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Dirt 3

System:
Sony
Playstation 3

Genre:
Rally-Rennspiel

Kurzreview
DIRT 3 - Complete Edition

In meiner Review des ersten Spiels dieser Reihe, das ja eigentlich der 6. Teil der Colin McRae-Rally - Serie ist, habe ich geschrieben, dass mir die Abkehr vom reinen Rally-Spielprinzip nicht gefällt. Deshalb habe ich Dirt 2 seinerzeit nicht gekauft, und auch bei Dirt 3 war ich zunächst skeptisch. Doch inzwischen ist die im März 2012 erschienene "Complete Edition", die alle bisher nur als Download erhältlichen Zusatzinhalte (mehr Strecken und Autos) enthält, für kleines Geld erhältlich. Da konnte ich nicht mehr widerstehen - und es hat sich gelohnt! Allerdings mit der Einschränkung, dass die präpubertäre Präsentation eher noch zugenommen hat, und dass Dirt 3 keineswegs als reinrassiges Rally-Rennspiel bezeichnet werden kann. Wer so etwas haben möchte, der sollte lieber auf einen Titel der WRC-Reihe zurückgreifen. Der Abwechslungsreichtum ist in dieser erweiterten Version von Dirt 3 immerhin so groß, dass für jeden etwas dabei sein dürfte.

Rallycross-Wettbewerbe, Buggy-Rennen und dergleichen sind neben den eigentlichen Rally-Wertungsprüfungen auch diesmal wieder Bestandteil der "World Tour", in der man sich durch die verschiedensten Events einer Saison arbeitet, um Punkte für die Teilnahme an der nächsten Saison zu ergattern. Hat man genug Punkte erzielt, so wird die finale Herausforderung der aktuellen Saison zugänglich. Gewinnt man diese Herausforderung, wird die nächsthöhere Saison freigeschaltet. Somit muss man die restlichen Events der aktuellen Saison nicht mehr absolvieren. Unbeliebte Rennmodi kann man also zumindest teilweise ignorieren. Je nach Erfolg auf den Rennstrecken erhält man gleichzeitig Zugang zu leistungsstärkeren Fahrzeugen. Wie im richtigen Leben ist man bei den Rallys nicht allein auf der Strecke. Es kommt durchaus vor, dass ein früher gestartetes Fahrzeug mit einem Motorschaden liegenbleibt oder geschrottet in der Botanik steht! Dasselbe Schicksal kann auch euch blühen, denn Totalschäden sind im Schadensmodell inbegriffen.

Ganz neu ist der Gymkhana-Rennmodus. Dabei müssen Tricks wie Drifts, Donuts, Sprünge usw. innerhalb eines Zeitlimits absolviert werden. Die für den Sieg erforderliche Punktzahl erzielt man nur, wenn man dem virtuellen Publikum viel Abwechslung bietet. Es reicht also nicht, einfach immer denselben einfachen Stunt zu machen. Man kann diese Tricks abseits der World Tour auf einem Fabrikgelände üben, dessen Areale nach und nach freigespielt werden müssen. Diese allzu sehr auf "trendy" gebürsteten Funsport-Events sind leider so gar nicht nach meinem Geschmack. Sie haben meiner Meinung nach nichts mit seriösem Motorsport zu tun und sorgen in Dirt 3 eher für Frust, denn die Anforderungen sind hoch und man muss lange üben, um die ideale Vorgehensweise für maximalen Punktgewinn herauszufinden.

Neben der einwandfreien Steuerung, der sehr hübschen Grafik und der großen Anzahl von Rennwagen (auch historische aus den letzten 50 Jahren) macht sich die Streckenvielfalt positiv bemerkbar. Man nimmt an Rennen in aller Welt teil, und im Gegensatz zum ersten Spiel sind endlich wieder Strecken mit Schnee und Eis sowie Nacht- und Regenrennen vorhanden. Sehr nützlich: Während des Rennens kann eine Direktwiederholung aufgerufen werden, die es ermöglicht, die Uhr einige Sekunden zurückzudrehen. So kann man zu einem Moment vor einem kritischen Fahrfehler "zurückspulen" und es noch einmal versuchen.

Positiv:

+ Viele fordernde Rennstrecken, abwechslungsreiche Landschaften, schöne Fernsicht
+ Umfangreicher Fuhrpark, detailreiche Fahrzeuge, spektakuläres Schadensmodell
+ Einwandfreie Steuerung, Fahrhilfen können ein- und ausgeschaltet werden
+ Große Vielfalt bei den Renn-Events (Karriere, Einzel- und Multiplayermodi)
+ Tolle Grafik, verschiedene Licht- und Wetterverhältnisse, Schneefall, Regen usw.
+ Überzeugende Fahrphysik irgendwo in der Mitte zwischen Arcade und Simulation
+ Anpassbarer Schwierigkeitsgrad
+ Keine Bugs

Negativ:

- Keine "echte" Rally-Weltmeisterschaft
- Nervtötende Gymkhana-Events
- Minimale Tuning-Möglichkeiten
- Replays nicht lokal speicherbar (nur Hochladen auf Youtube möglich)
- Langweilige Präsentation, keine "Rennstall-Atmosphäre"

J. Kreis, 23.09.2012





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