf des Spiels erfahrt ihr, was es mit den mysteriösen Vorfällen wirklich auf sich hat. Man hat auf dem Mars nämlich die Hinterlassenschaften einer untergegangenen Kultur entdeckt, die von genau den gleichen Dämonen angegriffen worden ist, die jetzt die Forschungseinrichtung heimsuchen. Das Tor zur Hölle wurde jetzt erneut durch sorglose Experimente mit Teleporter-Einrichtungen geöffnet, die aus den Artefakten der verschwundenen Kultur entwickelt worden sind.

Gameplay/Steuerung
Ihr beginnt das Spiel mit eurer Ankunft auf dem Mars. Nachdem ihr euch bei eurem Chef vorgestellt habt, besteht euer erster Auftrag darin, einen verschwundenen Forscher in den tieferen Ebenen der Station zu suchen. Kaum habt ihr den Kameraden gefunden, geht der Alptraum los. Die gesamte Station wird von einem ganzen Bestiarium gar schröcklicher Dämonen überrannt, die Soldaten werden reihenweise niedergemetzelt. Irgendwann seid ihr der einzige Überlebende außer einem hochrangigen Offizier, der vor kurzem zu Inspektionszwecken auf den Mars gekommen ist. Von ihm erhaltet ihr eure jeweiligen Missionsziele, die erstmal hauptsächlich darin bestehen, zu überleben…

Doom 3 ist ein Remake des klassischen indizierten Egoshooters gleichen Namens aus dem Jahre 1993, den man getrost als Mutter aller Egoshooter bezeichnen kann. Man sollte das Spiel deshalb nicht mit modernen Vertretern diese Genres wie z.B. Far Cry vergleichen. In Doom 3 habt ihr es von Anfang bis Ende mit einem sehr linearen Ablauf zu tun und bewegt euch die meiste Zeit in engen Gängen, Tunneln, Stollen und kleineren Räumen. Nur bei den Bossfights (dazu später mehr) findet das Geschehen in weitläufigeren Umgebungen statt. Entscheidend für den Spielspaß sind bei Doom 3 vor allem zwei Aspekte: Schockmomente und Atmosphäre. Anfangs funktioniert das auch sehr gut – ihr werdet feststellen, dass ihr manchmal zögern werdet, einen unbekannten Raum zu betreten. Warum? Ganz einfach: Ihr werdet Angst haben!

Schockmomente: Doom 3 ist darauf angelegt, beim Spieler Angst zu erzeugen. Erreicht wird das zum einen dadurch, dass ihr euch vorwiegend in Düsternis bewegt, die nur unzureichend durch Leuchtelemente, die meist auch noch hektisch flackern, oder durch eure Taschenlampe (die ihr übrigens nicht mit einer Waffe kombinieren könnt) erhellt wird. Zum anderen tauchen die Dämonen immer dort auf, wo ihr sie nicht erwartet. Und das ist schon gleich das erste Problem. Klassisches Beispiel: Ihr geht auf eine Tür zu, die sich automatisch öffnet. Direkt dahinter lauert ein Monster, das euch sofort anspringt. Kaum habt ihr es in die ewigen Jagdgründe geschickt und betretet den neuen Raum, da geht plötzlich das Licht aus. Dann kommt schon das nächste Biest herangesprungen, im gleichen Moment materialisiert noch ein zweites Monster hinter euch, was ihr spätestens dann mit Entsetzen feststellt, wenn euch das Vieh in den Rücken fällt und ihr wegen den klaustrophobisch-engen, verwinkelten oder vollgestellten Räumen nicht richtig ausweichen könnt. Manchmal öffnen sich auch einfach irgendwelche Wandpaneele, hinter denen Monster lauern. Meistens dann, wenn direkt davor ein Healthpack o.ä. liegt, das ihr gern aufsammeln möchtet. Da es mit fiesen Geräuschen und mit einem wilden Wackeln der Kamera verbunden ist, wenn ein Gegner euch trifft, lässt es euch nie kalt, wenn der von euch gesteuerte namenlose Space-Marine Schaden nimmt. Ihr seht also: Alles ist stark gescriptet und irgendwann wisst ihr einfach, wo die imaginären Linien sind, bei deren Überschreitung wieder so ein Ereignis getriggert wird. Die Schockmomente nutzen sich relativ schnell ab, da sie sehr häufig eingesetzt werden. Sie werden im späteren Verlauf sogar eher lästig, vor allem deshalb, weil irgendwann nicht mehr nur ein oder zwei Gegner aus dem Nichts auftauchen, sondern gleich ganze Grüppchen – die dann auch noch aus den stärksten Gegnertypen bestehen… Die KI der Gegner ist, wie man es für Wesen aus der Hölle erwarten muss, nur rudimentär vorhanden. Meistens verhalten sie sich einfach nur still, bis man in ihrer Nähe ist. Wenn sie unter Feuer stehen, weichen sie per Sidestep aus oder verstecken sich hinter einer Deckung. Die meisten greifen aber nur hirnlos an.

