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ccyuri

System:
PC CD-ROM

Genre:
Echtzeit-Strategie

Note: 3
COMMAND AND CONQUER ALARMSTUFE ROT 2 - MEGABOX

Diese Box enthält neben Alarmstufe Rot 2 auch das Add-On Yuris Rache. Beide Spiele sind zwar schon etwas betagt, dafür kostet die Box derzeit (März 2004) aber auch nur knapp 20 Taler, und das ist ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Basisspiel umfasst 28 Singleplayermissionen und einige Maps für Gefechte gegen Computergegner oder menschliche Kontrahenten (auch via Internet), das Add-On bietet 14 weitere Singleplayermissionen und noch mehr neue Maps.

Zur Story: Nachdem Albert Einstein mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit gereist ist und Hitler getötet hat, bevor dieser den zweiten Weltkrieg anzetteln konnte, stehen sich die Machtblöcke USA und Russland nicht nur misstrauisch gegenüber, nein: Russland ist stark genug, einen gewaltigen Feldzug zu starten und in Amerika einzumarschieren! Der russische Befehlshaber wird dabei von Yuri unterstützt, einem geheimnisvollen Mann, der eine Möglichkeit gefunden hat, mit Hilfe von Maschinen den Willen anderer Menschen zu kontrollieren. Im Add-On, das nach dem Ende der (gescheiterten) Invasion spielt, versucht Yuri die Welt unter seine Kontrolle zu bringen. Der Spieler entscheidet sich zu Beginn für eine der beiden Seiten (Russen oder Alliierte) und muß dann wahlweise die USA erobern oder verteidigen. Im Add-On geht es gegen Yuri und seine geklonten Horden, wobei die Russen gleichzeitig versuchen, ihre Niederlage gegen die Alliierten in einen Sieg zu verwandeln. Missionen, in denen man auf Yuris Seite kämpft, gibt es im Singleplayer-Modus leider nicht.

Die Story wird in hervorragenden Zwischensequenzen erzählt, bei denen echte Schauspieler und Kulissen geschickt mit CGI-Elementen vermischt werden. Hut ab vor den Darstellern, anders als in so manchem anderen Game sind die Leistungen durchweg kinoreif. Auch während der Missionen kommen diese Filmclips zum Einsatz, des öfteren werden sie in das kleine Fenster eingeblendet, in dem man sonst die Radar-Übersichtskarte sieht. Sie fügen sich nahtlos ins Geschehen auf dem Spielbildschirm ein – das ist richtig gut gemacht.

Über das Gameplay von Titeln aus der Command & Conquer – Reihe muß ich wohl nichts mehr sagen, denn es ist schon seit vielen Jahren immer das gleiche: Man baue in aufeinander folgenden Missionen seine Basis auf, sammle Rohstoffe, wehre Angriffe des Gegners ab und gehe zum Gegenangriff über. In manchen Missionen kann man keine Basis und damit auch keine neuen Kampfeinheiten bauen, dann muß man mit wenigen Soldaten nach dem einzig gangbaren Weg zum Sieg suchen. Dennoch sind die Missionen durchaus abwechslungsreich, weil ein tumber Panzer-Massenangriff nicht immer zum Erfolg führt, der Schwerpunkt liegt teilweise eher auf Luft- oder Seeschlachten. Manchmal muß man die Strategie auch der Umgebung anpassen oder sich auf unterschiedliche Vorgehensweisen des Gegners einstellen.

