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Diablo III

System:
Sony
Playstation 3

Genre:
Hack'n'Slay

Kurzreview
DIABLO III

Hack and Slay ist eigentlich nicht so mein Genre, aber für Diablo III habe ich doch eine Ausnahme gemacht. Den ersten Teil der Reihe kenne ich nicht, Teil 2 habe ich nur mal kurz auf einer LAN-Party gespielt. Ich nehme aber an, dass das Spielprinzip in Teil 3 weitgehend dasselbe und genauso einfach ist wie in den Vorgängern: Man metzelt sich mit einem Helden und einem (manchmal auch drei) vom System oder bis zu drei von anderen Spielern gesteuerten Begleitern durch weit verzweigte Dungeons und Oberwelt-Areale. Dabei bekämpft man eine Vielzahl von Gegnern, die meist in großen Gruppen planlos auf den Helden einstürmen. Hierfür setzt man Waffen und Spezialfähigkeiten ein, ohne irgendwelche Taktiken beachten zu müssen, ganz nach der Devise "immer feste druff"!

Die Steuerung ist mit dem Gamepad überhaupt kein Problem, zumal durch kleine Symbole auf dem Bildschirm immer erkennbar ist, welche Attacke auf welchem Button liegt. Der Standard-Angriff wird mit der X-Taste ausgelöst und kann jederzeit eingesetzt werden. Die Spezial-Attacken verbrauchen dagegen Energie, die auf unterschiedliche Weise je nach Heldenklasse - wieder aufgeladen wird, und nach der Benutzung eines Heiltranks vergehen ein paar Sekunden, bis man einen weiteren Heiltrank verwenden kann.

Waffen und Rüstungsteile werden besiegten Gegnern abgenommen, beim Händler gekauft oder vom Schmied erschaffen. Sehr nützlich: Sobald man z.B. eine Waffe aufgehoben hat, werden ihre Werte angezeigt und man kann sie sofort ausrüsten, ohne erst das Inventar öffnen zu müssen. Beim Juwelier werden Edelsteine kombiniert, mit denen sich Waffen und Rüstungen aufwerten lassen. Nett dabei ist, dass die Edelsteine nicht endgültig verbraucht werden. Der Juwelier kann die Klunker jederzeit aus dem Sockel lösen, so dass sie sich neu verwenden oder kombinieren lassen. Schmied und Juwelier können trainiert werden, so dass sie bessere Gegenstände herstellen können.

Den Helden kann man aus verschiedenen Charakterklassen wählen, alle Klassen haben unterschiedliche Stärken und Spezialfähigkeiten. Aktive und passive Kampffähigkeiten und Verbesserungen werden beim Level-up freigeschaltet. Zum Level-up braucht man Erfahrungspunkte, die man durch das Besiegen von Gegnern und das Voranschreiten in der Story erhält. Der Kampf steht gegenüber der eher rudimentären Charakterentwicklung und der Story allerdings deutlich im Vordergrund.

Gold erhält man von besiegten Gegnern oder durch den Verkauf der unzähligen Gegenstände, mit denen man nichts anfangen kann, sofern man sie nicht als Rohstoff für beim Schmied herstellbare Objekte verwendet. Suchterzeugend wird das Ganze dadurch, dass die Gegner im Verlauf des Spiels immer stärker und die gefundenen Objekte immer wertvoller werden. Außerdem sind in den Dungeons weitere nützliche Gegenstände versteckt, aber so richtig tolle, mächtige Items mit interessanten Eigenschaften sind nur selten zu finden. In der PC-Version gibt es ein Echtgeld-Auktionshaus, in dem man so etwas kaufen kann, in der Konsolenversion ist das Auktionshaus nicht vorhanden.

