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Dragon Age: Inqusition

System:
Sony
Playstation 4

Genre:
RPG

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DRAGON AGE: INQUISITION

Die ersten beiden Hauptspiele der Dragon Age - Reihe haben das Kunststück fertig gebracht, mich ebenso zu fesseln und für die Hauptfiguren einzunehmen wie ein gutes Buch oder ein spannender Film. In Sachen Spielwelt konnten weder Dragon Age Origins noch Dragon Age II bei mir wirklich punkten, und was die Grafikqualität angeht, fand ich den zweiten Teil der Reihe ziemlich schwach. Dass er actionbetonter ist als Dragon Age Origins hat mich allerdings nicht gestört. Wer befürchtet haben sollte, die Tendenz hin zu "Casual Gaming" werde im dritten Teil fortgesetzt, für den kann ich Entwarnung geben. In Dragon Age Inquisition (DAI) wurden die Stärken der ersten beiden Spiele beibehalten und noch verbessert, die Schwächen von Dragon Age II wurden nahezu vollständig ausgemerzt. Da der folgende Text zu lang geraten ist, nehme ich das Endergebnis vorweg: DAI ist das mit Abstand beste RPG seit Skyrim. Es wird dicht gefolgt von Dark Souls, einem RPG, das in mancherlei Hinsicht das komplette Gegenteil von DAI ist, denn in Dark Souls seid ihr völlig auf euch allein gestellt und müsst jeden einzelnen Kampf mit maximaler Vorsicht angehen - aber ich geife vor.

Eins noch: Diese Review bezieht sich auf die ungepatchte Originalversion. Es wurden bereits einige Patches veröffentlicht, aber auch hier kann ich besorgte Gemüter beruhigen, denn selbst ganz ohne Patch sind mir keine schwerwiegenden Fehler untergekommen.

Story

Seit der letzten Verderbnis sind viele Jahre vergangen, aber auf dem Kontinent Thedas ist noch immer keine Ruhe eingekehrt. Im Kaiserreich Orlais droht ein Bürgerkrieg. Der Konflikt zwischen Magiern und Templern hat zu einem Aufstand der Zirkelmagier und grausamen Gegenreaktionen der Templer sowie zu einem Bruch mit der Kirche geführt. Wieder einmal hat die ganze Bevölkerung unter den Auseinandersetzung zu leiden, vor allem in Ferelden. In dieser Situation beruft Justinia, das Oberhaupt der Kirche, eine Friedenskonferenz ein. In einem Konklave auf dem Frostgipfel sollen Templer und Magier zu einer Einigung kommen. Doch das Treffen endet in einer Katastrophe. Eine magische Explosion erschüttert den Berg. Justinia und alle Gesandten werden getötet. Eine Öffnung zum Nichts bildet sich. Durch diese Bresche und kleinere Risse, die überall im Land entstehen, dringen Dämonen ein.



Dragon Age Inquisition

(Bild 1: Kurz nach der Explosion. Am Himmel hat sich die Bresche geöffnet.)


Nur ein Gesandter des Adelshauses Trevelyan, dessen Rolle der Spieler annimmt, überlebt die Explosion. Er trägt ein leuchtendes Mal an der Hand, das es ihm ermöglicht, die Risse zu schließen. Er kann sich aber nicht erinnern, was beim Konklave wirklich geschehen ist. Man begegnet ihm mit Misstrauen, denn sein Überleben legt die Vermutung nahe, dass er die Explosion ausgelöst haben könnte. Viele Menschen halten ihn jedoch für den Herold Andrastes, der Prophetin des Erbauergottes, und sind bereit, ihm zu folgen. Einige der einflussreichsten Gefolgsleute Julianas unterstützen den vermeintlichen Herold. Er schlägt seine Basis in der Stadt Haven auf. Dort beginnt er mit dem Wiederaufbau der Inquisition, einer unabhängigen Organisation, die weder Templern noch Magiern oder der Kirche verpflichtet ist. Es gelingt dem Herold, die Bresche auf dem Frostgipfel zu schließen, doch noch während der Siegesfeier wird Haven von einer Dämonenarmee angegriffen. An ihrer Spitze steht Corypheus, ein uraltes Wesen, das mit verantwortlich für die Verderbnisse ist, von denen die Welt seit Jahrhunderten heimgesucht wird...