Jede Seite hat ihre individuellen Gebäude und Einheiten, alle haben ihre Stärken und Schwächen und das Kräfteverhältnis ist gut ausgeglichen. Die Vielzahl verschiedener Gebäude und Einheiten ist seit jeher ein großer Pluspunkt bei Spielen dieser Serie, und mehr als in diesem Titel gab es vorher noch niemals – und das Add-On Yuris Rache setzt sogar noch einen drauf: Yuris Armeen haben die abgedrehtesten Einheiten, die es je in einem C&C-Spiel gegeben hat. Der Schwerpunkt von Yuris Angriffen liegt in der Beeinflussung seiner Gegner durch Hypnose – eine Handvoll seiner PSI-Panzer reicht, um eure gesamte Armee "umzudrehen", so dass sie euch bekämpfen! Auch Alliierte und Russen haben im Add-On interessante neue Einheiten, z.B. eine Kampffestung, die sogar Panzer durch Überrollen vernichten kann oder Robotpanzer, die gegen Yuris Hypnose-Attacken unempfindlich sind. Besonders schlagkräftige Einzelkämpfer, Boris, Tanya und Yuri, sind natürlich auch wieder mit von der Partie. Die Rohstoffsammler sind diesmal entweder bewaffnet (Russen) oder können sich direkt in die Raffinerie beamen (Alliierte). Fußsoldaten können Zivilgebäude besetzen und erhalten dadurch nicht nur Schutz, sondern auch eine enorme Feuerkraft, durch die sie sogar ganze Panzerkolonnen aufhalten können. Außerdem können sie befördert werden und erhalten dadurch u.a. die Fähigkeit, sich selbst zu heilen. Andere Zivilgebäude, die nur von Ingenieuren besetzt werden können, haben sogar besondere Auswirkungen: Krankenhäuser bringen Heilung für alle Fußtruppen, Bohrtürme bringen zusätzliches Geld usw., sie können aber auch vom Gegner eingenommen werden. Die beliebten Teslaspulen können auch diesmal wieder gebaut werden, jetzt haben aber auch die Alliierten mit den Prismatürmen eine ähnlich durchschlagende Verteidigungsanlage.

Für die Steuerung braucht man nur die Maus, mit einem Minimum an Klicks hat man alles im Griff. Die wichtigsten Menüs müssen nicht erst umständlich aufgerufen werden, alles ist während der laufenden Mission erreichbar. Der Nachteil dabei ist: Man kann schwer gleichzeitig seine Truppen in den Kampf führen, die Basis verteidigen und neue Einheiten produzieren. In den Missionen kann man nämlich die Spielgeschwindigkeit nicht ändern, das geht nur im Gefechtsmodus, d.h. im freien Spiel auf einer der Maps. So artet die Steuerung manchmal in leichte Hektik aus. Natürlich kann man auch wieder Tastaturbefehle nutzen, die man völlig frei selbst konfigurieren kann.

Ein Kritikpunkt bei C&C war schon seit jeher die künstliche Intelligenz des Gegners und der eigenen Einheiten. Daran hat sich kaum etwas geändert. Die Einheiten rennen, fahren oder fliegen mitten durch feindliches Feuer, nur weil das der kürzeste Weg zum Ziel ist. Die Erzsammler arbeiten ungerührt weiter, auch wenn sie heftig unter Beschuß genommen werden – wäre schön, wenn sie sich endlich mal selbständig in den Schutz der Basis retten würden. Da auch der Gegner unter diesen Problemen zu leiden hat, sind die Nachteile wenigstens fair verteilt…

Die Grafik ist zwar nicht mehr zeitgemäß (keine 3D-Umgebungen, Maps können nicht gedreht oder gezoomt werden), macht aber trotzdem auch heute noch einen akzeptablen Eindruck. Detailreichtum und Animationen sind durchaus schön anzuschauen. Die verschiedenen Landschaften strotzen nur so vor kleinen Details, Gebäude wie z.B. die Houses of Parliament in London wurden liebevoll nachgebildet. Es stehen sogar die typischen roten Briefkästen in London herum, die berühmten Busse fahren durch die Straßen… Besonders witzig: In einer Mission muß man den Eiffelturm in Paris mit Tesla-Troopern unter Strom setzen und einmal reist man in die Urzeit zurück, wo man gegen Saurier kämpft. Eine der letzten Missionen im Add-On spielt sogar auf dem Mond.

Am Sound gibt es wiederum nichts auszusetzen, wenn ich bei den Videosequenzen auch immer wieder unerklärliche Tonaussetzer habe. Da haben auch die verschiedenen Patches, die es für beide Spiele gibt, keine Abhilfe gebracht.

Der Schwierigkeitsgrad ist einstellbar und "schwer" ist bei Yuris Rache wirklich schwer, denn dann spielt man unter Zeitdruck: Ist das Limit abgelaufen, bedeutet das, dass die Mission gescheitert ist.

Gewohnt spaßig, enorm suchterzeugend, allerdings schon leicht angestaubt...

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