Ach ja, die Story: Die Engel des Himmels und die Dämonen der Hölle führen einen immerwährenden Kampf, bei dem die Menschen meist zwischen den Fronten stehen. Eines Tages beobachten der Geschichtsforscher Deckard Cain und dessen Nichte Leah, wie ein Stern vom Himmel fällt. Kurz danach erheben sich die Toten aus ihren Gräbern und greifen die nahe Stadt Neu-Tristram an. Ein Held (der Spieler) bricht auf, um dieser Bedrohung entgegenzutreten. Er stellt fest, dass keineswegs ein Stern zur Erde gestürzt ist, sondern ein Mensch - oder vielmehr Tyrael, der zum Menschen gewordene Erzengel der Gerechtigkeit. Tyrael ist im Gegensatz zu seinen Brüdern ein Freund der Menschen und will sie davor warnen, dass die Fürsten der Hölle eine Invasion vorbereiten. Dem Helden fällt die Aufgabe zu, die Höllenfürsten zu besiegen. Ausgerechnet Leah nimmt hierbei, wie sich am Ende herausstellt, eine Schlüsselstellung ein. Der Endkampf wird gegen Diablo höchstpersönlich bestritten, aber nicht in der Hölle, sondern im Himmel. Die Story wird in vier Akten meist in Dialogen erzählt. Es gibt aber auch einige hervorragend gemachte Filmsequenzen zu bewundern - nicht in Spielgrafik, sondern eigens kinoreif produziert und mit hervorragender Grafikqualität.

Bis der Held gegen Diablo antritt, das größte Übel der Hölle, wird er in unzählige Dungeons geschickt, um Informationen, besondere Waffen usw. zu sammeln. Er kann jederzeit ein Stadtportal öffnen, durch das er in seine Basis (deren Standort in jedem Akt ein anderer ist) zurückkehren kann, um dort zu handeln, wenn das Inventar mal wieder voll ist, den Schmied und den Juwelier aufzusuchen oder mit seinen Gefährten zu plauschen. Gespeichert wird ausschließlich automatisch an bestimmten Punkten in den Dungeons oder in der Basis.

Das Spiel ist absolut linear, irgendwelche alternativen Lösungswege gibt es nicht, Rätsel müssen praktisch nicht gelöst werden. Man hat wirklich nichts anderes zu tun, als von A nach B zu laufen und unterwegs Massen von Gegnern zu schnetzeln. Ausgeglichen wird diese relative Eintönigkeit durch das phantasievolle Design der Umgebungen und Kreaturen, sowie durch die spektakulären Fähigkeiten- und Magieeffekte, die sich immer wieder verändern, wenn die Fähigkeiten verbessert werden. Was da an Blitzen, Flammen, Farben und Formen über den Bildschirm wabert, können alte Leute wie ich gar nicht alles gleichzeitig wahrnehmen!

Der Schwierigkeitsgrad ist zunächst nicht wählbar, und für meinen Geschmack ist er selbst für Anfänger viel zu leicht. Erst wenn Diablo besiegt ist, kann das Spiel auf dem nächst höheren Schwierigkeitsgrad nochmal begonnen werden, entweder mit demselben Helden, der sein Level sowie sämtliche Skills, alles Gold und sämtliche Ausrüstungsgegenstände behält, oder mit einem neuen Helden mit Level 1 ohne jegliche Ausrüstung. Erst beim zweiten Durchgang findet man bestimmte Objekte, die man beim ersten Durchgang vergeblich gesucht hat, und die unter anderem für die Ausbildung des Schmieds und des Juweliers benötigt werden.

Dieselbe Story noch einmal durchspielen, nur um mehr Erfahrung zu sammeln und bessere Items zu erhalten? Das reizt mich nicht, und so ist Diablo III recht bald ins Regal gewandert. Trotzdem habe ich den Kauf nicht bereut, denn mit seinem simplen, aber effektvollen Spielprinzip ist es genau das richtige Spiel für den schnellen, unkomplizierten Spaß zwischendurch.

J. Kreis, 02.01.2014





Gastkommentare


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Ralf Meyer (02.02.2014):

Doch, doch. Auch zu Anfang ist der Schwierigkeitsgrad wählbar. Versuch es mal in Monster V.



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