Atmosphäre: Die allgegenwärtige Dunkelheit spielt natürlich auch bei der Erzeugung der nervenzerfetzenden Gruselatmosphäre von Doom 3 eine große Rolle. Hinzu kommt die verstörende Geräuschkulisse. Anfangs hört ihr über Funk die verzweifelte Kommunikation der Soldaten mit, immer wieder ertönen unmenschliche Schreie aus benachbarten Räumen. Im Spielverlauf verändert sich die Umgebung auf beunruhigende Weise: Schleifspuren aus Blut ziehen sich über den Boden, Leichenteile liegen herum, Pentagramme und Schmierereien (natürlich aus Blut) bedecken die Wände, Kerzen wurden für irgendwelche Rituale aufgestellt. Aus Rissen in den Wänden quellen glibberige, organisch wirkende Gebilde hervor, die widerliche Geräusche von sich geben. In dunklen Ecken ertönt plötzlich Schlurfen und Stöhnen und ihr wisst: gleich knallt es wieder… Dass diese Atmosphäre euch in ihren Bann ziehen wird, werdet ihr daran merken, dass ihr beim geringsten Geräusch zusammenzucken und wild in alle Richtungen spähen werdet. Dieser Effekt wird denn auch weidlich ausgenutzt: Immer wieder mal fällt irgendwo eine Tonne oder so was laut scheppernd um – sonst passiert dann zwar nichts, aber ihr müsst erstmal euren Herzschlag wieder unter Kontrolle bringen.

Das Gameplay ist denkbar einfach. Es geht immer nur darum, den Ausgang zum nächsten Level zu finden, wozu Zahlencodes, Sicherheitskarten usw. benötigt werden, die man ebenfalls erstmal finden muss. Bis zum finalen Endgegner begegnet ihr mehreren Zwischen-Gegnern, die i.d.R. nur durch eine bestimmte Vorgehensweise zu besiegen sind. Diese Kämpfe tragt ihr in Arenen aus, die ihr nicht wieder verlassen könnt, bis der Boss besiegt ist, was sich bei dem einen oder anderen Zwischengegner als ziemlicher Frustfaktor erweisen kann. Doom 3 ist ein sehr einfach gestrickter, geradliniger und actionbetonter Egoshooter, bei dem man nie zur Ruhe kommt. Man könnte auch sagen: Er beschränkt sich aufs Wesentliche. Rätsel müsst ihr in diesem Spiel nicht lösen, selten müsst ihr mal was anderes machen als herumlaufen und Türen öffnen. Wegen des linearen Ablaufs ist es auch absolut nicht tragisch, dass keine Levelkarten zur Verfügung stehen. Ein wichtiger Bestandteil des Gameplays ist euer PDA. Dieses nützliche Utensil tragt ihr immer mit euch herum, darauf werden Zugangscodes, E-Mails, Sprachaufzeichnungen und Videoclips, die ihr findet, gespeichert. Über die Mails anderer Personen und die sonstigen Daten wird die Story weiterentwickelt, manche dienen aber auch einfach nur als atmosphärisches Element – so gibt es denn auch im 22. Jahrhundert noch Spam-Mails…

Gegner- und Waffentypen sind so abwechslungsreich, wie man es von einem Egoshooter erwarten kann. Die exotischste Waffe ist der Soul Cube, ein geheimnisvolles Artefakt, das man mit den Seelen getöteter Gegner aufladen kann und das jedes noch so starke Monster mit einem "Schuss" tötet. Die beliebte Kettensäge ist ebenfalls wieder mit von der Partie. Eigenartig ist nur das Verhalten der Handgranaten: Die springen wild herum wie Gummibälle, so dass man sich auch selbst in die Luft sprengen kann, wenn man nicht aufpasst. Der Munitionsnachschub ist, vor allem in den höheren Levels, recht spärlich verteilt. Besonders ärgerlich: In die Hölle kommt man ganz ohne Waffen, d.h. wer bis dahin fleißig Munition gehortet hat, darf wieder von vorn anfangen. Munition, Medipacks und Rüstungsteile findet man auch schon mal in versteckten Kammern und in Wandschränken, die mit Codes gesichert sind – die Kombinationen findet man meist in den E-Mails im PDA. Kleiner Tipp: Der Schrank mit dem Code 666 enthält natürlich eine kleine Überraschung…