Dragon Age Inquisition

(Bild 2: Corypheus)


An der Story, die mit unfassbar vielen Dialogen, schönen und teils richtig ergreifenden Filmszenen mit Ingame-Grafik sowie Kodexeinträgen weitergeführt wird, gefällt mir besonders gut, dass sie Elemente aus Dragon Age Origins und Dragon Age 2 verbindet, und dass es ein Wiedersehen mit Figuren aus beiden Spielen gibt. So ist Corypheus einer jener tevinteranischen Magister, die einst die Götter herausgefordert und somit die Dunkle Brut über die Welt gebracht haben, gegen die man im ersten Teil der Reihe kämpfen musste. Man ist Corypheus in einer Quest von Dragon Age 2 schon einmal begegnet. Der Champion von Kirkwall hat ihn seinerzeit vermeintlich besiegt, in Wahrheit aber nur aus der Gefangenschaft befreit. Daran war auch der Zwerg Varric Tethras beteiligt, der diesmal wieder zu euren Begleitern gehört. In Dragon Age 2 ist Varric von der Sucherin Cassandra verhört worden - auch sie gehört jetzt zum inneren Kreis eurer Gefährten. Ihr begegnet euch sogar selbst! Hawke, also jene Figur, die ihr in Dragon Age 2 gesteuert habt, ist Bestandteil der Hauptquest. Mit dabei sind außerdem zwei aus Dragon Age Origins bekannte Damen, nämlich Leliana und (Trommelwirbel - Tusch) Morrigan! Erstere gehört nicht zu den steuerbaren Begleitern, sie ist eine eurer Beraterinnen. Siehe hierzu das Kapitel Berater und Begleiter. Morrigan spielt eine ganz besondere Rolle, aber dazu möchte ich hier nichts verraten. Das müsst ihr schon selbst herausfinden!



Dragon Age Inquisition

(Bild 3: Morrigan)


In DAI wird allerdings nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern viele. Der Erzählfluss gerät dadurch zwar nicht gerade ins Stocken, aber ich muss sagen, dass ich die Hauptstory wegen der Vielzahl von Nebenquests zeitweise etwas aus den Augen verloren habe. Die über allem schwebende Bedrohung durch Corypheus und seine Dämonenarmee wird selten greifbar. Dieser große Feind ist nach der ersten Konfrontation, die zur Vernichtung von Haven führt, sehr weit weg. Man ist sehr, sehr lange mit der Erkundung der verschiedenen Landstriche in Ferelden und Orlais beschäftigt, man bekämpft Drachen, sucht nach Helfern, schmiedet Allianzen und so weiter. Erst ganz am Ende geht's dann wieder zur Sache.

Man könnte DAI mit einem etwas zu sehr ausufernden Roman vergleichen, wie ihn George R. R. Martin schreiben könnte - die Bücher aus dem Zyklus "Das Lied von Eis und Feuer" enthalten ja auch unzählige Nebenhandlungen, die vielleicht nicht alle dem Vorantreiben der Handlung dienen, aber ihren eigenen Reiz haben und eine epische Atmosphäre erschaffen. Genauso ist es bei DAI. Ich konnte so richtig in die Welt dieses Spiels eintauchen. Sie ist fast ebenso komplex und mit eigenem geschichtlich/kulturellen Hintergrund ausgestattet wie man es aus der Elder Scrolls - Reihe kennt. Recht viel davon wird in den oben erwähnten Kodexeinträgen vermittelt. Überall sind Bücher, Schriftrollen und dergleichen zu finden, durch die solche Einträge freigeschaltet werden. In einem eigenen umfangreichen Menü können sie jederzeit nachgelesen werden. Allein diese Einträge bieten Text für einen kompletten Roman! Und ehrlich gesagt wurden sie mir irgendwann zu viel - ich habe dann nicht mehr alle gelesen.



Dragon Age Inquisiton

(Bild 4: Einer von vielen Bereichen des Kodex - jedes Bild steht für einen Eintrag.)


Seiten: Story / Berater und Begleiter / Charakterentwicklung und Quests / Kampf und Taktik / Spielwelt und Grafik / Menüs, Inventar, Handwerk / Sonstiges, Bugs / Fazit



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