Auch das Leveldesign ist insoweit abwechslungsreich, als es keinen Raum zweimal gibt. Dennoch hat man bald das Gefühl, alles schon einmal gesehen zu haben, Außenlevels gibt es praktisch nicht. Nur an einzelnen Stellen muss man mal von Luftschleuse zu Luftschleuse hetzen, wofür man kaum Zeit hat, weil der Sauerstoffvorrat begrenzt ist. Okay, einmal kommt man auch in die Hölle, und das Design dieser Umgebungen ist wirklich mal was anderes. Insgesamt aber gleichen die Levels sich die meiste Zeit doch sehr.

Doom 3 ist für Einzelspieler gedacht. Der Multiplayer-Modus bietet nur wenige Maps, auf denen sich maximal vier Spieler tummeln dürfen.

Grafik/Sound
Die Geräuschkulisse ist also sehr wichtig für die Atmosphäre, und dementsprechend genial sind die Toneffekte ausgefallen. Das gleiche gilt für die Grafik. Selbst auf meinem nicht mehr ganz aktuellen System sieht Doom 3 sehr beeindruckend aus. Dynamische Licht- und Schatteneffekte (natürlich korrekt in Echtzeit dargestellt), unglaublich detailreich strukturierte Texturen, interaktive (!) Bedientafeln/Monitore mit gestochen scharfer Schrift, flackerndes Feuer, funkensprühende Leitungen, gewaltige und sich bewegende Maschinen sind eine Sache – die blutigen Überreste zerfetzter Körper eine andere. Das komische aus den Wänden quellende Zeug, das ich bereits erwähnte, ist besonders gut gelungen. Denn es quillt und fließt tatsächlich und hängt nicht nur einfach in der Gegend herum. Besiegte Gegner lösen sich entweder in einem Funkenregen auf wie brennendes Herbstlaub oder bleiben liegen – dann gilt für sie das gleiche wie für viele Objekte, die in der Gegend herumstehen: Schießt man drauf, bewegen sie sich physikalisch korrekt… All das wird euch die Realität vergessen lassen. Achtet darauf, dass ihr wirklich allein seid, wenn ihr Doom 3 spielt – sollte euch mittendrin jemand ansprechen oder (noch schlimmer) etwa die Hand auf die Schulter legen, könnt ihr euch schon mal einen neuen Herzschrittmacher bestellen.

Cheats
Doom 3 hat einige ziemlich haarige Stellen. Wem die zu schwer sind verwendet folgenden Cheat: Konsole mit STRG + ALT + ^ öffnen und god eingeben. Konsole kann mit STRG + ALT + ^ wieder geschlossen werden. Jetzt seid ihr unverwundbar. Der Godmode kann durch gleiche Eingabe wieder deaktiviert werden. Weiter nützliche Konsolenbefehle:
give all (volle Gesundheit, volle Munition)
give keys (alle Schlüsselkarten)
give weapon_BFG (solltet ihr die BFG nicht gefunden haben: Jetzt habt ihr sie!)

Fazit
Doom 3 ist ein astreiner, anfangs extrem spannender und spaßiger Egoshooter, der als neue Grafikreferenz dienen kann. Es gibt aber zwei Kritikpunkte, die mich veranlassen, nicht die Note 1 zu vergeben. Zum einen wäre es schön gewesen, wenn man die Taschenlampe stets zusammen mit den Waffen verwenden könnte. Möchte man lieber die Waffe im Vorhalt tragen, ist man stellenweise praktisch blind. Zum anderen artet Doom 3 spätestens nach der Rückkehr aus der Hölle in Pflichterfüllung aus. Es wäre nicht nötig gewesen, das Spiel derart in die Länge zu ziehen und den Spieler durch die nicht abwechslungsreich genug gestalteten Levels zu jagen, wobei die einzige Herausforderung dann nur noch darin besteht, die Angriffe der immer stärker werdenden und in immer größeren Gruppen auftretenden Gegner mit immer weniger Munitionsnachschub zu überleben.

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